Schriftlesungen und Predigt am 5. Sonntag im Jahreskreis B 07.02.2021

Lesung aus dem Buch Ijob(Ijob 7,1-4.6-7)
Ist nicht Kriegsdienst des Menschen Leben auf der Erde? Sind nicht seine Tage die eines Tagelöhners? Wie ein Knecht ist er, der nach Schatten lechzt, wie ein Tagelöhner, der auf seinen Lohn wartet. So wurden Monde voll Enttäuschung mein Erbe und Nächte voller Mühsal teilte man mir zu. Lege ich mich nieder, sage ich: Wann darf ich aufstehn? Wird es Abend, bin ich gesättigt mit Unrast, bis es dämmert... Schneller als das Weberschiffchen eilen meine Tage, sie gehen zu Ende, ohne Hoffnung. Denk daran, dass mein Leben nur ein Hauch ist! Nie mehr schaut mein Auge Glück.

Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Korinth(1Kor 9,16-19.22-23)
Wenn ich nämlich das Evangelium verkünde, gebührt mir deswegen kein Ruhm; denn ein Zwang liegt auf mir. Weh mir, wenn ich das Evangelium nicht verkünde! Wäre es mein freier Entschluss, so erhielte ich Lohn. Wenn es mir aber nicht freisteht, so ist es ein Dienst, der mir anvertraut wurde. Was ist nun mein Lohn? Dass ich unentgeltlich verkünde und so das Evangelium bringe und keinen Gebrauch von meinem Anrecht aus dem Evangelium mache. Obwohl ich also von niemandem abhängig bin, habe ich mich für alle zum Sklaven gemacht, um möglichst viele zu gewinnen... Den Schwachen bin ich ein Schwacher geworden, um die Schwachen zu gewinnen. Allen bin ich alles geworden, um auf jeden Fall einige zu retten. Alles aber tue ich um des Evangeliums willen, um an seiner Verheißung teilzuhaben.


Aus der frohen Botschaft nach Markus(Mk 1,29-39)

Sie verließen sogleich die Synagoge und gingen zusammen mit Jakobus und Johannes in das Haus des Simon und Andreas. Die Schwiegermutter des Simon lag mit Fieber im Bett. Sie sprachen sogleich mit Jesus über sie und er ging zu ihr, fasste sie an der Hand und richtete sie auf. Da wich das Fieber von ihr und sie diente ihnen. Am Abend, als die Sonne untergegangen war, brachte man alle Kranken und Besessenen zu Jesus. Die ganze Stadt war vor der Haustür versammelt und er heilte viele, die an allen möglichen Krankheiten litten, und trieb viele Dämonen aus. Und er verbot den Dämonen zu sagen, dass sie wussten, wer er war. In aller Frühe, als es noch dunkel war, stand er auf und ging an einen einsamen Ort, um zu beten. Simon und seine Begleiter eilten ihm nach, und als sie ihn fanden, sagten sie zu ihm: Alle suchen dich. Er antwortete: Lasst uns anderswohin gehen, in die benachbarten Dörfer, damit ich auch dort verkünde; denn dazu bin ich gekommen. Und er zog durch ganz Galiläa, verkündete in ihren Synagogen und trieb die Dämonen aus.

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"Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein."

Sagte einst Albert Einstein. Und ich muss gestehen, dieses Zitat fällt mir immer ein, wenn biblische Bilder von Schafen und Hirten die kirchliche Wirklichkeit beschreiben wollen. Es will niemand im einsteinschen treudoofen Sinne ein Schaf sein.

 

Und dann auch noch immer dieses Mitleid… Jesus hat Mitleid mit dieser Masse an Schafen, wenn im Tagesevangelium erzählt wird, wie die Jünger und er nicht mal Zeit zum Essen fanden und sich daher zur Erholung an einem einsamen Ort ausruhen wollten. Doch „man sah sie abfahren und viele erfuhren davon; sie liefen zu Fuß aus allen Städten dorthin und kamen noch vor ihnen an. Als Jesus ausstieg, sah er die vielen Menschen und hatte Mitleid mit ihnen; denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und er lehrte sie lange.“ Mk 6,33-34.

Aber halt, es wird ja nicht gesagt, dass die Menschen Schafe sind, sondern, dass sie wie Schafe sind, die keinen Hirten haben.

Und sie sind ja tatsächlich in Gefahr, die Schafe, wenn sich der Hirte nicht um sie kümmert. An vielen Stellen wird es in der Bibel deutlich: der Hirte ist ein Kümmerer, im Einsatz für alle. Mit seinen Fähigkeiten gibt er der Herde das, was sie zum Überleben braucht.

Denn sie brauchen Nahrung, die Schafe, nicht nur 35 Stunden die Woche. Dazu laufen sie weite Strecken wofür die Beine gesund sein sollten. Gegen Klauenfäule wird ein guter Hirte die Klauen seiner Schafe schneiden und baden. Schafe sind ohne Schutzmaßnahmen vielen Raubtieren ausgeliefert. Die kleinen, die kranken, die verirrten – sie alle brauchen jemand, der nach ihnen sieht und zur Not auf die Suche nach ihnen geht. „Es ist kein Vorteil für die Herde, wenn der Schäfer ein Schaf ist“, sagte einst Goethe. Auch wenn sich die Widder eine Position in der Herde erkämpft haben, so nutzen sie diese für ihre Position gegenüber den Rivalen um die Auen, nicht, um die Herde anzuführen. Der Hirte hat den Überblick, was man von einer Schafherde nicht oft behaupten kann. Dort drängt sich alles zusammen, kuschelt, um das eigene Wohlbefinden und vor allem die Sicherheit zu behalten, auch wenn die Richtung vielleicht gar nicht gut ist.

Und dann gibt es die, die sich Hirten nennen, es aber nicht sind. Der Prophet Ezechiel beschreibt die Herrschenden, die nur sich selbst weiden und nicht die Herde, die das Volk auspressen und allein lassen. Deshalb ist der richtige Hirte Gott selbst (Ez 34,11): Siehe, ich selbst bin es, ich will nach meinen Schafen fragen und mich um sie kümmern.

 

Kein Wunder, dass die Schaf- und Hirtenbilder zahlreich und vielsagend in der Bibel dargestellt sind. Es gibt eben Analogien.

 

Aber, das unterscheidet uns von den Schafen: wir brauchen mehr als Nahrung und Schutz vor Wölfen. Wir brauchen auch mehr als körperliche Gesundheit, auch wenn sich im Moment alles um Viren dreht, die keiner haben mag.

Wir brauchen einen Ort, an dem wir aufatmen können, an dem wir unseren Blick erheben können und Hoffnung Raum gewinnen kann. Wir brauchen eine Aussicht auf unserer Suche nach Heil. Die Welt ist größer. Und es ist noch mehr da als diese Welt. Der weite offene Himmel über uns; unendlich weit, aber wir sind nicht verloren. Und wir brauchen es, immer wieder einmal, für einige Momente zu vergessen, wohin die Herde uns treiben will. Wir sind schließlich mehr als ein "tadelloses Mitglied."

Zum 6.Februar 2021, Tobias Gfell

tobias.gfell@kath-pf.de

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Gedanken zum Tagesevangelium: Markus 6,14-29

Die Botschaft von Jesus breitet sich aus. Wer ist dieser Mann aus Nazareth? Ist etwa Johannes der Täufer auferstanden und legt sich neu mächtig ins Zeug? Fragen über Fragen. Mit Jesus kommt Schuld ans Licht. Herodes wird von seinem Gewissen geplagt, und plötzlich ist diese alte Geschichte wieder präsent. Er scheint zu spüren, dass dieses Kapitel seines Lebens, das durch den Namen Johannes gekennzeichnet war, durch den Tod des Täufers keineswegs zu Ende ist. Er weiß noch nicht, dass jetzt der Andere da ist, auf den das Wirken des Täufers von Anfang an bezogen war.

Johannes verkündet die Nähe der Herrschaft Gottes – in Jesus wird sie kommen. Darum muss alles nach Gottes Willen und Gebot gehen – Umkehr ist angesagt. Johannes macht auch vor Fürsten nicht halt und stellt sie zur Rede. Das ist sein Todesurteil. Zunächst wird er kaltgestellt und kommt in Haft. Die unrechtmäßige Frau des Herodes nützt die Gunst der Stunde. Der Fürst bemerkt den teuflischen Plan zu spät und bringt nicht den Mut auf, sich dagegenzustellen. Bedenken kommen. Er will sein Gesicht nicht verlieren. Die Folgen der Schuld münden in diesem schrecklichen Bild mit dem kaum fassbaren Kontrast: die Schöne, an der sich die Männer eben noch erhitzt haben, wird von der eigenen Mutter missbraucht und zum Biest. Sie streckt ihre Hände aus zum Empfang des eingeforderten Verbrechens. Eine Perversion von Leben.

Jesus ist entsetzt, zieht sich zurück und trauert um seinen Getreuen. Später wird er wie sein Vorläufer hingerichtet und ermordet - nicht durch das Schwert, sondern durch das Kreuz. Auch daran erinnert der heutige Freitag. Doch das ist eine andere Geschichte.

Michael Dederichs

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Steh auf! Bewege dich…

So ist es heute im Tagesevangelium bei Markus zu lesen. An diesem Satz bleibe ich hängen. Spontan stehe ich erst mal auf vom Schreibtisch, gehe eine Runde raus um die Kirche. Und wie ich so die frische Luft einatme, kommt mir auch gleich ein Lied in den Kopf, das mir für den Rest des Tages zum Ohrwurm wird: Steh auf – bewege dich!

 

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„Wie wunderbar habe ich Dich gemacht!“

Diesen Satz habe ich am Samstag während einer Meditation Gott zu mir innerlich sprechen hören. Er ist mir ganz nah, wie ein Freund mit gegenüber, weil er mir etwas Wichtiges von Angesicht zu Angesicht zu sagen hat.

 

„Es ist mir eine große Freude, Dich zu sehen, so wie Du bist!“

 

Und wie er es so zu mir sagt, kann ich mich auf einmal so sehen, mich so wahrnehmen. Ich bin mit mir und meinem Leben reich beschenkt!!!

 

Es kommt nicht darauf an, wie ich aussehe, was ich kann, was ich gut oder schlecht gemacht habe. Ich bin sehr gut!

 

Mein ganzer Körper ist erfüllt mit Glück.

 

Gott sagt: „Ich liebe Dich, ich möchte Dich umarmen.“

 

Ich brauche mir keine Sorgen mehr machen, kein Stress mehr – ich bin befreit von all dem. Ich bin erfüllt von Gott, von seiner Liebe, von seinem Glück, von seinem Heil.

Gott möchte uns allen das sagen: „Wie wunderbar habe ich Dich gemacht. Schau Dich an. Ich liebe Dich. Du bist mein Glück.“

Das sagt er zu jedem Menschen, auch unserem Gegenüber.

 

Zwei Tage später hört sich das schon anders an, aber trotzdem kann ich davon zehren, mich immer wieder daran erinnern. Außerdem versuche ich mich daran zu erinnern, dass Gott dies zu jedem Menschen sagt. Daran will ich in der Begegnung mit anderen Menschen zuerst denken und nicht, was mich an ihnen stört.

Ich lade Sie ein, die fett gedruckten Sätze sich selbst laut zu sagen und sich von Gott umarmen und von seiner Liebe erfüllen zu lassen.

 

Markus Schütz, Pastoralreferent in Pforzheim

Tel.: 07231-4557868 oder markus.schuetz@kath-pforzheim.de

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Fest der Begegnung des Herrn!

Fotoquelle: www.Pixabay.com
Fotoquelle: www.Pixabay.com

Tagesimpuls für Dienstag, den 2. Februar 2021

Das Zeugnis des Simeon und der Hanna über Jesus (siehe Lk 2,22-40) ist der Ausgangspunkt für das heutige Fest „Darstellung des Herrn im Tempel“, das die Kirche 40 Tage nach Christi Geburt feiert.

Es wird vielerorts auch „Mariä Lichtmess“ genannt, da in den Gottesdiensten alle Kerzen, die in der Kirche für das Jahr benötigt werden, gesegnet werden und auch Gläubige ihre Kerzen mitbringen und segnen lassen können.

Jesus kommt am heutigen Festtag in Sein Eigentum, er wird von Maria und Josef nach dem Gesetz des Moses in den Tempel von Jerusalem gebracht, um als „männliche Erstgeburt“ dem Herrn geweiht zu werden.

Maria, die Mutter Jesu, übergibt zur „Reinigung“ (Frauen galten nach dem Gesetz 40 Tage nach der Geburt eines Jungen als unrein) dem Priester ein Paar Turteltauben.

Wie in der Ostkirche können auch wir dieses Ereignis als ein Fest der Begegnung des Herrn verstehen!

Das Jesuskind kommt als der Messias in Seinen Tempel und begegnet zeichenhaft in Simeon und Hanna dem Gottesvolk des Alten Bundes!

Doch Jesus will auch uns als „das Licht zur Erleuchtung der Heiden“ begegnen, um uns in unserer dunklen Zeit Hoffnung und Zukunft, ja Leben in Fülle zu schenken!

Durch die Taufe gehören auch wir zum neuen Gottesvolk und können uns Simeons Freudenausruf (vgl. Lk 22,29-32), das zum Nachtgebet der Kirche wurde, zu eigen machen.

Wenn wir immer durchlässiger für Jesus als dem Licht der Welt werden, dann können die Worte von Pater Alfred Delp, der einst am Fest Mariä Lichtmess 1945 von NS-Schergen hingerichtet worden ist, auch zu unserem Lebensprogramm werden. Er sagte:

„Wenn durch einen Menschen ein wenig mehr Liebe und Güte, ein wenig mehr Licht und Wahrheit in der Welt war, dann hat sein Leben einen Sinn gehabt!“

  • Bin ich wie Simeon und Hanna bereit, dem Jesuskind heute ganz neu als meinem Retter und Erlöser zu begegnen?
  • Lasse ich mich von Seiner Liebe anstecken, um selbst Feuer und Flamme für Gott und meinem Nächsten zu werden?
  • Trage ich Gottes Licht in die Welt?

In diesem Sinne wünsche ich uns allen eine tiefe und persönliche Christusbegegnung, damit auch wir den heutigen Festtag als einen Tag der Begegnung mit unserem Herrn erleben und feiern dürfen!

Ihre Ilona Sgrò, Gemeindereferentin

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Mein Bittgebet sei ein Räucheropfer

Immer wieder erlebe ich Diskussionen, wenn die Ministranten im Gottesdienst das Weihrauchfass geschwungen haben. „Mir wird schlecht!“ „Ich bekomme Kopfschmerzen“ sind so einige Bemerkungen. Die gleichen Menschen sprühen sich aber mit den neuesten Parfümkreationen ein, die Wäsche duftet nach Meeresbrise, diverse Duftkerzen, Aromaöle in Duftspendern und vieles mehr findet sich ohne Klagen dagegen zu Hause.

Riecht Weihrauch zu sehr nach Gott oder Kirche? Oder was erklärt diese unterschiedliche Wahrnehmung?

Ich gebe zu, ich mag den richtigen, den echten Weihrauch sehr. Wenn er im Gottesdienst verwendet wird, macht er irgendwie den Kopf frei. Die Gerüche und Gedanken des Alltags scheinen mit den Wolken des Rauches zu verschwinden und ich kann mich auf den Gottesdienst konzentrieren. Vielleicht haben dies auch die Menschen gespürt, wenn es in der Bibel heisst: „Mein Bittgebet sei ein Räucheropfer vor deinem Angesicht, ein Abendopfer das Erheben meiner Hände.“ (Psalm 141, 2).

Wenn sie mehr über den Weihrauch wissen wollen, dann schauen sie mal unter diesem Link http://incens.michael-pfeifer.de/ nach. Da findet sich noch einiges zu diesem Thema. Unter anderem auch dieses Gebet:

Großer und Allerhöchster Gott! Du wohnst in unzugänglichem Lichte.
Du hast das All in Weisheit geschaffen und das Licht von der Finsternis geschieden.
Du hast die Sonne zur Herrschaft über den Tag gesetzt, den Mond aber und die Sterne über die Nacht. Auch als Sünder dürfen wir in dieser Stunde mit unserem Bekenntnis vor dein Angesicht treten und dir das Abendlob darbringen.
Menschenliebender Gott, lass unser Gebet zu dir aufsteigen wie Weihrauch, und nimm es an als duftenden Wohlgeruch.
Gewähre uns einen friedlichen Abend und eine gute Nacht.
Darum bitten wir dich, und senden dir Lobpreis empor, dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, jetzt und allezeit und von Ewigkeit zu Ewigkeit.

(Nach der byzantinischen Vesper)

Thomas Ruland, Gemeindereferent Kirchengemeinde Pforzheim

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Lesungen und Impuls am Sonntag (4. Sonntag im Jahreskreis B 31.01.2021)

Lesung aus dem Buch Deuteronomium (Dtn 18,15-20)

Einen Propheten wie mich wird dir der HERR, dein Gott, aus deiner Mitte, unter deinen Brüdern, erstehen lassen. Auf ihn sollt ihr hören. Der HERR wird ihn als Erfüllung von allem erstehen lassen, worum du am Horeb, am Tag der Versammlung, den HERRN, deinen Gott, gebeten hast, als du sagtest: Ich kann die donnernde Stimme des HERRN, meines Gottes, nicht noch einmal hören und dieses große Feuer nicht noch einmal sehen, ohne dass ich sterbe. Damals sagte der HERR zu mir: Was sie von dir verlangen, ist recht. Einen Propheten wie dich will ich ihnen mitten unter ihren Brüdern erstehen lassen. Ich will ihm meine Worte in den Mund legen und er wird ihnen alles sagen, was ich ihm gebiete. Den aber, der nicht auf meine Worte hört, die der Prophet in meinem Namen verkünden wird, ziehe ich selbst zur Rechenschaft. Doch ein Prophet, der sich anmaßt, in meinem Namen ein Wort zu verkünden, dessen Verkündigung ich ihm nicht geboten habe, oder der im Namen anderer Götter spricht, ein solcher Prophet soll sterben.

Aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Korinth (1Kor 7,32-35)

Ich wünschte aber, ihr wäret ohne Sorgen. Der Unverheiratete sorgt sich um die Sache des Herrn; er will dem Herrn gefallen. Der Verheiratete sorgt sich um die Dinge der Welt; er will seiner Frau gefallen. So ist er geteilt. Die unverheiratete Frau aber und die Jungfrau sorgen sich um die Sache des Herrn, um heilig zu sein an Leib und Geist. Die Verheiratete sorgt sich um die Dinge der Welt; sie will ihrem Mann gefallen. Dies sage ich zu eurem Nutzen: nicht um euch eine Fessel anzulegen, vielmehr, damit ihr euch in rechter Weise und ungestört immer an den Herrn haltet.


Aus der frohen Botschaft nach Markus (Mk 1,21-28)

Sie kamen nach Kafarnaum. Am folgenden Sabbat ging er in die Synagoge und lehrte. Und die Menschen waren voll Staunen über seine Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat, nicht wie die Schriftgelehrten.

In ihrer Synagoge war ein Mensch, der von einem unreinen Geist besessen war. Der begann zu schreien. Was haben wir mit dir zu tun, Jesus von Nazaret? Bist du gekommen, um uns ins Verderben zu stürzen? Ich weiß, wer du bist: der

Heilige Gottes. Da drohte ihm Jesus: Schweig und verlass ihn!

Der unreine Geist zerrte den Mann hin und her und verließ ihn mit lautem Geschrei. Da erschraken alle

und einer fragte den andern: Was ist das? Eine neue Lehre mit Vollmacht: Sogar die unreinen Geister gehorchen seinem Befehl. Und sein Ruf verbreitete sich rasch im ganzen Gebiet von Galiläa.

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Auf den zweiten Blick

Wenn man sich etwas mit christlicher Ikonographie auskennt, dann erkennt man sofort: Mittelalterliche Buchmalerei, Stillung des Sturmes auf dem See Gennesaret:

 

Die Jünger, die mit Jesus in der Nacht auf dem See Gennesaret unterwegs sind, geraten in einen Sturm. Sie bekommen es mit der Angst zu tun. Und mittendrin Jesus: er schläft. Als die Jünger ihn aufwecken, tadelt er ihren Kleinglauben und gebietet dem Sturm Einhalt. (Mk 4, 35-41)

 

Erst beim zweiten Blick auf dieses Bild, das vor etwa 1000 Jahren von einem Mönch der Insel Reichenau in das Hitda-Evangeliar gemalt wurde, fällt einem das Besondere auf:

 

Der Künstler hat die aufgewühlte, bedrohliche See gar nicht dargestellt. Sie kommt gar nicht vor. Vielmehr überrascht das Boot – es ist ein Seeungeheuer. Die eigentliche Gefahr geht also nicht von den Naturgewalten aus. Die Natur ist wie sie ist, schenkt und nimmt Leben

.

 

Die Bedrohung, der Dämon, das ist die Art und Weise, wie wir mit den Unwägbarkeiten des Lebens umgehen. Das Problem, das den Rahmen sprengt, ist die Angst in uns, dass wir auf uns allein gestellt sind, dass Gott nicht existiert und es keinen Halt und keine Orientierung gibt.

So wie die Jünger ganz unterschiedliche Charaktere und Typen sind, so zeigt sich diese Angst auf unterschiedliche Weise: als blinder Aktionismus, als apathische Resignation, im Nichtwahrhabenwollen des Offensichtlichen oder in einem übersteigerten Sicherheitsbedürfnis.

Aber die Jünger sind nicht allein. Sie haben Jesus mit im Boot. Ganz nah. Ansprechbar. Um ihres "Kleinglaubens" willen bringt er zur Ruhe, was ihnen panische oder lähmende Angst macht. Sein Schlaf und sein beeindruckendes Aufstehen gegen den Sturm sind ein Angebot des Vertrauens: Vertraut euch dem Auf und Ab des Lebens an, den hellen und den dunklen Zeiten. Vertraut der Liebe Gottes, die größer ist als die Launen der Natur.

Gerade in Zeiten wie diesen, in denen wir ganz beklemmend die Unwägbarkeiten des Lebens zu spüren bekommen, kann ein zweiter Blick die mutmachende Botschaft eröffnen.

Georg Hauser, kath. Schuldekan

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Streiflicht

Gedanken zu Markus 4,26-34


Im Evangelium spricht Jesus von einem, der seine Saatkörner auf dem Feld ausbringt. Tag für Tag legt er sich des Abends schlafen und steht am nächsten Morgen wieder auf – und siehe da: „es keimt und sprosst“ (Mk 4,27). „Die Erde“, so sagt es Jesus, „bringt von selbst ihre Frucht.“ (Mk 4,28). Automatē steht hier im griechischen Originaltext: von selbst, automatisch, ohne das Zutun des Sämanns. Es ist wie in der Schöpfungsgeschichte: „Es wurde Abend und es wurde Morgen“ (Gen 1,5ff; vgl. Mk 4,27) – ein neuer Tag. Gott schafft und alles ist gut. Der Säende weiß: er hat das Seinige getan, nun müssen andere Kräfte wirken.

Wie der Sämann im Gleichnis Jesu müssen Menschen nur das Ihrige tun, mehr nicht. Gott braucht keine Übermenschen und schon gar keine Überchristen. Handle so, als ob alles von dir abhinge. Und vertraue so auf Gott, als ob alles von ihm abhängt. Im ersten bin ich, bis zum Beweis des Gegenteils, schon recht gut, im zweiten kann ich durchaus noch ein wenig wachsen.

Das Gleichnis von der selbstwachsenden Saat ist also eine gute Nachricht für alle Sämänner und Säfrauen des Evangeliums. Denn wie oft erscheint ihr Tun ihnen selbst als eine vergebliche Liebesmüh? Auch in Coronazeiten gilt: Wer beim Wesentlichen bleibt, bei der Reich-Gottes-Sorge um das umfassende Heil seines Nächsten, darf sich darauf verlassen, dass Gott selbst sich schon um die Details kümmern wird - nur tut er es möglicherweise ein wenig anders.

Michael Dederichs





Fenster in der St. Antoniuskirche von Franz Dewald (1911-1990)

Michael Dederichs, Prister

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IMPULS ZUR LESUNG AM 28. JANUAR 2021 (GEDENKTAG DES HEILIGEN THOMAS VON AQUIN)

Ich liebte die Weisheit mehr als Gesundheit und Schönheit (Weish 7, 7-10.15-16)

7 Ich betete, und es wurde mir Klugheit gegeben; ich flehte, und der Geist der Weisheit kam zu mir.

8 Ich zog sie Zeptern und Thronen vor, Reichtum achtete ich für nichts im Vergleich mit ihr.

9 Keinen Edelstein stellte ich ihr gleich; denn alles Gold erscheint neben ihr wie ein wenig Sand, und Silber gilt ihr gegenüber so viel wie Lehm.

10 Ich liebte sie mehr als Gesundheit und Schönheit und zog ihren Besitz dem Lichte vor; denn niemals erlischt der Glanz, der von ihr ausstrahlt.

15 Mir aber gewähre Gott, nach meiner Einsicht zu sprechen und zu denken, wie die empfan- genen Gaben es wert sind; denn er ist der Führer der Weisheit und hält die Weisen auf dem rechten Weg.

16 Wir und unsere Worte sind in seiner Hand, auch alle Klugheit und praktische Erfahrung.

 

Unter Weisheit verstehen wir heute primär theoretisches, intellektuelles Wissen, Denken und Er- kennen und theoretische Vernunft. Weisheit wird als ein Instrument verstanden, die Ordnung der Welt rational in den Griff zu bekommen und beherrschen zu können.

In der Weisheitsliteratur der Bibel, zu der neben dem Buch der Weisheit die Bücher Ijob, Sprüche, Kohelet, Jesus Sirach, Tobit und Teile der Psalmen gezählt werden, findet sich jedoch ein anderes Verständnis von Weisheit. Lebenserfahrung, naturkundliches Wissen, handwerkliche, juristische oder politische Kenntnisse (vgl. V. 16) bilden zwar die Grundlage, zur Weisheit werden sie aber nur bei dem Menschen, der gut damit umzugehen weiß. Grundlage einer reflektierten Weisheit in die- sem Sinne ist die Gottesfurcht, d.h. das Wissen und die Einsicht in die Begrenztheit des Menschen, das Vertrauen auf die Macht Gottes und ein Verhalten, das seinen Geboten entspricht. Diese Weis- heit kann man nicht selbst erschaffen, sondern nur von Gott erbitten (vgl. V. 7); zugleich ist sie allen anderen Gaben vorzuziehe

n (vgl. VV. 8-10).

 

Mit dieser Vorstellung von Weisheit unterscheidet sich die jüdische Weisheitsliteratur von anderen Weisheitslehren, z.B. denen der klassischen griechischen Philosophie. Andererseits ist das Buch der Weisheit, das vermutlich um die Zeitenwende oder im ersten Jahrhundert nach Christus in der jüdischen Diaspora in Alexandria inmitten einer hellenistisch geprägten Umwelt entstanden ist, ein interessantes Beispiel für die Verbindung zwischen griechischer Gedankenwelt und biblischer Tradition. Deshalb passt der Lesungstext auch so gut zum heutigen Gedenktag für den Heiligen Thomas von Aquin.

Thomas von Aquin, geboren am Beginn des Jahres 1225 auf Schloss Roccasecca bei Aquino, gestorben am 7. März 1274 im Kloster Fossanova, war ein italienischer Dominikanermönch, ein bedeuten- der Philosoph und Theologe und einer der wichtigsten Kirchenlehrer. Er hinterließ ein sehr umfangreiches Werk, das das theologische Denken bis heute wesentlich beeinflusst. Sein bleibendes Verdienst ist es, den scheinbaren Widerspruch zwischen der Philosophie des Aristoteles, die von der Erfahrungswelt und der darauf aufbauenden Erkenntnis ausgeht, und dem von Augustinus vertre- tenen Prinzips der Gotteserkenntnis durch Glauben aufgehoben zu haben. Er argumentierte, dass das Licht der Vernunft und das Licht des Glaubens beide von Gott kämen und daher einander nicht widersprechen könnten.

Von Aristoteles hat Thomas von Aquin die Unterscheidung zwischen der Substanz, d.h. dem eigent- lichen und unveränderlichen Seienden, und den sogenannten Akzidenzien, den veränderlichen Ei- genschaften wie Anzahl, Größe, Verhältnis zueinander usw. übernommen. Diese Gedanken überträgt er auf das Geschehen in der Eucharistie: Bei der Wandlung bleiben die äußerlichen Eigenschaften (Akzidenzien) von Brot und Wein, wie z.B. die chemische Zusammensetzung, dieselben, wäh- rend sich das eigentlich Seiende (Substanz) in den Leib und das Blut des auferstandenen Christus verwandelt. Das bedeutet aber auch, dass ich das wahre Geschehen bei der Eucharistie niemals erfassen kann, wenn ich an dem Äußerlichen „hängenbleibe“.

Thomas von Aquin hat nicht nur umfangreiche philosophische Schriften verfasst, sondern auch den Hymnus Adoro te devote. In der deutschen Übertragung von P. Steiner (Gotteslob Nr. 497) heißt es in der zweiten Strophe:

Augen, Mund und Hände täuschen sich in dir,
doch des Wortes Botschaft offenbart dich mir.
Was Gott Sohn gesprochen, nehm ich glaubend an;
er ist selbst die Wahrheit, die nicht trügen kann.

Das wahre Geheimnis der Eucharistie können wir zwar nie vollständig erfassen, aber nur im Glau- ben, nicht aber im „Begreifen“, können wir uns ihm nähern.

Unter den aktuellen Bedingungen der Pandemie sind wir alle aufgerufen, unsere Kontakte zu be- schränken. Präsenzgottesdienste und insbesondere der Kommunionempfang wegen der damit verbundenen körperlichen Nähe sind mit schwer abschätzbaren Ansteckungsrisiken verbunden. Wer deshalb auf den Empfang der Kommunion und die Teilnahme an Präsenzgottesdiensten verzichtet, empfindet dies vielleicht zunächst als einen herben Verlust. Im Lichte der Gedanken des Thomas von Aquin betrachtet erkennen wir aber, dass eine rein geistliche, schauende Kommunion auch die Chance bietet, ganz neu und ohne Ablenkung von Äußerlichkeiten zu erfahren, was die Worte Jesu Christi Dies ist mein Leib, dies ist mein Blut und Tut dies zu meinem Gedächtnis bedeuten.

Stephan Rist, Ständiger Diakon in der Seelsorgeeinheit Pforzheim

stephan.rist@gmx.de, Telefon 07231 468556

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Tagesimpuls am Mittwoch

„Ein andermal lehrte Jesus wieder am Ufer des Sees und sehr viele Menschen versammelten sich um ihn. Er stieg deshalb in ein Boot auf dem See und setzte sich; die Leute aber standen am Ufer. Und er sprach lange zu ihnen und lehrte sie in Form von Gleichnissen. Bei dieser Belehrung sagte er zu ihnen: Hört! Ein Sämann ging aufs Feld, um zu säen. Als er säte, fiel ein Teil der Körner auf den Weg und die Vögel kamen und fraßen sie. Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden, wo es nur wenig Erde gab, und ging sofort auf, weil das Erdreich nicht tief war; als aber die Sonne hochstieg, wurde die Saat versengt und verdorrte, weil sie keine Wurzeln hatte. Wieder ein anderer Teil fiel in die Dornen und die Dornen wuchsen und erstickten die Saat und sie brachte keine Frucht. Ein anderer Teil schließlich fiel auf guten Boden und brachte Frucht; die Saat ging auf und wuchs empor und trug dreißigfach, ja sechzigfach und hundertfach. Und Jesus sprach: Wer Ohren hat zum Hören, der höre! Als er mit seinen Begleitern und den Zwölf allein war, fragten sie ihn nach dem Sinn seiner Gleichnisse. Da sagte er zu ihnen: Euch ist das Geheimnis des Reiches Gottes anvertraut; denen aber, die draußen sind, wird alles in Gleichnissen gesagt; denn sehen sollen sie, sehen, aber nicht erkennen; hören sollen sie, hören, aber nicht verstehen, damit sie sich nicht bekehren und ihnen nicht vergeben wird. Und er sagte zu ihnen: Wenn ihr schon dieses Gleichnis nicht versteht, wie wollt ihr dann all die anderen Gleichnisse verstehen? Der Sämann sät das Wort. Auf den Weg fällt das Wort bei denen, die es zwar hören, aber sofort kommt der Satan und nimmt das Wort weg, das in sie gesät wurde. Ähnlich ist es bei den Menschen, bei denen das Wort auf felsigen Boden fällt: Sobald sie es hören, nehmen sie es freudig auf; aber sie haben keine Wurzeln, sondern sind unbeständig, und wenn sie dann um des Wortes willen bedrängt oder verfolgt werden, kommen sie sofort zu Fall. Bei anderen fällt das Wort in die Dornen: sie hören es zwar, aber die Sorgen der Welt, der trügerische Reichtum und die Gier nach all den anderen Dingen machen sich breit und ersticken es und es bringt keine Frucht. Auf guten Boden ist das Wort bei denen gesät, die es hören und aufnehmen und Frucht bringen, dreißigfach, ja sechzigfach und hundertfach.“ (Mk 4,1-20)

Um eine Botschaft zu vermitteln oder um etwas zu verdeutlichen, benutzen wir gerne Vergleiche, Bilder oder Symbole. Auch Jesus tut das. Um die Botschaft vom Reich Gottes zu verkünden und den Menschen nahe zu bringen, verwendet er Gleichnisse. Doch diese sind nicht immer leicht zu verstehen, zumindest nicht auf Anhieb. Mit dem Gleichnis vom Sämann haben auch die Jünger ihre Mühe, es richtig zu verstehen. Daher belehrt Jesus sie nochmal eindringlicher und benutzt dabei weitere Vergleiche und Bilder, damit seine Botschaft deutlich wird. Bei diesem Gleichnis aus dem heutigen Tagesevangelium stechen für mich drei Begriffe hervor: Sämann, Samen, Boden.

Da ist zunächst der Samen. Ohne ihn kann nichts zum Blühen und Wachsen kommen. Er steht für das aufkeimende Leben, für Neuanfang. Nach der Deutung Jesu ist der Samen das Wort Gottes. Dieses steht am Anfang. Es will im Leben der Menschen ankommen und darin neues, fruchtbares Leben bewirken. Gottes Wort ist gleichsam der Samen für unser christliches Leben. Es will zu uns sprechen und in uns aufblühen. Ohne Samen keine Frucht, ohne Wort Gottes kein Glaube, kein Christsein.

Inwieweit dieser Same in unserem Leben aufgehen kann, liegt schließlich an dem Boden, auf den er fällt. Wir sind mit unserem Leben gleichsam der Boden für den Samen, d.h. wir sind Empfänger des Wortes, das Gott immer wieder zu uns spricht. Wie reagieren wir darauf? Sicher unterschiedlich: Mal so, dass Gottes Wort unberücksichtigt bleibt und daher keine Wurzeln in unserem Leben schlagen kann. Und mal so, dass es wirklich auf offene Ohren und Herzen trifft, und damit sich in unserem Leben gut einpflanzen und hinterher reiche Frucht bringen kann, in Form von guten Werken.

Bei allem braucht es aber den Sämann. Dieser streut den Samen aus, damit er überhaupt an seinem Ziel, am Boden, im Leben der Menschen ankommen kann. Jesus selbst ist der Verkünder des Wortes Gottes. Und wenn es Gehör findet, ja wenn es auf guten Boden bei uns fällt, dann werden auch wir zu Sämännern. Darin liegt letztlich unser Auftrag als Christen. Nicht nur Boden für Gottes Wort zu sein, sondern auch Gottes Wort zu verkünden; den Samen, der uns geschenkt ist und Gutes in unserem Leben bewirkt, anderen weiterzugeben. So kann der Samen auch im Leben anderer Menschen aufgehen und Frucht bringen.

So wünsche ich uns, dass wir immer wieder den Wert des Samens, des Wortes Gottes erfahren, guter und aufnahmebereiter Boden dafür sind, und als eifrige Sämänner das Geschenk des Samens weiter streuen!

Thomas Stricker, Kaplan

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Über die wahre Familie Jesu (Markus 3,31-35)

Da kamen seine Mutter und seine Brüder; sie blieben draußen stehen und ließen ihn herausrufen. Es saßen viele Leute um ihn herum und man sagte zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und suchen dich. Er erwiderte: Wer ist meine Mutter und wer sind meine Brüder? Und er blickte auf die Menschen, die im Kreis um ihn herumsaßen, und sagte: Das hier sind meine Mutter und meine Brüder. Wer den Willen Gottes tut, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.

Im Religionsunterricht thematisieren wir das gerne: Wenn wir Gott unseren Vater nennen, dann sind wir – logischer weise – alle seine Kinder. Wenn wir aber alle „einen Vater“ haben, dann sind wir alle Geschwister.


Das ist immer ein schöner Moment. Dann verändert sich im Unterricht etwas. Plötzlich sind da nicht mehr Schüler und Lehrer, sondern Bruder und Schwester. Irgendwie fühlt man sich als Familie viel enger verbunden.

Das versuche ich mir im Alltag auch immer deutlich zu machen. Wir sind vor Gott eine Familie. Der Mensch, der mir gerade begegnet, geht mich natürlich etwas an. Da trennt uns keine Augenfarbe, keine Haarlänge, kein Herkunftsland, ...

Wir sind miteinander verbunden und füreinander verantwortlich. Wäre das nicht schön, wenn wir als große Familie in dieser Welt leben könnten?

Mit diesem „Traum“ wünsche ich Ihnen einen schönen Tag.

Ihre Schwester Barbara Ulmer

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Post tenebras spero lucem … (nach der Dunkelheit sehne ich das Licht herbei)

 

Dunkle Wolken türmen sich

Kein Licht in Sicht, Trostlosigkeit macht sich breit

Düstere Tage ohne Aussicht auf Änderung

Die Hoffnung ist nur noch ein glimmender Docht

Meine Seele ist verzagt

 

Doch plötzlich öffnen sich die Wolken

Das Blaue vom Himmel bricht durch

Licht dring in mein Herz

Hoffnung keimt auf und breitet sich aus

Meine Seele wird hell

 

 

Josef Fodor

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Lesungen und Impuls am Sonntag (3. Sonntag im Jahreskreis B 24.01.2021)

Lesung aus dem Buch Jona (Jona 3,1-5.10)

Das Wort des HERRN erging zum zweiten Mal an Jona: Mach dich auf den Weg und geh nach Ninive, der großen Stadt, und rufe ihr all das zu, was ich dir sagen werde! Jona machte sich auf den Weg und ging nach Ninive, wie der HERR es ihm befohlen hatte. Ninive war eine große Stadt vor Gott; man brauchte drei Tage, um sie zu durchqueren. Jona begann, in die Stadt hineinzugehen; er ging einen Tag lang und rief: Noch vierzig Tage und Ninive ist zerstört! 
Und die Leute von Ninive glaubten Gott. Sie riefen ein Fasten aus und alle, Groß und Klein, zogen Bußgewänder an. Und Gott sah ihr
Verhalten; er sah, dass sie umkehrten und sich

 

von ihren bösen Taten abwandten. Da reute Gott das Unheil, das er ihnen angedroht hatte, und er tat es nicht.

Lesung aus dem ersten Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Korinth (1Kor 7,29-31)

Denn ich sage euch, Brüder: Die Zeit ist kurz. Daher soll, wer eine Frau hat, sich in Zukunft so verhalten, als habe er keine, wer weint, als weine er nicht, wer sich freut, als freue er sich nicht, wer kauft, als würde er nicht Eigentümer, wer sich die Welt zunutze macht, als nutze er sie nicht; denn die Gestalt dieser Welt vergeht.



Aus der frohe Botschaft nach Markus (Mk 1,14-20)

Nachdem Johannes ausgeliefert worden war, ging Jesus nach Galiläa; er verkündete das Evangelium Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und glaubt an das Evangelium!

Als Jesus am See von Galiläa entlangging, sah er Simon und Andreas, den Bruder des Simon, die auf dem See ihre Netze auswarfen; sie waren nämlich Fischer. Da sagte er zu ihnen: Kommt her, mir nach! Ich werde euch zu Menschenfischern machen. Und sogleich ließen sie ihre Netze liegen und folgten ihm nach. Als er ein Stück weiterging, sah er Jakobus, den Sohn des Zebedäus, und seinen Bruder Johannes; sie waren im Boot und richteten ihre Netze her. Sogleich rief er sie und sie ließen ihren Vater Zebedäus mit seinen Tagelöhnern im Boot zurück und folgten Jesus nach.

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Adam und Eva als Heilige?

 Wussten Sie, dass Adam und Eva im Heiligenkalender der Katholischen Kirche einen eigenen Gedenktag haben?

Der heutige 23. Januar ist ihr Fest.

Adam und Eva als Heilige?

Wir bringen die ersten Menschen doch eher in Verbindung mit der Sündenfallerzählung im Buch Genesis. Dort laden sie durch ihr Verhalten die Last der Sünde auf das ganze Menschengeschlecht.

Es gibt wenig Erzählungen in der Bibel, die so missverständlich sind und missverstanden wurden: Was da alles hineininterpretiert wurde: die Frauen seien dem Mann untergeordnet, das (sexuelle) Begehren sei Ursprung der Erbsünde, der Mensch werde von Gott mit dem Verlust des Paradieses bestraft...

Wenn die Bibel in den Ursprungsgeschichten vom ersten Menschenpaar erzählt, dann erzählt sie Grundsätzliches über den Menschen, dann sind wir damit gemeint: Es geht um unsere Größe, unsere von Gott geschenkte Würde, unsere Versuchungen und Ängste, unsere Schuld, unsere Not.

Lassen wir einmal den ganzen Ballast der Missdeutungen beiseite, so bleiben zwei Menschen, die zur Erkenntnis kommen, dass wir nicht im Paradies leben, dass wir in unseren Bezügen und Beziehungen immer gefährdet sind durch die Angst und das Misstrauen, dass wir der Verantwortung gegenüber uns selbst, unserem Mitmenschen, unserer Mitwelt und Gott nicht gerecht werden.

Trotz dieses Versagens steht Gott zu seinem Ebenbild. Wo Adam und Eva durch ihr Misstrauen, ihre Angst die Beziehung zu Gott gefährden, hält er die Beziehung aufrecht. Als Adam und Eva sich voneinander entfremden, schützt er ihre Nacktheit und bekleidet sie.

So erzählt die Geschichte eigentlich nicht von der Erbsünde und nicht vom göttlichen Zorn, sondern von der Treue Gottes, seiner Barmherzigkeit, seinem liebenden Blick auf uns Menschen. Und so sind Adam und Eva nicht die Ureltern der „Menschensünder“, sondern der von Gott mit Würde und Hoheit bekleideten Menschen.

In diesem Sinne finden sich Adam und Eva zu Recht in die Schar der Heiligen. Und mit Adam und Eva gehören auch wir alle in diese illustre Gesellschaft.

Georg Hauser, katholischer Schuldekan

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Etwas im Schilde führen

Das Wappen von Pforzheim-West

Bei der Erstellung der Wappen ging es in der ersten Phase darum, dass jede Gemeinde sich in einem Symbol wiedererkennt. So entstanden zunächst drei Wappenfahnen. Diese wurden auf ihre Kernaussage überprüft und in einem zweiten Schritt zu einem neuen Wappen zusammengefügt und nicht, wie sons tüblich, nur vereinigt. Alpha und Omega stehen für Christus. Der Buchstabe Omega erinnert in seiner Form an ein Hufeisen und ist dem Brötzinger Ortswappen entlehnt.Die Farben entsprechen ebenfalls diesem Wappen. Der springende Fisch erinnert an den Pfarrpatron, er findet sich auf den Haupttüren der Antoniuskirche. Der Legende nach fand der Heilige bei seiner Verkündigung der Botschaft Christi zuerst bei den Fischen Aufmerksamkeit. Die Rose steht für den Seligen Bernhard von Baden und die kleine Hl. Theresia. Das Andreaskreuz kann auch als Krippe gelesen werden. Diese Leseartfindet sich in den beiden Kirchenfenstern im Haupteingangsbereich der Kirche Hl. Familie nämlich in Krippe und Kreuz wieder, besonders betont ist das heimische „Herdfeuer“, das es zu schützen gilt, daher der Dachsparren.Farbe und Andreaskreuz sind dem Ortswappen von Dietlingen entnommen. Die Farben entsprechen dem Hauswappen des Seligen Bernhard von Baden.                   M.D.

Streiflicht

Wo es um Leben und Tod geht,ist der Nährboden für Redewendungen bereitet.Dazu zählt der Schild,nicht zu verwechseln mit dem Schild. DerSchild bietet eine große Fläche um Botschaften zu übermitteln. Die Botschaft im Mittelalterwar zu zeigen welchem Geschlecht oder Haus der Trägerangehörte und welches Ansinnen erhatte. Auf dem Schlachtfeld sollte ein Gegenüber wissen mit wem er es zu tun hat. Die Schildbemalung sollte auch vor dem Angriff aus dem eigenen Lager schützen.Wenn einem Ritter der Ruf als Haudegen vorauseilte,hatte das Schild eine Signalwirkung, sprach eine Warnung aus. Heute würde man dazu psychologische Kriegsführung sagen.So unüberschaubar die Vielzahl dieser Häuser ist, so unüberschaubar ist auch die Anzahl der verschiedenen Schilde. Es brauchte schon Experten mit ihren außerordentlichen Kenntnissen und Gedächtnis. Sie hatten die Aufgabe Schild und Träger zu erkennen, festzustellen ob Freund oder Feind.

DerSchild von einst ist heute das Markenzeichen. Die Schauplätze der Schilderkriege liegen nicht mehr vor Jerusalem, sondern beispielsweise in jedem Pausenhof einer Schule. Jedes Markenzeichen hat eine Bedeutung, verkörpert etwas. Kinder und Jugendliche kennen sich da aus. Was früher die Minnesänger über die Ritter von sich gaben übernimmt heute die Werbung. DieMechanismen sind die gleichen. Dem Schild, dem Label oder Markenzeichen soll ein Ruf vorauseilen.Es wird viel Geld investiert um bestimmte Emotionen und Käuferschichten anzusprechen. Auftraggeber finden sich in allen Bereichen des Lebens, in Politik, in Wirtschaft,und auch in der Kirche. Aufmerksames hinterfragen undhinschauen ist angesagt, ansonsten kann es ins Auge gehen.

Michael Dederichs

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Heilsame Nähe

In das fröhliche, ausgelassene Toben auf dem Spielplatz mischt sich plötzlich herzzerreißendes Weinen. Ein Kind hat sich das Knie aufgeschlagen. Schnelles Handeln ist gefragt. Wunde säubern, Pflaster drauf und alles ist wieder gut. Was die Situation aber wirklich wieder gut macht, sind die tröstenden Worte und die Arme der Mutter, ihre liebevolle Zuwendung. Das heilt viel mehr als ein Pflaster.

Das haben auch die Menschen mit Jesus erlebt. Seine Nähe tut gut, baut auf, tröstet, ermutigt, heilt. Manchmal kamen sie scharenweise zu ihm: „Denn er heilte so viele, so dass alle, die ein Leiden hatten, sich an ihn herandrängten, um ihn zu berühren“ (Mk 3,10), so lesen wir heute im Tagesevangelium.

Berührung ist heilsam!

Berührung ist heilsam! Seit der Corona-Pandemie sind wir alle auf Abstand und Distanz getrimmt, um uns gegenseitig zu schützen. Richtig und wichtig in der momentanen Situation. Dennoch empfinde ich es von Tag zu Tag deutlicher, wie sehr das fehlt: ein herzhafter Händedruck, eine spontane Umarmung. Und das schon im normalen Alltag. Um wieviel mehr fehlt es denen, die allein, krank, verzweifelt, in Trauer sind.

Wie gut, dass es so viele Menschen unter uns gibt, die sich anrühren lassen von jenen, die sie brauchen. Dass es Menschen gibt, die sich ihnen trotzdem und jetzt erst recht zuwenden und Tag für Tag für andere da sind: in unseren Pflegeheimen, in den Krankenhäusern, in der Notbetreuung der Kitas und Schulen, bei der Vesperkirche und an vielen anderen Orten unserer Stadt. Gott braucht solche Menschen, die sich anrühren lassen, damit er selbst mit uns in Berührung kommen kann. Dann kann die Erfahrung wachsen:

Menschliche Nähe und jede Form der liebenden Zuwendung ist heilsam und lässt mich selbst ahnen und spüren, wie nah Gott auch mir sein will.

Daher könnte das ein Impuls für heute sein: Zuwendung und Nähe auch in Zeiten von Distanz einüben – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt!

In diesem Sinne wünsche Ihnen einen Tag voller heilsamer Begegnungen

Margarete Hosbach, Gemeindereferentin

 

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Tagesimpuls

Tagesimpuls (Mi, 20.01.21)„Als Jesus ein andermal in eine Synagoge ging, saß dort ein Mann, dessen Hand verdorrt war. Und die Pharisäer gaben Acht, ob Jesus ihn am Sabbat heilen werde; sie suchten nämlich einen Grund zur Anklage gegen ihn. Da sagte er zudem Mann mit der verdorrten Hand: Steh auf und stell dich in die Mitte! Und zu den anderen sagte er: Was ist am Sabbat erlaubt: Gutes zu tun oder Böses, ein Leben zu retten oder es zu vernichten? Sie aber schwiegen. Und er sah sie der Reihe nach an, voll Zorn und Trauer über ihr verstocktes Herz, und sagte zu dem Mann: Streck deine Hand aus! Er streckte sie aus und seine Hand war wieder gesund. Da gingen die Pharisäer hinaus und fassten zusammen mit den Anhängern des Herodes den Beschluss, Jesus umzubringen.“ (Mk 3,1-6)

Jesus stellt einen Kranken in den Mittelpunkt. Damit demonstriert er, um was es ihm geht:

nicht um eine pflichtgetreue Einhaltung des geltenden Gesetzes, sondern um das Wohl und Heil der Menschen. Nach pharisäischer Auffassung gilteine ärztliche Tätigkeit als Arbeit. Diese darfam Sabbat nicht ausgeübt werden, um die Sabbat-Ruhe nicht zu verletzen, außer bei Todesgefahr. Der Mann mit der verdorrten Hand befindet sich zwarnicht in unmittelbarer Todesgefahr, aber sein Leben ist zuhöchst eingeschränkt. Er leidet Not und braucht Hilfe. Darauf macht Jesus aufmerksam. Deshalb holt er ihn aus der Menge heraus und stellt ihn in die Mitte, sodass jeder ihn sehen kann. Jeder soll sehen und erkennen, was dem Mann fehlt und was er braucht! Mit Nichts-Tun –denn ist ja Sabbat –ist ihm nicht geholfen. Jesus ruft auf zur Tat, zur Liebe und Zuwendung!Nur damit kann dem Kranken geholfen werden. Dass sein trauriges Schicksal niemandenkümmert, darüber ist Jesus zum einen voll Zorn und zum anderen voll Trauer. Es fehlt an Liebe und Hilfsbereitschaft. Nur die Einhaltung des Gesetzes –um ja nichts Falsches zu machen –stehtoffensichtlichim Vordergrund. Doch Jesus kehrt die Verhältnisse um: die Liebe zum Nächsten ist das, wasim Vordergrund stehenmuss, vor allen anderen Gesetzen und Pflichten. Der Nächste ist der, der jetzt konkret meine Hilfe und Zuwendung braucht. In diesem Fall der kranke Mann in der Synagoge. Er leidet sowohl an seiner verdorrten Hand als auch daran, dass ihn niemand berücksichtigt. Von beidem wird er von Jesus befreit. Wer nur auf die Einhaltung von Geboten und Regeln ausgerichtet ist, um ja alles „richtig“ zu machen, der macht letztlich alles „falsch“. Der vergisst das, was nach Jesus das wichtigste Gebot ist: die Liebe zum Nächsten, die in der konkreten Hilfe und Zuwendung gegenüber demjenigenbesteht, der jetzt gerade Not leidet, egal ob Werktag oder Ruhetag.

Wen oder was stelle ich in den Mittelpunkt? Ist es die bloße Absicherung meines Lebens, oder doch das Offensein für andere?In dieser Pandemie-Zeit leiden unzählige Menschen nicht nur an Covid-19, sondern auch an der damit notwendigen Isolierung. Aufgrund der Kontaktbeschränkungen und Ausgangssperren können wir Kranke und Einsame nur schwerlichbesuchen unduns ihnen nicht immer direkt zuwenden. Und dennoch können wir sie in den Mittelpunkt stellen, indem wir immer wieder an sie denken, für sie beten, ein Grußwort per Brief an sie richten oder ein Telefongespräch mit ihnen führen, um so den Kontakt zu ihnen aufrecht zu erhalten. Das können wir allemal für sie tun. Und so handeln wir sicher auch im Sinne Jesu.

Thomas Stricker, Kaplan

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Der Menschensohn ist Herr auch über den Sabbat!

Fotoquelle:www.Pixabay.com
Fotoquelle:www.Pixabay.com

„An einem Sabbat ging Jesus durch die Kornfelder, und unterwegs rissen seine Jünger Ähren ab. Da sagten die Pharisäer zu ihm: Sieh dir an, was sie tun! Das ist doch am Sabbat verboten. Er antwortete: Habt ihr nie gelesen, was David getan hat, als er und seine Begleiter hungrig waren und nichts zu essen hatten -

wie er zur Zeit des Hohenpriesters Abjatar in das Haus Gottes ging und die heiligen Brote aß, die außer den Priestern niemand essen darf, und auch seinen Begleitern davon gab? Und Jesus fügte hinzu: Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat. Deshalb ist der Menschensohn Herr auch über den Sabbat.“ (Mk 2,23-28)

Woran bzw. an wem orientiere ich mich in meinem Leben?

 

Halte ich mich strikt an bestehende Regeln und Gewohnheiten, die z. B. für das Zusammenleben in Kirche oder Gesellschaft vorgegeben sind oder setze ich aufgrund meines christlichen Glaubens tiefer an, im Inneren des Menschen?

 

Jesus hat im Grunde nicht gegen die bestehende Ordnung rebelliert, schon gar nicht gewaltsam, sondern Er lehrt uns, tiefer zu schauen, ja zu erkennen und zu tun, was gut für uns Menschen ist, nämlich jenes, was letztlich unserem umfassenden Heil an Leib und Seele dient! Daher sollen wir uns trotz vorhandener Normen letztlich immer wieder an Jesus selbst orientieren und uns fragen:

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Gottvertrauen – was heisst das?

Gottvertrauen – was heisst das?

Die Hoffnung, dass irgendwie durch Gottes Hilfe alles gut wird?

In jeder Situation?

Wenn jemand sagt, du musst Gottvertrauen haben, dann heißt das meistens: Jetzt kannst du nichts mehr tun. Vertrau auf Gott, er löst das Problem.

Mit dieser Einstellung bin ich auch schon Mitchristen begegnet für die Corona eben auch so was wie eine Prüfung ihres Glaubens ist.

Mir wurde folgende Geschichte erzählt:

Ein Familienvater steht im Hausflur und wartet auf sein Kind. Das Kind hat schon die Jacke an, kommt in den Hausflur und sieht den Vater unten an der Treppe. Plötzlich schaltet sie das Licht aus und ruft zu ihm hinunter: „Papa, ich spring jetzt!“

Und dann ist sie gesprungen.

Die Treppe hinunter.

Im Dunkeln.

Der Vater hatte keine Chance nachzudenken oder sich vorzubereiten.

Er konnte nur die Arme ausbreiten und sein Kind auffangen.

Das ist Vertrauen!

Gottvertrauen? Ich denke, man bekommt eine Ahnung davon!

Manchmal muss man sich eben auch trauen, wenn man Vertrauen hat.

 

Thomas Ruland,
Gemeindereferent Kirchengemeinde Pforzheim

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Lesungen und Impuls am Sonntag

Lesung aus dem Buch Jesus Sirach (Sir 24,1-2.8-12)
Die Weisheit lobt sich selbst und inmitten ihres Volkes rühmt sie sich. In der Versammlung des Höchsten öffnet sie ihren Mund und in Gegenwart seiner Macht rühmt sie sich.Da gebot mir der Schöpfer des Alls, der mich schuf, ließ mein Zelt einen Ruheplatz finden. Er sagte: In Jakob schlag dein Zelt auf und in Israel sei dein Erbteil! Vor der Ewigkeit, von Anfang an, hat er mich erschaffen und bis in Ewigkeit vergehe ich nicht. Im heiligen Zelt diente ich vor ihm, so wurde ich auf dem Zion fest eingesetzt.In der Stadt, die er ebenso geliebt hat, ließ er mich Ruhe finden, in Jerusalem ist mein Machtbereich,ich schlug Wurzeln in einem ruhmreichen Volk, im Anteil des Herrn, seines Erbteils.

 

Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Ephesus(Eph 1,3-6.15-18)
Paulus, Apostel Christi Jesu durch den Willen Gottes, an die Heiligen in Ephesus, die Gläubigen in Christus Jesus, Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus!Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus. Er hat uns mit allem Segen seines Geistes gesegnet durch unsere Gemeinschaft mit Christus im Himmel. Denn in ihm hat er uns erwählt vor der Grundlegung der Welt, damit wir heilig und untadelig leben vor ihm. Er hat uns aus Liebe im Voraus dazu bestimmt, seine Söhne zu werden durch Jesus Christus und zu ihm zu gelangen nach seinem gnädigen Willen, zum Lob seiner herrlichen Gnade.


Er hat sie uns geschenkt in seinem geliebten Sohn. Darum höre ich nicht auf, für euch zu danken, wenn ich in meinen Gebeten an euch denke; denn ich habe von eurem Glauben an Jesus, den Herrn, und von eurer Liebe zu allen Heiligen gehört. Der Gott Jesu Christi, unseres Herrn, der Vater der Herrlichkeit, gebeeuch den Geist der Weisheit und Offenbarung, damit ihr ihn erkennt. Er erleuchte die Augen eures Herzens, damit ihr versteht, zu welcher Hoffnung ihr durch ihn berufen seid, welchen Reichtum die Herrlichkeit seines Erbes den Heiligen schenkt

Aus der frohen Botschaft nach Johannes (Joh 1,1-18)
Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott.Dieses war im Anfang bei Gott.Alles ist durch das Wort geworden und ohne es wurde nichts, was geworden ist. In ihm war Leben und das Leben war das Licht der Menschen.Und das Licht leuchtet in der Finsternis und die Finsternis hat es nicht erfasst. Ein Mensch trat auf, von Gott gesandt; sein Name war Johannes.Er kam als Zeuge, um Zeugnis abzulegen für das Licht, damit alle durch ihn zum Glauben kommen. Er war nicht selbst das Licht, er sollte nur Zeugnis ablegen für das Licht.Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt.Er war in der Welt und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht.Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf.Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben,die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem Willen des Mannes, sondern ausGott geboren sind.Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt und wir haben seine Herrlichkeit geschaut, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit.Johannes legt Zeugnis für ihn ab und ruft: Dieser war es, über den ich gesagt habe: Er, der nach mir kommt, ist mir voraus, weil er vor mir war.Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, Gnade über Gnade.Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben, die Gnade und die Wahrheit kamen durch Jesus Christus.Niemand hat Gott je gesehen. Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht.

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Z‘wem ghörsch Du?

„Z‘wem ghörsch du?“ war in meinem Heimatort immer die Frage von irgendwelchen Erwachsenen, wenn sie nicht wussten, was das für ein Kind ist, das da grad vor ihnen steht (und im ungünstigsten Fall irgendwas angestellt hatte). Manchmal habe ich es nicht gesagt, es klang nach einer Falle.

 

Einige Pharisäer und einige Anhänger des Herodes wurden zu Jesus geschickt, um ihn mit einer Frage in eine Falle zu locken. Sie kamen zu ihm und sagten: Meister, wir wissen, dass du die Wahrheit sagst und auf niemanden Rücksicht nimmst; denn du siehst nicht auf die Person, sondern lehrst wahrhaftig den Weg Gottes. Ist es erlaubt, dem Kaiser Steuer zu zahlen, oder nicht? Sollen wir sie zahlen oder nicht zahlen? Er aber durchschaute ihre Heuchelei und sagte zu ihnen: Warum versucht ihr mich? Bringt mir einen Denar, ich will ihn sehen. Man brachte ihm einen. Er fragte sie: Wessen Bild und Aufschrift ist das? Sie antworteten ihm: Des Kaisers. Da sagte Jesus zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört! Und sie waren sehr erstaunt über ihn. Mk 12,13-17

 

Zur Zeit Jesu gab es die einen, man nannte sie Zeloten, die dagegen waren, dem Kaiser Steuern zu zahlen. Sie erlebten, wer könnte es ihnen verdenken, die Fremdherrschaft der Römer als brutale Machtdemonstration, die unvereinbar mit ihrem Glauben war. Gott allein sollte ihr Herr sein, kein Kaiser in Rom. Die Pharisäer dagegen gingen nicht so weit wie die zum Teil gewaltbereiten Zeloten, sie begrüßten die Steuern zwar auch nicht, aber sie zahlten sie. Sagt Jesus also Ja, es ist erlaubt dem Kaiser Steuern zu zahlen, dann bringt er die Frommen gegen sich auf. Sagt er, es ist nicht erlaubt, werden die Römer sich um ihn „kümmern“. Scheinbar kann er nur verlieren. Seine Antwort: Dem Kaiser geben, was ihm gehört, Gott geben, was Gott gehört.

 

Was soll man mit Jesu Wort anfangen? Wir haben Corona. Eine Zeit, die so manches in Frage stellt.

Geben wir dem Staat seine AHA-Regeln und was geben wir Gott? Desinfizieren wir um Gottes willen oder um der Landesverordnung willen?

Ist es erlaubt, Kindern Bildung zu verwehren, Firmen in die Insolvenz zu treiben, den Menschen die Kultur zu nehmen, den Religionen ihre Versammlungen zu verbieten?

In der Schöpfungsgeschichte, im Buch Genesis, wird uns gesagt, was Gott gehört. Er hat alles geschaffen, Land und Meer, Licht und Dunkel, Pflanzen und Tiere, alles trägt seine Prägung. Und er erschuf den Menschen als sein Abbild. Die gesamte Schöpfung gehört Gott.

Was bedeutet es dann aber: „Gebt Gott, was Gott gehört?“

Die Schöpfung ist krank. Sie leidet nicht nur unter Corona. Durch die Entscheidungen, die zur Eindämmung der Pandemie getroffen wurden und noch getroffen werden, sind Unzählige hart betroffen, in ihrer wirtschaftlichen Existenz bedroht, in ihrer Entwicklung gehemmt, in ihrem seelischen Gleichgewicht gestört und vieles mehr. Unheilbar krank ist sie aber nicht, unsere Welt, wenn wir in dieser Krise noch in Beziehung und im Gespräch miteinander sind, wie wir mit dem Krankheitsgeschehen, mit den Kranken und Sterbenden menschenwürdig umgehen.

Wir müssen Gott nicht seine Schöpfung geben, es ist ja seine. Wir schulden ihm aber eine Antwort – und das heißt Verantwortung wahrnehmen - auf die Frage „Was ist der Mensch und wem gehört er“. Der Mensch gehört Gott, der ihn als sein Bild geschaffen hat und ihm seine Würde gibt.

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Tagesimpuls für Freitag, 15.01.2021


Eine Menschenmenge

vor Ort,

im Haus und draußen

vor der Tür.

Er, Jesus, ist da

Bei den Suchenden

und bei den Gelehrten.

Ein Gelähmter, vier Träger.

Sie tragen ihn.


Das Bett, zugleich Tragbahre

Es ist kein durch kommen.

Not macht erfinderisch.

Konkret: aufs Dach steigen

abtragen was hindert.

Durch ein Loch abseilen,

ihm zu Füßen.

Jesus sieht ihren Glauben,

spricht das erlösende Wort:

„deine Sünden sind dir vergeben“.

 


Er weiß,

was die Gelehrten umtreibt

weicht ihnen nicht aus

Konfrontiert sie

mit ihrem eigenen Denken

fragt nach ihrem Urteil.

Jesus lehrt:

Gott kann

Sünden vergeben

Menschen heilen.

Und er heilt.


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Das warnende Beispiel der Wüstengeneration Israels (Hebr 3,7-21)

Foto: Stephan Rist ©
Foto: Stephan Rist ©

7 Darum beherzigt, was der Heilige Geist sagt:

Heute, wenn ihr seine Stimme hört, 8 verhärtet nicht eure Herzen wie beim Aufruhr am Tag der Versuchung in der Wüste!

9 Dort haben eure Väter mich versucht, sie haben mich auf die Probe gestellt und hatten doch meine Taten gesehen, 10 vierzig Jahre lang. Darum war mir diese Generation zuwider und ich sagte: Immer geht ihr Herz in die Irre. Sie erkannten meine Wege nicht.

11 Darum habe ich in meinem Zorn geschworen: Sie sollen nicht in das Land meiner Ruhe kommen.

12 Gebt Acht, Brüder und Schwestern, dass keiner von euch ein böses, ungläubiges Herz hat, dass keiner vom lebendigen Gott abfällt, 13 sondern ermahnt einander jeden Tag, solange es noch heißt: Heute, damit niemand von euch durch den Betrug der Sünde verhärtet wird; 14 denn an Christus haben wir nur Anteil, wenn wir bis zum Ende an der Zuversicht festhalten, die wir am Anfang hatten.


Was hat die Schwarzriesling-Traube vom Dietlinger Klepberg wohl mit der Tageslesung aus dem Brief an die Hebräer zu tun? Das mag sich mancher denken, der diesen Impuls zur Hand nimmt. Aber genauso rätselhaft wie das Bild ist der Text selbst. Was ist mit dem Aufruhr am Tag der Versuchung in der Wüste gemeint? Und welche Generation ist es, die dem Heiligen Geist zuwider war?

Es gibt Texte in der Bibel, die zunächst mehr Rätsel aufgeben, als dass sie eine Weisung sind. IhrenSinn erfasst man erst, wenn man die Hintergründe und Zusammenhänge kennt. Diese zu erschließen mag anstrengend und manchmal vielleicht auch entmutigend sein, wenn man sich eine schnelle Antwort auf eine aktuelle Fragestellung aus der Tageslesung erhofft. Andererseits führt das zum Lösen des „Rätsels“ erforderliche Nachforschen und Nachdenken auch dazu, dass sich die Erkenntnis daraus tiefer ins Gedächtnis einprägt und nachhaltiger wirkt.

Etwa die Hälfte des Lesungstextes, nämlich die Verse 7b bis 11, besteht aus Zitaten aus dem Psalm 95 (Ps 95,7-11). In diesem Psalm ist die Rede davon, dass das Volk Israel die Verheißung des gelobten Landes angezweifelt habe und den Herrn damit auf die Probe gestellt, also versucht habe.

Eine dieser Versuchungen ereignete sich bei der im Buch Numeri geschilderten Erkundung des verheißenen Landes (Num 13,1-33). Was war da geschehen?

Der Herr hatte das Volk der Israeliten aus der Knechtschaft in Ägypten befreit und durch das Rote Meer geführt. Am Berg Sinai hatte sich der Herr den Israeliten geoffenbart und einen Bund mit seinem Volk geschlossen. Unter der Führung von Mose waren die Israeliten weitergewandert und standen nun an der Grenze des verheißenen Landes Kanaan. Auf die Weisung des Herrn sandteMoses zwölf Männer aus, je einen Vertreter aus jedem Stamm, um das Land zu erkunden und von seinen Früchten mitzubringen. Und tatsächlich kamen die Männer in ein fruchtbares Tal, in dem sie eine Weinranke mit einer Traube abschnitten, die so groß war, dass sie sie zu zweit auf einer Stange tragen mussten.

Nach vierzig Tagen kamen sie zu Mose und den Israeliten zurück, präsentierten die Früchte und berichteten, dass es sich wirklich um ein Land handele, in dem – wie vom Herrn verheißen - Milch und Honig fließen. Kaleb, der Vertreter des Stammes Juda, und Josua, der Vertreter des Stammes Efraim, plädieren aufgrund dieser Fakten dafür, das Land in Besitz zu nehmen. Die anderen zehn Kundschafter zeigen sich jedoch als Bedenkenträger und warnen davor, in das verheißene Land hineinzuziehen. Und sie verbreiteten bei den Israeliten ein Gerücht über das Land, das sie erkundet hatten, und sagten: Das Land, das wir durchwandert und erkundet haben, ist ein Land, das seine Bewohner auffrisst; das ganze Volk, das wir in seiner Mitte gesehen haben, ist von riesigem Wuchs(Num 13,32). Diese Falschinformationen haben eine fatale Wirkung. Das Volk Israel verweigert Mose die Gefolgschaft, will neue Anführer wählen und verlangt allen Ernstes, dass der Weg wieder zurückführen soll in die Knechtschaft Ägyptens.

Der Verfasser des Briefs an die Hebräer wendet sich an eine Gemeinde, die nach anfänglicher Begeisterung für die Botschaft Jesu Christi von Glaubenszweifeln befallen ist. Für sie, deren Glauben „in den Kinderschuhen“ steckengeblieben ist, erscheint die Gemeinschaft mit Gott unerreichbar zu sein. Die Erzählung von den Israeliten, die das offensichtliche Heilsangebot des Herrn ausschlagen, soll ihnen als warnendes Beispiel dienen. Mit dem aus dem Psalm 95 übernommenen Begriff der „Verhärtung des Herzens“ wird eine Haltung charakterisiert, bei der die Angst vor dem Neuen und die Anhänglichkeit an das Althergebrachte im Vordergrund stehen, so dass die „Zuversicht des Anfangs“ verlorengeht geht.

Der Text der Tageslesung regt uns dazu an darüber nachzudenken, wo wir als Christen und als Gemeinde heute unser Herz verhärten. Wo lassen wir uns von Zweifeln, Zukunftsängsten und „fake news“ leiten anstatt von der frohen Botschaft Jesu Christi? Wer sind heute die zehn falschen Botschafter, die uns davor warnen, in diesen Zeiten des Umbruchs mutig neue Schritte in der Verkündigung und Pastoral zu gehen und stattdessen ein „Weiter so wie bisher“ predigen?

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Traue ich Jesus zu, dass er auch mich heilt?

Aus dem Markus-Evangelium 1,29-39

29 Sie verließen sogleich die Synagoge und gingen zusammen mit Jakobus und Johannes in das Haus des Simon und Andreas. 30 Die Schwiegermutter des Simon lag mit Fieber im Bett. Sie sprachen sogleich mit Jesus über sie 31 und er ging zu ihr, fasste sie an der Hand und richtete sie auf. Da wich das Fieber von ihr und sie diente ihnen.

32 Am Abend, als die Sonne untergegangen war, brachte man alle Kranken und Besessenen zu Jesus. 33 Die ganze Stadt war vor der Haustür versammelt 34 und er heilte viele, die an allen möglichen Krankheiten litten, und trieb viele Dämonen aus. Und er verbot den Dämonen zu sagen, dass sie wussten, wer er war.

35 In aller Frühe, als es noch dunkel war, stand er auf und ging an einen einsamen Ort, um zu beten. 36 Simon und seine Begleiter eilten ihm nach, 37 und als sie ihn fanden, sagten sie zu ihm: Alle suchen dich. 38 Er antwortete: Lasst uns anderswohin gehen, in die benachbarten Dörfer, damit ich auch dort verkünde; denn dazu bin ich gekommen. 39 Und er zog durch ganz Galiläa, verkündete in ihren Synagogen und trieb die Dämonen aus.

 

Wenn ich von den Heilungen Jesu lese finde ich das faszinierend für die betreffende Person, aber mir kommt auch die Frage, warum dies nicht heute geschehen kann.

 

In seinem kleinen Buch „Tiefenpsychologische Schriftauslegung“ stellt Anselm Grün die Frage, ob ich Jesus zutraue, dass er auch mich heilen kann. Er schreibt weiter, dass die Heilungsgeschichten der Bibel erst dann eine heilende Bedeutung für mich bekommen können, wenn ich mich Jesus mit meinen Wunden und Verletzungen hinhalte. „Die Krankheiten, die Jesus heilt, sind immer psychosomatische Krankheiten. Sie haben etwas mit unserer Seele zu tun“, so Anselm Grün. Er führt weiter aus, dass die Heilungsgeschichten uns ermutigen wollen, ehrlich zu schauen, wie es uns wirklich geht. Folgende Fragen empfiehlt Anselm Grün: Was geschieht in der Heilungsgeschichte? Wie weit finde ich mich im Kranken wieder? Wie geschieht die Heilung und wie kann sie an mir geschehen?

 

Zum Glück können wir uns nicht selbst heilen, sondern wir dürfen darauf vertrauen, dass Jesus uns heilt. Wir sind eingeladen, es an uns geschehen zu lassen.

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Dienstag, den 12.Januar 2021

Liebe Mitchristen,

am Anfang des Jahres, möchte ich Ihnen ein kleines Gebet ans Herz legen.

Es ist von Janusz Korczak. Herr Korczak stammt aus Polen und war jüdischen Glaubens. Berühmt wurde er als Kinderarzt und als sehr inspirierender Pädagoge. 1942 ging er mit den Kinder aus dem Waisenhaus, das er geleitet hat, in das Vernichtungslager Treblinka, wo sie alle getötet wurden.

Ich danke dir, Schöpfer, dass du auf den
Gedanken gekommen bist, so ein wunderbares
Geschöpf zu schaffen, wie ich es bin.
Durcheinander und verquer,

entgegen aller Logik - und
dennoch so, wie ich es sein
muss, und dennoch bin ich dir
wohl nützlich,

indem ich bin.

Janusz Korczak

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Es gibt ein Vorher und ein Nachher.

Es gibt ein Vorher und ein Nachher.
Die Angst geht mit und freut sich auf die Weite.
Ich muss da durch, doch die Felsen sind bedrückend,
die Weite lockt und ist mir zugleich fremd.
Stehen bleiben kann ich zwar, aber nicht für immer.
Das Leben geht weiter und ich will mit.
So fasse ich Mut und lasse meine Füße frei,
sie tragen mich durch die Enge in die Freiheit ohne Zwänge.

 

Josef Fodor

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11.1.Es gibt ein Vorher und ein Nachher.
Microsoft Power Point Präsentation 2.8 MB

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„...ein bisschen Wasser allein tut’s nicht...“

 

„...ein bisschen Wasser allein tut’s nicht...“, meint schont der alte Luther zum Thema „Taufe“. Obwohl Wasser ja unser Lebenselixier ist. Ohne Wasser kein Leben. Ohne Wasser verdursten wir. Ohne Wasser wir bekommen es in den letzten Jahren schmerzlich zu spüren sterben unsere Wälder, verdorren unsere Pflanzen, wird unser blauer Planet zur tödlichen Wüste. Deswegen: in der Bibel steht Wasser oft genug für Gott selbst. Lebendiges Wasser. Lebensnotwendig für uns. Ohne seine Nähe, ohne seine Liebe, ohne sein „Da-sein-für-uns“ können wir nicht wirklich leben.

Trotzdem: „...ein bisschen Wasser allein tut’s nicht...“. Johannes in der Wüste weiß das. Das mit dem Wasser ist ja gut und schön. Es ist gut und wichtig und richtig immer wieder den Dreck und Schmutz abzuwaschen, einzutauchen und unterzutauchen und alle Lüge, allen Hass, all unser Scheitern und Versagen hinter uns zu lassen und ganz neu anzufangen. Brauchen wir alle. Dennoch: „Ich habe euch mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.“ Schön und gut, wenn ich wieder sauber bin. Schön und gut, wenn ich Altes hinter mir lasse. Aber das allein reicht eben nicht. Geist muss her! Heiliger Geist! Begeisterung, Esprit, der Funke der überspringt! Das was in mir lebt mich antreibt, mich motiviert. Das was meine Augen funkeln lässt und mein Herz schneller schlagen. Das, was mir Unmögliches möglich scheinen lässt. Das was mir Mut macht Unglaubliches zu glauben und Unmachbares trotzdem zu versuchen. Nein, ein bisschen Wasser allein tut’s nicht. Wir brauche den Geist, die Begeisterung, den göttlichen Funken, den Heiligen Geist...

 

 

Aber wie soll ich den bekommen? Ich kann ihn nicht kaufen. Ich kann ihn nicht machen. Ich kann ihn mir nicht einmal mit aller Frömmigkeit der Welt verdienen. Und stimmt das überhaupt, dass Jesus uns mit dem Heiligen Geist taufen wird, wie es der Johannes ankündigt? Nirgendwo wird berichtet, dass Jesus tauft. Nicht mit Wasser und nicht mit dem Heiligen Geist. Irgendwann bekommt dann sogar Johannes in der Wüste seine Zweifel: Ist er das überhaupt? Ist dieser Jesus der, auf den wir warten, der kommen soll, der mit dem Heiligen Geist Gottes tauft. Er sieht nicht so aus und benimmt sich auch nicht so. Er verkehrt mit Sündern, statt mit Frommen. Er isst und trinkt und feiert Feste, anstatt zu fasten. Er geht von Dorf zu Dorf und sogar hinauf nach Jerusalem, statt sich in die Wüste zu begeben. Johannes schickt seine Jünger zu ihm, um mal sicherheitshalber nachzufragen. Und Jesus? Berichtet ihm doch, was ihr seht: Blinde sehen und Lahme gehen und Totgesagte werden wieder lebendig...

Erzählt, was ihr seht... der Schuss kann nicht hinten losgehen. Beim Blick in die Nachrichten, die Zeitung, die ganzen Katastrophenmeldungen Tag für Tag. Im irischen Fernsehen war zum Jahresschluss die Reportage einer Fernsehjournalistin zu sehen. In diesem „Corona-Jahr“, hat sie gesagt, war es ihr besonders wichtig, gute, positive, schöne Geschichten zu entdecken, zu sammeln und zu erzählen. So berichtet sie von einer kleinen Insel weit vor der Westküste Irlands. Seit Jahrzehnten fliehen die jungen Leute von ihr, um woanders zu leben und ihr Geld zu verdienen. In diesem Herbst sind viele von ihnen zurückgekommen. Geflohen auch vor dem Virus in den großen Städten und weil man beim Lockdown dort eh nichts machen kann. Sie beschließen an diesem Weihnachtsfest etwas zu machen, was es auf ihrer Insel noch nie gegeben hat. So eine richtig schöne Weihnachtsbeleuchtung. In den Straßen, am Hafen, auf den Dächern, zwischen den Häusern. Und an Weihnachten

 

glitzert und blinkt und strahlt die ganze Insel. Ein kleines Hoffnungslicht für viele Menschen, wo anderen Orts die Lichter ausgehen. Oder die Journalistin berichtet von einem alten Paar. Schon vor über 50 Jahren haben sie sich kennen gelernt, nachdem ihre ersten Ehen zerbrochen waren. Das komplizierte Scheidungsrecht hat verhindert, was sie sich am meisten gewünscht haben, dass sie heiraten können. Die Kinder setzen sich ein und endlich in diesem Corona-Frühjahr klappt es noch mit der Hochzeit. Auch den kirchlichen Segen gibt ihnen noch der Pfarrer. Beide über 80 machen sie sich sogar auf den Weg in die Flitterwochen. Wegen Corona nicht ins Ausland. Nur an die irische Küste soll ja auch ganz schön sein. Und die beiden lachen und strahlen in die Kamera, dass es nur so eine Freude ist.

Nein, Begeisterung kann man nicht machen. Aber „erzählt, was ihr seht...“ Es gibt Geschichten, Erlebnisse, Ereignisse, die machen mir einfach Hoffnung, die entzünden in mir den Funken der Begeisterung, die reisen mich vom Hocker. Der Petrus weiß das wohl auch wenn er sagt: Erinnert euch, ihr wisst doch was im ganzen Land geschehen ist, angefangen in Galiläa, wie Gott Jesus von Nazareth gesalbt hat mit dem Heiligen Geist und mit Kraft, wie dieser umherzog, Gutes tat und alle heilte... denn Gott war mit ihm...“ Erinnert euch, sagt Petrus, und erzählt. Dann beginnen die Augen zu leuchten und es wird ihnen warm ums Herz und sie spüren neuen Schwung und neue Kraft für Jesus und seine Sache zu leben.

Aber, sagen vielleicht manche, der Jesus hat doch mit dem Heiligen Geist getauft, er hat seine Jünger angehaucht, mit dem Heiligen Geist beatmet und an Pfingsten da fielen doch dann die Feuerzungen kerzengerade vom Himmel...“ Die gibt es, diese Augenblicke der unmittelbaren Begeisterung. Da spüre ich die Nähe von Gott und von Menschen und werde im Tiefsten meines Inneren berührt. Aber diese Momente sind keineswegs alltäglich. Wenigstens bei mir.

Es gibt Zeiten, in denen spüre ich nichts von ihnen. Es gibt die Phasen, da sitze ich eher im Loch und lass mich runter ziehen, von all dem was so um mich herum passiert und auf mich einprasselt. Dann helfen mir solche Geschichten. Auch wenn sie noch so banal und alltäglich daher kommen, wie jene aus Irland. Manche sind so menschlich und so liebe-voll, so natürlich und einfach, dass sie auf direktem Weg mein Herz erreichen. Das tut mir gut und es gibt dann sogar die Momente, wo diese Geschichten in mir bewirken, dass ich auch für mich daran glauben kann, was jene Stimme Jesus am Jordan ins Herz flüstert: Du bist mein geliebtes Kind!

Dass Menschen einander von Jesus erzählt haben und davon, was sie mit ihm erlebt haben, ich glaube damit hat einmal alles angefangen. Sie haben von ihm erzählt in der Synagoge, aber auch am Küchentisch, oder am Lagerfeuer: „Weißt du noch...was er da gesagt hat...was er da gemacht hat...wie befreiend und tröstlich das alles war... wie es einfach gut getan hat bei ihm zu sein...“ Dass wir Geschichten sammeln und erzählen, das wünsche ich auch uns. Vor allem dann, wenn wir spüren, dass ein bisschen Wasser allein nicht genügt, wenn wir im Loch sitzen und Begeisterung weit weg ist. Geschichten göttlicher Menschlichkeit. Augen und Herz auf, damit wir sie nicht verpassen. Sammeln und erzählen. Geschichten ganz alltäglich. Ganz menschlich. Aber doch voller Hoffnung. Passiert mitten unter uns. Ich glaube sie tun uns gut...

 

 

Georg Lichtenberger

 

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Impuls zum 9. Januar 2021

Einer der schönsten Räume in Pforzheim ist für mich der Innenraum der Schlosskirche – besonders, wenn an einem klaren Wintertag das Licht der niedrig stehenden Sonne durch die farbigen Glasfenster fällt und Wände und Böden in ein buntes Farbenspiel hüllt.

Mir ist dieses Bild vor Augen, wenn ich den zweiten Vers der heutigen Tageslesung lese:

Niemand hat Gott je geschaut; wenn wir einander lieben, bleibt Gott in uns und seine Liebe ist in uns vollendet. (1 Joh 4, 11-18)

Was der Briefschreiber Johannes hier ausführt, ist sehr abstrakt und bedarf der Verdeutlichung. Das Farbenspiel des durch die Glasfenster hereinfallenden Lichts ist für mich eine solche Verdeutlichung.

Wir sind wie Fensterscheiben, durch die göttliches Licht in die Welt fällt und die sie erhellt und bunt färbt. Wenn wir einander lieben, wenn wir Vertrauen und Zuversicht schenken, wenn wir miteinander Leben und Zeit, Freude und Trauer teilen, füreinander da sind, dann geben wir Licht weiter, erhellen dunkle Räume, gebrochen in vielen helleren und dunkleren bunten Farbtönen.

Und anders herum erfüllt uns im Lächeln, im tröstenden Wort, in der verständnisvollen Geste eines anderen Menschen ein „Abglanz des Vaters“, der auch unsere dunklen Ecken in ein sanftes, warmes Licht zu hüllen weiß, und uns etwas von der sanften und barmherzigen Liebe Gottes verdeutlicht.

Georg Hauser, katholischer Schuldekan Pforzheim

 

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Zwischenbilanz

Dort wo meine Wurzeln sind, feiert man weniger den Geburtstag eines Menschen, sondern vermehrt den Namenstag. Warum dem so ist möchte ich dahingestellt sein lassen. Heute nun ehrt die Kirche den heiligen Severin. Mein Großvater hieß Severin. Somit wäre dies sein Tag. Er hat ihn nicht oft feiern dürfen. Er und vier seine Brüder sind jung an Jahren im Krieg getötet worden. Ein Denkmal in dem kleinen Dorf wo er herkam erinnert an ihn und die vielen brutalen Opfer einer Schreckensherrschaft. Es war mir nie geschenkt mit ihm sein Namenfest am Tag des heiligen Severin zu feiern. Ich bin überdies der Einzige aus seinem Stamm der den Familien-Namen Dederichs noch trägt.

Das Elternhaus meines Großvaters stand ganz nahe dort, wo heute der Erweiterungsbau der kleinen Dorfkirche steht, in der er und viele unserer Vorfahren getauft wurden. Lang, lang ist`s her. Der Anbau der alten kleinen Kirche fristet inzwischen auch ein Schattendasein, nicht erst seit Corona-Zeiten.

Keiner käme aus heutiger Sicht auf die Idee, diese und andere Kirchen zu vergrößern. Das Gegenteil ist eher angezeigt. Ängstigt sie diese Entwicklung als Mensch und katholischer Priester nicht, werde ich oft gefragt. Natürlich habe ich Ängste. Doch das ganze Leben ist eine Gratwanderung. Früher oder später komme auch ich zu Fall, vielleicht nicht wie mein Großvater. Ganz sicher werde ich fallen.

Allerdings, weiß ich mich bei meinen Namen von meinem Schöpfer gerufen und kann somit nicht tiefer fallen als in seine gütigen Hände.

Michael Dederichs

 

 

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Zurück in die Kiste?

Kaum hat das Neue Jahr angefangen, fallen mir bei einem Spaziergang zwischen den Häusern die ersten ausgemusterten Christbäume in den Hofeinfahrten auf.

Aha – Zeit zum Aufräumen denke ich: weg mit den Christbaumkugeln, den vielen Kerzen, all den Sternen, der Krippe: alles zurück in die Weihnachtskiste.

So schnell geht das bei mir nicht, so direkt nach Dreikönig. Gerade gestern haben wir von den Weisen gehört, die dem Stern gefolgt sind, nicht wissend, wo sie ankommen, wen sie finden. „Als sie den Stern sahen, wurden sie von großer Freude erfüllt“ schreibt Matthäus im 2. Kapitel seines Evangeliums. Sie wurden von großer Freude erfüllt, weil dieser Stern sie zu dem geführt hat, von dem alle Freude und alle Hoffnung ausgeht: Jesus – Gottes Sohn – Mensch geworden als kleines Kind im Stall – Immanuel: Gott mit uns. Und auch heute hören wir von Matthäus ein weiteres Mal: Das Volk, das im Dunkeln lebte, hat ein helles Licht gesehen; (Mt 4, 16a).

Nein, so schnell räume ich nicht auf. Wenigstens noch eine Woche oder zwei sollen die Weihnachtssachen stehenbleiben, denke ich beim Weitergehen. Und in mir reift die Idee, dass ich in diesem Jahr Manches gar nicht wegräumen werde. Ich werde ein paar meiner Sterne an verschiedenen Stellen in der Wohnung verteilen, an denen sie mir immer wieder auffallen werden, damit die Freude und Hoffnung von Weihnachten das ganze Jahr über lebendig bleibt:

am Badezimmerspiegel, auf dem Küchenregal, vor meinem PC, an der Wohnungstür.

Wenn ich dann die Sterne mitten im Alltagstrubel sehe, will ich mich erinnern lassen an den Stern von Bethlehem und überlegen:

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Tagesimpuls am 06. Januar 2021

Drei Gestalten stehen am heutigen Tag im Mittelpunkt. Die Bibel nennt sie „Sterndeuter“. Die christliche Tradition bezeichnet sie als „Könige“ oder „Weise aus dem Morgenland“. Was diese drei auszeichnet, lässt sich in drei Worten beschreiben: Gehen, aufbrechen, suchen. Das haben sie miteinander gemeinsam. Und so gehen sie einem gemeinsamen Ziel entgegen. Sie sind leidenschaftliche Sucher. Sie suchen den Himmel ab und erforschen die Sterne, um aus ihnen den Lauf der Weltgeschichte abzulesen. Deshalb heißen sie auch „Sterndeuter“. Eines Tages gibt ihnen eine Sternenkonstellation ein geheimnisvolles Zeichen. Nach den Regeln der Kunst kann sie so gedeutet werden: „Der König der kommenden Welt wird in Bethlehem in Judäa geboren!

Nach dem Bericht des Evangelisten Matthäus folgen sie diesem Zeichen, einem Stern, der ihnen den neugeborenen König der Juden verheißt (vgl. Mt 2,2). Die drei lassen sich herausrufen aus dem gesicherten, angesehenen Leben ihrer Priesterkaste. Ja, sie brechen auf und machen sich auf die Suche. Mancherlei Irrwege müssen sie dabei gehen, sie stiften Verwirrung mit ihren Fragen, zeitweise werden sie auch selbst unsicher. Doch schließlich gelangen sie an ihr Ziel. Sie finden das gesuchte Kind. Jedoch anders als erwartet: Nicht im Palast des großen, mächtigen König Herodes, sondern bei einer einfachen, unscheinbaren Handwerkerfamilie in einem Stall entdecken sie es. Es sind die Augen des Glaubens, die ihnen in diesem Kind den Herrn der kommenden Welt zeigen. In den dreien erfüllt sich der Spruch aus der Bergpredigt: „Wer sucht, der findet“ (Mt 7,8). Das Ziel aller Menschen ist Jesus Christus, das Kind in der Krippe. Dorthin sollen unsere suchenden Blicke gerichtet sein, und von dort gilt es immer wieder einen neuen Anfang zu machen, neu aufzubrechen! Auch jetzt im neuen Jahr!

Thomas Stricker, Kaplan

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„Sende Arbeiter in die Ernte, Herr!“

Tagesevangelium Matthäus 9,35-10,1.6-8

In jener Zeit zog Jesus durch alle Städte und Dörfer, lehrte in ihren Synagogen, verkündete das Evangelium vom Reich und heilte alle Krankheiten und Leiden. Als er die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren müde und erschöpft wie Schafe, die keinen Hirten haben.

Jesus hatte Mitleid, das Leiden der damaligen Menschen ließ ihn nicht gleichgültig!

 

  • Habe auch ich ein einfühlsames Herz für die Not meiner Mitmenschen?

  • Wer ist in meiner Umgebung auf sich allein gestellt, unversorgt oder schutzlos?

  • Sehe ich die Not anderer - besonders in unserer aktuellen Lage?

 

 

Gott hat auch uns berufen, an dem Platz, wo Er uns hingestellt hat, die Frohbotschaft Jesu zu verkünden- sowohl durch unser Lebenszeugnis als auch durch unser Wort! Viele Menschen sind in unserer Zeit mutlos und traurig, können sich selbst nicht helfen und möchten am Leben verzweifeln. Daher können wir versuchen, in unserem Umfeld Not zu lindern oder Kranken nahe zu sein, z. B. durch ein aufmunterndes Wort, einen lieben Anruf oder Besuch, durch das Bereiten einer Mahlzeit oder durch den Einkauf von Lebensmitteln, Medikamenten oder anderer existentieller Dinge für Hilfsbedürftige. Manchmal sind wir vielleicht auch selbst erschöpft und müde. Jesus, lass uns dann an Deinem Herzen Ruhe finden. Schenke auch uns Menschen, die uns beistehen, wenn wir einmal selbst Schutz und Halt suchen und mache uns zu Boten Deiner Liebe, wo wir gebraucht werden.

Da sagte er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden. Bete ich täglich in diesem Anliegen Jesu um Arbeiter für seine Ernte? Erfahrungen zeigen, dass überall dort, wo z.B. in der eucharistischen Anbetung oder in den Gottesdiensten regelmäßig um Berufungen gebet wird, auch tatsächlich Berufungen von Gott geschenkt werden. Um die vielen Menschen aus allen Lebensständen und Altersstufen zu erreichen, die Gottes Liebe noch nicht kennen oder erfahren haben, braucht Jesus nicht nur die Priester und Bischöfe, sondern darüber hinaus auch weitere Mitarbeiter/-innen, die durch Taufe und Firmung ebenso mit den verschiedenen Charismen vom Heiligen Geist ausgestattet sind, um durch deren Einsatz und Dienst am Nächsten unsere Welt im Geiste Gottes ein Stück heiler und liebevoller werden zu lassen. Welche Gaben und Talente hat Gott mir geschenkt und wo setzte ich sie zum Aufbau des Reiches Gottes ein? Bitten wir unseren Herrn und Gott täglich, Arbeiter in Seine Ernte zu senden und lassen auch wir uns von Ihm gebrauchen, wo und zu welchem Dienst Er uns ruft!

Ilona Sgro,
Gemeindereferentin
IlonaSgro@web.de

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Johannnes 1, 35-42)

Der Täufer muss eine beeindruckende Persönlichkeit gewesen sein. Immerhin strömen die Menschen in Scharen in die Wüste, um ihn zu sehen, zu hören und sich taufen zu lassen.

Dabei war er alles andere als ein sanfter Schmeichler, der den Menschen nach dem Mund geredet hätte – eher im Gegenteil. Und er hat im Lauf der Zeit einen Kreis von Anhängern, Schülern und Jüngern um sich geschart.

Jetzt ist der Punkt gekommen, wo er sie auf Jesus hinweist und sie gehen lässt: „Seht, das Lamm Gottes.“ Er stellt sich in den Hintergrund, zeigt, wer oder was wichtig ist im Leben.

So sollten auch Seelsorger und Seelsorgerinnen handeln.

Es gibt einen Punkt, an dem ich Menschen, die ich begleiten durfte und die ich liebgewonnen habe, gehen lassen muss, damit sie sich weiter entwickeln können. Weil sie woanders und vielleicht bei jemand anderem mehr von dem finden können, das sie im Leben weiter bringt, das sie zu ihrem weiteren Wachstum brauchen. Ohne Eifersucht oder dem Wunsch, sie festzuhalten.

Als Eltern, Lehrer und Seelsorger zeigen wir Menschen den Weg und sollten uns dann freuen, wenn sie einen eigenen Weg finden. Das mag auch schmerzhaft sein, aber ich finde es wichtig.

Genau so ist es auch mit unserem Glauben an Jesus. Wir können den Weg aufzeigen, aber ob der Weg zu Jesus gegangen wird und wie er gegangen wird, liegt nicht mehr in unserer Verantwortung.

 

Thomas Ruland, Gemeindereferent

 

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...darum höre ich nicht auf, für euch zu danken..

Also ich kann ja über den heiligen Apostel Paulus sagen, was ich will. Dass er mir manchmal nur schwer verständlich ist. Dass er seinen Gemeinden damals ganz schön komplizierte Theologie zugemutet hat. Dass das, was er ab und zu so über die Frauen sagt, reichlich nach Macho klingt und nach reichlich antiquierten (was denn sonst?!) Rollenverständnis... Aber das fasziniert mich. Das finde ich absolut klasse: „Darum höre ich nicht auf, für euch zu danken...“ Das steht in seinen Briefen immer ziemlich am Anfang. Es hört sich für mich echt und ehrlich an. Das war ihm ernst und anscheinend ganz wichtig gleich mal zu Anfang zu sagen. Klare Ansage vor allem andern. Noch vor jeder Verkündigung, noch vor jeder Predigt, vor jeder Ermahnung: Ich bin dankbar für euch! Es ist toll, dass es euch gibt. Ich habe von Eurem Glauben gehört und dass euer Herz von Liebe überfließt und wie ihr füreinander da seid und für andere, die euch brauchen. Das ist super. Das tut mir gut! Das macht mir Mut! Danke!

„Machen wir halt das Beste draus...“,haben wir in den letzten Monaten immer wieder zueinander gesagt. Lockdown und Gottesdienstabsagen, Abstand halten und Zuhause-bleiben-müssen, unsere Lieben nicht besuchen können... „Machenwir halt das Beste draus...“ Ein bisschen Resignation schwingt schon mit. Ich kann ja das Große und Ganze nicht ändern. Die Krankheit kann ich nicht aus der Welt schaffen. Das hat so viel Bedrohliches, das bringt so viel Schmerzhaftes mit sich, das hat so bittere Konsequenzen, das alles tut manchmal so weh –ich kann es nicht ändern. Trotzdem: Nehmen wir es halt an wie es ist. Es nützt ja nichts daran zu verzweifeln. Machen wir das Beste draus.

Aber dann steckt da auch so viel an Energie drin und an Fantasie und an Hoffnung. Wenn wir schon keine Gottesdienste wie üblich mehr feiern können, dann schließen wir wenigstens die Kirchen auf. Jede und jeder soll kommen dürfen. Das ist doch das mindeste und das wenigste. Verschlossene Kirchen sind doch ein Widerspruch in sich! Das geht doch: es sind nie zu viele Menschen zu gleicher Zeit am selbst Ort und das mit dem Auf-und Abschließen lässt sich organisieren. Dann kommen andere Ideen: Mandalas werden gemalt und KiTa-Kinder schmücken unsere Kirchen und Baumscheiben werden beschriftet und ans Kreuz gelegt. Als dann pünktlich zu Weihnachten wieder Gottesdienste abgesagt werden, da tauchen auf einmal Sterne auf und leuchten in unseren Kirchen und liegen an unseren Krippen. Sie tragen unsere Handschrift. Die Handschrift von Menschen ausunserer Gemeinde: Bitte, Dank, Klage, Wünsche, Träume, Hoffnungen, Ängste –alles steht auf den Sternen. Die fallen vom Himmel auf die Erde und machen sichtbar und greifbar: Bis heute fallen die Sterne der Liebe Gottes mitten hinein in meine Welt, in meinLeben. Es ist doch gar nicht wahr, dass ERr Millionen von Lichtjahren entfernt ist. Sein Licht leuchtet mitten in all unseren Fragen und Antworten, in unseren Sorgen und Freuden, in unserem Glück und in unserer Verzweiflung. Tüten werden bereitgestellt und abgeholt. Hausgottesdienste in den eigenen vier Wänden gefeiert und auch digital geht manches besser als gedacht...

„Ja, die Leute in unserer Gemeinde, die machen wirklich das Beste draus...“,hab ich manchmal so gedacht und gesagt. Wir Hauptamtlichen müssen das eigentlich nur zulassen, unterstützen, ermöglichen, begleiten und ab und zu motivieren. Vor allem aber mitmachenund anerkennenund wertschätzenund dankbar seinund diesen Dank dann auch weiter geben!

Klingt das nicht ein bisschen zu einfach, zu optimistisch, zu rosarot? Vielleicht schon. Die Probleme bleiben ja. Nicht nur Corona. Auch die katastrophale Situation in unserer Kirche. Immer noch Missbrauch und kein Ende. Immer noch das verharren auf festbetonierte angeblich ewige Wahrheiten, anstatt dass dem Heiligen Geist Gottes endlich die Bahn frei gemacht wird, dass er auch in unserer Kirche berufen darf wen er will und wie er will: Frauen und Männer, Verheiratete und Unverheiratete. Immer noch Macht und Geld, das nicht nur den Charakter unserer Kirche verdirbt, sondern sie auch bis aufs Tiefste unglaubwürdig macht. Immer noch Ausschluss und Diskriminierung von Menschen mit anderer Meinung und anderer Lebensweise, als jene von der „reinen Lehre“ vorgeschriebenen... Ja, das gäbe es genug zu klagen und da muss zu Recht vieles weiter scharf angemahnt und eingeklagt und kritisiert werden. Ich jedenfalls möchte mich nicht damit abfinden...

Gerade dann tut mir der Paulus gut. Damals war ja auch nicht alles so einfach. Mit dem Glauben an Jesus war gerade ein Anfang gemacht. Mit der Kirche auch. Vieles war völlig neu.Dazu noch der Druck von außenbis hin zur Verfolgung. Da meint Paulus:In der Gemeinschaft mit Jesus hat Gott uns gesegnet mit allem Segen seines Geistes. Für unsere Ohren etwas kompliziert. Aber ich glaube er ist davon überzeugt, dass da wo wir mit Jesus im Bunde sind, wo wir nach ihm fragen und ihn suchen, wo wir uns von ihm beschenken lassen und weiter geben, was wir bekommen haben, dass wir da auch die Nähe Gottes so richtig zu spüren bekommen. Wo ich mit diesem Jesus in Kontakt bleibe, wo ich noch nicht fix und fertig mit ihm bin, da lässt er es mich auch spüren: Gott ist von Anfang an für uns da. Gott nimmt uns an, wie wir sind. Er lässt uns nicht fallen. Er lässt uns nicht im Stich. Er geht auch die schweren und steilen und dunklen Wege mit uns, wenn es sein muss mitten durch die Nacht. Das ist Grund zur Hoffnung, das ist der Grund unserer Hoffnung...

Die Gefahr ist ja da in dieser „Covid-Welt“, in der dramatischen Lage in unserer Stadt, in so mancher bitteren Wirklichkeit unserer Kirche und manchmal in unserem Alltags „Grau in Grau“ ein bisschen die Hoffnung zu verlieren. Paulus kannte das wahrscheinlich. Jedenfalls wünscht er, dass die Augen unseres Herzens erleuchtet werden und wir erkennen zu welcher Hoffnung wir berufen sind. Ja, das wünsche ich unsauch: Augen auf, Herz auf! Damit wir erkennen, spüren, schmecken, begreifen für was wir eigentlich alles danke sagen können! Die kleine Übung auf die uns vor ein paar Jahren ein junger Priester aufmerksam gemacht hat, hilft mir: Jeden Tag mindestens fünf gute Gründe finden wofür ich danke sagen kann. Wenn mir die Übung gelingt geht es mir besser. Ich wünsche es Ihnen von Herzen!

Georg Lichtenberger

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2021 weniger Torte?

„Ich bin ein Nichts. Ein wertloses Stück Dreck. Ein Abfallkübel, bis über den Rand angefüllt mit schlechten Gedanken, schlechten Gefühlen und schlechten Träumen. (…) Obendrein bin ich unansehnlich. Unschön. Ungustiös. Und dick.“ So beschreibt sich eine Patientin von Sigmund Freud in dem Roman von Robert Seethaler „Der Trafikant“.

Vom Vater verhätschelt, von der Mutter nie geliebt, von den Ehemännern betrogen und verlassen, hat sie ihren Kummer unter einem Berg von Pasteten und Kirschkuchen zu begraben versucht.

 

„Aber mittlerweile schäme ich mich vor meinem eigenen Spiegelbild. (…) Ich schäme mich für alles, was ich tue, habe und bin.“ Und Freud wäre nicht Freud, würde er nicht fragen: „Wie steht es mit der Lust?“ Lust empfände sie noch beim Essen von großen Tortenstücken.

 

„Die Scham und die Lust sind wie Geschwister, die Hand in Hand durchs Leben gehen – wenn man sie nur lässt. Bei ihnen gedeiht nur eines der Geschwisterchen, während das andere verkümmert und allerhöchstens in irgendwelchen Konditoreien zu seinem Recht gelangt.“ Und entgegen seiner Absicht, Ratschläge in seiner Praxis zu erteilen, kommt das Rezept: „Hören Sie auf, Torten zu essen!“

Tatsächlich ist das Handeln, das Verändern äußerer Umstände ein wichtiger Weg, auch innerlich zu gesunden. Allerdings klingt das mit den Torten auch sehr nach einem der vielen guten Vorsätze, die man sich an Neujahr gibt. Weniger Stress, mehr Sport, weniger hiervon, mehr davon usw. – Und leise ahnt man: Quantifizierbare Kategorien sind eigentlich nicht hilfreich für die Seele, die sich nicht in Kilo oder Sekunden bemisst.

Was dann? Das Tagesevangelium (Joh 1,19-28)

führt auf eine Spur. „Wer bist Du?“ wird dort Johannes der Täufer gefragt:

Er bekannte und leugnete nicht; er bekannte: Ich bin nicht der Christus. Sie fragten ihn: Was dann? Bist du Elija? Und er sagte: Ich bin es nicht. Bist du der Prophet? Er antwortete: Nein. Da sagten sie zu ihm: Wer bist du? Wir müssen denen, die uns gesandt haben, Antwort geben. Was sagst du über dich selbst? Er sagte: Ich bin die Stimme eines Rufers in der Wüste: Ebnet den Weg für den Herrn!, wie der Prophet Jesaja gesagt hat.

Das Unverwechselbare an Johannes, seine Bestimmung findet er im Verweis auf den Größeren. Er lässt sich an Gott binden, es ist seine Identität ein Stück des Weges Gottes zu sein. Er muss sich nicht ständig mit sich beschäftigen, er ist Verweis, Zeuge und Teil des Größeren, frei davon, sich aus sich selbst bestimmen zu müssen.

Teil von etwas Größerem sein, sich seines Platzes im großen Weg Gottes bewusst zu werden – das ist eines zweier anderer Geschwisterchen, das auch immer wieder einmal zu verkümmern droht. Das „Geschaffen sein“ scheint sich nicht so gut zu vertragen mit dem Geschwisterchen des „Schaffens“, sein Leben selbstbestimmt in die Hand zu nehmen.

Würde und Wichtigkeit ist uns geschenkt. Für diese Bestimmung, für diese Identität brauchen wir nichts tun. Können wir auch gar nicht.

Zu diesem wunderbaren Geschenk gehört aber auch die Aufgabe, diese Freiheit der Kinder Gottes mit Leben zu füllen, diesen Verweis auf Jesus Christus, den Johannes der Täufer lebt, mit Leben zu füllen.

Mit Leben füllen, gelegentlich - und das wird recht verstanden auch dazugehören - auch mit Torte.

Zum 2. Januar 2021, Tobias Gfell

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Neujahr

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Der rechte Glauben (1 Joh 2,18-21)

Impuls zur Lesung am 31. Dezember 2020 Hl. Silvester I (Jahreskreis I)

18 Meine Kinder, die letzte Stunde ist da. Ihr habt gehört, dass der Antichrist kommt, und jetzt sind viele Antichriste aufgetreten. Daran erkennen wir, dass die letzte Stunde da ist. 19 Sie sind aus unserer Mitte gekommen, aber sie haben nicht zu uns gehört; denn wenn sie zu uns gehörten, wären sie bei uns geblieben. Es sollte aber offenbar werden, dass sie alle nicht zu uns gehören. 20 Ihr habt die Salbung von dem, der heilig ist, und ihr alle wisst es. 21 Ich schreibe euch nicht, weil ihr die Wahrheit nicht kennt, sondern weil ihr sie kennt und weil keine Lüge von der Wahrheit stammt.

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„Prophetin Hanna“

Evangelium nach Lukas Kapitel 2, 36-40

36 Damals lebte auch Hanna, eine Prophetin, eine Tochter Penuëls, aus dem Stamm Ascher. Sie war schon hochbetagt. Als junges Mädchen hatte sie geheiratet und sieben Jahre mit ihrem Mann gelebt; 37 nun war sie eine Witwe von vierundachtzig Jahren. Sie hielt sich ständig im Tempel auf und diente Gott Tag und Nacht mit Fasten und Beten. 38 Zu derselben Stunde trat sie hinzu, pries Gott und sprach über das Kind zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten. 39 Als seine Eltern alles getan hatten, was das Gesetz des Herrn vorschreibt, kehrten sie nach Galiläa in ihre Stadt Nazareth zurück. 40 Das Kind wuchs heran und wurde stark, erfüllt mit Weisheit und Gottes Gnade ruhte auf ihm.

Die Prophetin Hanna ist gerade im richtigen Moment im Tempel, um Jesus zu begegnen, ja sie geht auf ihn zu. Ist es Ihnen auch schon so gegangen, dass Sie eine wunderbare Begegnung hatten und davon so erfüllt sind, dass Sie anderen davon erzählen müssen. Hanna preist Gott für diese besondere Begegnung und erzählt es allen, die sich auch danach sehnen. Sie macht mir Mut, auf solche Begegnungen zu vertrauen und mich davon überraschen und beschenken zu lassen. Vielleicht überlegen Sie mal, von was Sie erfüllt sind und wem sie davon erzählen wollen.

Markus Schütz, Pastoralreferent

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Fest der Unschuldigen Kinder

Mt 2,13-18

 

Josef träumt – und sein Traum hat Folgen. Er muss fliehen!

 

Träume spielen in der Bibel eine grosse Rolle. Jakob träumt von der Himmelsleiter. In der Josefsgeschichte träumen eine ganze Reihe von Leuten, der Bäcker, der Mundschenk und selbst der Pharao. Und im Neuen Testament träumt Josef – und nicht zum ersten Mal.

Erst wird ihm im Traum gesagt, dass er zu Maria stehen soll, später dann, dass er mit ihr und dem Kind nach Ägypten fliehen soll. Und die „Entwarnung“ wird auch im Traum übermittelt.

Alle Träume haben Folgen für die Menschen, wenn es auch manchmal anderer Menschen bedarf, die den Traum erklären.

Für die Menschen der damaligen Zeit waren Träume Botschaften Gottes an die Menschen.

Es scheint, als ob wir da etwas verloren hätten, wenn ich auch selber nicht so genau weiss, was? Ich merke, welche Schwierigkeiten ich selbst mit dem Thema habe. Das klingt auch im Sprichwort: „Träume sind Schäume“ oder in Sätzen wie Träume sind etwas für Psychologen oder Therapeuten.

Vielleicht müssen wir wieder lernen, neu auf unsere Träume zu hören, sensibler werden für ihre Botschaft, die manchmal in ihnen steckt.

Vielleicht müssen wir auch einfach wieder träumen lernen.

 

Thomas Ruland, Gemeindereferent

 

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Impuls zum Evangelium am Fest der Heiligen Familie – Lesejahr B

Das Zeugnis des Simeon und der Hanna (Lk 2,22-40)

 

22 Als sich für sie die Tage der vom Gesetz des Mose vorgeschriebenen Reinigung erfüllt hatten, brachten sie das Kind nach Jerusalem hinauf, um es dem Herrn darzustellen, 23 wie im Gesetz des Herrn geschrieben ist: Jede männliche Erstgeburt soll dem Herrn heilig genannt werden. 24 Auch wollten sie ihr Opfer darbringen, wie es das Gesetz des Herrn vorschreibt: ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben.

 


 

25 Und siehe, in Jerusalem lebte ein Mann namens Simeon. Dieser Mann war gerecht und fromm und wartete auf den Trost Israels und der Heilige Geist ruhte auf ihm. 26 Vom Heiligen Geist war ihm offenbart worden, er werde den Tod nicht schauen, ehe er den Christus des Herrn gesehen habe.

 

27 Er wurde vom Geist in den Tempel geführt; und als die Eltern das Kind Jesus hereinbrachten, um mit ihm zu tun, was nach dem Gesetz üblich war, 28 nahm Simeon das Kind in seine Arme und pries Gott mit den Worten:

 

29 Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. 30 Denn meine Augen haben das Heil gesehen, 31 das du vor allen Völkern bereitet hast, 32 ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel.

 

33 Sein Vater und seine Mutter staunten über die Worte, die über Jesus gesagt wurden. 34 Und Simeon segnete sie und sagte zu Maria, der Mutter Jesu: Siehe, dieser ist dazu bestimmt, dass in Israel viele zu Fall kommen und aufgerichtet werden, und er wird ein Zeichen sein, dem widersprochen wird, - 35 und deine Seele wird ein Schwert durchdringen. So sollen die Gedanken vieler Herzen offenbar werden.

 

36 Damals lebte auch Hanna, eine Prophetin, eine Tochter Penuëls, aus dem Stamm Ascher. Sie war schon hochbetagt. Als junges Mädchen hatte sie geheiratet und sieben Jahre mit ihrem Mann gelebt; 37 nun war sie eine Witwe von vierundachtzig Jahren. Sie hielt sich ständig im Tempel auf und diente Gott Tag und Nacht mit Fasten und Beten. 38 Zu derselben Stunde trat sie hinzu, pries Gott und sprach über das Kind zu allen, die auf die Erlösung Jerusalems warteten.

 

39 Als seine Eltern alles getan hatten, was das Gesetz des Herrn vorschreibt, kehrten sie nach Galiläa in ihre Stadt Nazaret zurück. 40 Das Kind wuchs heran und wurde stark, erfüllt mit Weisheit und Gottes Gnade ruhte auf ihm.

 

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2. Weihnachtsfeiertag

Weihnachten hat im Grunde genommen zwei Seiten. Eine frohe und stimmungsvolle, die durch Lichtschein und Engelsgesang zum Ausdruck kommt. Daneben aber auch eine ernste. Das wird deutlich durch die Begleitumstände der Geburt Jesu, unter denen auch viel Hartes und Grausames dabei ist. Denn Gottes Sohn wird geboren mitten in den Sturm der Zeit hinein: nicht zu Hause, sondern in der Fremde, als Kind armer Leute. Und schon bald wird er verfolgt von den Mächtigen seiner Zeit, sodass die Familie mit dem Jesus-Kind ins Ausland, nach Ägypten fliehen muss (vgl. Mt 2,14). Der schweizerische Schriftsteller Kurt Marti dichtete einmal folgende Verse: „Nicht Ägypten ist der Fluchtpunkt der Flucht. Das Kind wird gerettet für härtere Tage. Fluchtpunkt der Flucht ist das Kreuz.“ Der Fluchtpunkt des Lebens Jesu, wo alle Linien zusammenlaufen, ist das Kreuz. Es ragt bereits über der Krippe empor. Auf vielen künstlerischen Darstellungen ist das bewusst so dargestellt. Krippe und Kreuz stehen in einem inneren Zusammenhang. Da machen sich die beiden Seiten von Weihnachten bemerkbar: die frohe und ernsthafte. Weihnachten bedeutet nicht nur Glück und Frohsinn, sondern es geht auch um den buchstäblich tödlichen Ernst der Nachfolge Jesu.

 

In diesem Jahr steht Weihnachten, mit der Krippe Jesu im Zentrum, ganz unter dem Zeichen der Corona-Krise. Wir feiern Weihnachten unter erheblichen Einschränkungen. Das Feiern in der Familie oder andere gewohnte Bräuche müssen notwendigerweise klein gehalten werden oder ganz entfallen. Auf das öffentliche Gottesdienst-Feiern müssen wir leider verzichten. So gesehen ist uns an diesem Weihnachtsfest gewissermaßen ein Kreuz auferlegt. Wir betrachten die Krippe unter dem Kreuz der Corona-Pandemie, die uns schwer zu schaffen macht. So kommt in diesem Jahr die ernsthafte Seite von Weihnachten deutlicher zum Tragen, mehr als uns lieb ist. Diese ernsthafte Seite zeigt sich aber vor allem auch in dem Märtyrer Stephanus, den wir am heutigen Tag feiern. Stephanus zeigt, auf welche Weise ein Christ Frieden stiften kann. Weihnachten gilt als „Fest des Friedens“. Und damit dies auch erfahrbar werden kann, braucht es mehr als nur schöne Worte und Bräuche. Es braucht einen ernsthaften Einsatz, bis zum Einsatz des eigenen Lebens, wie wir gerade an Stephanus sehen. Diesen braucht es in einer Welt, die aktuell nicht nur von der Corona-Krise geplagt ist, sondern immer wieder auch von Krieg, Gewalt und Terror. Die blutigen Terrorattacken Anfang Oktober in Dresden, Ende Oktober in Nizza, Anfang November in Wien oder zuletzt auch in Trier, sind nur einige Beispiele dafür, dass es in der Welt alles andere als friedlich zugeht.

 

Die aktuelle Corona-Krise mit allen ihren Folgen zieht natürlich ständig die Aufmerksamkeit auf sich. Doch darüber hinaus dürfen auch die anderen Probleme nicht vergessen oder übersehen werden. Viele Menschen sind nach wie vor auf der Flucht und leiden an den Folgen von Krieg, Gewalt und Terror in ihren Heimatländern. Auch in unseren Kreisen leiden Menschen, deren Familien- und Freundeskreise aufgrund von Streit und Konflikt zerrissen und gespalten sind. Dafür gilt es immer wieder aufmerksam zu sein. Gerade jetzt an Weihnachten, dem „Fest des Friedens und der Liebe“. Ja, Weihnachten gilt auch als „Fest der Liebe“. Und zwar deswegen, weil Gott uns seine Liebe schenkt. Aus Liebe wird Gott Mensch, um bei uns Menschen zu sein. Er wird einer von uns, um alle Höhen und Tiefen des menschlichen Lebens zu erfahren und daran teilzunehmen. Er setzt sich den Verhältnissen der menschlichen Welt aus, so wie sie sind. Und dabei stößt er, der die Liebe ist, auf Unliebe, auf Ablehnung und Gewalt. Krippe und Kreuz leuchten hierbei auf. Gott wird aus Liebe Mensch und begibt sich als kleines Kind in eine Krippe. Er kommt in eine dunkle Welt voller Unliebe und Unfrieden. Diese erfährt er hart und grausam, bis hin zum Kreuz. Doch in Liebe nimmt Gott die Dunkelheiten in der Welt an, um sie in Licht zu verwandeln. Den Tod nimmt er an, um ihn zu durchbrechen und neues Leben zu schaffen. Er wird Mensch, um das Menschsein zu erneuern. Gott setzt darauf, dass die Liebe stärker ist als der Tod. Er vertraut darauf, dass seine ohnmächtige Liebe über alle so mächtige Gewalt siegen wird. In der Krippe und im Kreuz Jesu zeigt sich, dass das scheinbar so mächtige Unrecht nicht über den ohnmächtigen Gerechten, der leidet, siegt. Auch wenn sie viel zu erleiden hat, siegt die Liebe letztlich doch über die Unliebe. Dafür geben auch die Märtyrer ein hervorragendes Zeugnis. Sie tragen Gottes Liebe in die Welt. Dafür geben sie sich förmlich hin. Sie erleiden quasi das gleiche Schicksal wie Jesus am Kreuz. Stephanus stirbt einen ähnlichen Tod wie Jesus. Auch er wird zur Stadt hinaus getrieben und dort unter falschen Zeugen zu Tode gebracht. Und wie Jesus sich im Sterben Gott anvertraut hat, so vertraut sich Stephanus Jesus an (vgl. Apg 7,57ff.).

 

Von der Urkirche an bis heute gibt es viele, ungezählte „Stephanuse“. In unserer Zeit gibt es sie dort, wo Christen aufgrund ihres Glaubens verfolgt und getötet werden. So etwa in Nigeria, wo viele unter dem schrecklichen Boko-Haram-Terror leiden, oder in Ägypten, Syrien und Irak, wo Bürgerkriege und der IS-Terror ihr Unwesen treiben, oder in anderen Ländern des Nahen und Mittleren Ostens, wo Christen verfolgt und der christliche Glaube – teilweise noch unter staatlicher Mithilfe – systematisch ausgelöscht werden soll. Überall da gibt es viele bekannte und unbekannte Opfer menschlicher Willkür und Gewalt. An ihnen bewahrheitet sich, was Jesus im heutigen Evangelium seinen Anhängern sagt: „Ihr werdet um meinetwillen vorgeführt und gehasst werden, damit ihr vor den Heiden Zeugnis geben könnt“ (Mt 10,18.22). Märtyrer wie Stephanus, wie es sie zu allen Zeiten gab und gibt, sind Zeugen dafür, was Gott will und was er als einzige Chance für die Menschen und darüber hinaus für das Leben auf Erden überhaupt sieht: Menschwerdung. Gott selber wird Mensch, um Liebe zu den Menschen zu bringen. Die Märtyrer reiben sich dafür auf, um diese Liebe Gottes in der Welt sichtbar zu machen. Das tun sie unter dem Einsatz ihres ganzen Lebens. Sie leben ihren Glauben an Jesus Christus, in dem Gottes Liebe Mensch geworden ist. Dabei stoßen sie immer wieder auf Unliebe, auf Hass und Ablehnung. Doch indem sie ihren Glauben in Liebe leben, tragen sie Liebe und Licht in die dunkle Welt, die oft so voller Unliebe und Unfrieden ist.

 

Weihnachten, das Fest der Liebe und des Friedens, ruft uns alle dazu auf, Licht und Liebe in die Welt von heute hineinzutragen. Dazu wird uns heute das Beispiel des Stephanus vor Augen geführt. An ihm dürfen wir uns ausrichten, ihn zum Maßstab nehmen. Er ist Diakon, was wörtlich übersetzt „Diener“ heißt. Wenn wir einander dienen, dann kann schon viel Böses von vornherein vermieden werden, dann schaffen wir eine Situation, in der es keine Verlierer, sondern nur Gewinner gibt. Durch das gegenseitige Dienen, Helfen und Unterstützen profitieren wir alle voneinander. Stephanus stirbt als Märtyrer, als „Blutzeuge“ für seinen Glauben. Es zeichnet ihn aus, dass er bewusst auf Gewalt verzichtet, obwohl ihm selber so viel Gewalt angetan wird. Wer Gewalt mit Gewalt beantwortet, gießt immer nur noch mehr „Öl ins Feuer“, so kann es letztlich nie zu Frieden und Versöhnung kommen. Ein christlicher Märtyrer, den Stephanus verkörpert, ist ein Märtyrer der Gewaltlosigkeit. Er verzeiht sogar seinen Mördern und betet förmlich mit seinem letzten Atemzug für sie (vgl. Apg 7,60). Allein solche Vergebung kann Frieden stiften, wo viel Hass und gegenseitige Verletzung im Spiel sind.

 

Dazu braucht es jedoch viel Kraft. Von alleine schaffen wir es kaum, solche Art von Vergebung zu üben. In Stephanus ist eine bestimmte Kraft wirksam. Es ist die Kraft des Wortes und des Kreuzes, die Kraft der Versöhnung durch Leidensbereitschaft. Ja, vergeben zu können, auch im persönlichen Bereich, ist letztlich ein Werk der Gnade Gottes! Aus eigener Kraft vermögen wir das nicht, nur in der Nachfolge des in der Krippe geborenen und am Kreuz gestorbenen Jesus. So feiern wir heute den Glaubenszeugen Stephanus. Er ist für uns ein Vorbild, was es heißt, den Glanz von Weihnachten erfahrbar werden zu lassen, also Liebe und Frieden in die Welt zu tragen. Doch mehr noch feiern wir die Kraft der Gnade Gottes, die in ihm gewirkt hat. Und diese Gnade Gottes ist mit der Geburt Jesu auf der Welt erschienen (vgl. Tit 1,11), um bei uns zu sein, ja um auch in jedem einzelnen von uns zu wirken. Nehmen wir dieses Geschenk der Gnade Gottes an! Wenn wir uns ihr aussetzen, sie an uns heranlassen und uns von ihr formen lassen, dann gelingt es uns auch, Menschen der Liebe und des Friedens zu werden. Dann werden wir fähig zur Vergebung, dort wo wir Wunden tragen oder Unrecht spüren. Wenn wir die Gnade Gottes, das eigentliche Geschenk von Weihnachten, zur Grundlage unseres Lebens machen, dann kann Gott in uns wirken. Dann sind wir seine Werkzeuge, durch die er den Frieden in der Welt wirkt. Dann wird Weihnachten, die Frucht der Menschwerdung Gottes erfahrbar.

 

So wünsche ich Ihnen allen eine gesegnete und friedliche Weihnachtszeit!

 

Thomas Stricker, Kaplan

 

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…und das Licht leuchtet in der Finsternis

In Weihnachten steckt „Nacht“ drin. Wie so oft kommen mir Bilder und Gefühle aus der Kindheit in den Sinn. Ja, die Nacht hatte schon was Unheimliches. Im Dunkel in den Keller gehen müssen war nicht „vergnügungssteuerpflichtig“, auch wenn es natürlich elektrisches Licht gab. Aber manchmal war es da unten kaputt, oder halt einfach düster und unheimlich. Nachts allein im Wald. Das hatte auch eher etwas Beklemmendes und jedenfalls nicht viel Romantisches. Nacht – Dunkelheit – Angst, irgendwie gehört das für mich zusammen. Bis heute.

Heute ist es nicht so sehr die Nacht, die draußen hereinbricht, wenn die Sonne untergeht. Es sind andere Nächte und es ist eine andere Dunkelheit, die ich mit Angst verbinde. In dieser Zeit auch nicht so sehr die Angst, dass ich mich anstecken könnte. Es ist eher die Angst um andere. In dieser (Weih-)Nacht gehen meine Gedanken zu Menschen, die mir lieb und teuer sind. Um die habe ich Angst. Menschen, von denen ich weiß, dass es für sie gefährlich sein könnte, wenn sie sich anstecken würden. Meine Gedanken gehen zu jenen, die Angst haben, weil sie um Luft ringen in unseren Kliniken und zu Angehörigen die zwischen Hoffen und Bangen ohnmächtig zu Hause sitzen, manchmal ohne die Möglichkeit überhaupt mit ihren Kranken in Kontakt zu sein, geschweige denn sie zu begleiten. Meine Gedanken gehen zu jenen, die in der Pflege und in der medizinischen Betreuung in unseren Kliniken und Heimen für kranke Menschen da sind. Oft über die Grenze jeder Belastbarkeit hinaus. Das macht mir Angst, das macht mir das Herz eng – auch in dieser Nacht…

 

Ich schaue hinaus in die Dunkelheit. In dieser Nacht gehen meine Gedanken auch zu jenen, für die es kein Weihnachten gibt in Moria und anderen Flüchtlingslagern, zu Menschen, die keine Herberge finden, für die Türe verschlossen bleiben. Um sie habe ich auch Angst – und um eine Welt, die sich im Großen und Ganzen wenig darum schert, die mit den eigenen Nöten beschäftigt ist, oder mit den eigenen Interessen, der es ziemlich egal ist, wer auf irgendeiner Insel an die Tür klopft, oder im schaukelnden Kahn auf dem Meer treibt…

 

Ich schaue hinaus in die Dunkelheit. In vielen Fenstern leuchten Lichter. Je nach Geschmack mal fast lichtorgelhaft-blinkend über viele Fenster einer Wohnung verstreut, grell leuchtend, oder manchmal etwas verhaltener. In vielen Fenstern leuchten Lichter und erzählen von der Sehnsucht auch in mir nach Licht in der Nacht, nach einem Hoffnungsschimmer in aller Angst, nach einem warmen Leuchten in kalter Dunkelheit.

 

Im März haben wir angeregt Lichter in die Fenster zu stellen. Jeden Abend um halb acht, wenn die Glocken läuten und zum Gebet einladen und dazu aneinander zu denken in dieser schweren Zeit. In manchen Kirchen läuten die Glocken bis heute jeden Abend um halb acht. Aus manchen Fenstern leuchten die Lichter einer kleinen Kerze bis heute. Das geht mir unter die Haut. Menschen beten füreinander. Menschen denken aneinander. Menschen schicken sich von Fenster zu Fenster, von Haus zu Haus, auch über viele Kilometer hinweg und durch alles „Abstand-halten-müssen“ hindurch viele gute Gedanken und Wünsche. „Du bist nicht allein! Wir sind nicht allein! Ich bin nicht allein“, flüstern die kleinen Kerzen hinaus in die Nacht. Weil das so ist und Menschen aneinander denken und sich nicht allein lassen, deswegen wird die Nacht dann auch „geweiht“ mit ganz vielen Gebeten, Wünschen, mit der geflüsterten Botschaft der Nähe – so wird Nacht zur Weih-Nacht…

 

Niemand soll allein sein. In keiner Nacht des Lebens. An keinem finsteren Ort. Nicht in unseren Kliniken und Heimen und auch nicht in den Wohnungen unserer Stadt. Nicht in Moria, in keinem Flüchtlingslager und erst recht nicht im schaukelnden Boot auf dem Meer und ganz bestimmt nicht dort wo Gewalt und Krieg herrscht. Ein kleines Licht ins Fenster stellen. Aneinander denken. Füreinander und miteinander beten: Wir sind nicht allein, Du bist nicht allein, ich bin nicht allein…

„Welt ging verloren, Christ ist geboren…“ singen wir in diesem Jahr nicht lauthals und fröhlich im großen Chor in unseren Kirchen. Vielleicht summen wir es diesmal eher leise vor uns hin, zu Hause oder in unseren offenen Kirchen ohne Gottesdienste. Aber hoffentlich geht uns die „Melodie“ nicht verloren. Es ist Gottes Melodie, dass er uns und die ganze Welt eben nicht verloren gibt, dass er gerade dann zur Welt kommt, wenn diese verloren scheint. Dass er gerade zu mir kommt, wenn es mir Angst und Bange wird in der Nacht…

 

Nein, es ist mehr als das Pfeifen im Wald. Wer schon mal nachts allein durch den Wald gelaufen ist, der kennt das Gefühl, wie das ist, wenn dann die ersten Lichter auftauchen. Manchmal weiß ich es noch gar nicht so genau: „Ist das da vorne wirklich ein Licht? Ist da ein Haus? Sind da Menschen? – Ja, tatsächlich. Gott sei Dank!“ Erleichterung macht sich breit. Aufatmen. Da ist jemand. Auch wenn es fremde Häuser und Menschen sind und ich tatsächlich dort kaum anklopfen würde. Allein die Tatsache, dass da jemand ist, dass ich notfalls dort klingeln könnte – das lässt mich beruhigt durchatmen.

 

Die Weihnachtsgeschichte in der Bibel ist voll davon: Menschen auf ihrem Weg durch die Nacht mit all ihren Zweifeln, Fragen und Ängsten. Die Ungewissheit eines jungen Paares. Ein Kind das geboren werden muss ohne fremde Hilfe, ohne Dach über dem Kopf. Irgendwo in der Wildnis, in einem Verschlag oder einer Höhle. Ein Stern, der den Weg zeigt und ein Kind, das denen die es sehen und begreifen wollen zeigt und sagt: Ihr seid nicht allein! Gott ist längst da! Er muss nicht erst gepredigt, erklärt, gefeiert, ja nicht einmal geglaubt werden…. Nicht weil wir es uns so wünschen, sondern weil ER das so will, ist er ganz nahe bei uns. Immer und überall. Uns näher als der eigene Herzschlag! Erst recht und ganz besonders, wenn für uns Lichter ausgehen, wenn uns Dunkelheit umgibt und Angst und Sorgen. Er lässt uns nicht allein. Unglaublich, aber wahr!

 

Gott kommt als Kind in diese Welt. Nicht als frommer Gedanke, nicht als Glaubenssatz, nicht als Dogma, als Mensch kommt er zu uns. Wo Menschen an diesem besonderen Weihnachtsfest füreinander da sind, aneinander denken, füreinander beten, sich nicht allein lassen in der Nacht, auch nicht in unseren Kliniken und Heimen, wo Menschen sich gegenseitig in ihren Gedanken und Herzen halten und so ein Licht für andere in das Fenster ihres Lebens stellen, da wird es Weihnachten. Ich wünsche es Ihnen von Herzen - und dass, das Licht leuchtet in der Finsternis….!

 

Georg Lichtenberger

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Heiligabend

In der Dunkelheit und Hoffnungslosigkeit (der Pandemie) geht eine Tür auf.

Licht zieht die Augen auf sich, von weitem sichtbar.

Es flackert und lockt in der Spalte, man kann sich ihm nicht entziehen.


Die Gedanken schweifen,

der Bauch zieht sich zusammen

und das Herz schlägt schneller.

Öffne die Tür und trete ein.

Ist da Jemand?

Bin ich willkommen?

Wo bin ich gelandet?

Es ist seltsam, unerklärlich, doch bekannt und heimelig.

Ich bin … Daheim, zu Hause bei mir.

Das Herz geht mir auf:

Jesus der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes,

Mein Freund und Retter ist da.

Es ist Heilig Abend: Er ist in meinem Herzen geboren,

nun bin ich geborgen.

 

Josef Fodor

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Vierter Adventssonntag

Alle vier Kerzen am Adventskranz brennen. Das ist ein sichtbares Zeichen, dass Weihnachten, das Fest der Geburt Jesu, unmittelbar bevorsteht, das wir leider aufgrund der sehr dramatischen Corona-Situation nicht wie gewöhnlich mit Gottesdiensten in unseren Kirchen feiern können. Jetzt sind wir noch in der vorweihnachtlichen Zeit. Gleichsam „vorweihnachtlich“ geht es auch im Evangelium dieses vierten Adventsonntages zu. Bevor Jesus geboren wird und sein öffentliches Heilswirken beginnt, geht es um Maria. Sie steht zunächst im Mittelpunkt. Maria wird in den Heilsplan Gottes eingebunden. Dabei soll sie eine entscheidende Rolle spielen. Das Ganze geschieht im Rahmen einer Berufungsgeschichte.

Immer wieder im Laufe der Heilsgeschichte hat Gott Menschen zu einem besonderen Auftrag berufen: Als Propheten, Volksführer, Könige, Lehrmeister, Gesetzgeber oder Glaubensboten. Die wohl großartigste Berufung bekam Maria, wie sie beim Evangelisten Lukas geschildert wird. Maria soll die Mutter von Jesus werden, Mutter des Erlösers, „Mutter Gottes“. Es lohnt sich ihre Berufungsgeschichte mal etwas näher anzuschauen. Sie lehrt uns vieles, was allgemein für Berufungen gilt; auch für jene Berufung, die Gott an uns richtet! Von der Berufung Marias können wir etwas für unser eigenes Leben mitnehmen. Da empfängt ein Mensch eine Botschaft. Damit beginnt jede „Berufung“: mit einem „Ruf“, der von Gott ergeht. Gott meldet sich, er macht den Anfang. Und der Mensch spürt, dass er angesprochen wird. Maria wird sogar direkt vom Engel Gabriel, dem „Boten Gottes“, angesprochen (vgl. Lk 1,28). Ein Engel taucht plötzlich auf und überbringt eine Botschaft. Die erste Reaktion darauf ist Erschrecken. Der Grund dafür ist nicht so sehr der Engel, der ein ungewöhnliches Wesen ist und mit dem man nicht unbedingt rechnet, sondern vielmehr die Botschaft, die er bringt. Sie erscheint rätselhaft und geheimnisvoll. Maria fragt sich: Was bedeutet wohl diese Anrede, dieser Gruß: du „Begnadete“? (Lk 1,28).

Das zeigt: Wenn Gott sich meldet, überrascht er den Menschen. Er ist ganz anders, als man ihn sich vorgestellt hat. Was er will, wirft eigene Pläne über den Haufen. Es durchbricht den Fluss des Gewohnten. Und das erschreckt im ersten Moment – eine allzu menschliche Reaktion. Und dennoch: bei allem Ernst der Herausforderung, die in diesem Ruf liegt, entspringt der Ruf doch der Liebe Gottes. Daher spricht der Engel zu Maria: „Fürchte dich nicht, du hast bei Gott Gnade gefunden!“ (vgl. Lk 1,30). Es ist die Gnade und Liebe Gottes, die da ruft. Das vertreibt die Furcht und den Zweifel. Nun ist Maria bereit, den Auftrag zu hören. Sie ist dazu bestimmt, Mutter des Herrn zu sein. Damit wird sie zum Ausgangspunkt gewaltiger Heilsereignisse. Durch sie will Gott Mensch werden und in die menschliche Sphäre eintreten. Mit der Menschwerdung Gottes, die wir an Weihnachten feiern, beginnt das Heil-Werden des Menschen. Maria nimmt hierbei eine zentrale Rolle ein. Es ist nicht verwunderlich, dass sie im ersten Moment nicht alles versteht. Sie hat daher zunächst Einwände: Ein Kind zu empfangen, Mutter des Herrn zu sein – „Wie soll das geschehen, da ich keinen Mann erkenne?“ (Lk 1,34).

Gewisse Zweifel haben und Fragen stellen – das tut wohl jeder, der eine Berufung erlebt. Es gehört dazu. Oft scheint das, was Gott mit uns vorhat, über unsere menschlichen Kräfte hinauszugehen. Man kann sich nicht wirklich vorstellen, wie es gelingen soll. Doch es gilt sich klar zu machen: Wenn Gott ruft, dann darf man nicht nur auf die eigenen Kräfte schauen. Wenn von innen heraus der Ruf klar ist, muss man es Gott selber zutrauen, dass er das Entscheidende bewirkt. Das soll nun keine Beruhigung sein, sondern vielmehr eine neue Herausforderung: mich auf Gott zu verlassen, statt auf meine Kräfte und Fähigkeiten, die begrenzt sind. Maria ist diejenige, die uns hier Mut machen kann. Denn sie lässt sich schließlich ganz und gar auf Gott ein: „Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe wie du es gesagt hast“ (Lk 1, 38). Damit stellt Maria ihren eigenen Willen zurück und macht sich zur Dienerin Gottes. Sie sagt „ja“ zu Gott, indem sie dem Plan Gottes, den ihr der Engel Gabriel mitteilt, zustimmt. Als die kleine, demütige Magd vertraut sie nicht ihren Fähigkeiten, sondern den Fähigkeiten Gottes, die aus Kleinem etwas ganz Großes machen können.

So hört sie auch die Worte: „Für Gott ist nichts unmöglich“ (Lk 1,37). Selbst das größte Wunder kann geschehen: dass Gott Mensch wird. Durch sie, die junge Frau aus der kleinen, unbedeutenden Stadt Nazareth, kommt Gott auf die Welt. Da geschieht ein absoluter Neuanfang, der Beginn einer neuen Schöpfung. Der wahre Ursprung von Jesus liegt in Gott, nicht in der Abfolge der menschlichen Generationen. Wie alles, was Gott tut, ist auch die Geburt von Jesus eine Tat des Heiligen Geistes, nicht die Leistung von Menschen! So sagt der Engel zu Maria: „Der Heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten“ (Lk 1,35). Dass Gott Mensch wird, ist nicht die Tat von Maria, sondern das Wirken des Heiligen Geistes. Es ist die Initiative Gottes selbst. Maria ist dabei nur das Werkzeug. Das Entscheidende bewirkt Gott selbst. Wenn man das einmal begriffen hat: dass es nicht auf die eigenen Leistungen, sondern auf die Zustimmung zu Gottes Wirken ankommt, dann ist man bereit – wie Maria – „ja“ zu sagen. Dieses einfache „Ja – mir geschehe...“ ist nun der Ausgangspunkt für großartige Ereignisse. Immer wieder hängen die großen Taten Gottes am schlichten, bedingungslosen „Ja“ eines Menschen. Und dieses „Ja“ ist mehr ein Zulassen und Zustimmen als eigene Leistung. Das meiste bewirkt Gott selbst. Er tut es aber nicht an unserer menschlichen Freiheit vorbei. Er bindet uns dabei mit ein, indem er unsere Zustimmung und unser Mitwirken sucht.

Wenn wir das Stichwort „Berufung“ hören, denken wir meistens zuerst an die großen Berufungen zu besonderen Aufgaben und Werken, die es im Laufe der Geschichte des Christentums gegeben hat. Doch es darf nicht vergessen werden, dass es auch eine einfachere und allgemeinere Berufung gibt, nämlich als Christ zu leben. Das ist tatsächlich eine Berufung und erfordert eine Entscheidung. Denn Christ zu sein ist in der heutigen Zeit alles andere als selbstverständlich. Die Berufung zum Christsein kommt einer Lebensaufgabe gleich. Es ist sowohl eine großartige als auch eine sehr alltägliche Aufgabe. Gerade in dieser Hinsicht kann Maria so etwas wie das „Urbild“ der christlichen Berufung sein. Beispielhaft zeigt ihr Leben, worauf es ankommt. Denn ihr Leben steht ja gerade unter dieser eigenartigen Spannung. Auf der einen Seite ist es gewiss eine große Berufung, die Mutter des Herrn zu werden. Auf der anderen Seite ist es im Praktischen dann auch wieder eine ganz einfache und alltägliche Angelegenheit: ihrem Kind Jesus eine gute Mutter zu sein. Was sie da tut, das tun unzählige andere Mütter auch: für ihr Kind zu sorgen, es gern zu haben, es zu erziehen, ihm den Weg ins Leben zu ebnen, usw.

Was Maria also für Jesus tut, ist alltäglich. Der entscheidende Unterschied ist, dass sie dabei ausdrücklich einer Berufung folgt. Und deshalb steht auch das Alltägliche immer in Bezug zu Gott! Es ist ja Gottes Sohn, für den sie sorgt. Das zeigt: Im Alltäglichen steckt das Göttliche! Genau darin liegt das Beispielhafte an Marias Leben für uns alle: Gott ist ebenso anwesend in unserem christlichen Lebensalltag. Wenn auch dauernd im Verborgenen, so begegnet er uns, und zwar im Gebet, in der Eucharistie, in den Mitmenschen oder im Anruf der gegenwärtigen Stunde. Darum kann alles, was wir tun, in Bezug auf Gott geschehen, auch die ganz alltäglichen Dinge. Man nennt das: die Heiligung des Alltags. Das Göttliche im Alltag zu entdecken, das ist unsere Berufung! Und dazu braucht es keinen besonderen „Beruf“. Wir müssen dazu nichts Besonderes leisten, sondern „nur“ für Gott offen sein; seinen Ruf an sich herangehen lassen und darauf eingehen, wie Maria mit ihrem „Ja-Wort“.

Wenn wir Gott in unser Alltagsleben einbeziehen, erhalten ganz alltägliche Dinge wie Kochen, Putzen, Einkaufen, Beten oder die Arbeit im Beruf eine große Tiefe. Man tut eigentlich dasselbe wie immer, aber man tut es dann bewusst für Gott. Alles, was aus Liebe zu Gott und zu den Mitmenschen geschieht, steht immer in Bezug zu Gott. Es ist dann nicht nur einfach so getan, sondern es ist zugleich für Gott getan, und daher von ihm geheiligt! So wird unser Leben verwandelt, bis in die alltäglichsten Dinge hinein. Maria ist uns darin ein Vorbild. Sie hat einfach geglaubt und mit Gott gelebt. Und das war Zeugnis genug! Wenn wir nämlich fest daran glauben, dass Gott im Alltag da ist, und wenn dieser Glaube unser Leben bestimmt, dann macht sich das auch bemerkbar und kann anziehend wirken. Es gibt dem Leben eine Tiefe, eine Klarheit und Geradlinigkeit. So sind wir jetzt in diesen vorweihnachtlichen Tagen eingeladen, unser alltägliches Leben bewusst in Bezug auf Gott zu leben. Dann kann Gott auch bei uns ankommen und durch uns wirken.

In diesem Sinne ein gutes Zugehen auf Weihnachten!

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Predigt zu Mt 16,21-27/Jer 20,7-9

Impuls - 22. Sonntag A (30.08.2020)

Gewinner und Verlierer. Gibt es. Natürlich auch in dieser Corona-Zeit. Jene die Masken, Hygieneartikel, Schutzanzüge oder ähnliches produzieren, die gehören natürlich zu den Gewinnern. Die Verlierer sind die Kranken und ihre Familien. Oder jene, die gerade aus einem Risikogebiet zurückkommen. Wirtschaftlich aber natürlich auch alle, die etwas mit Kunst und Kultur, Gastronomie und Ähnlichem zu tun haben. Vor allem aber sind die Verlierer unsere Geschwister in Peru und Kenia und in all den Ländern, in denen es weder ein funktionierendes Gesundheitssystem, noch soziale Absicherung durch den Staat, geschweige denn Arbeitslosengeld oder ähnliches gibt.

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Predigt zu Mt 16,13-20

IMPULs-21. Sonntag A 23.08.2020, Pfarrer G. Lichtenberger

Was andere von mir denken? Interessiert mich nicht. Sie vielleicht? Nein, nicht wirklich, sagen Sie wahrscheinlich auch. Aber, wenn ich ehrlich bin: So ganz kalt lässt es mich doch nicht. Manches geht schon unter die Haut. Manches ärgert mich. Manchmal fühle ich mich auch total missverstanden. Oder ungerecht behandelt. Ab und zu ärgert es mich, dass ausgerechnet die oder der, das oder jenes von mir behaupten oder sagen, oder vielleicht insgeheim denken. Kennen Sie das? Vielleicht hat es Jesus trotz allem auch gekannt. Nein, ich kann mir nicht wirklich vorstellen, dass er sich an der Meinung von anderen ausgerichtet hat. Aber vielleicht ging es ihm ab und zu vielleicht doch ähnlich: So ganz kalt lässt es uns nicht, was andere von uns denken, über uns reden, von uns halten. „Für wen halten die Menschen den Menschensohn?“ Trotz allem – letztlich nicht so wichtig.

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Urlaub ist, wenn der Ritter in die Schlacht zieht...

IMPULS Zum 1. August 2020, Tobias Gfell

Der Psalm 37 war für mich neulich eine Entdeckung und ich dachte, das passt zu einem letzten Impuls vor den Sommerferien: „Errege dich nicht über die Bösen, ereifere dich nicht über jene, die Schlechtes tun! ...“

Denn, wenn man in den Sommer startet, freie Tage in Sicht, dann nimmt man doch auch so viel mit, was das Jahr über Kraft gekostet hat. Und die Bösen sind nicht nur die anderen, die einem auf die Nerven gegangen sind, das bin ja auch ich. Und dann erleichtert es, dass mit dem Psalm die entspannte Botschaft mitschwingt: Du kannst dich den ganzen Tag (und auch den ganzen Urlaub) über dies und über jene aufregen. Du bist aber nicht verpflichtet dazu.

Ein Glück.

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Zur Verfügung stellen

Impuls  am 31.7.2020 von Pfarrer michael dederichs

„Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung“ gilt in der täglichen Korrespondenz als bürokratisch, überformell und veraltet. So heißt es handelsüblich:

„Rückfragen“ gibt es nicht, es gibt nur „Fragen“.

„Rückantworten“ gibt es übrigens erst recht nicht, denn eine Antwort geht schließlich immer zurück.

„Für Fragen“ würde heißen, dass Sie vom Empfänger Fragen hören möchten.

Ob Sie „gerne“ antworten oder nicht, dürfte den Empfänger nicht interessieren.

Bei Schreiben mit einer Ablehnung oder Absage würde das „gerne“ am Ende sogar ironisch wirken.

„Zur Verfügung stehen“ wird von vielen Zeitgenossen als eine unterwürfige Formulierung abgelehnt.

Ignatius von Loyola (1491 - 1556), der Heilige des Tages bemerkt: „Die meisten Menschen ahnen nicht, was Gott aus ihnen machen könnte, wenn sie sich ihm nur zur Verfügung stellen würden.“

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Gleichnis vom Töpfer (Jeremia 18,1-6)

Impuls zur Tageslesung am Donnerstag der 17. Woche im Jahreskr. A (30. Juli 2020)

Das Wort, das vom HERRN an Jeremia erging:

 

Mach dich auf und geh zum Haus des Töpfers hinab! Dort will ich dir meine Worte mitteilen.

So ging ich zum Haus des Töpfers hinab und siehe, er arbeitete gerade mit der Töpferscheibe. Missriet das Gefäß, das er aus Ton machte, in der Hand des Töpfers, so machte der Töpfer daraus wieder ein anderes Gefäß, ganz wie es ihm gefiel.


Da erging an mich das Wort des HERRN:

Kann ich nicht mit euch verfahren wie dieser Töpfer, Haus Israel? - Spruch des HERRN. Siehe, wie der Ton in der Hand des Töpfers, so seid ihr in meiner Hand, Haus Israel

   Von Silar - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=34136159
Von Silar - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=34136159

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In deinem eigenen Tempo

Impuls am Mittwoch, 29. Juli von anita ketterl

 

Du hast noch nie

die Wellen dafür verachtet,

dass sie nicht früher an der Meeresküste ankamen.

 

Und du hast noch nie

hoch gesehen und die Wolke dafür verachtet, dass sie sich ihre Zeit nimmt,

um den Himmel über dir zu durchqueren


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Tagesimpuls: Dienstag, den 28. Juli 2020

Impuls VON barbara ulmer

Mich nervt das: Eine Fliege an der Scheibe, die unaufhörlich gegen das Fenster fliegt. Immer und immer wieder. Sie kommt nicht aus ihrem Gefängnis heraus. Sie weiß überhaupt nicht, dass das wie ein Gefängnis ist. Mit ihrem Verhalten kommt sie nicht weiter. Vor ihr ist die Natur, ihr zu Hause oder das Ziel ihres Fluges. Aber sie erreicht das alles nicht. Da ist ja die Scheibe dazwischen. Irgendwann wird sie erschöpft zu Boden fallen. Sollte sie diesen Kraftakt überleben, wird sie hoffentlich nach einer Zeit der Ruhe den Weg in die Freiheit finden.

Manchmal bin ich, wie diese Fliege: Aufgaben,

Termine, Projekte und vieles das ich einfach

noch schnell erledigen wollte. Mehr Druck – mehr

Fehler! Wie die Fliege, versuche ich mit aller

Kraft die Arbeit zu stemmen. Immer wieder

mache ich die gleichen Fehler. Wie die Fliege

komme ich aus meinem zu engen Blickwinken nicht mehr heraus. Natürlich kann ich das Ziel schon sehen, aber erreichen kann ich es nicht.

 


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Die Welt ist voller…

Impuls VON TOBIAS GFELL

Was ist das erste Wort, das Ihnen in den Sinn kommt, wenn sie den Halbsatz hören: „Die Welt ist voller…“?

Eine beliebte Frage der Lernforscherin Vera F. Birkenbihl bei ihren Seminaren. Und sie stellte fest, dass gut zwei Drittel der Leute negative Füllungen assoziierten, zum Beispiel: Die Welt ist voller Idioten, voller Probleme oder voller Neid. Die übrigen hatten einen anderen Blick: Die Welt ist voller Möglichkeiten, voller Lösungen, voller Schönheit.

Real ist beides, die Idioten und die Schönheit. Relevant ist, worauf wir unseren Fokus richten und wie wir das ganze beurteilen.

Was wir von der Welt und von den Menschen erwarten, das werden wir öfter wahrnehmen. So wie wir eingestellt sind, so ist auch unsere Erwartung geformt.

Der riesige Mann will dem Mächtigsten dienen – so beginnt die Legende vom heiligen Christophorus, dessen Gedenktag heute ist. Und so erwartet er auch, dass sich der Mächtigste als der Mächtigste zeigt.

 

Bild: Otto Dix: Christophorus IV, in der Kunstsammlung in Gera, Quelle: Joachim Schäfer www.heiligenlexikon.de
Bild: Otto Dix: Christophorus IV, in der Kunstsammlung in Gera, Quelle: Joachim Schäfer www.heiligenlexikon.de

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Das ist (nicht) mein Ding!

Impuls zum 24.07.2020 – Gedenktag des Heiligen Christophorus

Welche Ziele hast Du für dein Leben? Was willst Du später denn beruflich mal machen? Fragen, die sich viele Jugendliche am jetzt anstehenden Übergang von der Schule in den Beruf selbst stellen oder immer wieder zu hören bekommen. Wohl denen, die eine Idee, einen Plan oder eine Perspektive haben.

 

Für alle jungen Leute, aber auch für andere Menschen, die nach dem richtigen Weg, nach einem Sinn für ihr Leben suchen, finde ich die Legende des Heiligen Christophorus sehr passend. Heute ist sein Gedenktag. Er hat ein klares Ziel, dieser Riese: Dem mächtigsten Herrn der Welt zu dienen!

 

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Birgitta von Schweden

Tagesimpuls von kaplan thomas stricker (Do, 23.07.20)

Heute begehen wir das Fest der heiligen Birgitta von Schweden. Sie wurde um das Jahr 1302 in Finsta bei Uppsala in Schweden geboren. Im Jahre 1999 wurde sie von Papst Johannes Paul II. zusammen mit der Kirchenlehrerin Katharina von Siena und der heiligen Edith Stein zur Patronin Europas erhoben.

 

Worin kann die heilige Birgitta für uns heutige Europäer Vorbild sein? In ihrem Leben legte sie ein großes caritatives und politisches Engagement an den Tag. Ihr Tun und Handeln war getragen und motiviert von mystischen Erfahrungen, die sie vom Kindesalter bis hin zu ihrem Tod machen durfte. In ihren Visionen hatte sie immer das Leiden Jesu vor Augen. Die Liebe, die der Erlöser vom Kreuz aus den Menschen zukommen lässt, war für Birgitta die Quelle ihres Lebens und Handelns. Die Offenbarungen, die ihr zuteilwurden, beinhalteten jedoch nicht die Enthüllung neuer Glaubensgeheimnisse. Sie zielten vielmehr auf ein neues Bewusstmachen der wesentlichen Inhalte der Evangelien. So wurde es für Birgitta zu einer zentralen Aufgabe, das Wort Gottes allen Menschen und aller Orten zu verkünden, auch und gerade dort, wo es auf Ablehnung gestoßen ist. Durch das Wort Gottes strebte sie eine Reform in den Herzen der Menschen an.

 

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Wie Jesus uns zu beten gelehrt hat...

Impuls von anita Ketterl am Mittwoch, 22. Juli

In der Antike war es gar nicht üblich, dass man ein Gebet selbst formuliert hat. Deshalb ist es etwas Besonderes, dass Jesus mit seinen Jüngerinnen und Jüngern darüber gesprochen hat, wie man beten kann und soll. Es war ihm wohl ein Anliegen, dass wir uns an Gott wenden, wie an einen Vater, eine Mutter oder einen guten Freund - an jemanden, der sich für uns interessiert und Gutes für uns will. Als Beispiel dafür hier ein solches persönliches Gebet, das durch die Evangelien inspiriert ist:

 

 


Gott unser,

du bist uns Vater, Mutter, Elter im Himmel,

geheiligt werde dein Name durch uns,

wenn wir versuchen deine Liebe für andere spürbar zu machen.

Deine gerechte Welt komme.

Dein Wille geschehe,

wie im Himmel, so auf der Erde:


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Tagesimpuls für Dienstag, den 21. Juli 2020

von Ilona sGró

„Denn wer den Willen meines himmlischen Vaters tut, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.“ (Mt 12,50)

 

Jesus so nahe zu kommen, mit Ihm einen so vertrauten Umgang zu pflegen, wie mit einem aus meinem engsten Familienkreis, wer sehnt sich nicht danach?

 

Doch was nennt Jesus uns hier als Voraussetzung? Wir sollen den Willen Gottes tun, dann können auch wir Ihm Bruder und Schwester und Mutter sein!

 

Doch wie kann ich den Willen Gottes erkennen? Wie kann ich diesen im Alltag im Kleinen konkret erfüllen lernen?

 

Wir finden dazu zahlreiche Antworthilfen in der Hl. Schrift, in der uns der Wille Gottes ganz deutlich offenbart wird. Hierzu einige Beispiele:

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Erfüllende Erfrischung gefällig?

Impuls für Montag den 20. Juli von Markus Schütz

Während meiner Exerzitien-Woche in Bingen auf dem Rochusberg konnte ich aus meinem Zimmerfenster in den Innenhof des Hauses schauen. Dort lag ein großer Felsblock auf den sich ein kleines Rinnsal aus einer Wasserleitung ergoss. Es bildete sich dort ein Mini-See, zu dem immer wieder verschiedenartige Vögel in bunten Farben geflogen kamen, um zu trinken oder ein kleines Bad zu nehmen. Da der kleine See sich dann über den ganzen Block verteilte, konnten dort Blumen gedeihen und viele Bienen kamen, um sich am Stein kurz nieder zu lassen und zu trinken.

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Impuls zu Mt 12,24-32 / Weish 12,13-19

von pfr. georg lichtenberger am 16. Sonntag A

Wie alles wachsen lassen? Beides wachsen lassen, Weizen und Unkraut, Gut und Böse? Einfach so? Die Hände in den Schoß legen und zusehen, wie sich das Unkraut durch das Feld frisst? Ich sehe die Landwirte unwillig den Kopf schütteln. Aber nicht nur die. Ich sehe unsere Oma wie sie stundenlang gebeugt im Garten stand und Unkraut gejätet hat. Ein Grashalm nach dem anderen. Damit es nicht wuchert. Damit man überhaupt was ernten kann. Ist das falsch? Alles umsonst?

 

Ich erinnere mich auch an andere Bilder. Vor allem bei den Besuchen in der damaligen DDR. Kilometerlang und minutenlang konnte man da an einem einzigen Feld einer LPG entlang fahren. Weizen, oder Raps, oder was auch immer. Kilometerlange Reinkultur in Perfektion. Gab es auch bei uns. Vielleicht nicht ganz in der Größe. Gibt es ja bis heute. Getreidefelder auf denen keine Kornblume mehr wächst und kein Klatschmohn, keine roten und blauen Blüten das Einheitsgelb durchbrechen. Vielleicht gerade noch rechtzeitig sagen die Optimisten, wahrscheinlich schon zu spät die Pessimisten, müssen wir entdecken: Landwirtschaft in Reinkultur, riesige Monokulturen die schaden uns ganz brutal. Lieber ein bisschen weniger Ertrag und etwas mehr Abwechslung: Damit unsere Bienen überhaupt überleben können und für die Bestäubung unserer Obstbäume sorgen. Lieber mehr Vielfalt, damit es ein Ende nimmt mit dem großen Insektensterben und unsere Vögel nicht aussterben. Ja, Vielfalt ist besser als Einfalt. Bunt ist unsere Welt geschaffen. Es gibt so vieles. Wenn Einförmigkeit gezüchtet wird und die Vielfalt den Zwängen des Marktes geopfert wird, dann ist dies dramatisch für unsere ganze Erde und für das Klima, das wir alle zum Leben und zum Überleben brauchen. Langsam aber sicher ahnen wir die Zusammenhänge…

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All das Schöne und Miese

Impuls von tobias gfell

Als Jesus am Sabbat einen Mann heilte, gingen die Pharisäer hinaus und fassten den Beschluss, ihn umzubringen. Als Jesus das erfuhr, ging er von dort weg. Viele folgten ihm nach und er heilte sie alle. Er gebot ihnen, dass sie ihn nicht bekannt machen sollten, damit erfüllt werde, was durch den Propheten Jesaja gesagt worden ist: Siehe, mein Knecht, den ich erwählt habe, mein Geliebter, an dem ich Gefallen gefunden habe. Ich werde meinen Geist auf ihn legen und er wird den Völkern das Recht verkünden. Er wird nicht streiten und nicht schreien und man wird seine Stimme nicht auf den Straßen hören. Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen und den glimmenden Docht nicht auslöschen, bis er dem Recht zum Sieg verholfen hat. Und auf seinen Namen werden die Völker ihre Hoffnung setzen. (Mt 12,14-21)

 

Geknicktes Rohr ist für den weiteren Verwer-tungsprozess nicht mehr zu gebrauchen, ein Korbmacher braucht elastische, aber nicht gebrochene Stücke, alles andere wirft er fort.

Und wenn der Docht nur noch glimmt, dann ist das Öl zur Neige gegangen in der Lampenwelt im alten Israel. Entscheidendes fehlt, um noch eine Funktion zu haben.

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ZUM EVANGELIUM VOM FREITAG 17.07.2020

Impuls von pfarrer michael dederichs

Das Matthäusevangelium berichtet von einem der Höhepunkte der Ablehnung Jesu durch die religiös Etablierten seiner Zeit. Das Ereignis, das die Schleusen öffnet, ist die Sabbatfrage. An diesem Sabbat geht Jesus mit seinen Jüngern durch die Saaten. Seine Jünger fingen an, Ähren zu pflücken und sie zu essen. Das Gesetz erlaubte es ihnen, sich im Feld des Nächsten zu bedienen, solange sie nicht mit einer Sichel mähten (5. Moses 23,25).

 

Die Gesetzestreuen, klagen an, dass durch das Verhalten der Jünger der Sabbat gebrochen worden sei. Jesus verneint dies. Die vorgeschobenen Gesetzesregeln, werden von ihm als Mogelpackung entlarvt. Glauben die reinen Gesetzesverfechter wirklich, dass man unter den Bedingungen ritualisierter Gesetzesfrömmigkeit Gottes Willen erfüllt? Wohl kaum – eigentlich geht hier jedoch um viel mehr. Es geht um den Anspruch den Jesus erhebt. Daran scheiden sich die Geister.

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Ein Lehrer, der lebt, was er lehrt

Impuls von georg hauser am Do. 16. juli

Für mich als Lehrer sind die Corona-Zeiten recht schwierige Zeiten. Eigentlich bin ich gewohnt, meinen Schülerinnen und Schülern ins Gesicht sehen zu können, mit ihnen zu sprechen, zu diskutieren, gemeinsam zu arbeiten. Stimmungen und Gefühle zu spüren, Lernerfolge und Lernbarrikaden unmittelbar mitzubekommen... In Zeiten des Homeschooling ist vieles anders. Da fehlt einfach der persönliche Bezug. Und wie wichtig der für das Lernen ist, sagen uns ganz viele Studien.

Lernen ist ein hochkomplexes Unterfangen. Da ist zuerst einmal die/der Lernende: Jeder und Jede lernt anders, hat individuelle Stärken und Schwächen, die sie oder ihn von allen anderen unterscheiden. Lernen setzt Motivation voraus. Der Lernerfolg hängt wesentlich vom Lebensbezug des Gelernten ab.

Dann ist aber auch die/der Lehrende wichtig: Ihr/Sein Vorbild zählt, die Gabe, auch schwierige Inhalte klar und einsichtig zu machen. Er/Sie baut die Brücke zwischen dem Wissen und dem Menschen, der zu diesem Wissen einen Bezug erhalten will, motiviert, fordert und fördert.


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Feiern und erinnern

Impuls von anita ketterl am Mittwoch, 15. Juli

Für so gut wie jeden Tag des Jahres gibt es kuriose nationale oder internationale Feiertage.

Manche erinnern an ein historisches Ereignis oder an eine Person. Andere sollen Bewusstsein für wichtige Themen schaffen - z.B. Kindern Zeit und Zuneigung schenken am kommenden Montag. Wieder andere drücken einfach nur Wetschätzung und Freude aus, z.B. morgen darüber, dass es Meerschweinchen gibt. Die Erinnerung soll unsere Gegenwart und unsere Zukunft prägen.

Diese Tage zeigen, auch wenn es einfach nur eine Blödelei ist: Menschen ist es möglich ihren Tagen Sinn zu verleihen und eine Richtung zu geben.


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Warum werde ich nicht satt?

Tagesimpuls von barbara ulmer: Dienstag, den 14. Juli 2020

Die Punkrockband „Die Toten Hosen“ verfassten Ende der 90` gern einen interessanten Song: Warum werde ich nicht satt?

Darin beschreibt der Songwriter Campino einen reichen Menschen, der alles hat: Autos, Villa, Swimmingpool ... mehr als man zum Leben braucht. Dieser Mensch weiß, dass er noch nie auf etwas verzichten musste. Er definiert seinen Eigenwert gemessen an seinem Reichtum. Alles super!

 

Und doch? „Warum werde ich nicht satt?“

 

Bin Ich satt? Fühle ich mich zufrieden?

 

Ich hab mehr, als ich zum Leben brauch: Einen Beruf, den ich liebe, ein Dach über dem Kopf, eine liebe Familie, Gesundheit, Freunde, ....

Bin ich satt?


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Impuls am Montag 13. juli 2o2o

von Dr. Josef Fodor, Pastoralreferent

Liebe Schwestern und Brüder,

 

Gottes Gnade ist nicht wie ein Rucksack voller Verpflegung, die für das ganze Leben reicht. Sie ist portioniert für jeden Tag. Dessen bewusst betete Edith Stein folgendermaßen:

 

Gib mir Kraft für einen Tag!

HERR, ich bitte nur für diesen,

dass mir werde zugewiesen,

was ich heute brauchen mag.

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Impuls zu Mt 13,1-17

am 15. Sonntag im Jahreskreis 12.07.2020

Tacheles! Klartext! Eindeutige Ansage! Kein rumgeeiere! Ich will wissen woran ich bin. Ich mag es, wenn Menschen klar und deutlich, offen und ehrlich sagen was sie wollen und was sie nicht wollen, was sie denken und was sie fühlen. Mir braucht niemand irgendwelche komischen Geschichten erzählen. Ich frage mit den Jüngern: „Warum redest du zu ihnen in Gleichnissen?“ Müssen wir es nicht auch sonst klar und deutlich wissen, was von uns erwartet wird und was nicht? Sind nicht eindeutige Erwartungsprofile viel fairer, als irgendwelche unausgesprochene Wünsche, die zwischen Menschen hin und her wabern und nur dazu führen, dass diese Wünsche frustriert werden? Enttäuschungen sind vorprogrammiert, wo es zwischen Menschen nicht offen und ehrlich, klar und eindeutig zugeht.

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Zu kurz gekommen

Tagesimpuls (SA, 11.07.20) von TOBIAS GFELL

Es war eigentlich sehr schön – damals auf dem Marien-feld bei Köln. Ein bisschen kühl vielleicht für eine Nacht im August 2005, aber die Stimmung, die Vigil, die Lichter und Gesänge, die Begegnungen unter rund 1 Million junger Leute aus aller Welt beim Weltjugendtag – da wehte ein guter Geist.

Doch es gab auch andere Szenen. Ganz nach Brecht „Erst das Fressen, dann die Moral“. An Versorgungspunkten waren Lastwagen mit Lebensmittelpaketen deponiert. Und aus irgendeinem Grund loderte die Angst auf, es könnte nicht für alle reichen, so dass sich viele auf die Kartons stürzten, sie aufrissen und ein unschönes Gerangel entfachten. „Der Mensch ist schlecht – das ist leider das einzige, was mir von dieser Nacht bleibt“, resümierte einer und angesichts der vielen aufgerissenen halbleeren Essenspakete muss man sagen: der Mensch ist nicht nur schlecht, sondern auch ziemlich dumm, wenn er Angst hat, zu kurz zu kommen.

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BUNTES LICHT

Tagesimpuls (FR, 10.07.20) von Margarete Hosbach

Gerade noch Gewitter, Platzregen und dann: die Sonne schiebt sich durch die Wolkendecke und malt einen leuchtenden Regenbogen an den Himmel. Was für ein Augenblick! Auf Hofeinfahrten, Gehwegen, manchmal über die ganze Straße mit Kreide gemalt oder als Bild ins Küchenfenster gehängt: bunte Regenbogen in allen Varianten. In der Zeit der Kontaktbeschränkungen habe ich mich immer über diese Kunstwerke gefreut. Ein kurzer Gruß von drinnen nach draußen, ein Mutmacher, ein Hoffnungs- und Freundschaftszeichen, ein „Sei- nicht-traurig“, wenn wir uns gerade nicht sehen können, wir sind trotzdem miteinander verbunden.


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„Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe.“ (Mt 10,7)

Tagesimpuls (Do, 09.07.20) von Kaplan thomas striker

Mit diesen Worten beginnt das heutige Tagesevangelium. Jesus gibt den Jüngern eine Anweisung zur Mission. Und diese Anweisung gilt auch für uns heute. Im Grunde ist Mission ein Kerngeschäft von Kirche, das es immer wieder neu zu entdecken gilt. Es lässt sich zusammenfassen in den beiden Worten „gehen“ und „verkünden“. Darin spielt sich Mission ab.

 

Als Christen haben wir ständig unterwegs zu sein, also draußen in der Welt, im Alltag unseren Glauben zu leben und zu verkünden. Verkündigung des Glaubens geschieht letztlich nicht, ohne dass wir auf den Beinen sind und den Menschen das nahe bringen, was uns wichtig ist: die Botschaft Jesu. Sie will den Menschen Licht und Orientierung im Leben schenken. Und daher gilt es sie stets von neuem in die Welt hinauszutragen.

 

Christstein geschieht nicht drinnen, im stillen Kämmerlein! Die Worte Jesu rufen uns auf, hinauszugehen; aus unserem „Schneckenhaus“, in das wir uns oft gerne verkriechen, auszubrechen und unseren Glauben anderen nahe zu bringen und mit ihnen zu teilen. So geschieht Christsein draußen, bei den Menschen, die um uns herum sind.

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Zeit, den Herrn zu suchen

Impuls am Mittwoch, 8. Juli von Anita ketterl

In der heutigen Tageslesung sagt der Prophet Hosea:

"Es ist Zeit, den Herr zu suchen. Dann wird er kommen und euch

mit Heil überschütten."

Hos 10,12

Gott zu spüren oder zu erahnen ist eine Sehnsucht vieler Menschen - auch meine.

Dem heiligen Ignatius von Loyola haben wir eine wichtige Idee der christlichen Lebensweise zu verdanken: Gott ist nicht auf bestimmte Orte oder Menschen beschränkt. Gott, der Schöpfer der Welt, lässt sich "in allen Dingen" suchen und finden.

Da "überall" keine sehr präzise Angabe ist, möchte ich mit Ihnen ein paar Momente teilen, von denen ich glaube: Hier war Gottes Geist spürbar - vielleicht anders, als ich mir das vorgestellt habe:


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„Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden!“ (Mt 9,38)

IMPULS VON ilona sgrÓ

Die Hirtenlosigkeit der Menschen damals, die im Tagesevangelium Mt 9,32-39 als Beweggrund für Jesu tieffühlendes Mitleiden genannt wird, ist ein sehr konkretes Bild, das auch unsere heutige Zeit kennzeichnet.

 

Jesu Erbarmen bezog sich dabei auf die Unwissenheit der Menschen, dass sie niemanden mehr hatten, der sie führte und ihnen die Wahrheit verkündete. Sie wussten nicht mehr, was der Sinn des Lebens ist, warum sie leben und wo es hingeht.

 

Geht es nicht auch vielen Menschen heute so? Suchen nicht immer mehr Menschen gerade in diesen Krisenzeiten auf unserer Welt nach Halt und Orientierung und sind auf der religiösen Suche bzw. auf der Suche nach Wahrheit und dem letzten Sinn von allem?

 

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Gott umwirbt mich!

Hosea 2, 16-22, IMPULS VON MARKUS SCHÜTZ

16 Darum will ich selbst sie verlocken. / Ich werde sie in die Wüste gehen lassen / und ihr zu Herzen reden. 17 Von dort aus werde ich ihr ihre Weinberge wiedergeben. / Das Achor-Tal werde ich für sie zum Tor der Hoffnung machen. Dort wird sie mir antworten / wie in den Tagen ihrer Jugend, / wie am Tag, als sie aus dem Land Ägypten heraufzog. 18 An jenem Tag - Spruch des HERRN - / wirst du zu mir sagen: Mein Mann! / Und du wirst nicht mehr zu mir sagen: Mein Baal. 19 Ich werde die Namen der Baale in ihrem Mund beseitigen, / sodass niemand mehr ihre Namen anruft. 20 Ich schließe zu ihren Gunsten an jenem Tag einen Bund / mit den Tieren des Feldes und den Vögeln des Himmels / und den Kriechtieren des Erdbodens. Bogen, Schwert und Krieg werde ich zerbrechen / und aus dem Land verbannen / und sie in Sicherheit schlafen lassen. 21 Ich verlobe dich mir auf ewig; / ich verlobe dich mir um den Brautpreis von Gerechtigkeit und Recht, / von Liebe und Erbarmen, 22 ich verlobe dich mir / um den Brautpreis der Treue: / Dann wirst du den HERRN erkennen.

Ich bin begeistert und fasziniert, dass Gott sein Volk so liebt, dass er um es wie um eine Braut wirbt!

 

 

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Impuls zu Mt 11,25-30 / Sach 8,9f

am 14. Sonntag im Jahreskreis A 05.07.2020

„Warum ist nur immer alles so furchtbar kompliziert“, seufzen nicht nur Schülerinnen und Schüler vor einer schwierigen Mathearbeit. Anderen geht es ähnlich. Oder noch viel schlimmer. Ich denke an jene, die eine schwere Diagnose bekommen haben. Unterschiedliche ärztliche Meinungen vielleicht. Entscheidungen müssen getroffen werden. Ältere Menschen, die Unterstützung, vielleicht Pflege brauchen und mit unserer überfrachteten Bürokratie überfordert sind. Menschen, die aus anderen Ländern zu uns kommen, bei uns Schutz, Heimat, Arbeit einen neuen Anfang suchen und zwischen Zuständigkeiten und komplizierten Formularen unterzugehen drohen.

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„Das Leben kann Spuren von Müssen enthalten“

Impuls für Samstag, 4. Juli von tobias Gfell

Jetzt machen wir unser eigenes Ding – sagte Thomas Jefferson, schrieb es auf und da waren sie nun, die Vereinigten Staaten von Amerika, die immer am 4. Juli ihrer Unabhängigkeit von Großbritannien gedenken und munter picknicken oder andere Feiertraditionen pflegen. Gerne hätte Jefferson bei dieser Gelegenheit 1776 auch die Sklaverei verurteilt, aber da der Kontinental-kongress auch die Zustimmung der sklaven-haltenden Kolonien zu dieser Erklärung finden sollte, strich man diesen Passus wieder aus der Unabhängigkeitserklärung, die so beginnt:

„Wir halten diese Wahrheiten für ausgemacht, daß alle Menschen gleich erschaffen worden, daß sie von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten begabt worden, worunter sind Leben, Freyheit und das Bestreben nach Glückseligkeit.“

 

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Gedanken zu Joh 20,24-31

Impuls für Freitag, 03.07. von Pfarrer Dederichs

Tot ist tot. Leichtgläubig macht der Wunsch die Menschen. So spricht der kritische Mensch zu jeder Zeit. So denkt Thomas, der Jünger Jesu. „Ich werde es nicht glauben…“, sagt er, als ihn die Botschaft das Jesus lebt durch die anderen Jünger erreicht. „Ich werde es nicht glauben ehe ich es selbst gesehen und betastet habe“. Am Abend im Kreis der Jünger, Thomas ist jetzt Anwesend. Jesus kommt, wiederum, wie acht Tage zuvor, trotz ver­schlossener Türen. Er spricht den Friedensgruß, der gilt allen, diesmal besonders dem Thomas. Jesus stillt das Verlangen von Thomas. Thomas darf hören, sehen und betasten. „Werde nicht ungläubig, sondern gläubig“

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Die Begegnung zwischen Maria und Elisabet (Lukas 1,39-56)

Impuls zum Evangelium am Fest Mariä Heimsuchung (2. Juli 2020)

In diesen Tagen machte sich Maria auf den Weg

und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa.

Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabet. Und es geschah, als Elisabet den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib.

Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt

und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du unter den Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Denn siehe, in dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. Und selig, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.


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Ein frohes neues halbes Jahr!

Impuls am Mittwoch, 1. Juli - von anita ketterl

Der 1. Juli ist der 183. Tag des gregorianischen Kalenders in diesem Schaltjahr. Damit bleiben weitere 183 Tage bis zum Jahresende - das habe ich auf Wikipedia herausgefunden. Heute ist also der letzte Tag der ersten Jahreshälfte von 2020 - ein Jahr, das sich für alle anders entwickelt hat als gedacht. Es kommt mir vor, als wäre Silvester ewig her...

Morgen ist also so etwas wie ein Neujahr der zweiten Jahreshälfte. Natürlich wird sich das nicht so anfühlen wie am 1. Januar (sondern wärmer, ohne Raketen-Holzstäbe usw.).

Trotzdem ist es vielleicht eine gute Gelegenheit hier, mitten im Jahr, inne zu halten:

 

Wie erging es mir in den letzten Monaten?

Was habe ich in der Zeit über mich gelernt?

Was brauche ich jetzt, damit meine Seele zur Ruhe kommen kann? Was muss jetzt angegangen werden?


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Der Sturm auf dem See Matthaus 8, 23-27

Impuls von BARBARA ULMER zum Tagesevangelium, Dienstag, der 30. Juni 2020

Er stieg in das Boot und seine Jünger folgten ihm nach. Und siehe, es erhob sich auf dem See ein gewaltiger Sturm, sodass das Boot von den Wellen überflutet wurde. Jesus aber schlief. Da traten die Jünger zu ihm und weckten ihn; sie riefen: Herr, rette uns, wir gehen zugrunde! Er sagte zu ihnen: Warum habt ihr solche Angst, ihr Kleingläubigen? Dann stand er auf, drohte den Winden und dem See und es trat völlige Stille ein. Die Menschen aber staunten und sagten: Was für einer ist dieser, dass ihm sogar die Winde und der See gehorchen?



Mit Jesus in einem Bot im Jahre „Corona“. Es schaukelt doch ganz gewaltig.: Wenn wir die Nachrichten ansehen, merken wir das der Sturm nicht mehr weit ist: Hunger in der Welt, Rassismus, Gewaltbereitschaft, Antisemitismus, Pandemie und die damit verbundene Angst um die Existenz, Kriege, Terror, ...


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Gutes im Herzen behalten

Impuls am MoNTAG 29.6. von Dr. Josef Fodor, Pastoralreferent

Zwei Freunde wanderten durch die Wüste. Während der Wanderung kam es zu einem Streit und der eine schlug dem anderen im Affekt ins Gesicht. Der Geschlagene war gekränkt. Ohne ein Wort zu sagen, kniete er nieder und schrieb folgende Worte in den Sand:
"Heute hat mich mein bester Freund ins Gesicht geschlagen."

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Impuls zu Mt 10,37-42

am 13. Sonntag A 28.06.2020

„Du bist würdig. Und wie.“ So endet der Impuls von Tobias Gfell zum Samstag. Und dann das: „…ist meiner nicht wert… ist meiner nicht wert… ist meiner nicht wert…“ Nein, nicht nur einmal. Würde ja reichen. Gleich dreimal hintereinander: „Ist meiner nicht wert…“ Ja, was jetzt: „Du bist würdig. Und wie.“ Oder: „…meiner nicht wert…“ Heftig. Dieser Jesus ist nicht pflegeleicht. Er fordert mich ganz schön heraus. Ist es ein „Hallo-aufwachen-Apell“, wenn ich mich zu sehr in meinem Glauben eingekuschelt habe? „Gott vergibt ja sowieso. Ich wenigstens gehe ja noch in die Kirche. Ich wenigstens bin ja noch gläubig. Ich wenigstens halte noch an dem fest, was mir schon als Kind beigebracht wurde…“ Ist das schon alles? Mehr nicht? Könnte schon was dran sein, denk ich mir, an diesem „Hallo-wach-Ruf“ Jesu.

 

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Nicht würdig, merk-würdig, hochwürdig

Zum 27. Juni 2020, Tobias Gfell

Thorsten feiert die Liturgie immer etwas anders als andere, hat er mir mal erzählt. Hier ein Wort weniger, dort ein Gedanke mehr. Die Antworten, die Gebete „des Volkes“ hat er nicht einfach so dahingesagt, sondern hinterfragt, überlegt, was sie in ihm auslösen.

 

So war der Herr nicht nur mit ihm, sondern auch ‚mit dir‘ und nicht „mit deinem Geiste“. Der Geist, den wir alle in der Taufe empfangen haben, macht keine Unterschiede.

 

Erhobenen Herzens erzählte er von dem Priester, der nicht sagte „Erhebet die Herzen“, worauf alle sagen „wir haben sie beim Herrn“, sondern „Wo habt ihr eure Herzen?“. Zum ersten Mal seit langem erlebte er das nicht als Floskel, während derer einer im Messbuch blättern konnte, um die nächste Floskel aufzuschlagen.

 

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Keine Berührungsängste

Jesus begegnet dem Aussätzigen (Matthäus 4, 1 – 4)

Letzte Woche im Stadtbus: Eine Frau bekommt plötzlich einen Hustenanfall. Erschrockene Blicke von den Leuten in Ihrer Nähe, alle gehen aus Angst vor Ansteckung reflexartig etwas mehr auf Abstand. Sie selbst schaut mit hochrotem Kopf um sich und stammelt vor sich hin: „Entschuldigung! Kein Corona, ist nur meine Allergie!“ Das Virus ist fies, weil es nicht sichtbar ist, nicht offensichtlich, nicht erkennbar und gerade darin liegt die Gefahr. Vorsicht ist angesagt.

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„Wer diese meine Worte hört und danach handelt, ist wie ein kluger Mann, der sein Haus auf Fels baute.“ (Mt 7,24)

Impuls am donnerstag, 25. Juni von

Diese Worte Jesu hören wir im heutigen Tagesevangelium. Sie stehen am Ende der Bergpredigt. Darin legt Jesus umfassend das Gesetz Gottes aus. Seine Worte lehren uns, wie unser Leben vor Gott und den Menschen gelingen kann. Nun liegt es an uns, was wir daraus machen! Wer die Worte Jesu hört und sie befolgt, der hat sein Leben auf ein festes und zuverlässiges Fundament gebaut. Die Worte Jesu sind für uns Bausteine für ein gelingendes Leben. Doch worauf bauen wir wirklich in unserem täglichen Leben? Sind es die Worte Jesu, an denen wir uns messen, oder nicht doch andere Dinge, auf die wir uns fokussieren und nach denen wir uns gerne ausrichten? Was ist das Fundament unseres Lebens, was trägt und formt uns? Der oben genannte Vers aus dem heutigen Tagesevangelium lädt uns ein, mal darüber nachzudenken!

 

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Berufen und gerufen

Impuls am Mittwoch, 24. Juni von anita ketterl

"Der Herr hat mich schon im Mutterleib berufen; als ich noch im Schoß meiner Mutter war, hat er meinen Namen genannt."

aus der Tageslesung aus Jesaja 49

In der Bibel finden wir viele Berufungsgeschichten, beispielsweise die von Jesaja, Mose oder Jona zum Propheten, Simon und Andreas zu Jüngern, Maria zur Gottesmutter. Diese Geschichten erwecken den Anschein, dass es immer um eine bestimmte Aufgabe oder ein kirchliches Amt geht, wenn Gott einen Menschen beruft - quasi eine Stellenbeschreibung. Berufen zu sein bedeutet aber mehr als nur einen Auftrag zugewiesen zu bekommen.


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Der schmale Weg der Liebe – ein Weg auch für mich?!

Impuls von ILONA SGRÓ

Im heutigen Tagesevangelium (Mt 7,6.12-14) verbindet Jesus mit der „Goldenen Regel“ („Alles, was ihr also vom anderen erwartet, das tut auch ihnen!“ Mt 7,12) zwei Mahnungen:


Zum einen ruft Jesus - wie damals seine Jünger - auch uns heute dazu auf, das Heilige in unserem Leben besser zu schätzen und zu hüten. Doch was ist „das Heilige“?

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Warum zeigst du auf andere, wenn drei Finger auf dich selbst zeigen?

Impuls am Montag, 22.6.20 von markus schütz

Diese freie Übersetzung des heutigen Evangeliums aus der Bergpredigt, Mt 7,1-5 beschreibt sehr gut, das ich schnell auf andere zeige, ohne zu merken, was ich selbst nicht gut mache.

Mit dem Finger auf andere zeigen erhebt mich gleichzeitig über andere Menschen, fühle ich mich als etwas Besseres. Manche Menschen meinen sogar, der Menschheit oder Gott etwas Gutes zu tun, wenn sie andere erniedrigen und ausgrenzen.

Das Gegenteil ist aber der Fall:

  • Ich handle nicht aus der Liebe heraus.
  • Ich verletzte Menschen und grenze sie aus.
  • Ich erniedrige auch Gott, der mir im Anderen begegnen will.

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Matthäus 10,26-33

Darum fürchtet euch nicht vor ihnen! Denn nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird. Was ich euch im Dunkeln sage, davon redet im Licht, und was man euch ins Ohr flüstert, das verkündet auf den Dächern! Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können, sondern fürchtet euch eher vor dem, der Seele und Leib in der Hölle verderben kann! Verkauft man nicht zwei Spatzen für einen Pfennig? Und doch fällt keiner von ihnen zur Erde ohne den Willen eures Vaters. Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt. Fürchtet euch also nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen. Jeder, der sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen. Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen.

Impuls zu Mt 10,26-33 am 12. Sonntag A 21.06.2020

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Lieben und Fressen?

Zum 20. Juni 2020, Tobias Gfell

Sie heißt Mila. Und sie tut, was Katzen so tun, kurz bevor die Menschen schlafen gehen oder mittendrin, wenn ich versuche, den Impuls für Samstag zu schreiben: sie fängt Mäuse. Nicht, dass in unserem Wohnzimmer diese frei herumlaufen würden. Sie fängt sich in der Regel eine Maus im Garten und bringt sie zum Spielen, zum Zeigen und irgendwann auch zum Fressen mit in die Wohnung.

Bei allem Verständnis für die Natur einer Katze: Gewöhnen kann ich mich nicht daran.


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Das Herz Jesu

Persönliches Statements von michael dederichs

Biographisch kenne ich die Herz-Jesu-Ver­ehrung aus den besonderen Got­tesdiensten am Herz-Jesu-Freitag, in denen ich ab meinem neunten Lebensjahr als Ministrant frühmorgens diente. Mit dabei in der Hauskapelle waren Schwestern aus dem Orden des Heiligen Franziskus, die Kinder- und Altenheim zu ihrer Lebensaufgabe gemacht hatten. Manchmal wurde ich auch ins Krankenhaus zum ministrieren einbestellt. Auch dieses Haus wurde von „Töchtern des Heiligen Franziskus“ geleitet. Der erste Freitag im Monat jedenfalls war bereits in meiner Kindheit aus dem Alltag herausgehoben. Bis heute erinnert mich der Freitag immer an die zentrale wie geheimnisvolle Botschaft unseres christlichen Glaubens: Gott ist leibhaftig Mensch geworden. Er ist nicht abstrakte Liebe geblieben, son­dern er hat in Jesus ein Herz aus Fleisch und Blut und mit diesem Freud und Leid bis hin zum Kreuz erlebt. Jesus war ein Mensch wie wir und gleichzeitig unendlich viel mehr. Das Herz Jesu ist für mich Symbol, mein Herz, mein Leben von Gott erfüllen zu las­sen, dabei fest im Hier und Jetzt zu stehen und gleichzeitig auf eine viel größere und weitere Wirklichkeit vertrauen zu dürfen.

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So sollt ihr beten (Matthäus 6,7-15)

Impuls zum Evangelium am Donnerstag der elften Woche im Jahreskreis II

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:

Wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden, die meinen, sie werden nur erhört, wenn sie viele Worte machen.

Macht es nicht wie sie; denn euer Vater weiß, was ihr braucht, noch ehe ihr ihn bittet. So sollt ihr beten:

Unser Vater im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel, so auf der Erde.

Gib uns heute das Brot, das wir brauchen!

Und erlass uns unsere Schulden, wie auch wir sie unseren Schuldnern erlassen haben!

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern rette uns vor dem Bösen!

Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, dann wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben.

Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt,

dann wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.


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Impuls am Mittwoch, 17. Juni

von ANITA KETTERL

Im Tagesevangelium (Mk 6,1-6.16-18) geht es heute um die Frage, wie man seine Beziehung zu Gott angemessen gestaltet.

Dabei ist mir ein Halbsatz besonders aufgefallen - Jesus spricht dort von

Gott als

"Dein Vater, der auch das Verborgene sieht..."

 

Seit den biblischen Zeiten wurde unzähligen Menschen vom alles sehenden, alles kontrollierenden Gott erzählt. Mir selbst wurde das erspart - nur der Nikolaus mit seinem goldenen Buch hat mir etwas Bauchweh bereitet... Mit dem "Auge Gottes" verbinde ich daher folgendes:


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Zitate zum Tagesevangelium "Matthäus 5, 43-48"

IMPULS am 16. Juni 2020 von Barbara Ulmer

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel werdet; denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten, und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.

Wenn ihr nämlich nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafür erwarten? Tun das nicht auch die Zöllner? Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr damit Besonderes? Tun das nicht auch die Heiden? Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist.


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In welcher Zeit leben wir?

Impuls von  Josef Fodor am montag 15.06.2020

Liebe Schwestern und Brüder,

 

George Carlin, ein US-Schauspieler und Komiker verfasste anlässlich des Todes seiner Frau ein Gedicht mit dem Titel:

 

In welcher Zeit leben wir?

 

Es ist die Zeit des schnellen Essens und der schlechten Verdauung,

der großen Männer und der klein karierten Seelen.

 

Es ist die Zeit der Wegwerfwindeln und der Wegwerfmoral…

Es ist die Zeit der Pillen, die alles können:

sie erregen uns, sie beruhigen uns, sie töten uns.

 

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Impuls zu Ex 19,2-6a/Mt 9,36-10,8

von pfr. lichtenberger am 11. Sonntag im Jahreskreis A 14.06.2020

„Die Krankenhäuser sind überfüllt, es fehlt an Medikamenten und an Sauerstoff… Alle Unternehmen sind geschlossen. Es gibt keine Arbeit, die Menschen hungern und müssen sich der Ansteckungsgefahr aussetzen. Deshalb wurden von Codehica und von der Pfarrei aus Tüten mit Lebensmitteln in vielen besonders armen Gebieten verteilt…. Die einzige Tätigkeit in der Pfarrei ist die Verteilung dieser Tüten. Ansonsten keinerlei Zusammenkünfte, keine Gottesdienste…“, schreibt P. José Manuel. Und Cristina, die uns noch vor knapp einem Jahr besucht hat: „In Acomayo ist die Krankenstation in Betrieb. Wie ich hörte, arbeitet P. Antonio am Empfang, wenn die Labortechnikerin nicht da ist…“ – So sieht es aus in Acomayo Ica in Peru, in der Partnergemeinde von Liebfrauen. Die Briefe haben uns in der letzten Woche erreicht. Erschütternd. Peru wird im Moment sehr heftig vom Corona Virus heimgesucht. Dazu kommt noch das Dengue-Fieber. Die Ärmsten der Armen trifft es wieder mal besonders hart. Kein funktionierendes Gesundheitssystem. Keine Kurzarbeit mit entsprechender Vergütung. Kein Arbeitslosengeld. Wer nicht arbeiten kann muss hungern, wenn es ganz schlimm kommt verhungern.

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Ein Heiliger für heute - Antonius

Impuls von Schuldekan Georg Hauser

Seine Statue fehlt in fast keiner Kirche, er gehört zu den beliebtesten Heiligen – und auch hier in Pforzheim trägt eine Kirche seinen Namen: Der Franziskaner Antonius von Padua. Der 13. Juni ist sein Gedenktag.

Unter allen Heiligen ist Antonius ein ganz besonderer, ein ganz sympathischer und ein ganz aktueller Heiliger: Er ist Patron derer, die etwas verloren haben und auf der Suche sind...

Damit steht er uns ganz nahe: Wir haben alle schon einmal etwas Wichtiges verloren oder haben uns selbst verloren gefühlt, waren verzweifelt auf der Suche und es fehlte die Idee, wo die Erfüllung unserer Sehnsucht verborgen sein könnte. Dieses Gefühl von Panik, das nach vergeblichem Suchen langsam in einem hochsteigt, ist nichts, an das wir uns gerne erinnern.


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Überraschend ANDERS

Impuls am FreiTAG (12.06.2020) von Gemeindereferentin Margarete Hosbach


Mit Leidenschaft und Eifer hat der Prophet Elija für seinen Gott gekämpft. Alle seine Kräfte hat er aufgeboten, um das Volk daran zu hindern, von Gott abzufallen und sich anderen Göttern zuzuwenden. Nun ist er am Ende, er fühlt sich allein, verlassen von seinen Mitmenschen und sogar von Gott. Sein Tun erscheint ihm zwecklos und sinnlos. Eine depressive Welle erfasst ihn. Er mag nicht mehr. Er kann nicht mehr. Und er flieht weit weg bis zum Gottesberg Horeb.


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Zum Hochfest Fronleichnam

Impuls am DoNNERSTAG (11.06.2020) von Kaplan Thomas Stricker

Heute feiern wir Fronleichnam. Es ist das Fest des „heiligsten Leibes und Blutes Christi“. So stehen die eucharistischen Gestalten von Brot und Wein heute besonders im Mittelpunkt. In der kleinen, anspruchslosen Hostie begegnet uns Jesus als „das Brot des Lebens“. In dieser sichtbaren Brot-Gestalt scheint den Augen der Glaubenden auf, wer und wie Gott ist. In und durch Jesus Christus ist Gott für uns Menschen lebensspendend wie das Brot und Grund zur festlichen Freude wie der Wein. Brot und Wein werden auf dem Altar zu Leib und Blut Christi. Das wollen sie aber nicht für sich bleiben! Leib und Blut Christi werden für uns zur wahren Speise und zum wahren Trank, die uns zum Leben gereichen. Doch nicht nur in diesen kleinen Stücken von Brot und Wein allein will Gott gegenwärtig sein, sondern alles, was es gibt, soll immer mehr zum Zeichen, zur Verheißung und zum Ort seiner Gegenwart werden. Die Verwandlung von Brot und Wein zu Leib und Blut Christi auf dem Altar ist im Grunde nur ein Anfang. Die Verwandlung soll noch weitergehen! Alle Christen, die ganze Kirche und die ganze Welt sollen sich wandeln, auf dass – wie es bei Paulus heißt – Gott alles in allem sei (vgl. 1 Kor 15,28).

 

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Salz der Erde-Licht der Welt! (Mt 5,13-16)

Tagesimpuls für Dienstag, 9.6. 2020.

Jesus verwendet diese beiden ausdrucks-starken Symbole, um uns zu zeigen, wozu wir als Christen in dieser Welt berufen sind. Er betont, dass wir schon Salz und Licht sind, denn durch die Taufe sind wir ja Jesus Christus einverleibt worden, der selbst das Licht der Welt ist und uns Leben in Fülle schenkt.

Aber sind wir wirklich wie Salz?

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Gewaltfreie Kommunikation

Impuls am Montag, 8. Juni 2020

Neulich las ich ein Zitat von Mahatma Gandhi, das mich nachdenken ließ:

„Der berechtigte moralische Schluss, der aus der Bombe als schlimmster Katastrophe gezogen werden muss, ist, dass sie ebenso wenig durch Bomben vernichtet werden kann, wie Gewalt durch Gegengewalt. Die Menschheit kann und darf aus dem Gewaltkreislauf nur durch Gewaltfreiheit aussteigen. Hass kann nur durch Liebe überwunden werde. Mit Hass zu antworten, führt nur zu einer Ausweitung und Vertiefung des Hasses.“

Jesus ruft in der Bergpredigt zu Vergebung und zu Liebe zu den Feinden auf.

Seit einiger Zeit beschäftige ich mich mit Gewaltfreier Kommunikation. Eigentlich dachte ich immer, dass ich in meiner Sprache keine Gewalt anwende, aber diese Methode, die ein den 1960er Jahren von Marshall B. Rosenberg entwickelt wurde, hat mich eines Besseren gelehrt.

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Gebetsvorschläge und Geistliche Impulse

Aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Epidemie, finden Sie hier Texte und Betrachtungen, mit denen Sie zuhause ins Gespräch mit Gott kommen können.