Pfarrbrief Nr. 12 (13.11.-12.12.2021)

„Da wohnt ein Sehnen tief in uns, o Gott, nach dir, dich zu sehn, dir nah zu sein. Es ist ein Sehnen, ist ein Durst nach Glück, nach Liebe, wie nur du sie gibst.“ So beginnt ein Adventslied (Gotteslob 846), dem sicherlich auch die zustimmen können, die nicht an Gott glauben.

Denn Glück und Liebe ersehnt jeder Mensch. Ich jedenfalls habe noch keinen Mitmenschen getroffen, der nicht durch Lob aufblüht und sich über Wertschätzung freut. Und was meint denn der Ruf nach Gott anderes als, dass man ihm alles Gute zutraut und von ihm erhofft. Da wird Sehnsucht adressiert, wird zum Gebet: „Um Frieden, um Freiheit, um Hoffnung bitten wir. In Sorge, im Schmerz. Sei da, sei uns nahe, Gott.“ So geht die Strophe weiter und das Thema wird immer wieder in den folgenden Strophen aufgenommen.

Mystiker ist einer, der nicht aufhören kann zu wandern und der in Gewissheit dessen, was ihm fehlt, von jedem Ort und jedem Objekt weiß: „das ist es nicht.“ Diese Worte eines französischen Jesuiten bringen es auf den Punkt, und so gesehen dauert die Adventszeit nicht nur (fast) vier Wochen, sondern ein Leben lang. Wir sind unterwegs - mit dem Gedanken an die Vergänglichkeit und eben mit dieser unstillbaren Sehnsucht. Es ist das Wissen um das, was mir fehlt. Dieses Fehlen wird deutlich, wenn wir sagen: „du fehlst mir“, „ich vermisse dich“, „ich hätte dich liebend gern bei mir“.

So ist die Sehnsucht der Christen nach Jesus: endlich soll es doch überall so sein, wie es damals war: versöhnend, heilsam, gerecht. „Komm Herr Jesus“. – „Herr, ich bin bedürftig, aber sprich nur ein Wort, und meine Seele wird gesund“, und mein Leben kommt in Ordnung.

Die Adventszeit lädt dazu ein, seinen Sehnsüchten als Christ nachzugehen. Wer im Namen Jesu glauben kann, vermag seiner Sehnsucht Raum zu geben, sie zu adressieren. Damit werden sie mit Jesus verbunden. „Du fehlst mir“, sagen sie überzeugt und voll Vertrauen. Sie vermissen ihn, und bleiben entsprechend gespannt. „Da wohnt ein Sehnen tief in uns“!

So wünsche ich uns einen Advent voller Sehnsucht!

 

Thomas Ruland, Gemeindereferent Kirchengemeinde Pforzheim

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Pfarrbrief Nr. 11 (16.10.-14.11.2021)

Zur Erinnerung und zum Abschied

Die sieben leiblichen und sieben geistigen Werke der Barmherzigkeit

Hungrige speisen – Durstige tränken – Nackte bekleiden – Fremde aufnehmen – Kranke pflegen – Gefangene besuchen – Tote bestatten – Unwissende lehren – Zweifelnden raten – Irrende zurechtweisen – Trauernde trösten – Lästige geduldig ertragen – Beleidigungen verzeihen – Für die Lebenden und Verstorbenen beten. Ach ja! und alle, alle lieben – (Mt 25, 34-46 und Augustinus).

 

Die Werke in Christi Namen sind allen Menschen guten Willens auf den Weg zum Ewigen Leben und als Tür zur Ewigen Seligkeit mitgegeben. Sie besiegeln den Heiligen Bund zwischen dem Schöpfer und seinem Geschöpf. Dies kommt in Taufe (Türsymbolik: Augen, Mund, Ohren vgl. Effata-Ritus) und Firmung („Sei besiegelt...) bezeichnend zum Ausdruck, schon jetzt.

 

Das Titelbild dieser Ausgabe zeigt die Innentür, die zum Kreuzgang des Klosters Steinfeld (Nordeifel) und ihrer Quelle führt.

Zum Allerheiligentag 2021 kehre ich nun in meine Heimat zurück. Was bleibt ist unser Auftrag: „die Liebe zählt.“

 

Auf Wiedersehen

 

Michael Dederichs

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Pfarrbrief Nr. 10 (18.09.-17.10.2021)

Vielfalt leben

Liebe Leserinnen und Leser,

ich bin immer wieder fasziniert, wenn ich die verschiedensten Blumen, Pflanzen, Gräser, Kräuter, Sträucher, Vögel, Bienen und andere Insekten im Schöpfungsgarten von St. Elisabeth am Buckenberg entdecken kann. Das Foto vom Juli 2021 zeigt nur einen kleinen Ausschnitt des Gartens, der zwischen Kirche und Pfarrhaus öffentlich zugänglich ist. Dieses Beet wurde von Jugendlichen in der Firmvorbereitung im Frühjahr angelegt. Sie hatten sich vorab mit den Pflanzen und ihrer Bedeutung für uns alle beschäftigt und dann den Samen in das selbst bereitete Beet gesät. Alle Pflanzen des Schöpfungsgartens sind von der Schöpfungsgruppe in St. Elisabeth beschriftet und genau beschrieben worden, was in einem Ordner im Kirchenvorraum nach zu lesen ist.

„Gott sah alles an, was er gemacht hatte: Es war sehr gut.“ So lesen wir es im Buch Genesis am Anfang der Bibel, nachdem Gott die Vielfalt an Lebewesen erschaffen hatte. Der biblische Auftrag, die Erde zu beherrschen, beinhaltet, die Vielfalt zu belassen und die Erde zu hüten, sie zu bewahren. Letztlich sind wir alle miteinander verbunden und aufeinander angewiesen. Nur die Vielfalt kann das Leben aller Geschöpfe Gottes ermöglichen.

Wir können dem biblischen Auftrag nachkommen, indem wir zuerst, die Vielfalt der Schöpfung mit allen unseren Sinnen wahrnehmen und unser Herz davon erfüllen lassen. Aus dieser Erfahrung heraus können neue Beziehungen zu Pflanzen, Tieren, Menschen erwachsen, so dass es uns ein Anliegen wird, uns so zu verhalten, dass wir alle gemeinsam gut leben können, vor Ort und weltweit. Das kann sich beim Einkaufen, bei der Fortbewegung oder bei der Bundestagswahl auswirken, indem wir der Partei unsere Stimme geben, bei der wir meinen, dass sie sich am meisten für ein gutes Zusammenleben aller Geschöpfe einsetzt.

Dieses Anliegen hat sich auch die Caritas, deren Jahreskollekte in unserem Kir- chen im September gehalten wird, zur Aufgabe gemacht: Allen Menschen zu einem würdigen Leben zu verhelfen und sie in unsere Gesellschaft zu integrieren.

Im September gibt es die christliche Tradition, einen Schöpfungstag zu gestalten. Der Rat der Religionen wird am 19. September 2021 von 16.30 bis 19.30 Uhr am Alten Schlachthof, Kleiststraße 2 diese Tradition aufgreifen. Bei einer Schöpfungsfeier wollen die in Pforzheim vertretenen Religionen Ihr Lob auf den Schöpfer ausdrücken. Gemeinsam mit verschiedenen aktiven Gruppen im Klimaschutz soll überlegt werden, wie auch die religiösen Gemeinden in Pforzheim zur Bewahrung der Schöpfung beitragen können. Zu diesem besonderen Ereignis sind alle Interessierten herzlich eingeladen.

Ihnen allen wünsche ich viel Freude, dieses vielfältige Geschenk Gottes, seine wunderbare Schöpfung zu entdecken und zu genießen,

Markus Schütz, Pastoralreferent

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Pfarrbrief Nr. 9 (24.07.-19.09.2021)

Sommerzeit und Abschiedszeit

Wir befinden uns im Monat Juli; der Sommer ist da. Und mit ihm auch die langen Tage, das Draußen-Sein, der bevorstehende ersehnte Urlaub. Für viele ist das eine Zeit, in der sie bewusst nach einer Auszeit suchen und einfach mal die Seele baumeln lassen wollen. Es ist eine Zeit, in der gerade die Geschäftigkeit dem Nichtstun weichen darf. Was hat es eigentlich mit dem Nichtstun auf sich, dass es uns so begehrenswert erscheint? Was passiert denn, wenn ich nichts tue? Der Kommunikationstheoretiker Paul Watzlawick hat einmal für die zwischenmenschliche Kommunikation folgendes festgestellt: Man kann nicht „nicht kommunizieren“. Nichts zu sagen ist keinesfalls nichtssagend. Im Gegenteil: Es kann sogar höchst politisch sein, wie schon so mancher Schweigemarsch gezeigt hat. Das gleiche gilt im Grunde auch für das Nichtstun: Man kann nicht nichts tun. Das Nichtstun bringt keinesfalls alles zum Stillstand. Im Gegenteil: Im Nichtstun ist Bewegung! Das mag sich zwar komisch anhören und man glaubt es kaum. Doch nicht selten kommt es vor, dass Dinge liegen bleiben oder ruhen, und sich gerade dadurch manchmal von allein lösen. Zuweilen machen wir auch die Erfahrung, dass sich uns nach einer Zeit der Nichtbeachtung plötzlich ganz neue Perspektiven auf alte Probleme offenbaren. Nichts zu tun, bedeutet aber auch los- lassen zu müssen. Denn man muss vielleicht anderen Menschen die Kontrolle über Arbeitsprozesse überlassen und Entscheidungen abgeben.

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Pfarrbrief Nr. 8 (26.06.- 25.07.2021)

Was wir wirklich brauchen?

Auf der alten Klostermauer des Paradieses der romanischen Vorhalle des ehemaligen Zisterzienserklosters Bad Herrenalb wächst eine große Kiefer. Sie ist ca. 200 Jahre alt. Eine wahre Sensation. Auf der Mauer befindet sich keine Erde. Da fragt man sich: Woher bekommt die Kiefer ihre Nährstoffe und Wasser? Wissenschaftler haben herausgefunden, dass die Wurzeln der Kiefer sich ihren Weg durch das Gemäuer bis in den Erdboden gebahnt haben.

Da stellt sich die Frage für das eigene Leben: Was brauche ich unbedingt für mein Leben? Was macht mich lebendig? Wohin ent- wickeln sich meine Wurzeln? Zu welchem Himmel hin strecken sich meine Sehnsüchte?

Lass die Liebe in deinem Herzen wurzeln, und es kann nur Gutes daraus hervorgehen. (Augustinus).

Es scheint so wenig zu sein, was Jesus Christus uns im Evangelium aufträgt. „Das ist mein Gebot: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe“. Joh 15,12

Und doch ist es das Entscheidende. In der gelebten Liebe aus Gott und zu Gott hin erfahren wir bereits den Himmel. Ohne diese Liebe ist Leben nicht möglich. Sie ist Heilmittel, Maßstab und Auftrag für uns Christen.

Bleiben wir verwurzelt in der Liebe Gottes.

Das wünsche ich uns allen.

gez.

Barbara Ulmer, Gemeindereferentin

 

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Pfarrbrief Nr.7 (29.05.- 27.06.2021)

Alle dürfen kommen

Letzen Herbst hat mir eine Bekannte aus einer anderen Stadt von der unerwarteten Erstkommunion ihres kleinen Sohnes erzählt: Es war ein schöner Oktobertag und die Familie ging am Sonntag bei herrlichem Wetter gemeinsam zu einem besonderen Gottesdienst: im Freien mit viel Abstand. Eine kleine Band spielte schöne Lieder und die Kleinen waren auf kindgerechte Weise in den Gottesdienst zum Thema Schöpfung einbezogen.

Dann kam die Kommunion.

Der Pfarrer sagte: „Nicht die Kirche lädt ein, nicht der Pfarrer lädt ein. Jesus selber lädt ein. Und er lädt alle ein.“ Julian, 7 Jahre alt, ließ die Hand seiner Mutter los und marschierte nach vorne. Die ahnte schon, was der Sohn vorhatte. Und obwohl es bis zu seiner Erstkommunion noch mehr als ein Jahr dauern sollte, erlebte Julian sie schon an diesem schönen Herbsttag. Denn er hat die Worte gehört: „Alle dürfen kommen.“

Ich finde, der kleine Julian hat etwas ganz Wichtiges verstanden. Die Kommunion ist kein exklusives Mahl für die besonders Frommen. Auch nicht für die Klugen und Gescheiten, die die Sache mit Jesus in dem Brot richtig theologisch erklären können. Kommunion verbindet uns mit Gott und miteinander. Und sie macht uns zu Schwestern und Brüdern am Tisch des Herrn, zu dem alle kommen dürfen.

Gerade in diesem Jahr der Pandemie gefällt mir die Geschichte von Julian richtig gut. Abstand und Distanz machte die Vorbereitungszeit nicht einfach. Vielleicht wurde nicht jedes Thema bis ins letzte Detail besprochen. Fröhliche und unbeschwerte Gruppentreffen haben allen gefehlt. Mit kreativen und neuen Methoden haben wir dennoch in den letzten Wochen gespürt, dass die Kinder mehr und mehr dabei sind. Und dass sie den Wunsch haben, Jesus selbst im Heiligen Brot zu empfangen. Und vor allem darauf kommt es doch an!

Schön, dass es jetzt bald soweit ist. Zwischen Juni und September feiern wir mit den Kindern in allen unseren Kirchen in kleinen Gruppen ihre Erstkommunion. Möglichst eingebettet in unsere Gemeindegottesdienste, denn Kommunion ist keine Veranstaltung für Einzelgänger, sondern ein Fest der Gemeinschaft.

Als Gemeinde heißen wir die Kommunionkinder willkommen und wünschen ihnen, dass sie immer wieder erfahren dürfen: das Brot der Liebe Jesu trägt und stärkt jeden einzelnen und verbindet uns miteinander. Wie schön, dass wir alle zu ihm kommen dürfen!

Margarete Hosbach, Gemeindereferentin

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Pfarrbrief Nr.6 (01.05.- 30.05.2021)

Von Ostern nach Pfingsten

Leuchtende Feuersäule,
überwunden ist

der Stachel des Todes.
Mein Herr, mein Gott.
Ich glaube an Dich.

Gott, der Du

Deine Geschöpfe

und Deine Schöpfung liebst.
Ich hoffe auf Dich.

Im Schilde,
Deinen Auftrag führend.
Ich liebe Dich.

Ich brenne für Dich.

Michael Dederichs 4/2021

ZUM TITELBILD

Es zeigt auf beigem Hintergrund links im Bild eine Osterkerze. Sie ist geziert mit fünf kreisrunden, einander überlappenden Wachstafeln, von unten nach oben in den Farben violett, blau, grün, gelb, orange und rot, belegt mit einem goldenen lateinischen Fadenkreuz, in dessen Schnittpunkt mit einer weißen aufsteigenden Taube, wiederum aus Wachs belegt. Die vertikale Kreuzlinie ist oben von den goldfarbenen griechischen Buchstaben Alpha und Omega leicht versetzt flankiert. Unter dem Kreuz die Jahreszahl 2021, ebenfalls in Gold. Die Kerze steht auf einem Leuchter, umgeben von einem kleinen Kranz aus roten Rosen und weißen Freesien. Im Bild oben rechts das Wappen des Pastoralen Raumes Pforzheim West. Es zeigt u.a. das heimische Herdfeuer, das es zu schützen gilt. Seitlich neben der Osterkerze und unterhalb des Wappens in weißer Schrift stehen die Worte: Ich brenne für Dich.

Michael Dederichs

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Pfarrbrief Nr.5 (03.04.- 02.05.2021)

Eines meiner absoluten Lieblingsbilder des vergangenen Jahres. Das Osterkreuz. Sichtbare und greifbare Einladung Jesu: „Kommt alle zu mir, die ihr mühselig und beladen seid.“ Wenn euch das Leben schwer wird, bringt alles zu mir. Entlastet euch. Ich trage euch in allen Unerträglichkeiten...

Viele haben diese Einladung angenommen in Liebfrauen und St. Elisabeth, wo dieses Kreuz ja schon eine gewisse Tradition hat. Bunt ausgemalte Mandalas von Kindern lagen dort. Bilder und beschriftete Zettel mit Wünschen, Sorgen, Nöten, Ängsten. Aber auch mit Hoffnungen und Träumen. In einer Zeit, in der wir keine Gottesdienste feiern konnten für mich ganz starke Zeugnisse des Glaubens. Danke!

Ich habe auch mitgemacht und das was mich beschäftigt dort abgelegt. Der 03. Mai ist mir da noch in besonderer Erinnerung – meine Zeit vor diesem Kreuz am Todestag von Bernhard Ihle. Die etwas sperrige theologische Rede vom „Kreuz als Zeichen der Erlösung“ und dass im Kreuz Heil ist und Hoffnung – war für mich handgreifliche Erfahrung. Dass ich dort meine Trauer, mein Entsetzen ablegen konnte hat mir einfach gut getan.

Das Kreuz ist nicht einfach weg, nur weil wir Ostern feiern. Aber es liegt auf einem anderen Hintergrund. Es hat eine andere Grundlage. Aus den violetten und schwarzen Tüchern von Fastenzeit und Karfreitag werden die regenbogenbunten Tücher an Ostern. Dass wir unsere Sorgen ablegen können, dass aus manch düsterem Hintergrund des Lebens ein strahlend bunter wird, quicklebendig und Liebevoll, das wünsche ich Ihnen, uns allen von Herzen! Frohe Ostern!


Georg Lichtenberger

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Pfarrbrief Nr.4 (06.03.-04.04.2021)

Zeit zur Umkehr

Zeit zur Umkehr

vom Überfluss zum Notwendigen

von der Übertreibung zur Genügsamkeit
vom Habenwollen zum Zufriedensein
von der Sucht zur Freiheit

Zeit zur Umkehr

von der Heuchelei zur Aufrichtigkeit
von der Engherzigkeit zur Weite

von der Selbstgerechtigkeit zur Güte
von der Beliebigkeit zur Klarheit
vom Wankelmut zur Treue

Zeit zur Umkehr

vom Ich zum Du

von der Entfremdung zur Nähe

von der Gleichgültigkeit zur Anteilnahme
von der Kränkung zur Versöhnung

von der Feindseligkeit zum Frieden

Zeit zur Umkehr

vom Lärm zur Stille

von der Hektik zum Innehalten

von der Ungeduld zur Gelassenheit
von der Zerstreutheit zur Sammlung
von der Oberfläche zum Wesentlichen

© Gisela Baltes (www.impulstexte.de)

Liebe Schwestern und Brüder,

dieser innere Weg durch die Fastenzeit kann zur Auferstehung, zu Ostern führen: In meinem Herzen, in meiner Umgebung in Kirche und Gesellschaft.

Dr. Josef Fodor, Pastoralreferent


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Pfarrbrief Nr.3 (06.02.-07.03.2021)

Erbarme dich!

Wir alle leiden unter der Pandemie. In dieser Zeit vernehme ich die Worte von Papst Franziskus und seine Einladung zum Gebet. Er sagt: „Beten ist nicht leicht. Wir dürfen nicht müde werden, allezeit zu beten. Wir kennen keine andere Lösung für die Probleme, mit denen wir konfrontiert sind, als mehr zu beten und gleichzeitig mit mehr Vertrauen alles zu tun, was uns möglich ist. Das Gebet wird uns befähigen, entgegen aller Erwartungen dennoch zu hoffen.“

 

Dazu ein Stoßgebet:
‚Herr Jesus Christus, Sohn des lebendigen Gottes, erbarme dich meiner.‘ Die Wiederholung dieses Gebets ist ein Weg, um in der Gegenwart Christi leben zu lernen. Ich bin über- zeugt, unser Herr und Bruder Jesus wird uns Inspirationen schen- ken, damit wir unsere Aufgaben wirklich wahrnehmen und mutig handeln.

 

Der Apostel Paulus sagt:
„Ich aber will mich allein des Kreuzes Jesu Christi, unseres Herrn, rühmen, durch das mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt.“

Wir Christen bezeugen den gekreuzigten Christus. Er begleite uns in der Vorbereitung auf das kommende Osterfest.

Gez. Pater Arokiadoss SdC


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Mit Gottvertrauen in das Neue Jahr 2021

Liebe Brüder und Schwestern im Glauben!

Ein schwieriges und für alle herausforderndes Jahr liegt hinter uns, das uns allen aufgrund der Corona-Pandemie so manches abverlangt hat.

Das soziale Leben wurde bereits im vergangenen Frühjahr und dann erneut ab November schrittweise immer stärker eingeschränkt. Wir mussten zueinander auf Distanz gehen, wenngleich wir uns vielleicht nach Nähe und Kontakt gesehnt haben, und viele mussten sogar um ihre wirtschaftliche Existenz bangen. Trotz allem darf ich Sie einladen, wie die drei Weisen aus dem Morgenland mutig dem Stern der Hoffnung zu folgen und voller Zuversicht in das Neue Jahr zu schreiten, auch wenn wir noch nicht wissen, was es uns bringen wird.

Dabei kann uns das Psalmwort „Meine Augen schauen stets auf den Herrn“ (Ps 25,15) zu einem Leitwort werden, um unseren Blick wie Maria, die Mutter Jesu, immer gezielt auf das Wesentliche zu lenken, nämlich auf Gottes liebende Gegenwart in unserem Leben. Egal was kommt, egal ob ich es spüren kann oder nicht, Jesus hat es uns doch versprochen, dass Er immer bei uns ist, alle Tage bis zum Ende der Welt (vgl. Mt 28,20)!

Maria hat ihr ganzes Leben stets auf Gott ausgerichtet, in Freud und Leid, ja bis unter dem Kreuz und sie ist am Ende nicht enttäuscht worden, sondern durfte den Ostersieg ihres Sohnes schauen.

So wollen auch wir - wie Maria - wachsam auf die vielen Möglichkeiten achten, die Gott uns täglich neu eröffnet und auf Seine Gnade und Stärke bauen. Dann können auch wir Anteil an dieser Zuversicht erhalten, die Gott einem jeden von uns durch den Glauben an Seine Präsenz in unserem Leben schenken will!

Die vollkommene Liebe (vgl. 1 Joh 4,18) und das feste Gottvertrauen können auch bei uns die Furcht vor dem Ungewissen vertreiben und uns in der Freude am Herrn (vgl. Neh 8,10) das Positive im Leben entdecken lassen.

Danken wir Gott einfach täglich für das Gute, dass er uns schenkt und bringen wir Ihm immer gleich alles, was uns niederdrückt und lähmt, was negativ und schwer in unserem Leben ist. Wenn wir so innerlich immer fest mit Gott verbunden bleiben und uns von Seinem Wort und Sakrament nähren lassen, kann uns nichts „umhauen“, und wir dürfen wie Paulus die Erfahrung machen, dass Gott denen, die Ihn lieben, alles zum Guten wendet (vgl. Röm 8,28). In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein hoffnungsfrohes und gesegnetes Neues Jahr 2021!

Ihre Ilona Sgrò, Gemeindereferentin

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Pfarrbrief Nr.13 (12.12.-10.01.2020)

Die Legende von der ersten Weihnachtskrippe

Weihnachten 1223, in der Nähe der kleinen, italienischen Stadt Greccio. Die Weihnachtsmette ist vorüber. Im Licht von flackernden Fackeln sieht man Männer und Frauen, Junge und Alte, Reiche und Arme, die durch die Kälte der Nacht laufen. An ihrer Spitze: Francesco Bernadone, besser bekannt als Franz von Assisi. Sie kommen an den Waldrand.„Damit ihr wirklich begreift, mit euren Herzen und Händen begreift, was an Weihnachten geschieht, habe ich euch hier hinausgeführt.“ Seine sanfte Stimme unterstreicht die Stille der Nacht. Sie erreichen eine kleine Lichtung mit einem Stall. Franziskus tritt näher und taucht die Szene in den Schein seiner Fackel.

Welche Überraschung: Eine Krippe ist da zu sehen, eine echte lebendige Krippe. Da liegt ein kleines Kind im Stroh. Ein Mann und eine Frau stehen in Gedanken versunken dabei und ein Ochse und ein Esel. „Weihnachten wird heute in der Kirche gefeiert - und das ist gut so. Aber angefangen hat es hier draußen. Diese Krippe erzählt vom Geheimnis von Weihnachten:


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Pfarrbrief Nr.12 (14.11.-13.12.2020)

Advent – Begegnung auf Augenhöhe

Am 19. November begehen wir den Gedenktag der heiligen Elisabeth von Thüringen und feiern am folgenden Sonntag das Patrozinium der St. Elisabeth-Kirche am Buckenberg. Aber was hat die heilige Elisabeth mit Advent zu tun?

Advent bedeutet Ankunft. Gott möchte in unserem Leben ankommen. Er möchte uns ganz nahe kommen. So wie wir sind, möchte er uns begegnen. An Weihnachten wird er sogar zum Kleinsten der Menschen, er wird als Baby geboren, um niemanden auszuklammern, auch die Kleinsten nicht.

Gott kann uns auf unzählig viele Weisen begegnen.

Die heilige Elisabeth von Thüringen zeigt uns, wie sie Gott begegnet ist. Sie hat als Prinzessin ihre Burg verlassen und ist dorthin gegangen, wo die Ärmsten der Armen waren. Auf dem Bild der Titelseite sehen wir, wie sie einen Kranken füttert. Das Entscheidende ist die Begegnung auf Augenhöhe, kein oben und unten, sondern die Verbindung von Herz zu Herz, da wird Gott erlebbar. Es ist keine Einbahnstraße, sondern ein Geben und Nehmen.


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