Hl. Elisabeth von Thüringen (von Ungarn)

* 1207 in Sárospatak in Nordungarn

+ 17. November 1231 in Marburg

Attribute: Grafen-Krone, Rosen, Brot, Fische, Bettler

  •  Gedenktag: 19. November

Name bedeutet: Gott ist Fülle (hebr.)

 

Seit Ostern 1991 schmücken Majolika-Platten die Fassade neben dem Haupteingang des  St. Elisabethenhauses (Kindergarten St. Elisabeth - Pforzheim, Maximilianstraße 99), auf denen die Malerin Anina Gröger die Geschichte der hl. Elisabeth von Thüringen dargestellt hat.

 

 

 

 

 

 

Elisabeth entstammt einem edlen Herrschergeschlecht. Sie war die Tochter des Königs Andreas II. von Ungarn und Gertrud von Andechs. Im Frühsommer 1207 erblickt Elisabeth auf der nordungarischen Burg Sárospatak am Ufer der Bodrog das Licht der Welt. Als Elisabeth ein Jahr alt war, einigten sich ihr Vater und der mächtige thüringische Landgraf Hermann I. über die Heirat ihrer Kinder. Sie bekräftigten damit ihr Bündnis gegen König Philip von Schwaben.

 

Als Vierjährige wurde Elisabeth zur Erziehung „in deutsche Umgebung" nach „Thüringen" geschickt. Die Erziehung obliegt ihrer Schwiegermutter Sophie. Elisabeth wird zunächst mit dem ältesten Sohn des Landgrafen verlobt. Erst als dieser Landgrafsohn 1216 stirb, rückt sein 5 Jahre jüngerer Bruder Ludwig nach, der dann später Elisabeth auch heiratet. Elisabeth, die am Hofe durch Frömmigkeit, Schönheit und Sittsamkeit aufgefallen war, aber nun ohne Gemahl dastand, sollte nach Ungarn zurückgeschickt werden; aber inzwischen hatte sich Ludwig in sie verliebt, 1221 - Elisabeth war 14 Jahre alt - wurde die Hochzeit gefeiert. Es wird eine glückliche Ehe aus der schnell drei Kinder hervorgingen.

 

Als 1225 die ersten Franziskaner nach Eisenach kamen, übte deren Ideal befreiender Besitzlosigkeit großen Einfluss auf Elisabeth aus. Sie kümmerte sich um Bedürftige, besuchte Armenviertel; dies wurde trotz der Unterstützung, die Elisabeth von ihrem Mann erhielt, von der Familie mehr als skeptisch betrachtet. Ausführlich berichten die Legenden, wie sie unerschüttert den Verleumdungen und Vorwürfen ihrer Umgebung standhielt. Ihr Mann Ludwig trat dem Deutschen Orden bei und empfing von Konrad von Hildesheim das Kreuz, um am 5. Kreuzzug teilzunehmen. Er erkrankte dabei im italienischen Otranto, wurde - schon eingeschifft - in Brindisi wieder an Land gebracht und starb dort 1227 an einer Seuche.

 

Nach dem Tod ihres Mannes wurde Elisabeth von der Familie ihres Mannes von der Wartburg vertrieben bzw. ging freiwillig und führte bewusst ein Leben in Armut und mildtätiger Liebe zu den Armen. Mit ihrem Witwenvermögen errichtet sie in Marburg ein Spital und benannte es nach Franziskus. Sie arbeitete dort auch selbst als Pflegerin. Elisabeth lebte aus der Überzeugung, ganz arm sein zu wollen, ging von Tür zu Tür betteln und wollte öffentlich auf allen ihr juristisch zustehenden Reichtum verzichten. Elisabeth dürfte sich bei der Pflege mit einer Krankheit angesteckt haben. Sie starb mit 24 Jahren. Bereits vier Jahre nach ihrem Tod erfolgt ihre Heiligsprechung durch Papst Gregor IX. Der Deutsche Orden mit einem Verwaltungssitz in Marburg erweiterte ihr Spital und ließ 1235 - 1283 die ihr geweihte Kirche als ersten gotischen Bau in Deutschland errichten. 1236 erfogte die Erhebung ihrer Gebeine im Beisein Kaiser Friedrichs II. von Hohenstaufen. Wallfahrten zu ihrem Grab gehörten, durch Wunderheilungen sich ausbreitend, zu den berühmtesten des Mittelalters.

 

Philipp von Hessen ließ Elisabeths Reliquien 1539 im Zuge der Reformation aus dem Sarg entfernen, um die Verehrung zu beenden; ihr Kopf war aber schon vorher ins Elisabethinnen-Kloster nach Wien gekommen. Auch die Stadt Kosice - etwas nördlich ihres Geburtsortes, heute in der Slowakei gelegen - ist ein Zentrum ihres Kultes.

 

Elisabeth von Thüringen ist bis heute wegen ihrer Hilfsbereitschaft für Arme und Kranke sehr populär und Patronin von Thüringen und Hessen, des Deutschen Ordens, der Caritas, der Waisen und Witwen, unschuldig Verfolgten, Kranken, Notleidenden sowie der Bäcker und Spitzenklöpplerinnen.

 

Quelle:

Das Copyright © für das Ökumenische Heiligenlexikon liegt beim Autor, Joachim Schäfer in Stuttgart.
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https://www.heiligenlexikon.de/BiographienE/Elisabeth_von_Thueringen.htm

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