Gebetsvorschläge und Geistliche Impulse

Aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Epidemie, finden Sie hier Texte und Betrachtungen, mit denen Sie zuhause ins Gespräch mit Gott kommen können.



Ein Ausreißer

Impuls zum 30. Mai 2020

Das Ende des heutigen Tagestextes steht beim Evangelisten Johannes. Das ist der letzte Satz der Evangelien.

Es gibt aber noch vieles andere, was Jesus getan hat. Wenn man alles einzeln aufschreiben wollte, so könnte, wie ich glaube, die ganze Welt die dann geschriebenen Bücher nicht fassen. (Joh 21,25)

Da sind unerschöpflich viele Geschichten über die Anwesenheit Gottes in der Welt. Über Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist. Gerade das Pfingstfest öffnet den weiten und reichen Schatz des Lebens, in dem wir das Wirken des Geistes Gottes erahnen und erleben.

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Wer bist Du, Maria?

Impuls zum 29. Mai 2020

Immer noch sind wir im Mai – in der Tradition der katholischen Kirche auch als Marienmonat bezeichnet. Vielerorts sind die Marienaltäre in dieser Zeit mehr als sonst geschmückt. Wenn es keine Versammlungsbeschränkungen wegen Corona gibt, treffen sich Gläubige zum Rosenkranz und zu Maiandachten. Viele Menschen fühlen sich von Maria besonders verstanden, weil sie als Frau und Mutter alle Facetten des Lebens durchlebt hat, die auch wir heute kennen: Unsicherheit, Angst, Freude und Leid. Die vielen Kerzen, die gerade täglich beim Marienaltar entzündet werden, singen ein Lied davon.

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Alle sollen eins sein!

IMPULS ZUR TAGESLESUNG AM DONNERSTAG DER SIEBTEN OSTERWOCHE (28. MAI 2020)

Divide et impera, auf Deutsch: „Teile und (be)herrsche“, war eines der tragenden Prin- zipien des Römischen Reiches. Durch zahlreiche Kriegszüge hatte das Imperium Ro- manum ab dem dritten Jahrhundert vor Christus von Italien ausgehend seinen Macht- bereich auf den ganzen Mittelmeerraum ausgedehnt. Der römische Senat und später die römischen Kaiser hätten das Reich nie zusammenhalten können, wenn sich alle eroberten Völker gemeinsam gegen Rom erhoben hätten. Also zielte die römische Po- litik darauf ab, Zwietracht unter den beherrschten Völkern zu fördern. Zum einen gab es nur Bündnisse zwischen Rom und den einzelnen Provinzen; Bündnisse zwischen den Provinzen waren verboten. Zum anderen konnten die Völker durch Wohlverhalten ihren Status von Unterworfenen zu Verbündeten oder sogar Bundesgenossen bis hin zum Erwerb des römischen Bürgerrechts verbessern, was natürlich den Neid und das Misstrauen der weniger privilegierten Nachbarn gefördert hat.

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Impuls am Mittwoch, 27. Mai 2020

In Psalm 68 betet jemand so:

Ich sage zum Herrn: Du bist mein Herr;

mein ganzes Glück bist du allein.

Du, Herr, gibst mir das Erbe und reichst mir den Becher; du hältst mein Los in deinen Händen.

Ich preise den Herrn, der mich beraten hat. Auch mahnt mich mein Herz in der Nacht.

Ich habe den Herrn beständig vor Augen.

Er steht mir zur Rechten, ich wanke nicht.

Darum freut sich mein Herz und frohlockt meine Seele; auch mein Leib wird wohnen in Sicherheit.

Denn du gibst mich nicht der Unterwelt preis;

du lässt deinen Frommen das Grab nicht schauen.

Du zeigst mir den Pfad zum Leben.

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Von Jesus beten lernen!

Impuls am Dienstag, 26. Mai 2020

Das heutige Tagesevangelium ist ein Abschnitt aus dem hohepriesterlichen Gebet Jesu im Abendmahlssaal vor seinem Leiden. Es ist das längste Gebet Jesu, das uns im Neuen Testament überliefert wird. Wie in den vielen anderen Stellen, wo davon erzählt wird, dass Jesus manchmal ganze Nächte lang allein und in der Einsamkeit zu seinem Vater gebetet hat, so zeigt uns auch dieses Gebet besonders schön, wie intensiv der Austausch zwischen Vater und Sohn ist.

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„In der Welt habt Ihr Drangsal, aber habt Mut: Ich habe die Welt besiegt!“

Impuls am Montag, 25. Mai 2020

So sagt es Jesus im  heutigen Johannes-Evangelium 16, 33, aber mich verlässt eher der Mut, wenn ich die Beschreibungen von Caritas-International unten lese. Warum müssen Menschen so viel leiden? Warum sind wir so ungerecht und engagieren uns nicht dafür, dass es allen Menschen gut geht? Ich würde ja gerne, aber macht es überhaupt Sinn?

 


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Impuls zu Apg 1,12-14 / Joh 17,1-11

am 7. Sonntag der Osterzeit 24.06.2020

Lesung aus der Apostelgeschichte (Apg 1,12-14)

Als Jesus in den Himmel aufgenommen worden war, kehrten sie von dem Berg, der Ölberg genannt wird und nur einen Sabbatweg von Jerusalem entfernt ist, nach Jerusalem zurück.

Als sie in die Stadt kamen, gingen sie in das Obergemach hinauf, wo sie nun ständig blieben: Petrus und Johannes, Jakobus und Andreas, Philippus und Thomas, Bartholomäus und Matthäus, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Simon, der Zelot, sowie Judas, der Sohn des Jakobus.

Sie alle verharrten dort einmütig im Gebet zusammen mit den Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und seinen Brüdern.

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Und siehe, ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt

Impuls zur Tageslesung an Christi Himmelfahrt (21. Mai 2020)

Über den Wolken

muss die Freiheit wohl grenzenlos sein.

Alle Ängste, alle Sorgen,

sagt man, blieben darunter verborgen

und dann würde,

was uns groß und wichtig erscheint,

plötzlich nichtig und klein.


Wer gelegentlich mit dem Flugzeug verreist, der kennt die Gefühle, die Reinhard Mey in seinem Lied beschreibt. Am Boden ist es regnerisch und grau und die dunklen Wolken hängen bedrohlich tief. Wenn der Flieger dann nach einigen Minuten Steigflug die Wolkendecke durchbricht, wird es schlagartig hell, die Sonne scheint gleißend über das weiße Meer der Wolken, der Blick schweift in die endlose Weite und trotz des Lärms der Turbinen stellt sich ein Gefühl der Ruhe und Zufriedenheit ein.


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Dankbar.

Impuls am Mittwoch 20. Mai

Einige Menschen haben es sich zur Angewohnheit gemacht, sowas wie ein "Dankbarkeitstagebuch" zu führen. Darin notieren sie täglich beispielsweise ein, drei oder beliebig viele Dinge, für die sie an diesem Tag Dankbarkeit empfinden. Vielleicht entwickelt man so ein geschärftes Bewusstsein für alles Gute, Schöne, Geschenkte, Überraschende, das man erlebt, beobachtet oder schafft. Auch im Gebet ist Dank ein zentrales Element: Ich erfahre, dass mein Leben und vieles darin von Gott und von anderen Menschen geschenkt ist, dass ich damit "gesegnet bin" - und das drücken wir im Gebet aus. Im Gebet und in der Beziehung zu Gott insgesamt haben neben dem Danken natürlich auch Fragen, Erzählen, Schweigen, Weinen, Klagen, Hören, ... ihren Platz. Vielleicht macht Ihnen die folgende Liste, wie mir beim Sammeln, auch Freude.


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Impuls zur Tageslesung am Dienstag, den 19. Mai 2020

Da erhob sich das Volk gegen sie und die obersten Beamten ließen ihnen die Kleider vom Leib reißen und befahlen, sie mit Ruten zu schlagen. Sie ließen ihnen viele Schläge geben und sie ins Gefängnis werfen; dem Gefängniswärter gaben sie Befehl, sie in sicherem Gewahrsam zu halten. Auf diesen Befehl hin warf er sie in das innere Gefängnis und schloss ihre Füße in den Block. Um Mitternacht beteten Paulus und Silas und sangen Loblieder; und die Gefangenen hörten ihnen zu. Plötzlich begann ein gewaltiges Erdbeben, sodass die Grundmauern des Gefängnisses wankten. Mit einem Schlag sprangen die Türen auf und allen fielen die Fesseln ab. Als der Gefängniswärter aufwachte und die Türen des Gefängnisses offen sah, zog er sein Schwert, um sich zu töten; denn er meinte, die Gefangenen seien entflohen.


Da rief Paulus laut: Tu dir nichts an! Wir sind alle noch da. Jener rief nach Licht, stürzte hinein und fiel Paulus und Silas zitternd zu Füßen. Er führte sie hinaus und sagte: Ihr Herren, was muss ich tun, um gerettet zu werden? Sie antworteten: Glaube an Jesus, den Herrn, und du wirst gerettet werden, du und dein Haus. Und sie verkündeten ihm und allen in seinem Haus das Wort des Herrn. Er nahm sie in jener Nachtstunde bei sich auf, wusch ihre Striemen und ließ sich sogleich mit allen seinen Angehörigen taufen. Dann führte er sie in sein Haus hinauf, ließ ihnen den Tisch decken und war mit seinem ganzen Haus voll Freude, weil er zum Glauben an Gott gekommen war. (Apg 16, 22-34)

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Zu-Grunde gehen als Hoffnungskraft

Impuls am Montag, 18. Mai 2020

Unser gemeinsames Wohnen im Schöpfungshaus

ist zerbrechlich und frag-würdig geworden

wir sind auf uns selbst zurückgeworfen

schonungslos konfrontiert mit der Härte des Lebens

 

In der Achterbahn der Gefühle

wechseln sich Angst und Vertrauen ab

dunkle Gedanken wollen uns isolieren

in der Panik vor dem Zugrunde gehen

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Impuls zu Joh 14,15-21 / 1 Petr 3,15-18

am 6 Sonntag der Osterzeit A 17.05.2020

Was bleibt, wenn jemand geht… Trauer natürlich. Quälender Schmerz. Fragen ohne Antwort. Leere. Gähnende Leere. Haltlos. Das Gefühl einfach müde zu sein. Nichts wissen. Nichts machen können. Nichts ändern können. Alles dunkel, leer, ohne Sinn. Und die Sonne scheint trotzdem und Menschen lachen und hören laute Musik und freuen sich des Lebens – welch ein Hohn…

 

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Nepomuk und der Wert der Spatzen

Impuls für Samstag, 16.5.

In meiner Kindheit ging man im Juli zum Nepomukfest nach Neuenburg. Ich muss zugeben, außer dem Namen erinnere ich mich an nichts, was sich von anderen Straßenfesten unterschied. Aber, dass die Neuenburger mit ihren Brücken nach Frankreich, die umkämpft, immer wieder zerstört und wiederaufgebaut wurden einen Brückenheiligen gut gebrauchen können, liegt auf der Hand.


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Knechte oder Freunde?!

Impuls zum 15. Mai 2020

Aus einer Rede Jesu an seine Jünger – am besten mehrfach zu lesen!

Im Evangelium des heutigen Tages heißt es:

Das ist mein Gebot: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe.

Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage.

Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe.

Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt. Dann wird euch der Vater alles geben, um was ihr ihn in meinem Namen bittet.

Dies trage ich euch auf: Liebt einander!
Joh 15, 12 - 17


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Tagesimpuls (Do, 14.05.20)

„Als ein heftiger Streit entstand, erhob sich Petrus und sagte zu ihnen: Brüder, wie ihr wisst, hat Gott schon längst hier bei euch die Entscheidung getroffen, dass die Heiden durch meinen Mund das Wort des Evangeliums hören und zum Glauben gelangen sollen. Und Gott, der die Herzen kennt, hat dies bestätigt, indem er ihnen ebenso wie uns den Heiligen Geist gab. Er machte keinerlei Unterschied zwischen uns und ihnen; denn er hat ihre Herzen durch den Glauben gereinigt. Warum stellt ihr also jetzt Gott auf die Probe und legt den Jüngern ein Joch auf den Nacken, das weder unsere Väter noch wir tragen konnten?

Wir glauben im Gegenteil, durch die Gnade Jesu, des Herrn, gerettet zu werden, auf die gleiche Weise wie jene. Da schwieg die ganze Versammlung. Und sie hörten Barnabas und Paulus zu, wie sie erzählten, welch große Zeichen und Wunder Gott durch sie unter den Heiden getan hatte. Als sie geendet hatten, nahm Jakobus das Wort und sagte: Brüder, hört mich an! Simon hat berichtet, dass Gott selbst zuerst darauf geschaut hat, aus den Heiden ein Volk für seinen Namen zu gewinnen. Damit stimmen die Worte der Propheten überein, die geschrieben haben: Danach werde ich mich umwenden und die zerfallene Hütte Davids wieder aufrichten; ich werde sie aus ihren Trümmern wieder aufrichten und werde sie wiederherstellen, damit die übrigen Menschen den Herrn suchen, auch alle Völker, über denen mein Name ausgerufen ist - spricht der Herr, der das ausführt, was ihm seit Ewigkeit bekannt ist. Darum halte ich es für richtig, den Heiden, die sich zu Gott bekehren, keine Lasten aufzubürden; man weise sie nur an, Verunreinigung durch Götzenopferfleisch und Unzucht zu meiden und weder Ersticktes noch Blut zu essen. Denn Mose hat seit alten Zeiten in jeder Stadt seine Verkünder, da er in den Synagogen an jedem Sabbat verlesen wird.“ (Apg 15,7-21)

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Was willst du, Jesus, mir heute sagen?

Impuls zum Mittwoch, 13. Mai // Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes (Joh 15,1-8):

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:

  1. Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Winzer.
  2. Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, schneidet er ab, und jede Rebe, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt.
  3. Ihr seid schon rein durch das Wort, das ich zu euch gesagt habe.
  4. Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch.

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„Meinen Frieden gebe ich Euch“

Impuls für Dienstag, 12. Mai 2020

In den Abschiedsreden Jesu steckt u.a. diese so ermutigende Zusage, die uns gerade in der aktuellen Situation weltweit neue Hoffnung und neuen Mut schenken kann.

Doch was können wir unter dem Frieden Christi eigentlich verstehen?

Sicher kann hier nicht der irdische Friede gemeint sein, da es bis an das Ende der Welt Gewalt, Krieg und Terror geben wird. Vielmehr ist der Friede Christi als Ausdruck des endgültigen Heils zu verstehen, das uns Jesu durch die Erlösung am Kreuz schon verdient hat. Mit Jesu Kommen ist uns Menschen daher schon jetzt dieses umfassende Heil (hebräisch Schalom) angeboten, auch wenn es nach dem äußeren Schein nicht so aussehen mag.


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„Ich kann ja doch nicht helfen….“

Impuls für Montag, 11. Mai 2020

Dieser Tage erzählte mir ein Freund von seinem Einsatz im Geflüchteten-Camp auf der griechischen Insel Samos. Er hatte im März seinen Jahresurlaub genommen, um dort einer Nichtregierungsorganisation zu helfen, den tausenden von Männern, Frauen, Jugendlichen und Kindern das Nötigste zu organisieren. Staatliche Stellen sind nicht beteiligt, nur verschiedene Organisationen mit Freiwilligen aus aller Welt. Er erzählte davon, dass die Menschen auf engstem Raum in zeltartigen Gebilden, z.T. aus Müll irgendwie zusammengebaut, hausen, wohnen wäre zu viel gesagt. Es gibt etwa eine Toilette für 300 Personen und der Lagerboden, auf dem Kinder sitzen und versuchen, zu spielen, ist verunreinigte Erde; ganz zu schweigen von vielem Ungeziefer, dass sich dort tummelt. Ihre Aufgabe war es, wenn sie in das Camp hinein durften, den Müll zu entsorgen und Desinfizierungsflaschen auf zu hängen, wo sich alle daran bedienen können. Schutzmaßnahmen vor dem Corona-Virus gibt es keine in einem überfüllten Camp mit etwa 5000 Menschen.

 

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Verwirrt…

Impuls 5. Sonntag der Osterzeit A

….ganz bestimmt. Ja, verwirrt, lieber Jesus, aber vor allem auch erschüttert und traurig bin ich durch diese Woche gegangen. Der plötzliche Tod von Bernhard Ihle ist mir, uns allen, in die Knochen gefahren und unter die Haut gegangen. „Euer Herz lasse sich nicht verwirren…“ – ist das nicht ein bisschen leicht gesagt? Ich bin verwirrt. Erkenne keinen Sinn. Kann die Fragen nach dem Warum, Wieso, Weshalb nicht beantworten. Sie bleiben mir im Hals stecken und bleiben ohne Antwort. Das geht mir bei diesem Tod so und bei so manchem Gang auf den Friedhof. So komme ich zu Dir, lieber Jesus. So wie ich bin. Ganz schön verwirrt, erschüttert, traurig manchmal. So komme ich zu Dir mit meinen Fragen und Klagen. Thomas macht mir Mut. Der durfte ja auch so manche Frage stellen, die Dir wahrscheinlich naiv vorgekommen ist. Aber Du hast ihn fragen lassen. Ernst genommen. Mit all seinen Fragen und Zweifeln hast Du ihn Deinen Jünger, Dein Freund sein lassen…

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Zum 9. Mai 2020

Johannes 14,7-14

Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Schon jetzt kennt ihr ihn und habt ihn gesehen. Philippus sagte zu ihm: Herr, zeig uns den Vater; das genügt uns.

Jesus sagte zu ihm: Schon so lange bin ich bei euch und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Wie kannst du sagen: Zeig uns den Vater? Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch sage, habe ich nicht aus mir selbst. Der Vater, der in mir bleibt, vollbringt seine Werke.

Glaubt mir doch, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist; wenn nicht, dann glaubt aufgrund eben dieser Werke! Amen, amen, ich sage euch: Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen und er wird noch größere als diese vollbringen, denn ich gehe zum Vater. Alles, um was ihr in meinem Namen bitten werdet, werde ich tun, damit der Vater im Sohn verherrlicht wird. Wenn ihr mich um etwas in meinem Namen bitten werdet, werde ich es tun.


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Gott sei Dank: Frieden!

Impuls zum 8. Mai 2020 – 75 Jahre nach Ende des 2. Weltkriegs

Rein zufällig zappte ich am Dienstag in eine Sendung des ZDF mit dem Titel: „Deutschland von oben 1945“ (in der Mediathek noch abrufbar). In einer der ersten Szenen war im Überflug Pforzheim vor der Zerstörung mit der wunderschönen evangelischen Stadtkirche am Zusammenfluss von Enz und Nagold, sowie das frühere Rathaus zu erkennen, dann in etwa gleicher Perspektive die ausgebombte Stadt. Ganz ähnliche Bilder und Perspektiven von anderen Städten. Unfassbar, welche zerstörerische, todbringende Macht dieser 2. Weltkrieg hatte.

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Aus seinem Geschlecht hat Gott dem Volk Israel Jesus als Retter geschickt

IMPULS ZUR TAGESLESUNG AM DONNERSTAG DER VIERTEN OSTERWOCHE

Am letzten Freitag hatten wir in der Tageslesung aus der Apostelgeschichte von der Berufung des Paulus durch Jesus Christus vor Damaskus gelesen. Dass Paulus sich ganz in die Nachfolge Christi gestellt hatte, ist ihm zunächst nicht gut bekommen. In Damaskus verkündete er das Evangelium Jesu Christi, aber er scheint dabei nicht besonders gut angekommen zu sein, denn es heißt, er brachte die Juden in Damas- kus in Verwirrung, weil er ihnen darlegte, dass Jesus der Christus ist (Apg 9,22). Die Juden wollen ihn töten und er konnte sein Leben nur retten, indem er sich bei Nacht in einem Korb über die Stadtmauer abseilen ließ.

In Jerusalem trifft er zuerst auf das Misstrauen der Jünger, die in ihm immer noch den Christenverfolger sehen. Dann wird er von seinen früheren Freunden, den Juden aus der griechischen Diasporagemeinde, angefeindet und muss abermals fliehen, diesmal nach Tarsus. Von dort nimmt ihn Barnabas mit nach Antiochia am Orontes, eine große Hafenstadt und Kulturmetropole in Syrien. Erst dort und in der Zusam- menarbeit mit Barnabas scheint seine Verkündigung Erfolg zu haben: Dort wirkten sie miteinander ein volles Jahr in der Gemeinde und lehrten eine große Zahl von Menschen. In Antiochia nannte man die Jünger zum ersten Mal Christen (Apg 11,26).

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Gnade

Impuls am Mittwoch, 6. Mai

Gnade, so glaube ich, ist nicht etwas, was wir uns von Gott erflehen müssen. Das Wort Gnade versucht eher zu beschreiben, wie sich Gott als die Liebe uns Menschen von sich aus zuwendet. Gnade ist alles, was wir von Gott empfangen, was uns geschenkt ist, womit wir gesegnet werden.

Die amerikanische Künstlerin Morgan H. Nichols schrieb dazu diesen März:

Du darfst lebendig werden an diesem Ort ohne zu wissen wie das alles Sinn ergibt

Du darfst darauf vertrauen,

dass tief drin in aller Veränderung unendliche, grenzenlose Gnade liegt

Lass es also die Gnade sein, die dich erinnert:

Sogar hier und jetzt

kommt das Licht durch Schau also voller Hoffnung

vom Boden auf

Solange du da bist,

gibt es noch mehr Weg zu gehen

Morgan Harper Nichols


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Meine Schafe hören auf meine Stimme

Impuls - Barbara Ulmer

Joh 10, 22-30

Um diese Zeit fand in Jerusalem das Tempelweihfest statt. Es war Winter und Jesus ging im Tempel in der Halle Salomos auf und ab. Da umringten ihn die Juden und fragten ihn: Wie lange hältst du uns noch hin? Wenn du der Christus bist, sag es uns offen! Jesus antwortete ihnen: Ich habe es euch gesagt, aber ihr glaubt nicht. Die Werke, die ich im Namen meines Vaters vollbringe, legen Zeugnis für mich ab; ihr aber glaubt nicht, weil ihr nicht zu meinen Schafen gehört. Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie und sie folgen mir. Ich gebe ihnen ewiges Leben. Sie werden niemals zugrunde gehen und niemand wird sie meiner Hand entreißen. Mein Vater, der sie mir gab, ist größer als alle und niemand kann sie der Hand meines Vaters entreißen. Ich und der Vater sind eins.

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"In meiner Ohnmacht auf den Heiligen Geist vertrauen"

Impuls für Montag, 4. Mai 2020

In der heutigen Lesung aus der Apostelgeschichte im 11. Kapitel die Verse 1-18 erfahren wir, wie Petrus den Judenchristen in Jerusalem erzählt, dass der Heilige Geist auf Heiden gekommen ist, ohne dass sie vorher Juden wurden.

In einem spannenden Bild berichtet er auch von seiner eigenen Bekehrung zu der Weisung Gottes, dass der Heilige Geist keinen Unterschied macht zwischen Juden und Nicht-Juden.

In diesem Beispiel geschieht die Sinneswandlung des Petrus im Gebet. Dort findet er wohl die Ruhe und Aufgeschlossenheit, Gottes Weisung wahr zu nehmen, auch wenn er noch nicht alles versteht. Aber erst durch die Begegnung mit den Heiden erlebt er, dass Gott seine Weisung durch den Heiligen Geist wahr macht.

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„Leben in Fülle"

Impuls zu Joh 10,1-10 am 4. Sonntag der Osterzeit 03.05.2020

Ehrlich gesagt: Mit den Masken habe ich so meine Schwierigkeiten. Ich seh lieber das ganze Gesicht. Offenes Visier. Nichts Verstecktes. Nichts hinten herum. Gerade heraus. Offen und ehrlich. Lieber gar kein Gesicht sehen als nur das Halbe. Lieber wissen wo ich dran bin, als rätseln müssen: Wer ist das überhaupt? Was will der oder die von mir? Der Bauch und das Herz wehren sich gegen diese halbverhüllten Gesichter.

Natürlichziehe ich mir auch einen Mund- und Nasenschutz an. Dort wo es vorgeschrieben ist. Beim Einkaufen und in den öffentlichen Verkehrsmitteln. Selbstverständlich. Da bin ich schon bei klarem Verstand und weiß was in dieser Situation vernünftig und richtig ist. Nicht im Freien. Nicht in der frischen Luft. Nicht wo es gut möglich ist zwei Meter und mehr auf Distanz zu gehen. Aber wenn nötig und vernünftig: Selbstverständlich Maske auf.

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Zwei Männer im Mai

"Josef sagt nichts. (1. Mai – Josef)"

In der ganzen Bibel nicht.

Seit Jahrzehnten stellt die katholische Kirche dem Tag der Arbeit das Gedenken an Josef den Arbeiter bei (gr. Tekton = Bauhandwerker).

Josef ist doch irgendwie einer wie wir. Er steht nie im Mittelpunkt und ist der Typ Mensch, der in der Menschenmenge nicht auffällt und keinen Anlass zu einer Schlagzeile bietet. Die großen Paare führen die Männer zuerst auf: Caesar und Kleopatra, Romeo und Julia – jedoch, Maria und Josef. Nur sieben Mal in der Bibel erwähnt, hat er sehr wenig am aktiven Leben Jesu teilgenommen. In Kunst und Geschichte kennt man ihn als asexuellen Greis – merkwürdig für den Vater Jesu, wie Maria sagt, und Vater weiterer Kinder (vgl. Mk 6,3).

Doch, das soll ja wohl so sein im Heilsplan: spiel‘ deine kleine Rolle, Josef, das ist wichtig, aber bilde dir nichts drauf ein. So könnte man meinen, Josef der Arbeiter leitet an zu einem angepassten Kleinbürger, der bei Arbeitszeitverhandlungen regelmäßig über den Tisch gezogen wird, so nach dem Motto „Müller, ab heute arbeiten wir rund um die Uhr. Das macht ihnen doch nichts aus, sie sind ja Christ, gell?“

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Die Bekehrung des Saulus (Apg 9,1–20)

Impuls zur Tageslesung

„Saulus wütete noch immer mit Drohung und Mord gegen die Jünger des Herrn. Er ging zum Hohepriester und erbat sich von ihm Briefe an die Synagogen in Damaskus, um die Anhänger des Weges Jesu, Männer und Frauen, die er dort finde, zu fesseln und nach Jerusalem zu bringen. Unterwegs aber, als er sich bereits Damaskus näherte, geschah es, dass ihn plötzlich ein Licht vom Himmel umstrahlte. Er stürzte zu Boden und hörte, wie eine Stimme zu ihm sagte: Saul, Saul, warum verfolgst du mich? Er antwortete: Wer bist du, Herr? Dieser sagte: Ich bin Jesus, den du verfolgst. Steh auf und geh in die Stadt; dort wird dir gesagt werden, was du tun sollst! Die Männer aber, die mit ihm unterwegs waren, standen sprachlos da; sie hörten zwar die Stimme, sahen aber niemanden. Saulus erhob sich vom Boden. Obwohl seine Augen offen waren, sah er nichts. Sie nahmen ihn bei der Hand und führten ihn nach Damaskus hinein. Und er war drei Tage blind und er aß nicht und trank nicht. In Damaskus lebte ein Jünger namens Hananias. Zu ihm sagte der Herr in einer Vision: Hananias! Er antwortete: Siehe, hier bin ich, Herr. Der Herr sagte zu ihm: Steh auf und geh zu der Straße, die man Die Gerade nennt, und frag im Haus des Judas nach einem Mann namens Saulus aus Tarsus! Denn siehe, er betet und hat in einer Vision gesehen, wie ein Mann namens Hananias hereinkommt und ihm die Hände auflegt, damit er wieder sieht. Hananias antwortete: Herr, ich habe von vielen gehört, wie viel Böses dieser Mann deinen Heiligen in Jerusalem angetan hat. Auch hier hat er Vollmacht von den Hohepriestern, alle zu fesseln, die deinen Namen anrufen. Der Herr aber sprach zu ihm: Geh nur! Denn dieser Mann ist mir ein auserwähltes Werkzeug: Er soll meinen Namen vor Völker und Könige und die Söhne Israels tragen. Denn ich werde ihm zeigen, wie viel er für meinen Namen leiden muss. Da ging Hananias hin und trat in das Haus ein; er legte ihm die Hände auf und sagte: Bruder Saul, der Herr hat mich gesandt, Jesus, der dir auf dem Weg, den du gekommen bist, erschienen ist; du sollst wieder sehen und mit dem Heiligen Geist erfüllt werden. Sofort fiel es wie Schuppen von seinen Augen und er sah wieder; er stand auf und ließ sich taufen. Und nachdem er etwas gegessen hatte, kam er wieder zu Kräften. Einige Tage blieb er bei den Jüngern in Damaskus; und sogleich verkündete er Jesus in den Synagogen: Dieser ist der Sohn Gottes.“

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Geh und folge diesem Wagen!

Impuls zur Tageslesung am Donnerstag der Dritten Osterwoche

Die Apostelgeschichte erzählt uns heute eine wahre Erfolgsgeschichte:

Da ist zunächst der Kämmerer der Königin von Äthiopien. Er war wahrscheinlich kein Jude, aber wohl ein Gottesfürchtiger, d.h. jemand, der mit dem Judentum sympathisierte und seine heiligen Schriften las. Er ist auf der Suche nach Gott und nimmt dafür große Anstrengungen auf sich, indem er von Äthiopien bis nach Jerusalem reist. Er war im Tempel, dem Ort der Gegenwart Gottes, aber offensichtlich hat er dort nicht das gefunden, was er suchte. Auch das Buch des Propheten Jesaja, das er auf dem Heimweg liest, bleibt ihm zunächst verschlossen.

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Impuls am Mittwoch, 29. April

Aus dem Tagesevangelium:

 

Kommt alle zu mir,

die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt.

Ich werde euch Ruhe verschaffen.

 

 

Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir;

denn ich bin gütig und von Herzen demütig;

so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele.

Denn mein Joch drückt nicht, und meine Last ist leicht.

(Mt 11,28-30)

 

 


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Jesu verzeihende Liebe am Kreuz – ein Modell auch für uns?

In der heutigen Lesung wird die Steinigung des Stephanus, des ersten Märtyrers des

Christentums um das Jahr 40 n. Chr. beschrieben. Ausgangspunkt für die Wahl

des Stephanus von den Aposteln zu einem der sieben Diakone „von gutem Ruf und

voll Geist und Weisheit“ (vgl. Apg 6,3) war ein Streit zwischen den aramäischsprachigen Hebräern und den griechischsprachigen

Hellenisten. Letztere warfen den Hebräern vor, die Witwen mit griechischem Hintergrund bei der täglichen Versorgung

mit Lebensmitteln übersehen zu haben.

Daher oblagen dem Stephanus wie den übrigen sechs Diakonen die sozialen Aufgaben in der Urgemeinde, darunter die Betreuung der Witwen. Doch schon bald geriet Stephanus als exponierter Vertreter der Urgemeinde in einen Konflikt mit den hellenistischen Juden. Da sie ihm argumentativ nicht gewachsen waren, beschuldigten sie ihn der Gotteslästerung.


Er habe behauptet, Jesus von Nazareth wolle den jüdischen Tempel zerstören und die von Moses überlieferten jüdischen Gebräuche verändern, damit habe er sich einer Art Hochverrat schuldig gemacht. Mit flammenden Worten bekannte sich Stephanus vor dem Hohenpriester zu seinem christlichen Glauben und warf seinen Anklägern und deren Vätern vor, sich dem Heiligen Geist widersetzt, die Propheten verraten und getötet sowie die durch Moses überbrachten Gebote missachtet zu haben (Apg 7,1-53).

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Wie schön ist es, wenn…….

Impuls für Montag, 27. April 2020

Wie schön ist es, wenn Menschen nicht nur an sich denken, sondern auch einander helfen. Wenn die Menschen, die Hilfe brauchen, besonders unterstützt werden, wie z.B. ältere oder kranke Menschen. Wie schön ist es, wenn Menschen, sie sich sonst kaum sahen und immer unterwegs waren, auf einmal Zeit zu Hause und miteinander haben. Wie schön ist es, wenn in der Stadt weniger Stress und bessere Luft ist, weil weniger Autos fahren und Menschen mehr Zeit haben.

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„Nichts wie raus?!“

Impuls zu Lk 24,13-35 am 3. Sonntag der Osterzeit 26.04.2020

„Gott sei Dank dürfen wir wenigstens noch raus…“. So sagen die meisten. So geht es auch mir, wenn ich meine Runde drehe. „Gott sei Dank, ist es bei uns nicht so wie in Italien, in Frankreich oder Österreich, geschweige denn New York. Wenn wir schon nicht im Straßencafé in der Sonne sitzen können, oder gemütlich im Garten mit Freund*innen grillen, unsere Kinder nicht in Schulen und Kitas können – wir dürfen wenigstens noch raus. Gott sei Dank!“ Wie schlimm wäre es bei diesem Wetter, bei dem herrlichen Sonnenschein und dem blühenden und strahlenden und sonnig-warmen Frühling in den eigenen vier Wänden sitzen zu müssen. Also mir fällt ja sowieso immer ziemlich schnell die Decke auf den Kopf. Auch wenn es überall heißt: „Zu Hause bleiben!“ – Mit Abstand und alleine, oder höchstens zu zweit ist das ja auch gar kein Problem: „Nichts wie raus!“

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Männer töten, Frauen zähmen

Impuls am 25. April 2020 zu Markus 16,15-20

Ein Drache, ein Krokodil, eine Schlange – sie sind sich ähnlich in der Bibel, wenn es darum geht zu sagen, dass man das Böse bekämpfen will. Und wir kennen da so einige Männer, Heilige, zum Beispiel Georg oder den Erzengel Michael, die ihrem Drachen den Garaus gemacht haben. Da mag man sagen: Bravo. Es gibt zu viel Böses auf der Welt.


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Was satt macht

Impuls zum 24. April 2020

Was für eine traumhafte Vorstellung:

an einem schönen Frühlingstag inmitten einer Masse von hunderten, tausenden von Menschen auf einer Wiese sitzen. Einfach so, in Gruppen, eng zusammen, ohne Abstandsregeln, einfach sorglos...

 

Dieses Bild kam mir in den Sinn, als ich Anfang der Woche die Tagestexte für den Freitag dieser Woche angeschaut und die Stelle von der Speisung der 5000 im Johannesevangelium gelesen habe.

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Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen

Impuls zur Tageslesung am Donnerstag der zweiten Osterwoche(23. April 2020)

Sowohl in der Lesung aus der Apostelgeschichte als auch im Text aus dem Evangelium des Apostels Johannes vom heutigen Tag taucht der Begriff „gehorchen“ auf; im Lesungstext sogar zweimal.

Gehorsam als das Befolgen von Geboten oder Verboten durch entsprechende Handlungen oder durch Unterlassen ist für die meisten von uns ein zwiespältiger Begriff.

Es gibt zwar Gebote, die niemand ernsthaft in Zweifel zieht. Wenn eine Verkehrsampel auf Rot steht, wird wohl kaum jemand, der bei klarem Verstand ist, einfach weiterfahren. Auch die behördlichen Vorschriften der Corona-Verordnungen, z.B. zum Versammlungs- und Kontaktverbot, werden von den meisten Menschen aus Solidarität befolgt, auch wenn die Sinnhaftigkeit nicht bei jeder einzelnen Vorschrift unmittelbar ersichtlich ist.

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„Solange es das noch gibt“

Impuls zum 22. April

von Anita Ketterl


Im heutigen Evangelium heißt es:

Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat. (Joh 3,16)

So gerne ich das lese – Gott liebt(e) die Welt – dieser Satz und die ganze Lesung werfen für mich genauso viele Fragen auf, wie sie beantworten:

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Eine chassidische Geschichte

Impuls / Dienstag, 21. April 2020

Ein Armer kam zur Tür eines Rabbis und bat um etwas Geld. Weil dieser aber gerade kein Geld zu Hause hatte, schenkte er dem Bettler einen Ring. Kurz darauf erfuhr die Frau des Rabbis davon und überschüttete ihn mit Vorwürfen: „Wie kannst du nur ein so kostbares Schmuckstück einem unbekannten Bettler schenken?“

Als der Rabbi das vernommen hatte, ließ er den armen Mann zurückrufen und sagte ihm: „Höre, ich habe gerade erfahren, dass der Ring, den ich dir gegeben habe, sehr wertvoll ist. Achte also bitte darauf, dass du ihn nicht zu billig verkaufst!“

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Barmherzig mit mir in Gottes Schöpfung

Impuls am Montag, 20. April 2020

Gestern war nicht nur der Weiße Sonntag, sondern auch der „Sonntag der Barmherzigkeit“. Für Papst Franziskus ist die Barmherzigkeit etwas sehr wichtiges. Er formuliert: „Der Name Gottes ist Barmherzigkeit“ und er hat das Heilige Jahr der Barmherzigkeit ausgerufen.

In der Bibel gibt es für die Barmherzigkeit verschiedene Beispiele. Jesus lebt die Barmherzigkeit z.B. in der Begegnung mit der Ehebrecherin, die gesteinigt werden soll. Aus Matthäus 25, 31-46 sind die sogenannten Werke der Barmherzigkeit abgeleitet worden: Hungernde und Durstige speisen, Nackte kleiden, Kranke und Gefangene besuchen, Fremde aufnehmen.

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Lesung aus der Apostelgeschichte (Apg 2,42-47)

Impuls zur Lesung

Die Gläubigen hielten an der Lehre der Apostel fest und an der Gemeinschaft, am Brechen des Brotes und an den Gebeten.

Alle wurden von Furcht ergriffen; denn durch die Apostel geschahen viele Wunder und Zeichen. Und alle, die gläubig geworden waren, bildeten eine Gemeinschaft und hatten alles gemeinsam.

Sie verkauften Hab und Gut und gaben davon allen, jedem so viel, wie er nötig hatte. Tag für Tag verharrten sie einmütig im Tempel, brachen in ihren Häusern das Brot und hielten miteinander Mahl in Freude und Einfalt des Herzens.

Sie lobten Gott und waren beim ganzen Volk beliebt. Und der Herr fügte täglich ihrer Gemeinschaft die hinzu, die gerettet werden sollten.

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Entsetzen ist was für Anfänger

Zum Tagestext am 18. April 2020, Markus 16,9-15

Eigentlich hört das Markusevangelium schon in Vers 8 mit dem Satz auf: „Da verließen sie das Grab und flohen; denn Schrecken und Entsetzen hatte sie gepackt.“

Die Frauen am Grab Jesu. Eine nervenaufreibende Sache, diese Auferstehung: wenn Gott sich im Leben bemerkbar macht, ruft das Entsetzen hervor, selbst wenn es um so etwas Systemrelevantes wie Auferstehung geht.

Apropos systemrelevant: Die Berichte der Frauen und Männer, dass Jesus lebe, dass sie ihn gesehen hätten usw., das war für diejenigen, die das hörten nicht glaubhaft, das passte nicht in ihr System. Maria und so – nicht relevant.

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„Es ist der Herr!“

Wir feiern an Ostern, dass der Gott-Mensch Jesus Christus von den Toten auferstanden ist. Jesus stirbt nicht mehr, Er lebt nun ewig und ist immer bei uns! Das bedeutet, dass nicht nur die Apostel, Jünger und noch viele andere damals, sondern auch wir heute dem Auferstandenen begegnen können.

Im Tagesevangelium wird die dritte Erscheinung des Auferstandenen am See von Tiberias beschrieben. Jesus offenbart sich Petrus, Johannes und einigen weiteren Jüngern mitten in ihrem alten Alltagsgeschehen, da sie das Fischerhandwerk in Galiläa wieder aufgenommen haben. Dorthin wollte Jesus ihnen ja vorausgehen. Nach einer erfolglosen Nacht, in der sie keine Fische gefangen hatten, stand Jesus am Morgen am Ufer. Doch sie erkannten Ihn zunächst nicht. Aber warum eigentlich?

 

Wie kann man den Auferstandenen denn erkennen?

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Seid ihr Zeugen dafür!

Impuls zum Evangelium am Donnerstag der Osteroktav (16. April 2020)

Ist aber Christus nicht auferweckt worden, dann ist unsere Verkündigung leer, leer auch euer Glaube (1 Kor 15,14). Mit diesem Satz betont der Apostel Paulus in seinem ersten Brief an die Gemeinde in Korinth, wie zentral die Frage der Auferstehung für den Glauben an die Botschaft Jesu Christi ist. Dass er sich mit der Frage der Auferstehung der Toten im Allgemeinen und mit der Auferstehung Christi im Besonderen auseinandersetzen musste zeigt, dass der Zweifel daran keinesfalls ein Phänomen der Neuzeit ist.

 

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Seht, der Stein ist weggerückt

Im Gotteslob gibt es ein neugeistliches Osterlied: GL 800

Seht der Stein ist weggerückt
nicht mehr wo er war

nichts ist mehr am alten Platz
nichts ist wo es war.

Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja

Seht das Grab ist nicht mehr Grab
tot ist nicht mehr tot

Ende ist nicht Ende mehr

nichts ist wie es war.

Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja

Seht der Herr erstand vom Tod
sucht ihn nicht mehr hier

geht mit ihm in alle Welt

er geht euch voraus.

Halleluja, Halleluja, Halleluja, Halleluja

Lothar Zenetti (1926−2019)


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