Orgel

Unser herzlicher Dank gilt allen, die für unsere Orgel gespendet oder in anderer Form dazu beigetragen und unterstützt haben!

Bereits im April 2007 beschlossen der Pfarrgemeinderat und der Stiftungsrat von St. Bernhard als Ersatz für die altgediente, aber defektanfällige elektrische Orgel, eine langlebige Pfeifenorgel anzuschaffen. Und zufällig – oder durch eine für unsere Gemeinde glückliche Fügung – hatte der zuständige erzbischöfliche Orgelinspektor, Bezirkskantor Matthias Kohlmann, in diesen Wochen gerade die Unterlagen über eine „gebrauchte“ Pfeifenorgel auf dem Tisch (eine andere Gemeinde hatte sich dafür interessiert, dann aber die Pläne fallen lassen). Es stellte sich schnell heraus, dass diese Orgel auch für St. Bernhard geeignet wäre. Sowohl die Größe der Orgel als auch der finanzielle Rahmen des Projekts waren passend. So nahm das Orgelprojekt binnen kürzester Zeit konkrete Formen an.


Die neue Kirchenorgel ist ein Serieninstrument der Firma Walcker aus den 60er Jahren mit 11 Registern. Die Orgel stand früher in der katholischen Pfarrkirche in Weil im Schönbuch (bei Böblingen). Sie wurde dort abgebaut, um einem Neubau Platz zu machen, und wurde zunächst – in ihre Einzelteile zerlegt und bei der Orgelbaufirma Lenter in Sachsenheim eingelagert. Dort wurde sie für unsere Gemeinde generalüberholt und anschließend neu aufgebaut. Die neue- alte Orgel, wurde genau nach den Anforderungen des Kirchenraumes neu konzipiert. Um die optische Wirkung der Orgel zu verbessern und die Klangabstrahlung zu optimieren, wurde das mittlere Element des zuvor gleichmäßig hohen Orgelprospekts nach oben hin etwas erweitert. Alle Pfeifen wurden neu intoniert, d.h. individuell für den Kirchenraum in St. Bernhard klanglich neu gestaltet.

Die Gesamtkosten des Orgelprojektes (einschließlich der General-überholung, das Einbringen in den Kirchenraum, die Farbgebung und Intonierung) betrugen ca. 50.000 Euro. Dies bedeutet gegenüber einer neu gebauten Orgel dieser Größe einen erheblichen finanziellen Vorteil, wodurch das Projekt für unsere Gemeinde überhaupt erst möglich wurde. Trotzdem ist die altbewährte Mechanik der Orgel auf alle Fälle eine Garantie für die Langlebigkeit über viele Jahrzehnte.

Die Finanzierung der Orgel ist wiefolgt realisiert worden: Die Hälfte der Kosten konnte durch verschiedene Zuschüsse (insbesondere durch die großzügige Unterstützung der Pfarrgemeinde St. Antonius) abgedeckt werden. Der Rest wurde durch Eigenmittel und durch Spenden der Gemeindemitglieder finanziert. Hierzu wurden mehrere Benefizkonzerte von verschiedenen Gruppen organisiert. Zusätzlich wurden noch einige Sonderkollekten und der Erlös des Pfarrfestes 2007 dafür verwendet.

Am Pfingstsonntag im Jahr 2009 schließlich wurde die Orgel von Regionaldekan Erwin Bertsch aus Karlsruhe im Auftrag von Erzbischof Dr. Robert Zollitsch im Rahmen eines festlich gestalteten Gottesdienstes neu geweiht. Pfarrer Johannes Mette brachte bei seiner Begrüßung die rote Farbe des Gehäuses mit dem Pfingstfest in Verbindung. Regionaldekan Erwin Bertsch betonte, dass die Vielfalt an Pfeifen des Instruments beim Spiel zu einem Klangkörper verschmelzen und bezog dies auf die Gemeinde, die in ihrer Unterschiedlichkeit zu einer Gemeinschaft in der Liturgie findet. Die Liturgie der Orgelweihe ging dem eigentlichen Gottesdienst voraus und der Orgelbaubaumeister Gerhard Lenter griff anschließend selbst als erster in die Tasten. Ein Projektchor mit Sängerinnen und Sängern aus Eutingen und Niefern unterstützt von einem Streicherensemble brachte ausdrucksstark unter der Leitung von Bernhard Kaburek die Missa brevis B- Dur von Wolfgang Amadeus Mozart zu Gehör. Am Ende des Gottesdienstes bedankte sich der stellv. Pfarrgemeinderatsvorsitzende Markus Clemens bei allen, die zum festlichen Ereignis beigetragen hatten und bei den Spendern, die dafür sorgten, dass dieses Instrument angeschafft werden konnten. Orgelbaumeister Gerhard Lenter erläuterte danach Einzelheiten des Instrumentes ein, das immerhin 710 Pfeifen zählt. 11 Register sind zu ziehen und die kleinste Pfeife zählt gerade einmal 7 Millimeter während die größte Holz- und Metallpfeife mit 2,40 Meter Länge schon beachtlich ist. Nach dem Schlusssegen und dem Dank von Pfarrer Johannes Mette konnten sich die Besucher bei einem Kirchenfrühstück austauschen.