Altar, Jürgen Goertz

Der ALTAR ist ebenfalls beweglich. Trotzdem erscheint er als etwas Schweres, Ehrwürdiges, Schwerwiegendes. Dies wird nicht zuletzt durch die Metallkaschierung bewirkt. Außerdem hat das Kupfer durch die Behandlung Tiefenwirkung bekommen. Der Tisch ist die Mitte der Eucharistie feiernden Gemeinde. Durch seine achteckige Form erscheint er fast rund und nimmt die Rundung der Apsidenwand auf.



Kanzel, Jürgen Goertz

Das Medaillon an der KANZEL zeigt Fische und Hände, die ineinander verschlungen sind.

Der Fisch war in der Frühzeit des Christentums, vor allem in Zeiten der Verfolgung, das Symbol der Zugehörigkeit zur Gemeinschaft der Glaubenden. Auch Hände bedeuten Zugehörigkeit, Beziehung, Freundschaft.

Die Kanzel ist der Ort der Wortverkündigung.

Die Vielfalt des Wortes (angedeutet durch die Fische, die in verschiedene Richtungen schwimmen) soll zusammengehalten und versöhnt werden durch den einen Geist Jesu (die Hände der Freundschaft). Das Wort soll versöhnen, zusammenführen, einigen.



Tabernakel, Jürgen Goertz

Der TABERNAKEL, wie alle liturgischen Geräte des Chorraumes nicht fest verankert, sondern beweglich (Tabernakel heißt ja "Zelt" und nicht " Burg "), zeigt in einem Relief an der Oberseite das geopferte Lamm Gottes, das erdrückt wird von der Schuld der Welt. Die über den Fuß des Lammes gezogene, von einem Nagel durchbohrte Hand weist das Lamm als den gekreuzigten Jesus aus und schafft damit die innere Verbindung zwischen Kreuz und Tabernakel.

Das Lamm liegt auf dem "Buch mit den sieben Siegeln" :ein Motiv aus der Apokalypse (5,9): "Würdig bist du, das Buch zu nehmen und seine Siegel zu öffnen; denn du bist geschlachtet worden und hast mit deinem Blut jene für Gott erkauft, die da kommen aus allen Stämmen, Sprachen, Völkern und Geschlechtern! "

Der Kunststoff bringt hier bei der Lamm-Gottes-Darstellung sehr gut das Gehäutete, Gequälte, das Geopfert-Werden zum Ausdruck. Das Lamm ist ganz Leiden und Qual, ganz Hingabe für die Welt, für die Menschen.



Der Ewig-Licht-Pfeil, Jürgen Goertz

Der EWIG-LICHT-PFEIL weist unsere Gedanken "nach oben", doch der schwere Naturstein an der Kette holt sie sogleich wieder "herunter", ins Irdische, in die Endlichkeit und Begrenztheit unserer Existenz, ins Schwerefeld der Erde, auf der wir leben und die unsere zeitliche Heimat ist. Beide Bewegungen, die nach oben und die nach unten (optisch durch die Betonrille unterbrochen) machen christliches Leben aus.

Man kann im EWIG-LICHT-PFEIL auch so etwas wie ein Pendel sehen, eine Uhr: eine Mahnung, Zeit und Ewigkeit zu bedenken und inmitten des Irdischen das Jenseitige zu entdecken.



Das Kreuz, Jürgen Goertz

Das KREUZ stellt Abendmahl und Tod Jesu in einem dar. " Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird - das ist mein Blut, das für euch vergossen wird! " So sagt Jesus beim letzten Abendmahl, so tut Jesus am Karfreitag am Kreuz. Beides, Mahl und Tod, sind die zwei Seiten eines und desselben Vorgangs: der Hingabe Jesu für das Heil der Welt.

Der senkrechte und der waagerechte Kreuzesbalken, Symbol für die Begegnung von Himmel und Erde in Jesus Christus, treffen sich hier nicht erwartungsgemäß im mittleren Kreuzesschnittpunkt, sondern eröffnen einen dreieckigen Durchblick: die Möglichkeit, durch die Kreuzigung hindurch zu blicken ins Unendliche, Jenseitige, Unfaßbare, nur noch zu Glaubende. Die nicht angenagelten, Brot und Kelch umklammernden Christushände könnten im Betrachter den Wunsch wecken, das Kreuz "in Ordnung zu bringen" und die Hände, wie es sich gehört, anzunageln: Bitte! Hammer und Nägel liegen bereit! Bring das Kreuz in Ordnung ... und erfahre dabei, daß auch Du dabei warst, ja täglich dabei bist, die Menschen in Jesus und Jesus in den Menschen zu kreuzigen!

Der blutbefleckte Soldatenstiefel mit einer "Weltkugel" am Fuß des Kreuzes deutet eine Antwort an auf die Frage nach dem "Warum" des Kreuzestodes Jesu. Er starb, um Schuld zu sühnen, um Gott und Menschen zu versöhnen und Frieden zu stiften. Beim Propheten Jesaja (9,4) lesen wir: "Jeder dröhnend auftretende Stiefel, jeder blutbefleckte Soldatenmantel wird verbrannt und zu einer Beute des Feuers: denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn ist uns geschenkt; sein ist die Fülle der Herrschaft... der Friede nimmt kein Ende mehr." Der hier am Kreuz leidende und sterbende Gottesknecht ist der messianische Friedenskönig aller Menschen.

Das Auge in der Hand Jesu kann als Auge Gottes, als Auge der Gerechtigkeit, das mich anschaut und zur Antwort herausfordert, verstanden werden: Zeichen göttlicher Gegenwart, göttlicher Gerechtigkeit und Liebe, die die Schuld der Welt hinwegnimmt.



Maria mit dem Kind, (Taufbecken),Jürgen Goertz

Die Darstellung MARIA MIT DEM KIND auf dem Taufbecken ist dem Verständnis des Betrachters am schwersten zugänglich. Anders die "Fachleute" in Sachen Kunst. Eine Kunstzeitschrift schreibt darüber:

"..eine Madonna von Jürgen Goertz, die im Jahre 1975 geschaffen worden ist. Ihre Materialien sind Kunstharz, Metall, Holz, Zement, Glas und echtes Haar. Ihre Erscheinung ist die einer knieenden jungen Frau, der ein Kind auf dem Nacken sitzt. Nicht nur ist die Frau von einer sinnenhaften, überaus lebendigen Schönheit - Kleidung, Schmuck und Frisur verbinden sie mit den heutigen jungen Frauen. Ihre Haltung ist von einer unerwarteten Unbefangenheit. Nichts von der überkommenen Feierlichkeit, andererseits auch nichts von Frivolität. Nicht gemessen und erhaben, sondern von Gefühlen erfüllt,wie sie sich in vielen von uns regen..."

In dieser Darstellung soll nicht nur das "Marianische", sondern auch das "Allgemein-Mütterliche" ausgedrückt werden, das in der Kirche - wie in fast allen Religionen - eine große Rolle spielt. Auch dieses Kunstwerk kann transparent werden für allgemein-menschliche Erfahrungen und Werte, soll das Behütende und Bewahrende und Nährende und Bergende des Glaubens und des Lebens überhaupt zum Leuchten bringen



Maria mit Kind, Gisela Bär

Die Bronce-Plastik MARIA MIT KIND wurde unserer Kirche als Stiftung übereignet.


Sie ist ein Werk der Pforzheimer Bildhauerin Gisela Bär. Die Darstellung strahlt Ruhe, Andacht, Frömmigkeit aus. Sie lädt zur Besinnung ein, zum Nachdenken, zum Beten. Mutter und Kind scheinen uns einzuladen: "Kommt alle zu mir! " Die offenen Arme sind Zeichen der Erwartung, der Einladung, der Geborgenheit.