Predigt zu Mt 16,21-27/Jer 20,7-9

Impuls - 22. Sonntag A (30.08.2020)

Gewinner und Verlierer. Gibt es. Natürlich auch in dieser Corona-Zeit. Jene die Masken, Hygieneartikel, Schutzanzüge oder ähnliches produzieren, die gehören natürlich zu den Gewinnern. Die Verlierer sind die Kranken und ihre Familien. Oder jene, die gerade aus einem Risikogebiet zurückkommen. Wirtschaftlich aber natürlich auch alle, die etwas mit Kunst und Kultur, Gastronomie und Ähnlichem zu tun haben. Vor allem aber sind die Verlierer unsere Geschwister in Peru und Kenia und in all den Ländern, in denen es weder ein funktionierendes Gesundheitssystem, noch soziale Absicherung durch den Staat, geschweige denn Arbeitslosengeld oder ähnliches gibt.

mehr lesen

Predigt zu Mt 16,13-20

IMPULs-21. Sonntag A 23.08.2020, Pfarrer G. Lichtenberger

Was andere von mir denken? Interessiert mich nicht. Sie vielleicht? Nein, nicht wirklich, sagen Sie wahrscheinlich auch. Aber, wenn ich ehrlich bin: So ganz kalt lässt es mich doch nicht. Manches geht schon unter die Haut. Manches ärgert mich. Manchmal fühle ich mich auch total missverstanden. Oder ungerecht behandelt. Ab und zu ärgert es mich, dass ausgerechnet die oder der, das oder jenes von mir behaupten oder sagen, oder vielleicht insgeheim denken. Kennen Sie das? Vielleicht hat es Jesus trotz allem auch gekannt. Nein, ich kann mir nicht wirklich vorstellen, dass er sich an der Meinung von anderen ausgerichtet hat. Aber vielleicht ging es ihm ab und zu vielleicht doch ähnlich: So ganz kalt lässt es uns nicht, was andere von uns denken, über uns reden, von uns halten. „Für wen halten die Menschen den Menschensohn?“ Trotz allem – letztlich nicht so wichtig.

mehr lesen

Urlaub ist, wenn der Ritter in die Schlacht zieht...

IMPULS Zum 1. August 2020, Tobias Gfell

Der Psalm 37 war für mich neulich eine Entdeckung und ich dachte, das passt zu einem letzten Impuls vor den Sommerferien: „Errege dich nicht über die Bösen, ereifere dich nicht über jene, die Schlechtes tun! ...“

Denn, wenn man in den Sommer startet, freie Tage in Sicht, dann nimmt man doch auch so viel mit, was das Jahr über Kraft gekostet hat. Und die Bösen sind nicht nur die anderen, die einem auf die Nerven gegangen sind, das bin ja auch ich. Und dann erleichtert es, dass mit dem Psalm die entspannte Botschaft mitschwingt: Du kannst dich den ganzen Tag (und auch den ganzen Urlaub) über dies und über jene aufregen. Du bist aber nicht verpflichtet dazu.

Ein Glück.

mehr lesen

Zur Verfügung stellen

Impuls  am 31.7.2020 von Pfarrer michael dederichs

„Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung“ gilt in der täglichen Korrespondenz als bürokratisch, überformell und veraltet. So heißt es handelsüblich:

„Rückfragen“ gibt es nicht, es gibt nur „Fragen“.

„Rückantworten“ gibt es übrigens erst recht nicht, denn eine Antwort geht schließlich immer zurück.

„Für Fragen“ würde heißen, dass Sie vom Empfänger Fragen hören möchten.

Ob Sie „gerne“ antworten oder nicht, dürfte den Empfänger nicht interessieren.

Bei Schreiben mit einer Ablehnung oder Absage würde das „gerne“ am Ende sogar ironisch wirken.

„Zur Verfügung stehen“ wird von vielen Zeitgenossen als eine unterwürfige Formulierung abgelehnt.

Ignatius von Loyola (1491 - 1556), der Heilige des Tages bemerkt: „Die meisten Menschen ahnen nicht, was Gott aus ihnen machen könnte, wenn sie sich ihm nur zur Verfügung stellen würden.“

mehr lesen

Gleichnis vom Töpfer (Jeremia 18,1-6)

Impuls zur Tageslesung am Donnerstag der 17. Woche im Jahreskr. A (30. Juli 2020)

Das Wort, das vom HERRN an Jeremia erging:

 

Mach dich auf und geh zum Haus des Töpfers hinab! Dort will ich dir meine Worte mitteilen.

So ging ich zum Haus des Töpfers hinab und siehe, er arbeitete gerade mit der Töpferscheibe. Missriet das Gefäß, das er aus Ton machte, in der Hand des Töpfers, so machte der Töpfer daraus wieder ein anderes Gefäß, ganz wie es ihm gefiel.


Da erging an mich das Wort des HERRN:

Kann ich nicht mit euch verfahren wie dieser Töpfer, Haus Israel? - Spruch des HERRN. Siehe, wie der Ton in der Hand des Töpfers, so seid ihr in meiner Hand, Haus Israel

   Von Silar - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=34136159
Von Silar - Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=34136159

mehr lesen

In deinem eigenen Tempo

Impuls am Mittwoch, 29. Juli von anita ketterl

 

Du hast noch nie

die Wellen dafür verachtet,

dass sie nicht früher an der Meeresküste ankamen.

 

Und du hast noch nie

hoch gesehen und die Wolke dafür verachtet, dass sie sich ihre Zeit nimmt,

um den Himmel über dir zu durchqueren


mehr lesen

Tagesimpuls: Dienstag, den 28. Juli 2020

Impuls VON barbara ulmer

Mich nervt das: Eine Fliege an der Scheibe, die unaufhörlich gegen das Fenster fliegt. Immer und immer wieder. Sie kommt nicht aus ihrem Gefängnis heraus. Sie weiß überhaupt nicht, dass das wie ein Gefängnis ist. Mit ihrem Verhalten kommt sie nicht weiter. Vor ihr ist die Natur, ihr zu Hause oder das Ziel ihres Fluges. Aber sie erreicht das alles nicht. Da ist ja die Scheibe dazwischen. Irgendwann wird sie erschöpft zu Boden fallen. Sollte sie diesen Kraftakt überleben, wird sie hoffentlich nach einer Zeit der Ruhe den Weg in die Freiheit finden.

Manchmal bin ich, wie diese Fliege: Aufgaben,

Termine, Projekte und vieles das ich einfach

noch schnell erledigen wollte. Mehr Druck – mehr

Fehler! Wie die Fliege, versuche ich mit aller

Kraft die Arbeit zu stemmen. Immer wieder

mache ich die gleichen Fehler. Wie die Fliege

komme ich aus meinem zu engen Blickwinken nicht mehr heraus. Natürlich kann ich das Ziel schon sehen, aber erreichen kann ich es nicht.

 


mehr lesen

Die Welt ist voller…

Impuls VON TOBIAS GFELL

Was ist das erste Wort, das Ihnen in den Sinn kommt, wenn sie den Halbsatz hören: „Die Welt ist voller…“?

Eine beliebte Frage der Lernforscherin Vera F. Birkenbihl bei ihren Seminaren. Und sie stellte fest, dass gut zwei Drittel der Leute negative Füllungen assoziierten, zum Beispiel: Die Welt ist voller Idioten, voller Probleme oder voller Neid. Die übrigen hatten einen anderen Blick: Die Welt ist voller Möglichkeiten, voller Lösungen, voller Schönheit.

Real ist beides, die Idioten und die Schönheit. Relevant ist, worauf wir unseren Fokus richten und wie wir das ganze beurteilen.

Was wir von der Welt und von den Menschen erwarten, das werden wir öfter wahrnehmen. So wie wir eingestellt sind, so ist auch unsere Erwartung geformt.

Der riesige Mann will dem Mächtigsten dienen – so beginnt die Legende vom heiligen Christophorus, dessen Gedenktag heute ist. Und so erwartet er auch, dass sich der Mächtigste als der Mächtigste zeigt.

 

Bild: Otto Dix: Christophorus IV, in der Kunstsammlung in Gera, Quelle: Joachim Schäfer www.heiligenlexikon.de
Bild: Otto Dix: Christophorus IV, in der Kunstsammlung in Gera, Quelle: Joachim Schäfer www.heiligenlexikon.de

mehr lesen

Das ist (nicht) mein Ding!

Impuls zum 24.07.2020 – Gedenktag des Heiligen Christophorus

Welche Ziele hast Du für dein Leben? Was willst Du später denn beruflich mal machen? Fragen, die sich viele Jugendliche am jetzt anstehenden Übergang von der Schule in den Beruf selbst stellen oder immer wieder zu hören bekommen. Wohl denen, die eine Idee, einen Plan oder eine Perspektive haben.

 

Für alle jungen Leute, aber auch für andere Menschen, die nach dem richtigen Weg, nach einem Sinn für ihr Leben suchen, finde ich die Legende des Heiligen Christophorus sehr passend. Heute ist sein Gedenktag. Er hat ein klares Ziel, dieser Riese: Dem mächtigsten Herrn der Welt zu dienen!

 

mehr lesen

Birgitta von Schweden

Tagesimpuls von kaplan thomas stricker (Do, 23.07.20)

Heute begehen wir das Fest der heiligen Birgitta von Schweden. Sie wurde um das Jahr 1302 in Finsta bei Uppsala in Schweden geboren. Im Jahre 1999 wurde sie von Papst Johannes Paul II. zusammen mit der Kirchenlehrerin Katharina von Siena und der heiligen Edith Stein zur Patronin Europas erhoben.

 

Worin kann die heilige Birgitta für uns heutige Europäer Vorbild sein? In ihrem Leben legte sie ein großes caritatives und politisches Engagement an den Tag. Ihr Tun und Handeln war getragen und motiviert von mystischen Erfahrungen, die sie vom Kindesalter bis hin zu ihrem Tod machen durfte. In ihren Visionen hatte sie immer das Leiden Jesu vor Augen. Die Liebe, die der Erlöser vom Kreuz aus den Menschen zukommen lässt, war für Birgitta die Quelle ihres Lebens und Handelns. Die Offenbarungen, die ihr zuteilwurden, beinhalteten jedoch nicht die Enthüllung neuer Glaubensgeheimnisse. Sie zielten vielmehr auf ein neues Bewusstmachen der wesentlichen Inhalte der Evangelien. So wurde es für Birgitta zu einer zentralen Aufgabe, das Wort Gottes allen Menschen und aller Orten zu verkünden, auch und gerade dort, wo es auf Ablehnung gestoßen ist. Durch das Wort Gottes strebte sie eine Reform in den Herzen der Menschen an.

 

mehr lesen

Wie Jesus uns zu beten gelehrt hat...

Impuls von anita Ketterl am Mittwoch, 22. Juli

In der Antike war es gar nicht üblich, dass man ein Gebet selbst formuliert hat. Deshalb ist es etwas Besonderes, dass Jesus mit seinen Jüngerinnen und Jüngern darüber gesprochen hat, wie man beten kann und soll. Es war ihm wohl ein Anliegen, dass wir uns an Gott wenden, wie an einen Vater, eine Mutter oder einen guten Freund - an jemanden, der sich für uns interessiert und Gutes für uns will. Als Beispiel dafür hier ein solches persönliches Gebet, das durch die Evangelien inspiriert ist:

 

 


Gott unser,

du bist uns Vater, Mutter, Elter im Himmel,

geheiligt werde dein Name durch uns,

wenn wir versuchen deine Liebe für andere spürbar zu machen.

Deine gerechte Welt komme.

Dein Wille geschehe,

wie im Himmel, so auf der Erde:


mehr lesen

Tagesimpuls für Dienstag, den 21. Juli 2020

von Ilona sGró

„Denn wer den Willen meines himmlischen Vaters tut, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.“ (Mt 12,50)

 

Jesus so nahe zu kommen, mit Ihm einen so vertrauten Umgang zu pflegen, wie mit einem aus meinem engsten Familienkreis, wer sehnt sich nicht danach?

 

Doch was nennt Jesus uns hier als Voraussetzung? Wir sollen den Willen Gottes tun, dann können auch wir Ihm Bruder und Schwester und Mutter sein!

 

Doch wie kann ich den Willen Gottes erkennen? Wie kann ich diesen im Alltag im Kleinen konkret erfüllen lernen?

 

Wir finden dazu zahlreiche Antworthilfen in der Hl. Schrift, in der uns der Wille Gottes ganz deutlich offenbart wird. Hierzu einige Beispiele:

mehr lesen

Erfüllende Erfrischung gefällig?

Impuls für Montag den 20. Juli von Markus Schütz

Während meiner Exerzitien-Woche in Bingen auf dem Rochusberg konnte ich aus meinem Zimmerfenster in den Innenhof des Hauses schauen. Dort lag ein großer Felsblock auf den sich ein kleines Rinnsal aus einer Wasserleitung ergoss. Es bildete sich dort ein Mini-See, zu dem immer wieder verschiedenartige Vögel in bunten Farben geflogen kamen, um zu trinken oder ein kleines Bad zu nehmen. Da der kleine See sich dann über den ganzen Block verteilte, konnten dort Blumen gedeihen und viele Bienen kamen, um sich am Stein kurz nieder zu lassen und zu trinken.

mehr lesen

Impuls zu Mt 12,24-32 / Weish 12,13-19

von pfr. georg lichtenberger am 16. Sonntag A

Wie alles wachsen lassen? Beides wachsen lassen, Weizen und Unkraut, Gut und Böse? Einfach so? Die Hände in den Schoß legen und zusehen, wie sich das Unkraut durch das Feld frisst? Ich sehe die Landwirte unwillig den Kopf schütteln. Aber nicht nur die. Ich sehe unsere Oma wie sie stundenlang gebeugt im Garten stand und Unkraut gejätet hat. Ein Grashalm nach dem anderen. Damit es nicht wuchert. Damit man überhaupt was ernten kann. Ist das falsch? Alles umsonst?

 

Ich erinnere mich auch an andere Bilder. Vor allem bei den Besuchen in der damaligen DDR. Kilometerlang und minutenlang konnte man da an einem einzigen Feld einer LPG entlang fahren. Weizen, oder Raps, oder was auch immer. Kilometerlange Reinkultur in Perfektion. Gab es auch bei uns. Vielleicht nicht ganz in der Größe. Gibt es ja bis heute. Getreidefelder auf denen keine Kornblume mehr wächst und kein Klatschmohn, keine roten und blauen Blüten das Einheitsgelb durchbrechen. Vielleicht gerade noch rechtzeitig sagen die Optimisten, wahrscheinlich schon zu spät die Pessimisten, müssen wir entdecken: Landwirtschaft in Reinkultur, riesige Monokulturen die schaden uns ganz brutal. Lieber ein bisschen weniger Ertrag und etwas mehr Abwechslung: Damit unsere Bienen überhaupt überleben können und für die Bestäubung unserer Obstbäume sorgen. Lieber mehr Vielfalt, damit es ein Ende nimmt mit dem großen Insektensterben und unsere Vögel nicht aussterben. Ja, Vielfalt ist besser als Einfalt. Bunt ist unsere Welt geschaffen. Es gibt so vieles. Wenn Einförmigkeit gezüchtet wird und die Vielfalt den Zwängen des Marktes geopfert wird, dann ist dies dramatisch für unsere ganze Erde und für das Klima, das wir alle zum Leben und zum Überleben brauchen. Langsam aber sicher ahnen wir die Zusammenhänge…

mehr lesen

All das Schöne und Miese

Impuls von tobias gfell

Als Jesus am Sabbat einen Mann heilte, gingen die Pharisäer hinaus und fassten den Beschluss, ihn umzubringen. Als Jesus das erfuhr, ging er von dort weg. Viele folgten ihm nach und er heilte sie alle. Er gebot ihnen, dass sie ihn nicht bekannt machen sollten, damit erfüllt werde, was durch den Propheten Jesaja gesagt worden ist: Siehe, mein Knecht, den ich erwählt habe, mein Geliebter, an dem ich Gefallen gefunden habe. Ich werde meinen Geist auf ihn legen und er wird den Völkern das Recht verkünden. Er wird nicht streiten und nicht schreien und man wird seine Stimme nicht auf den Straßen hören. Das geknickte Rohr wird er nicht zerbrechen und den glimmenden Docht nicht auslöschen, bis er dem Recht zum Sieg verholfen hat. Und auf seinen Namen werden die Völker ihre Hoffnung setzen. (Mt 12,14-21)

 

Geknicktes Rohr ist für den weiteren Verwer-tungsprozess nicht mehr zu gebrauchen, ein Korbmacher braucht elastische, aber nicht gebrochene Stücke, alles andere wirft er fort.

Und wenn der Docht nur noch glimmt, dann ist das Öl zur Neige gegangen in der Lampenwelt im alten Israel. Entscheidendes fehlt, um noch eine Funktion zu haben.

mehr lesen

ZUM EVANGELIUM VOM FREITAG 17.07.2020

Impuls von pfarrer michael dederichs

Das Matthäusevangelium berichtet von einem der Höhepunkte der Ablehnung Jesu durch die religiös Etablierten seiner Zeit. Das Ereignis, das die Schleusen öffnet, ist die Sabbatfrage. An diesem Sabbat geht Jesus mit seinen Jüngern durch die Saaten. Seine Jünger fingen an, Ähren zu pflücken und sie zu essen. Das Gesetz erlaubte es ihnen, sich im Feld des Nächsten zu bedienen, solange sie nicht mit einer Sichel mähten (5. Moses 23,25).

 

Die Gesetzestreuen, klagen an, dass durch das Verhalten der Jünger der Sabbat gebrochen worden sei. Jesus verneint dies. Die vorgeschobenen Gesetzesregeln, werden von ihm als Mogelpackung entlarvt. Glauben die reinen Gesetzesverfechter wirklich, dass man unter den Bedingungen ritualisierter Gesetzesfrömmigkeit Gottes Willen erfüllt? Wohl kaum – eigentlich geht hier jedoch um viel mehr. Es geht um den Anspruch den Jesus erhebt. Daran scheiden sich die Geister.

mehr lesen

Ein Lehrer, der lebt, was er lehrt

Impuls von georg hauser am Do. 16. juli

Für mich als Lehrer sind die Corona-Zeiten recht schwierige Zeiten. Eigentlich bin ich gewohnt, meinen Schülerinnen und Schülern ins Gesicht sehen zu können, mit ihnen zu sprechen, zu diskutieren, gemeinsam zu arbeiten. Stimmungen und Gefühle zu spüren, Lernerfolge und Lernbarrikaden unmittelbar mitzubekommen... In Zeiten des Homeschooling ist vieles anders. Da fehlt einfach der persönliche Bezug. Und wie wichtig der für das Lernen ist, sagen uns ganz viele Studien.

Lernen ist ein hochkomplexes Unterfangen. Da ist zuerst einmal die/der Lernende: Jeder und Jede lernt anders, hat individuelle Stärken und Schwächen, die sie oder ihn von allen anderen unterscheiden. Lernen setzt Motivation voraus. Der Lernerfolg hängt wesentlich vom Lebensbezug des Gelernten ab.

Dann ist aber auch die/der Lehrende wichtig: Ihr/Sein Vorbild zählt, die Gabe, auch schwierige Inhalte klar und einsichtig zu machen. Er/Sie baut die Brücke zwischen dem Wissen und dem Menschen, der zu diesem Wissen einen Bezug erhalten will, motiviert, fordert und fördert.


mehr lesen

Feiern und erinnern

Impuls von anita ketterl am Mittwoch, 15. Juli

Für so gut wie jeden Tag des Jahres gibt es kuriose nationale oder internationale Feiertage.

Manche erinnern an ein historisches Ereignis oder an eine Person. Andere sollen Bewusstsein für wichtige Themen schaffen - z.B. Kindern Zeit und Zuneigung schenken am kommenden Montag. Wieder andere drücken einfach nur Wetschätzung und Freude aus, z.B. morgen darüber, dass es Meerschweinchen gibt. Die Erinnerung soll unsere Gegenwart und unsere Zukunft prägen.

Diese Tage zeigen, auch wenn es einfach nur eine Blödelei ist: Menschen ist es möglich ihren Tagen Sinn zu verleihen und eine Richtung zu geben.


mehr lesen

Warum werde ich nicht satt?

Tagesimpuls von barbara ulmer: Dienstag, den 14. Juli 2020

Die Punkrockband „Die Toten Hosen“ verfassten Ende der 90` gern einen interessanten Song: Warum werde ich nicht satt?

Darin beschreibt der Songwriter Campino einen reichen Menschen, der alles hat: Autos, Villa, Swimmingpool ... mehr als man zum Leben braucht. Dieser Mensch weiß, dass er noch nie auf etwas verzichten musste. Er definiert seinen Eigenwert gemessen an seinem Reichtum. Alles super!

 

Und doch? „Warum werde ich nicht satt?“

 

Bin Ich satt? Fühle ich mich zufrieden?

 

Ich hab mehr, als ich zum Leben brauch: Einen Beruf, den ich liebe, ein Dach über dem Kopf, eine liebe Familie, Gesundheit, Freunde, ....

Bin ich satt?


mehr lesen

Impuls am Montag 13. juli 2o2o

von Dr. Josef Fodor, Pastoralreferent

Liebe Schwestern und Brüder,

 

Gottes Gnade ist nicht wie ein Rucksack voller Verpflegung, die für das ganze Leben reicht. Sie ist portioniert für jeden Tag. Dessen bewusst betete Edith Stein folgendermaßen:

 

Gib mir Kraft für einen Tag!

HERR, ich bitte nur für diesen,

dass mir werde zugewiesen,

was ich heute brauchen mag.

mehr lesen

Impuls zu Mt 13,1-17

am 15. Sonntag im Jahreskreis 12.07.2020

Tacheles! Klartext! Eindeutige Ansage! Kein rumgeeiere! Ich will wissen woran ich bin. Ich mag es, wenn Menschen klar und deutlich, offen und ehrlich sagen was sie wollen und was sie nicht wollen, was sie denken und was sie fühlen. Mir braucht niemand irgendwelche komischen Geschichten erzählen. Ich frage mit den Jüngern: „Warum redest du zu ihnen in Gleichnissen?“ Müssen wir es nicht auch sonst klar und deutlich wissen, was von uns erwartet wird und was nicht? Sind nicht eindeutige Erwartungsprofile viel fairer, als irgendwelche unausgesprochene Wünsche, die zwischen Menschen hin und her wabern und nur dazu führen, dass diese Wünsche frustriert werden? Enttäuschungen sind vorprogrammiert, wo es zwischen Menschen nicht offen und ehrlich, klar und eindeutig zugeht.

mehr lesen

Zu kurz gekommen

Tagesimpuls (SA, 11.07.20) von TOBIAS GFELL

Es war eigentlich sehr schön – damals auf dem Marien-feld bei Köln. Ein bisschen kühl vielleicht für eine Nacht im August 2005, aber die Stimmung, die Vigil, die Lichter und Gesänge, die Begegnungen unter rund 1 Million junger Leute aus aller Welt beim Weltjugendtag – da wehte ein guter Geist.

Doch es gab auch andere Szenen. Ganz nach Brecht „Erst das Fressen, dann die Moral“. An Versorgungspunkten waren Lastwagen mit Lebensmittelpaketen deponiert. Und aus irgendeinem Grund loderte die Angst auf, es könnte nicht für alle reichen, so dass sich viele auf die Kartons stürzten, sie aufrissen und ein unschönes Gerangel entfachten. „Der Mensch ist schlecht – das ist leider das einzige, was mir von dieser Nacht bleibt“, resümierte einer und angesichts der vielen aufgerissenen halbleeren Essenspakete muss man sagen: der Mensch ist nicht nur schlecht, sondern auch ziemlich dumm, wenn er Angst hat, zu kurz zu kommen.

mehr lesen

BUNTES LICHT

Tagesimpuls (FR, 10.07.20) von Margarete Hosbach

Gerade noch Gewitter, Platzregen und dann: die Sonne schiebt sich durch die Wolkendecke und malt einen leuchtenden Regenbogen an den Himmel. Was für ein Augenblick! Auf Hofeinfahrten, Gehwegen, manchmal über die ganze Straße mit Kreide gemalt oder als Bild ins Küchenfenster gehängt: bunte Regenbogen in allen Varianten. In der Zeit der Kontaktbeschränkungen habe ich mich immer über diese Kunstwerke gefreut. Ein kurzer Gruß von drinnen nach draußen, ein Mutmacher, ein Hoffnungs- und Freundschaftszeichen, ein „Sei- nicht-traurig“, wenn wir uns gerade nicht sehen können, wir sind trotzdem miteinander verbunden.


mehr lesen

„Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe.“ (Mt 10,7)

Tagesimpuls (Do, 09.07.20) von Kaplan thomas striker

Mit diesen Worten beginnt das heutige Tagesevangelium. Jesus gibt den Jüngern eine Anweisung zur Mission. Und diese Anweisung gilt auch für uns heute. Im Grunde ist Mission ein Kerngeschäft von Kirche, das es immer wieder neu zu entdecken gilt. Es lässt sich zusammenfassen in den beiden Worten „gehen“ und „verkünden“. Darin spielt sich Mission ab.

 

Als Christen haben wir ständig unterwegs zu sein, also draußen in der Welt, im Alltag unseren Glauben zu leben und zu verkünden. Verkündigung des Glaubens geschieht letztlich nicht, ohne dass wir auf den Beinen sind und den Menschen das nahe bringen, was uns wichtig ist: die Botschaft Jesu. Sie will den Menschen Licht und Orientierung im Leben schenken. Und daher gilt es sie stets von neuem in die Welt hinauszutragen.

 

Christstein geschieht nicht drinnen, im stillen Kämmerlein! Die Worte Jesu rufen uns auf, hinauszugehen; aus unserem „Schneckenhaus“, in das wir uns oft gerne verkriechen, auszubrechen und unseren Glauben anderen nahe zu bringen und mit ihnen zu teilen. So geschieht Christsein draußen, bei den Menschen, die um uns herum sind.

mehr lesen

Zeit, den Herrn zu suchen

Impuls am Mittwoch, 8. Juli von Anita ketterl

In der heutigen Tageslesung sagt der Prophet Hosea:

"Es ist Zeit, den Herr zu suchen. Dann wird er kommen und euch

mit Heil überschütten."

Hos 10,12

Gott zu spüren oder zu erahnen ist eine Sehnsucht vieler Menschen - auch meine.

Dem heiligen Ignatius von Loyola haben wir eine wichtige Idee der christlichen Lebensweise zu verdanken: Gott ist nicht auf bestimmte Orte oder Menschen beschränkt. Gott, der Schöpfer der Welt, lässt sich "in allen Dingen" suchen und finden.

Da "überall" keine sehr präzise Angabe ist, möchte ich mit Ihnen ein paar Momente teilen, von denen ich glaube: Hier war Gottes Geist spürbar - vielleicht anders, als ich mir das vorgestellt habe:


mehr lesen

„Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden!“ (Mt 9,38)

IMPULS VON ilona sgrÓ

Die Hirtenlosigkeit der Menschen damals, die im Tagesevangelium Mt 9,32-39 als Beweggrund für Jesu tieffühlendes Mitleiden genannt wird, ist ein sehr konkretes Bild, das auch unsere heutige Zeit kennzeichnet.

 

Jesu Erbarmen bezog sich dabei auf die Unwissenheit der Menschen, dass sie niemanden mehr hatten, der sie führte und ihnen die Wahrheit verkündete. Sie wussten nicht mehr, was der Sinn des Lebens ist, warum sie leben und wo es hingeht.

 

Geht es nicht auch vielen Menschen heute so? Suchen nicht immer mehr Menschen gerade in diesen Krisenzeiten auf unserer Welt nach Halt und Orientierung und sind auf der religiösen Suche bzw. auf der Suche nach Wahrheit und dem letzten Sinn von allem?

 

mehr lesen

Gott umwirbt mich!

Hosea 2, 16-22, IMPULS VON MARKUS SCHÜTZ

16 Darum will ich selbst sie verlocken. / Ich werde sie in die Wüste gehen lassen / und ihr zu Herzen reden. 17 Von dort aus werde ich ihr ihre Weinberge wiedergeben. / Das Achor-Tal werde ich für sie zum Tor der Hoffnung machen. Dort wird sie mir antworten / wie in den Tagen ihrer Jugend, / wie am Tag, als sie aus dem Land Ägypten heraufzog. 18 An jenem Tag - Spruch des HERRN - / wirst du zu mir sagen: Mein Mann! / Und du wirst nicht mehr zu mir sagen: Mein Baal. 19 Ich werde die Namen der Baale in ihrem Mund beseitigen, / sodass niemand mehr ihre Namen anruft. 20 Ich schließe zu ihren Gunsten an jenem Tag einen Bund / mit den Tieren des Feldes und den Vögeln des Himmels / und den Kriechtieren des Erdbodens. Bogen, Schwert und Krieg werde ich zerbrechen / und aus dem Land verbannen / und sie in Sicherheit schlafen lassen. 21 Ich verlobe dich mir auf ewig; / ich verlobe dich mir um den Brautpreis von Gerechtigkeit und Recht, / von Liebe und Erbarmen, 22 ich verlobe dich mir / um den Brautpreis der Treue: / Dann wirst du den HERRN erkennen.

Ich bin begeistert und fasziniert, dass Gott sein Volk so liebt, dass er um es wie um eine Braut wirbt!

 

 

mehr lesen

Impuls zu Mt 11,25-30 / Sach 8,9f

am 14. Sonntag im Jahreskreis A 05.07.2020

„Warum ist nur immer alles so furchtbar kompliziert“, seufzen nicht nur Schülerinnen und Schüler vor einer schwierigen Mathearbeit. Anderen geht es ähnlich. Oder noch viel schlimmer. Ich denke an jene, die eine schwere Diagnose bekommen haben. Unterschiedliche ärztliche Meinungen vielleicht. Entscheidungen müssen getroffen werden. Ältere Menschen, die Unterstützung, vielleicht Pflege brauchen und mit unserer überfrachteten Bürokratie überfordert sind. Menschen, die aus anderen Ländern zu uns kommen, bei uns Schutz, Heimat, Arbeit einen neuen Anfang suchen und zwischen Zuständigkeiten und komplizierten Formularen unterzugehen drohen.

mehr lesen

„Das Leben kann Spuren von Müssen enthalten“

Impuls für Samstag, 4. Juli von tobias Gfell

Jetzt machen wir unser eigenes Ding – sagte Thomas Jefferson, schrieb es auf und da waren sie nun, die Vereinigten Staaten von Amerika, die immer am 4. Juli ihrer Unabhängigkeit von Großbritannien gedenken und munter picknicken oder andere Feiertraditionen pflegen. Gerne hätte Jefferson bei dieser Gelegenheit 1776 auch die Sklaverei verurteilt, aber da der Kontinental-kongress auch die Zustimmung der sklaven-haltenden Kolonien zu dieser Erklärung finden sollte, strich man diesen Passus wieder aus der Unabhängigkeitserklärung, die so beginnt:

„Wir halten diese Wahrheiten für ausgemacht, daß alle Menschen gleich erschaffen worden, daß sie von ihrem Schöpfer mit gewissen unveräußerlichen Rechten begabt worden, worunter sind Leben, Freyheit und das Bestreben nach Glückseligkeit.“

 

mehr lesen

Gedanken zu Joh 20,24-31

Impuls für Freitag, 03.07. von Pfarrer Dederichs

Tot ist tot. Leichtgläubig macht der Wunsch die Menschen. So spricht der kritische Mensch zu jeder Zeit. So denkt Thomas, der Jünger Jesu. „Ich werde es nicht glauben…“, sagt er, als ihn die Botschaft das Jesus lebt durch die anderen Jünger erreicht. „Ich werde es nicht glauben ehe ich es selbst gesehen und betastet habe“. Am Abend im Kreis der Jünger, Thomas ist jetzt Anwesend. Jesus kommt, wiederum, wie acht Tage zuvor, trotz ver­schlossener Türen. Er spricht den Friedensgruß, der gilt allen, diesmal besonders dem Thomas. Jesus stillt das Verlangen von Thomas. Thomas darf hören, sehen und betasten. „Werde nicht ungläubig, sondern gläubig“

mehr lesen

Die Begegnung zwischen Maria und Elisabet (Lukas 1,39-56)

Impuls zum Evangelium am Fest Mariä Heimsuchung (2. Juli 2020)

In diesen Tagen machte sich Maria auf den Weg

und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa.

Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabet. Und es geschah, als Elisabet den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib.

Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt

und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du unter den Frauen und gesegnet ist die Frucht deines Leibes. Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Denn siehe, in dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib. Und selig, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.


mehr lesen

Ein frohes neues halbes Jahr!

Impuls am Mittwoch, 1. Juli - von anita ketterl

Der 1. Juli ist der 183. Tag des gregorianischen Kalenders in diesem Schaltjahr. Damit bleiben weitere 183 Tage bis zum Jahresende - das habe ich auf Wikipedia herausgefunden. Heute ist also der letzte Tag der ersten Jahreshälfte von 2020 - ein Jahr, das sich für alle anders entwickelt hat als gedacht. Es kommt mir vor, als wäre Silvester ewig her...

Morgen ist also so etwas wie ein Neujahr der zweiten Jahreshälfte. Natürlich wird sich das nicht so anfühlen wie am 1. Januar (sondern wärmer, ohne Raketen-Holzstäbe usw.).

Trotzdem ist es vielleicht eine gute Gelegenheit hier, mitten im Jahr, inne zu halten:

 

Wie erging es mir in den letzten Monaten?

Was habe ich in der Zeit über mich gelernt?

Was brauche ich jetzt, damit meine Seele zur Ruhe kommen kann? Was muss jetzt angegangen werden?


mehr lesen

Der Sturm auf dem See Matthaus 8, 23-27

Impuls von BARBARA ULMER zum Tagesevangelium, Dienstag, der 30. Juni 2020

Er stieg in das Boot und seine Jünger folgten ihm nach. Und siehe, es erhob sich auf dem See ein gewaltiger Sturm, sodass das Boot von den Wellen überflutet wurde. Jesus aber schlief. Da traten die Jünger zu ihm und weckten ihn; sie riefen: Herr, rette uns, wir gehen zugrunde! Er sagte zu ihnen: Warum habt ihr solche Angst, ihr Kleingläubigen? Dann stand er auf, drohte den Winden und dem See und es trat völlige Stille ein. Die Menschen aber staunten und sagten: Was für einer ist dieser, dass ihm sogar die Winde und der See gehorchen?



Mit Jesus in einem Bot im Jahre „Corona“. Es schaukelt doch ganz gewaltig.: Wenn wir die Nachrichten ansehen, merken wir das der Sturm nicht mehr weit ist: Hunger in der Welt, Rassismus, Gewaltbereitschaft, Antisemitismus, Pandemie und die damit verbundene Angst um die Existenz, Kriege, Terror, ...


mehr lesen

Gutes im Herzen behalten

Impuls am MoNTAG 29.6. von Dr. Josef Fodor, Pastoralreferent

Zwei Freunde wanderten durch die Wüste. Während der Wanderung kam es zu einem Streit und der eine schlug dem anderen im Affekt ins Gesicht. Der Geschlagene war gekränkt. Ohne ein Wort zu sagen, kniete er nieder und schrieb folgende Worte in den Sand:
"Heute hat mich mein bester Freund ins Gesicht geschlagen."

mehr lesen

Impuls zu Mt 10,37-42

am 13. Sonntag A 28.06.2020

„Du bist würdig. Und wie.“ So endet der Impuls von Tobias Gfell zum Samstag. Und dann das: „…ist meiner nicht wert… ist meiner nicht wert… ist meiner nicht wert…“ Nein, nicht nur einmal. Würde ja reichen. Gleich dreimal hintereinander: „Ist meiner nicht wert…“ Ja, was jetzt: „Du bist würdig. Und wie.“ Oder: „…meiner nicht wert…“ Heftig. Dieser Jesus ist nicht pflegeleicht. Er fordert mich ganz schön heraus. Ist es ein „Hallo-aufwachen-Apell“, wenn ich mich zu sehr in meinem Glauben eingekuschelt habe? „Gott vergibt ja sowieso. Ich wenigstens gehe ja noch in die Kirche. Ich wenigstens bin ja noch gläubig. Ich wenigstens halte noch an dem fest, was mir schon als Kind beigebracht wurde…“ Ist das schon alles? Mehr nicht? Könnte schon was dran sein, denk ich mir, an diesem „Hallo-wach-Ruf“ Jesu.

 

mehr lesen

Nicht würdig, merk-würdig, hochwürdig

Zum 27. Juni 2020, Tobias Gfell

Thorsten feiert die Liturgie immer etwas anders als andere, hat er mir mal erzählt. Hier ein Wort weniger, dort ein Gedanke mehr. Die Antworten, die Gebete „des Volkes“ hat er nicht einfach so dahingesagt, sondern hinterfragt, überlegt, was sie in ihm auslösen.

 

So war der Herr nicht nur mit ihm, sondern auch ‚mit dir‘ und nicht „mit deinem Geiste“. Der Geist, den wir alle in der Taufe empfangen haben, macht keine Unterschiede.

 

Erhobenen Herzens erzählte er von dem Priester, der nicht sagte „Erhebet die Herzen“, worauf alle sagen „wir haben sie beim Herrn“, sondern „Wo habt ihr eure Herzen?“. Zum ersten Mal seit langem erlebte er das nicht als Floskel, während derer einer im Messbuch blättern konnte, um die nächste Floskel aufzuschlagen.

 

mehr lesen

Keine Berührungsängste

Jesus begegnet dem Aussätzigen (Matthäus 4, 1 – 4)

Letzte Woche im Stadtbus: Eine Frau bekommt plötzlich einen Hustenanfall. Erschrockene Blicke von den Leuten in Ihrer Nähe, alle gehen aus Angst vor Ansteckung reflexartig etwas mehr auf Abstand. Sie selbst schaut mit hochrotem Kopf um sich und stammelt vor sich hin: „Entschuldigung! Kein Corona, ist nur meine Allergie!“ Das Virus ist fies, weil es nicht sichtbar ist, nicht offensichtlich, nicht erkennbar und gerade darin liegt die Gefahr. Vorsicht ist angesagt.

mehr lesen

„Wer diese meine Worte hört und danach handelt, ist wie ein kluger Mann, der sein Haus auf Fels baute.“ (Mt 7,24)

Impuls am donnerstag, 25. Juni von

Diese Worte Jesu hören wir im heutigen Tagesevangelium. Sie stehen am Ende der Bergpredigt. Darin legt Jesus umfassend das Gesetz Gottes aus. Seine Worte lehren uns, wie unser Leben vor Gott und den Menschen gelingen kann. Nun liegt es an uns, was wir daraus machen! Wer die Worte Jesu hört und sie befolgt, der hat sein Leben auf ein festes und zuverlässiges Fundament gebaut. Die Worte Jesu sind für uns Bausteine für ein gelingendes Leben. Doch worauf bauen wir wirklich in unserem täglichen Leben? Sind es die Worte Jesu, an denen wir uns messen, oder nicht doch andere Dinge, auf die wir uns fokussieren und nach denen wir uns gerne ausrichten? Was ist das Fundament unseres Lebens, was trägt und formt uns? Der oben genannte Vers aus dem heutigen Tagesevangelium lädt uns ein, mal darüber nachzudenken!

 

mehr lesen

Berufen und gerufen

Impuls am Mittwoch, 24. Juni von anita ketterl

"Der Herr hat mich schon im Mutterleib berufen; als ich noch im Schoß meiner Mutter war, hat er meinen Namen genannt."

aus der Tageslesung aus Jesaja 49

In der Bibel finden wir viele Berufungsgeschichten, beispielsweise die von Jesaja, Mose oder Jona zum Propheten, Simon und Andreas zu Jüngern, Maria zur Gottesmutter. Diese Geschichten erwecken den Anschein, dass es immer um eine bestimmte Aufgabe oder ein kirchliches Amt geht, wenn Gott einen Menschen beruft - quasi eine Stellenbeschreibung. Berufen zu sein bedeutet aber mehr als nur einen Auftrag zugewiesen zu bekommen.


mehr lesen

Der schmale Weg der Liebe – ein Weg auch für mich?!

Impuls von ILONA SGRÓ

Im heutigen Tagesevangelium (Mt 7,6.12-14) verbindet Jesus mit der „Goldenen Regel“ („Alles, was ihr also vom anderen erwartet, das tut auch ihnen!“ Mt 7,12) zwei Mahnungen:


Zum einen ruft Jesus - wie damals seine Jünger - auch uns heute dazu auf, das Heilige in unserem Leben besser zu schätzen und zu hüten. Doch was ist „das Heilige“?

mehr lesen

Warum zeigst du auf andere, wenn drei Finger auf dich selbst zeigen?

Impuls am Montag, 22.6.20 von markus schütz

Diese freie Übersetzung des heutigen Evangeliums aus der Bergpredigt, Mt 7,1-5 beschreibt sehr gut, das ich schnell auf andere zeige, ohne zu merken, was ich selbst nicht gut mache.

Mit dem Finger auf andere zeigen erhebt mich gleichzeitig über andere Menschen, fühle ich mich als etwas Besseres. Manche Menschen meinen sogar, der Menschheit oder Gott etwas Gutes zu tun, wenn sie andere erniedrigen und ausgrenzen.

Das Gegenteil ist aber der Fall:

  • Ich handle nicht aus der Liebe heraus.
  • Ich verletzte Menschen und grenze sie aus.
  • Ich erniedrige auch Gott, der mir im Anderen begegnen will.

mehr lesen

Matthäus 10,26-33

Darum fürchtet euch nicht vor ihnen! Denn nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird. Was ich euch im Dunkeln sage, davon redet im Licht, und was man euch ins Ohr flüstert, das verkündet auf den Dächern! Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können, sondern fürchtet euch eher vor dem, der Seele und Leib in der Hölle verderben kann! Verkauft man nicht zwei Spatzen für einen Pfennig? Und doch fällt keiner von ihnen zur Erde ohne den Willen eures Vaters. Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt. Fürchtet euch also nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen. Jeder, der sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen. Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen.

Impuls zu Mt 10,26-33 am 12. Sonntag A 21.06.2020

mehr lesen

Lieben und Fressen?

Zum 20. Juni 2020, Tobias Gfell

Sie heißt Mila. Und sie tut, was Katzen so tun, kurz bevor die Menschen schlafen gehen oder mittendrin, wenn ich versuche, den Impuls für Samstag zu schreiben: sie fängt Mäuse. Nicht, dass in unserem Wohnzimmer diese frei herumlaufen würden. Sie fängt sich in der Regel eine Maus im Garten und bringt sie zum Spielen, zum Zeigen und irgendwann auch zum Fressen mit in die Wohnung.

Bei allem Verständnis für die Natur einer Katze: Gewöhnen kann ich mich nicht daran.


mehr lesen

Das Herz Jesu

Persönliches Statements von michael dederichs

Biographisch kenne ich die Herz-Jesu-Ver­ehrung aus den besonderen Got­tesdiensten am Herz-Jesu-Freitag, in denen ich ab meinem neunten Lebensjahr als Ministrant frühmorgens diente. Mit dabei in der Hauskapelle waren Schwestern aus dem Orden des Heiligen Franziskus, die Kinder- und Altenheim zu ihrer Lebensaufgabe gemacht hatten. Manchmal wurde ich auch ins Krankenhaus zum ministrieren einbestellt. Auch dieses Haus wurde von „Töchtern des Heiligen Franziskus“ geleitet. Der erste Freitag im Monat jedenfalls war bereits in meiner Kindheit aus dem Alltag herausgehoben. Bis heute erinnert mich der Freitag immer an die zentrale wie geheimnisvolle Botschaft unseres christlichen Glaubens: Gott ist leibhaftig Mensch geworden. Er ist nicht abstrakte Liebe geblieben, son­dern er hat in Jesus ein Herz aus Fleisch und Blut und mit diesem Freud und Leid bis hin zum Kreuz erlebt. Jesus war ein Mensch wie wir und gleichzeitig unendlich viel mehr. Das Herz Jesu ist für mich Symbol, mein Herz, mein Leben von Gott erfüllen zu las­sen, dabei fest im Hier und Jetzt zu stehen und gleichzeitig auf eine viel größere und weitere Wirklichkeit vertrauen zu dürfen.

mehr lesen

So sollt ihr beten (Matthäus 6,7-15)

Impuls zum Evangelium am Donnerstag der elften Woche im Jahreskreis II

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:

Wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden, die meinen, sie werden nur erhört, wenn sie viele Worte machen.

Macht es nicht wie sie; denn euer Vater weiß, was ihr braucht, noch ehe ihr ihn bittet. So sollt ihr beten:

Unser Vater im Himmel, geheiligt werde dein Name, dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel, so auf der Erde.

Gib uns heute das Brot, das wir brauchen!

Und erlass uns unsere Schulden, wie auch wir sie unseren Schuldnern erlassen haben!

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern rette uns vor dem Bösen!

Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, dann wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben.

Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt,

dann wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.


mehr lesen

Impuls am Mittwoch, 17. Juni

von ANITA KETTERL

Im Tagesevangelium (Mk 6,1-6.16-18) geht es heute um die Frage, wie man seine Beziehung zu Gott angemessen gestaltet.

Dabei ist mir ein Halbsatz besonders aufgefallen - Jesus spricht dort von

Gott als

"Dein Vater, der auch das Verborgene sieht..."

 

Seit den biblischen Zeiten wurde unzähligen Menschen vom alles sehenden, alles kontrollierenden Gott erzählt. Mir selbst wurde das erspart - nur der Nikolaus mit seinem goldenen Buch hat mir etwas Bauchweh bereitet... Mit dem "Auge Gottes" verbinde ich daher folgendes:


mehr lesen

Zitate zum Tagesevangelium "Matthäus 5, 43-48"

IMPULS am 16. Juni 2020 von Barbara Ulmer

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebt eure Feinde und betet für die, die euch verfolgen, damit ihr Söhne eures Vaters im Himmel werdet; denn er lässt seine Sonne aufgehen über Bösen und Guten, und er lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.

Wenn ihr nämlich nur die liebt, die euch lieben, welchen Lohn könnt ihr dafür erwarten? Tun das nicht auch die Zöllner? Und wenn ihr nur eure Brüder grüßt, was tut ihr damit Besonderes? Tun das nicht auch die Heiden? Ihr sollt also vollkommen sein, wie es auch euer himmlischer Vater ist.


mehr lesen

In welcher Zeit leben wir?

Impuls von  Josef Fodor am montag 15.06.2020

Liebe Schwestern und Brüder,

 

George Carlin, ein US-Schauspieler und Komiker verfasste anlässlich des Todes seiner Frau ein Gedicht mit dem Titel:

 

In welcher Zeit leben wir?

 

Es ist die Zeit des schnellen Essens und der schlechten Verdauung,

der großen Männer und der klein karierten Seelen.

 

Es ist die Zeit der Wegwerfwindeln und der Wegwerfmoral…

Es ist die Zeit der Pillen, die alles können:

sie erregen uns, sie beruhigen uns, sie töten uns.

 

mehr lesen

Impuls zu Ex 19,2-6a/Mt 9,36-10,8

von pfr. lichtenberger am 11. Sonntag im Jahreskreis A 14.06.2020

„Die Krankenhäuser sind überfüllt, es fehlt an Medikamenten und an Sauerstoff… Alle Unternehmen sind geschlossen. Es gibt keine Arbeit, die Menschen hungern und müssen sich der Ansteckungsgefahr aussetzen. Deshalb wurden von Codehica und von der Pfarrei aus Tüten mit Lebensmitteln in vielen besonders armen Gebieten verteilt…. Die einzige Tätigkeit in der Pfarrei ist die Verteilung dieser Tüten. Ansonsten keinerlei Zusammenkünfte, keine Gottesdienste…“, schreibt P. José Manuel. Und Cristina, die uns noch vor knapp einem Jahr besucht hat: „In Acomayo ist die Krankenstation in Betrieb. Wie ich hörte, arbeitet P. Antonio am Empfang, wenn die Labortechnikerin nicht da ist…“ – So sieht es aus in Acomayo Ica in Peru, in der Partnergemeinde von Liebfrauen. Die Briefe haben uns in der letzten Woche erreicht. Erschütternd. Peru wird im Moment sehr heftig vom Corona Virus heimgesucht. Dazu kommt noch das Dengue-Fieber. Die Ärmsten der Armen trifft es wieder mal besonders hart. Kein funktionierendes Gesundheitssystem. Keine Kurzarbeit mit entsprechender Vergütung. Kein Arbeitslosengeld. Wer nicht arbeiten kann muss hungern, wenn es ganz schlimm kommt verhungern.

mehr lesen

Ein Heiliger für heute - Antonius

Impuls von Schuldekan Georg Hauser

Seine Statue fehlt in fast keiner Kirche, er gehört zu den beliebtesten Heiligen – und auch hier in Pforzheim trägt eine Kirche seinen Namen: Der Franziskaner Antonius von Padua. Der 13. Juni ist sein Gedenktag.

Unter allen Heiligen ist Antonius ein ganz besonderer, ein ganz sympathischer und ein ganz aktueller Heiliger: Er ist Patron derer, die etwas verloren haben und auf der Suche sind...

Damit steht er uns ganz nahe: Wir haben alle schon einmal etwas Wichtiges verloren oder haben uns selbst verloren gefühlt, waren verzweifelt auf der Suche und es fehlte die Idee, wo die Erfüllung unserer Sehnsucht verborgen sein könnte. Dieses Gefühl von Panik, das nach vergeblichem Suchen langsam in einem hochsteigt, ist nichts, an das wir uns gerne erinnern.


mehr lesen

Überraschend ANDERS

Impuls am FreiTAG (12.06.2020) von Gemeindereferentin Margarete Hosbach


Mit Leidenschaft und Eifer hat der Prophet Elija für seinen Gott gekämpft. Alle seine Kräfte hat er aufgeboten, um das Volk daran zu hindern, von Gott abzufallen und sich anderen Göttern zuzuwenden. Nun ist er am Ende, er fühlt sich allein, verlassen von seinen Mitmenschen und sogar von Gott. Sein Tun erscheint ihm zwecklos und sinnlos. Eine depressive Welle erfasst ihn. Er mag nicht mehr. Er kann nicht mehr. Und er flieht weit weg bis zum Gottesberg Horeb.


mehr lesen

Zum Hochfest Fronleichnam

Impuls am DoNNERSTAG (11.06.2020) von Kaplan Thomas Stricker

Heute feiern wir Fronleichnam. Es ist das Fest des „heiligsten Leibes und Blutes Christi“. So stehen die eucharistischen Gestalten von Brot und Wein heute besonders im Mittelpunkt. In der kleinen, anspruchslosen Hostie begegnet uns Jesus als „das Brot des Lebens“. In dieser sichtbaren Brot-Gestalt scheint den Augen der Glaubenden auf, wer und wie Gott ist. In und durch Jesus Christus ist Gott für uns Menschen lebensspendend wie das Brot und Grund zur festlichen Freude wie der Wein. Brot und Wein werden auf dem Altar zu Leib und Blut Christi. Das wollen sie aber nicht für sich bleiben! Leib und Blut Christi werden für uns zur wahren Speise und zum wahren Trank, die uns zum Leben gereichen. Doch nicht nur in diesen kleinen Stücken von Brot und Wein allein will Gott gegenwärtig sein, sondern alles, was es gibt, soll immer mehr zum Zeichen, zur Verheißung und zum Ort seiner Gegenwart werden. Die Verwandlung von Brot und Wein zu Leib und Blut Christi auf dem Altar ist im Grunde nur ein Anfang. Die Verwandlung soll noch weitergehen! Alle Christen, die ganze Kirche und die ganze Welt sollen sich wandeln, auf dass – wie es bei Paulus heißt – Gott alles in allem sei (vgl. 1 Kor 15,28).

 

mehr lesen

Salz der Erde-Licht der Welt! (Mt 5,13-16)

Tagesimpuls für Dienstag, 9.6. 2020.

Jesus verwendet diese beiden ausdrucks-starken Symbole, um uns zu zeigen, wozu wir als Christen in dieser Welt berufen sind. Er betont, dass wir schon Salz und Licht sind, denn durch die Taufe sind wir ja Jesus Christus einverleibt worden, der selbst das Licht der Welt ist und uns Leben in Fülle schenkt.

Aber sind wir wirklich wie Salz?

mehr lesen

Gewaltfreie Kommunikation

Impuls am Montag, 8. Juni 2020

Neulich las ich ein Zitat von Mahatma Gandhi, das mich nachdenken ließ:

„Der berechtigte moralische Schluss, der aus der Bombe als schlimmster Katastrophe gezogen werden muss, ist, dass sie ebenso wenig durch Bomben vernichtet werden kann, wie Gewalt durch Gegengewalt. Die Menschheit kann und darf aus dem Gewaltkreislauf nur durch Gewaltfreiheit aussteigen. Hass kann nur durch Liebe überwunden werde. Mit Hass zu antworten, führt nur zu einer Ausweitung und Vertiefung des Hasses.“

Jesus ruft in der Bergpredigt zu Vergebung und zu Liebe zu den Feinden auf.

Seit einiger Zeit beschäftige ich mich mit Gewaltfreier Kommunikation. Eigentlich dachte ich immer, dass ich in meiner Sprache keine Gewalt anwende, aber diese Methode, die ein den 1960er Jahren von Marshall B. Rosenberg entwickelt wurde, hat mich eines Besseren gelehrt.

mehr lesen

Impuls zu Joh 3,16-18/Ex 34bff

am Dreifaltigkeitssonntag 07.06.2020, von PFARRER LICHTENBERGER

In einem Text von Marie-Luise Lanwald wird der Dreifaltige Gott mit einem Taschentuch verglichen. Das kann ich ausfalten und erst, wenn ich es wirklich ganz entfaltet habe, kann ich es brauchen. Gott faltet sich aus als Schöpfer der Welt, in Jesus seinem Sohn, in seinem guten, schöpferischen Geist. Er entfaltet sich in diese Welt hinein – ähnlich vielleicht wie ich ein Taschentuch entfalten kann…

mehr lesen

Ungemütliche Gemütlichkeit

Zum 6. Juni 2020, Tobias Gfell

Wer kennt es nicht, das Lied von Balu dem Bären im ‚Dschungelbuch‘? Darin die überzeugenden Zeilen: „Probier's mal mit Gemütlichkeit. Mit Ruhe und Gemütlichkeit vertreibst du deinen ganzen Sorgenkram. Und wenn du stets gemütlich bist und etwas appetitlich ist, dann nimm es dir egal woher es kam. Denn mit Gemütlichkeit kommt auch das Glück zu dir! Es kommt zu dir!“

Dem gestressten Mitteleuropäer, der ständig immer wieder vergisst, dass er seine Balance verliert wegen des Stresses, wegen der Ansprüche, wegen der Schwere des unbeherrschbaren Lebens, dem tut es gut, von Leichtigkeit zu singen und davon, dass in der Ruhe auch das Glück kommt. Es gehört zu unserer Entschleunigungsspiritualität – und das ist in vielen Situationen nichts Schlechtes - dass doch alles da liegt am Wegesrand, oft sogar gemütlich zu erreichen.

Ein Sehnsuchtslied.


mehr lesen

Freundschaft - vernetzt

Impuls zum 05. Juni 2020

Was Freundschaften angeht, waren die letzten Wochen nicht gerade einfach. Und manche Freundschaft wurde vermutlich ganz schön auf die Probe gestellt oder zumindest auf Eis gelegt. Wenn Beziehungen und Freundschaften nicht gepflegt werden, drohen sie zu verkümmern – heißt es zumindest immer.

So richtig engen Kontakt halten konnten wir in der Coronakrise dank Telefon und sozialen Medien wenigstens zur Familie und einigen „Best Friends“. Und die andern, die etwas losen Freundeskreise in Vereinen, beim Sport, in unseren Gemeinden, die zwar nicht so persönlich, aber dennoch wichtig sind, weil sie das Leben auf ihre je eigene Art bereichern? Sind sie inzwischen vertrocknet, eingeschlafen? Aus, vorbei?


mehr lesen

Kein anderes Gebot ist größer als diese beiden

Impuls zum Evangelium am Donnerstag der neunten Woche im Jahreskreis II

In jener Zeit

ging ein Schriftgelehrter zu Jesus hin

und fragte ihn: Welches Gebot ist das erste von allen?

Jesus antwortete:

Das erste ist: Höre, Israel,

der Herr, unser Gott, ist der einzige Herr.

Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben

mit ganzem Herzen und ganzer Seele,

mit all deinen Gedanken und all deiner Kraft.

Als zweites kommt hinzu:

Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.

Kein anderes Gebot ist größer als diese beiden.

 

Da sagte der Schriftgelehrte zu ihm: Sehr gut, Meister!

Ganz richtig hast du gesagt:

Er allein ist der Herr,

und es gibt keinen anderen außer ihm,

und ihn mit ganzem Herzen,

ganzem Verstand und ganzer Kraft zu lieben

und den Nächsten zu lieben wie sich selbst,

ist weit mehr als alle Brandopfer und anderen Opfer.

Jesus sah, dass er mit Verständnis geantwortet hatte,

und sagte zu ihm: Du bist nicht fern vom Reich Gottes.

Und keiner wagte mehr, Jesus eine Frage zu stellen.



mehr lesen

Der Gott der Lebenden

Impuls am Mittwoch, 3. Juni von Anita Ketterl

Im Tagesevangelium (Mk 12,18-27) wird Jesus mit der Frage konfrontiert, ob es ein Leben nach dem Tod gibt. Er sagt:

"Er ist doch nicht ein Gott von Toten, sondern von  Lebenden."

Damit könnte er meinen: Gott will Leben und Lebendigkeit für seine Geschöpfe - Gott sucht die Beziehung zu uns und kann kein Interesse daran haben, dass der Tod uns ihm nimmt.

Die Hoffnung auf ein "ewiges Leben" bedeutet nicht unbedingt, dass das Leben einfach ewig weitergehen soll. Es geht vielleicht mehr darum, dass ein verstorbener Mensch nicht einfach ausgelöscht sein soll, sondern dass seine Identität, seine Lebensgeschichte, seine Einzigartigkeit bei Gott aufgehoben sind. Und noch mehr: Dass es durch Gott Trost, Versöhnung, Gerechtigkeit und zweite Chancen geben kann - gerade, wenn wir an Menschen wie George Floyd denken, die dem Leben ungerecht und brutal entrissen wurden.


mehr lesen

Die Frage nach der kaiserlichen Steuer Markus 12,13-17

Gedanken zum Tagesevangelium, Dienstag 2. Juni 2020

Einige Pharisäer und einige Anhänger des Herodes wurden zu Jesus geschickt, um ihn mit einer Frage in eine Falle zu locken. Sie kamen zu ihm und sagten: Meister, wir wissen, dass du die Wahrheit sagst und auf niemanden Rücksicht nimmst; denn du siehst nicht auf die Person, sondern lehrst wahrhaftig den Weg Gottes. Ist es erlaubt, dem Kaiser Steuer zu zahlen, oder nicht? Sollen wir sie zahlen oder nicht zahlen? Er aber durchschaute ihre Heuchelei und sagte zu ihnen: Warum versucht ihr mich? Bringt mir einen Denar, ich will ihn sehen. Man brachte ihm einen. Er fragte sie: Wessen Bild und Aufschrift ist das? Sie antworteten ihm: Des Kaisers. Da sagte Jesus zu ihnen: So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört! Und sie waren sehr erstaunt über ihn.

mehr lesen

Geisterfahrungen durch Achtsamkeit auf den Atem

Impuls für Pfingstmontag, 1. Juni 2020

In der Bibel sind Erfahrungen des Heiligen Geistes sehr unterschiedlich beschrieben, nicht nur wie Feuerszungen, sondern auch wie der Atem, der dem Menschen innewohnt und kommt und geht, ohne dass wir etwas dazu tun.

So möchte ich Sie zu einzelnen Achtsamkeitsübungen einladen, in denen wir unseren Atem wahrnehmen:

mehr lesen

Impuls zu Joh 20,19-23/Apg 2,1-11

an Pfingstsonntag 31.05.2020

Es geht also um Beatmung an Pfingsten: „Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sagte zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist!“ Beatmung. Da klingeln uns die Ohren. Darum geht es nun schon mindestens die letzten 10 Wochen. Beatmung kann lebensrettend sein, wenn jemand sich mit Corona infiziert hat. Beatmungsplätze können knapp werden, wenn sich zu viele infizieren. Zuerst in Italien, dann auch in Frankreich, Spanien, New York, zuletzt in Brasilien und Indien – und an vielen anderen Orten von denen wir es gar nicht so genau wissen – sind die Beatmungsplätze so rar geworden, dass Ärzte gezwungen waren die fatale Entscheidung zu treffen: „Jene können wir beatmen, jene nicht“. – Und die müssen dann sterben. Eine grausame, unmenschliche Situation. Beatmung kann lebensrettend sein…

mehr lesen

Ein Ausreißer

Impuls zum 30. Mai 2020

Das Ende des heutigen Tagestextes steht beim Evangelisten Johannes. Das ist der letzte Satz der Evangelien.

Es gibt aber noch vieles andere, was Jesus getan hat. Wenn man alles einzeln aufschreiben wollte, so könnte, wie ich glaube, die ganze Welt die dann geschriebenen Bücher nicht fassen. (Joh 21,25)

Da sind unerschöpflich viele Geschichten über die Anwesenheit Gottes in der Welt. Über Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist. Gerade das Pfingstfest öffnet den weiten und reichen Schatz des Lebens, in dem wir das Wirken des Geistes Gottes erahnen und erleben.

mehr lesen

Wer bist Du, Maria?

Impuls zum 29. Mai 2020

Immer noch sind wir im Mai – in der Tradition der katholischen Kirche auch als Marienmonat bezeichnet. Vielerorts sind die Marienaltäre in dieser Zeit mehr als sonst geschmückt. Wenn es keine Versammlungsbeschränkungen wegen Corona gibt, treffen sich Gläubige zum Rosenkranz und zu Maiandachten. Viele Menschen fühlen sich von Maria besonders verstanden, weil sie als Frau und Mutter alle Facetten des Lebens durchlebt hat, die auch wir heute kennen: Unsicherheit, Angst, Freude und Leid. Die vielen Kerzen, die gerade täglich beim Marienaltar entzündet werden, singen ein Lied davon.

mehr lesen

Alle sollen eins sein!

IMPULS ZUR TAGESLESUNG AM DONNERSTAG DER SIEBTEN OSTERWOCHE (28. MAI 2020)

Divide et impera, auf Deutsch: „Teile und (be)herrsche“, war eines der tragenden Prin- zipien des Römischen Reiches. Durch zahlreiche Kriegszüge hatte das Imperium Ro- manum ab dem dritten Jahrhundert vor Christus von Italien ausgehend seinen Macht- bereich auf den ganzen Mittelmeerraum ausgedehnt. Der römische Senat und später die römischen Kaiser hätten das Reich nie zusammenhalten können, wenn sich alle eroberten Völker gemeinsam gegen Rom erhoben hätten. Also zielte die römische Po- litik darauf ab, Zwietracht unter den beherrschten Völkern zu fördern. Zum einen gab es nur Bündnisse zwischen Rom und den einzelnen Provinzen; Bündnisse zwischen den Provinzen waren verboten. Zum anderen konnten die Völker durch Wohlverhalten ihren Status von Unterworfenen zu Verbündeten oder sogar Bundesgenossen bis hin zum Erwerb des römischen Bürgerrechts verbessern, was natürlich den Neid und das Misstrauen der weniger privilegierten Nachbarn gefördert hat.

mehr lesen

Impuls am Mittwoch, 27. Mai 2020

In Psalm 68 betet jemand so:

Ich sage zum Herrn: Du bist mein Herr;

mein ganzes Glück bist du allein.

Du, Herr, gibst mir das Erbe und reichst mir den Becher; du hältst mein Los in deinen Händen.

Ich preise den Herrn, der mich beraten hat. Auch mahnt mich mein Herz in der Nacht.

Ich habe den Herrn beständig vor Augen.

Er steht mir zur Rechten, ich wanke nicht.

Darum freut sich mein Herz und frohlockt meine Seele; auch mein Leib wird wohnen in Sicherheit.

Denn du gibst mich nicht der Unterwelt preis;

du lässt deinen Frommen das Grab nicht schauen.

Du zeigst mir den Pfad zum Leben.

mehr lesen

Von Jesus beten lernen!

Impuls am Dienstag, 26. Mai 2020

Das heutige Tagesevangelium ist ein Abschnitt aus dem hohepriesterlichen Gebet Jesu im Abendmahlssaal vor seinem Leiden. Es ist das längste Gebet Jesu, das uns im Neuen Testament überliefert wird. Wie in den vielen anderen Stellen, wo davon erzählt wird, dass Jesus manchmal ganze Nächte lang allein und in der Einsamkeit zu seinem Vater gebetet hat, so zeigt uns auch dieses Gebet besonders schön, wie intensiv der Austausch zwischen Vater und Sohn ist.

mehr lesen

„In der Welt habt Ihr Drangsal, aber habt Mut: Ich habe die Welt besiegt!“

Impuls am Montag, 25. Mai 2020

So sagt es Jesus im  heutigen Johannes-Evangelium 16, 33, aber mich verlässt eher der Mut, wenn ich die Beschreibungen von Caritas-International unten lese. Warum müssen Menschen so viel leiden? Warum sind wir so ungerecht und engagieren uns nicht dafür, dass es allen Menschen gut geht? Ich würde ja gerne, aber macht es überhaupt Sinn?

 


mehr lesen

Impuls zu Apg 1,12-14 / Joh 17,1-11

am 7. Sonntag der Osterzeit 24.06.2020

Lesung aus der Apostelgeschichte (Apg 1,12-14)

Als Jesus in den Himmel aufgenommen worden war, kehrten sie von dem Berg, der Ölberg genannt wird und nur einen Sabbatweg von Jerusalem entfernt ist, nach Jerusalem zurück.

Als sie in die Stadt kamen, gingen sie in das Obergemach hinauf, wo sie nun ständig blieben: Petrus und Johannes, Jakobus und Andreas, Philippus und Thomas, Bartholomäus und Matthäus, Jakobus, der Sohn des Alphäus, und Simon, der Zelot, sowie Judas, der Sohn des Jakobus.

Sie alle verharrten dort einmütig im Gebet zusammen mit den Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und seinen Brüdern.

mehr lesen

Und siehe, ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt

Impuls zur Tageslesung an Christi Himmelfahrt (21. Mai 2020)

Über den Wolken

muss die Freiheit wohl grenzenlos sein.

Alle Ängste, alle Sorgen,

sagt man, blieben darunter verborgen

und dann würde,

was uns groß und wichtig erscheint,

plötzlich nichtig und klein.


Wer gelegentlich mit dem Flugzeug verreist, der kennt die Gefühle, die Reinhard Mey in seinem Lied beschreibt. Am Boden ist es regnerisch und grau und die dunklen Wolken hängen bedrohlich tief. Wenn der Flieger dann nach einigen Minuten Steigflug die Wolkendecke durchbricht, wird es schlagartig hell, die Sonne scheint gleißend über das weiße Meer der Wolken, der Blick schweift in die endlose Weite und trotz des Lärms der Turbinen stellt sich ein Gefühl der Ruhe und Zufriedenheit ein.


mehr lesen

Dankbar.

Impuls am Mittwoch 20. Mai

Einige Menschen haben es sich zur Angewohnheit gemacht, sowas wie ein "Dankbarkeitstagebuch" zu führen. Darin notieren sie täglich beispielsweise ein, drei oder beliebig viele Dinge, für die sie an diesem Tag Dankbarkeit empfinden. Vielleicht entwickelt man so ein geschärftes Bewusstsein für alles Gute, Schöne, Geschenkte, Überraschende, das man erlebt, beobachtet oder schafft. Auch im Gebet ist Dank ein zentrales Element: Ich erfahre, dass mein Leben und vieles darin von Gott und von anderen Menschen geschenkt ist, dass ich damit "gesegnet bin" - und das drücken wir im Gebet aus. Im Gebet und in der Beziehung zu Gott insgesamt haben neben dem Danken natürlich auch Fragen, Erzählen, Schweigen, Weinen, Klagen, Hören, ... ihren Platz. Vielleicht macht Ihnen die folgende Liste, wie mir beim Sammeln, auch Freude.


mehr lesen

Impuls zur Tageslesung am Dienstag, den 19. Mai 2020

Da erhob sich das Volk gegen sie und die obersten Beamten ließen ihnen die Kleider vom Leib reißen und befahlen, sie mit Ruten zu schlagen. Sie ließen ihnen viele Schläge geben und sie ins Gefängnis werfen; dem Gefängniswärter gaben sie Befehl, sie in sicherem Gewahrsam zu halten. Auf diesen Befehl hin warf er sie in das innere Gefängnis und schloss ihre Füße in den Block. Um Mitternacht beteten Paulus und Silas und sangen Loblieder; und die Gefangenen hörten ihnen zu. Plötzlich begann ein gewaltiges Erdbeben, sodass die Grundmauern des Gefängnisses wankten. Mit einem Schlag sprangen die Türen auf und allen fielen die Fesseln ab. Als der Gefängniswärter aufwachte und die Türen des Gefängnisses offen sah, zog er sein Schwert, um sich zu töten; denn er meinte, die Gefangenen seien entflohen.


Da rief Paulus laut: Tu dir nichts an! Wir sind alle noch da. Jener rief nach Licht, stürzte hinein und fiel Paulus und Silas zitternd zu Füßen. Er führte sie hinaus und sagte: Ihr Herren, was muss ich tun, um gerettet zu werden? Sie antworteten: Glaube an Jesus, den Herrn, und du wirst gerettet werden, du und dein Haus. Und sie verkündeten ihm und allen in seinem Haus das Wort des Herrn. Er nahm sie in jener Nachtstunde bei sich auf, wusch ihre Striemen und ließ sich sogleich mit allen seinen Angehörigen taufen. Dann führte er sie in sein Haus hinauf, ließ ihnen den Tisch decken und war mit seinem ganzen Haus voll Freude, weil er zum Glauben an Gott gekommen war. (Apg 16, 22-34)

mehr lesen

Zu-Grunde gehen als Hoffnungskraft

Impuls am Montag, 18. Mai 2020

Unser gemeinsames Wohnen im Schöpfungshaus

ist zerbrechlich und frag-würdig geworden

wir sind auf uns selbst zurückgeworfen

schonungslos konfrontiert mit der Härte des Lebens

 

In der Achterbahn der Gefühle

wechseln sich Angst und Vertrauen ab

dunkle Gedanken wollen uns isolieren

in der Panik vor dem Zugrunde gehen

mehr lesen

Impuls zu Joh 14,15-21 / 1 Petr 3,15-18

am 6 Sonntag der Osterzeit A 17.05.2020

Was bleibt, wenn jemand geht… Trauer natürlich. Quälender Schmerz. Fragen ohne Antwort. Leere. Gähnende Leere. Haltlos. Das Gefühl einfach müde zu sein. Nichts wissen. Nichts machen können. Nichts ändern können. Alles dunkel, leer, ohne Sinn. Und die Sonne scheint trotzdem und Menschen lachen und hören laute Musik und freuen sich des Lebens – welch ein Hohn…

 

mehr lesen

Nepomuk und der Wert der Spatzen

Impuls für Samstag, 16.5.

In meiner Kindheit ging man im Juli zum Nepomukfest nach Neuenburg. Ich muss zugeben, außer dem Namen erinnere ich mich an nichts, was sich von anderen Straßenfesten unterschied. Aber, dass die Neuenburger mit ihren Brücken nach Frankreich, die umkämpft, immer wieder zerstört und wiederaufgebaut wurden einen Brückenheiligen gut gebrauchen können, liegt auf der Hand.


mehr lesen

Knechte oder Freunde?!

Impuls zum 15. Mai 2020

Aus einer Rede Jesu an seine Jünger – am besten mehrfach zu lesen!

Im Evangelium des heutigen Tages heißt es:

Das ist mein Gebot: Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe.

Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage.

Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe.

Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und dazu bestimmt, dass ihr euch aufmacht und Frucht bringt und dass eure Frucht bleibt. Dann wird euch der Vater alles geben, um was ihr ihn in meinem Namen bittet.

Dies trage ich euch auf: Liebt einander!
Joh 15, 12 - 17


mehr lesen

Tagesimpuls (Do, 14.05.20)

„Als ein heftiger Streit entstand, erhob sich Petrus und sagte zu ihnen: Brüder, wie ihr wisst, hat Gott schon längst hier bei euch die Entscheidung getroffen, dass die Heiden durch meinen Mund das Wort des Evangeliums hören und zum Glauben gelangen sollen. Und Gott, der die Herzen kennt, hat dies bestätigt, indem er ihnen ebenso wie uns den Heiligen Geist gab. Er machte keinerlei Unterschied zwischen uns und ihnen; denn er hat ihre Herzen durch den Glauben gereinigt. Warum stellt ihr also jetzt Gott auf die Probe und legt den Jüngern ein Joch auf den Nacken, das weder unsere Väter noch wir tragen konnten?

Wir glauben im Gegenteil, durch die Gnade Jesu, des Herrn, gerettet zu werden, auf die gleiche Weise wie jene. Da schwieg die ganze Versammlung. Und sie hörten Barnabas und Paulus zu, wie sie erzählten, welch große Zeichen und Wunder Gott durch sie unter den Heiden getan hatte. Als sie geendet hatten, nahm Jakobus das Wort und sagte: Brüder, hört mich an! Simon hat berichtet, dass Gott selbst zuerst darauf geschaut hat, aus den Heiden ein Volk für seinen Namen zu gewinnen. Damit stimmen die Worte der Propheten überein, die geschrieben haben: Danach werde ich mich umwenden und die zerfallene Hütte Davids wieder aufrichten; ich werde sie aus ihren Trümmern wieder aufrichten und werde sie wiederherstellen, damit die übrigen Menschen den Herrn suchen, auch alle Völker, über denen mein Name ausgerufen ist - spricht der Herr, der das ausführt, was ihm seit Ewigkeit bekannt ist. Darum halte ich es für richtig, den Heiden, die sich zu Gott bekehren, keine Lasten aufzubürden; man weise sie nur an, Verunreinigung durch Götzenopferfleisch und Unzucht zu meiden und weder Ersticktes noch Blut zu essen. Denn Mose hat seit alten Zeiten in jeder Stadt seine Verkünder, da er in den Synagogen an jedem Sabbat verlesen wird.“ (Apg 15,7-21)

mehr lesen

Was willst du, Jesus, mir heute sagen?

Impuls zum Mittwoch, 13. Mai // Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes (Joh 15,1-8):

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:

  1. Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Winzer.
  2. Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, schneidet er ab, und jede Rebe, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt.
  3. Ihr seid schon rein durch das Wort, das ich zu euch gesagt habe.
  4. Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch.

mehr lesen

„Meinen Frieden gebe ich Euch“

Impuls für Dienstag, 12. Mai 2020

In den Abschiedsreden Jesu steckt u.a. diese so ermutigende Zusage, die uns gerade in der aktuellen Situation weltweit neue Hoffnung und neuen Mut schenken kann.

Doch was können wir unter dem Frieden Christi eigentlich verstehen?

Sicher kann hier nicht der irdische Friede gemeint sein, da es bis an das Ende der Welt Gewalt, Krieg und Terror geben wird. Vielmehr ist der Friede Christi als Ausdruck des endgültigen Heils zu verstehen, das uns Jesu durch die Erlösung am Kreuz schon verdient hat. Mit Jesu Kommen ist uns Menschen daher schon jetzt dieses umfassende Heil (hebräisch Schalom) angeboten, auch wenn es nach dem äußeren Schein nicht so aussehen mag.


mehr lesen

„Ich kann ja doch nicht helfen….“

Impuls für Montag, 11. Mai 2020

Dieser Tage erzählte mir ein Freund von seinem Einsatz im Geflüchteten-Camp auf der griechischen Insel Samos. Er hatte im März seinen Jahresurlaub genommen, um dort einer Nichtregierungsorganisation zu helfen, den tausenden von Männern, Frauen, Jugendlichen und Kindern das Nötigste zu organisieren. Staatliche Stellen sind nicht beteiligt, nur verschiedene Organisationen mit Freiwilligen aus aller Welt. Er erzählte davon, dass die Menschen auf engstem Raum in zeltartigen Gebilden, z.T. aus Müll irgendwie zusammengebaut, hausen, wohnen wäre zu viel gesagt. Es gibt etwa eine Toilette für 300 Personen und der Lagerboden, auf dem Kinder sitzen und versuchen, zu spielen, ist verunreinigte Erde; ganz zu schweigen von vielem Ungeziefer, dass sich dort tummelt. Ihre Aufgabe war es, wenn sie in das Camp hinein durften, den Müll zu entsorgen und Desinfizierungsflaschen auf zu hängen, wo sich alle daran bedienen können. Schutzmaßnahmen vor dem Corona-Virus gibt es keine in einem überfüllten Camp mit etwa 5000 Menschen.

 

mehr lesen

Verwirrt…

Impuls 5. Sonntag der Osterzeit A

….ganz bestimmt. Ja, verwirrt, lieber Jesus, aber vor allem auch erschüttert und traurig bin ich durch diese Woche gegangen. Der plötzliche Tod von Bernhard Ihle ist mir, uns allen, in die Knochen gefahren und unter die Haut gegangen. „Euer Herz lasse sich nicht verwirren…“ – ist das nicht ein bisschen leicht gesagt? Ich bin verwirrt. Erkenne keinen Sinn. Kann die Fragen nach dem Warum, Wieso, Weshalb nicht beantworten. Sie bleiben mir im Hals stecken und bleiben ohne Antwort. Das geht mir bei diesem Tod so und bei so manchem Gang auf den Friedhof. So komme ich zu Dir, lieber Jesus. So wie ich bin. Ganz schön verwirrt, erschüttert, traurig manchmal. So komme ich zu Dir mit meinen Fragen und Klagen. Thomas macht mir Mut. Der durfte ja auch so manche Frage stellen, die Dir wahrscheinlich naiv vorgekommen ist. Aber Du hast ihn fragen lassen. Ernst genommen. Mit all seinen Fragen und Zweifeln hast Du ihn Deinen Jünger, Dein Freund sein lassen…

mehr lesen

Zum 9. Mai 2020

Johannes 14,7-14

Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Schon jetzt kennt ihr ihn und habt ihn gesehen. Philippus sagte zu ihm: Herr, zeig uns den Vater; das genügt uns.

Jesus sagte zu ihm: Schon so lange bin ich bei euch und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Wie kannst du sagen: Zeig uns den Vater? Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch sage, habe ich nicht aus mir selbst. Der Vater, der in mir bleibt, vollbringt seine Werke.

Glaubt mir doch, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist; wenn nicht, dann glaubt aufgrund eben dieser Werke! Amen, amen, ich sage euch: Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen und er wird noch größere als diese vollbringen, denn ich gehe zum Vater. Alles, um was ihr in meinem Namen bitten werdet, werde ich tun, damit der Vater im Sohn verherrlicht wird. Wenn ihr mich um etwas in meinem Namen bitten werdet, werde ich es tun.


mehr lesen

Gott sei Dank: Frieden!

Impuls zum 8. Mai 2020 – 75 Jahre nach Ende des 2. Weltkriegs

Rein zufällig zappte ich am Dienstag in eine Sendung des ZDF mit dem Titel: „Deutschland von oben 1945“ (in der Mediathek noch abrufbar). In einer der ersten Szenen war im Überflug Pforzheim vor der Zerstörung mit der wunderschönen evangelischen Stadtkirche am Zusammenfluss von Enz und Nagold, sowie das frühere Rathaus zu erkennen, dann in etwa gleicher Perspektive die ausgebombte Stadt. Ganz ähnliche Bilder und Perspektiven von anderen Städten. Unfassbar, welche zerstörerische, todbringende Macht dieser 2. Weltkrieg hatte.

mehr lesen

Aus seinem Geschlecht hat Gott dem Volk Israel Jesus als Retter geschickt

IMPULS ZUR TAGESLESUNG AM DONNERSTAG DER VIERTEN OSTERWOCHE

Am letzten Freitag hatten wir in der Tageslesung aus der Apostelgeschichte von der Berufung des Paulus durch Jesus Christus vor Damaskus gelesen. Dass Paulus sich ganz in die Nachfolge Christi gestellt hatte, ist ihm zunächst nicht gut bekommen. In Damaskus verkündete er das Evangelium Jesu Christi, aber er scheint dabei nicht besonders gut angekommen zu sein, denn es heißt, er brachte die Juden in Damas- kus in Verwirrung, weil er ihnen darlegte, dass Jesus der Christus ist (Apg 9,22). Die Juden wollen ihn töten und er konnte sein Leben nur retten, indem er sich bei Nacht in einem Korb über die Stadtmauer abseilen ließ.

In Jerusalem trifft er zuerst auf das Misstrauen der Jünger, die in ihm immer noch den Christenverfolger sehen. Dann wird er von seinen früheren Freunden, den Juden aus der griechischen Diasporagemeinde, angefeindet und muss abermals fliehen, diesmal nach Tarsus. Von dort nimmt ihn Barnabas mit nach Antiochia am Orontes, eine große Hafenstadt und Kulturmetropole in Syrien. Erst dort und in der Zusam- menarbeit mit Barnabas scheint seine Verkündigung Erfolg zu haben: Dort wirkten sie miteinander ein volles Jahr in der Gemeinde und lehrten eine große Zahl von Menschen. In Antiochia nannte man die Jünger zum ersten Mal Christen (Apg 11,26).

mehr lesen

Gnade

Impuls am Mittwoch, 6. Mai

Gnade, so glaube ich, ist nicht etwas, was wir uns von Gott erflehen müssen. Das Wort Gnade versucht eher zu beschreiben, wie sich Gott als die Liebe uns Menschen von sich aus zuwendet. Gnade ist alles, was wir von Gott empfangen, was uns geschenkt ist, womit wir gesegnet werden.

Die amerikanische Künstlerin Morgan H. Nichols schrieb dazu diesen März:

Du darfst lebendig werden an diesem Ort ohne zu wissen wie das alles Sinn ergibt

Du darfst darauf vertrauen,

dass tief drin in aller Veränderung unendliche, grenzenlose Gnade liegt

Lass es also die Gnade sein, die dich erinnert:

Sogar hier und jetzt

kommt das Licht durch Schau also voller Hoffnung

vom Boden auf

Solange du da bist,

gibt es noch mehr Weg zu gehen

Morgan Harper Nichols


mehr lesen

Meine Schafe hören auf meine Stimme

Impuls - Barbara Ulmer

Joh 10, 22-30

Um diese Zeit fand in Jerusalem das Tempelweihfest statt. Es war Winter und Jesus ging im Tempel in der Halle Salomos auf und ab. Da umringten ihn die Juden und fragten ihn: Wie lange hältst du uns noch hin? Wenn du der Christus bist, sag es uns offen! Jesus antwortete ihnen: Ich habe es euch gesagt, aber ihr glaubt nicht. Die Werke, die ich im Namen meines Vaters vollbringe, legen Zeugnis für mich ab; ihr aber glaubt nicht, weil ihr nicht zu meinen Schafen gehört. Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie und sie folgen mir. Ich gebe ihnen ewiges Leben. Sie werden niemals zugrunde gehen und niemand wird sie meiner Hand entreißen. Mein Vater, der sie mir gab, ist größer als alle und niemand kann sie der Hand meines Vaters entreißen. Ich und der Vater sind eins.

mehr lesen

"In meiner Ohnmacht auf den Heiligen Geist vertrauen"

Impuls für Montag, 4. Mai 2020

In der heutigen Lesung aus der Apostelgeschichte im 11. Kapitel die Verse 1-18 erfahren wir, wie Petrus den Judenchristen in Jerusalem erzählt, dass der Heilige Geist auf Heiden gekommen ist, ohne dass sie vorher Juden wurden.

In einem spannenden Bild berichtet er auch von seiner eigenen Bekehrung zu der Weisung Gottes, dass der Heilige Geist keinen Unterschied macht zwischen Juden und Nicht-Juden.

In diesem Beispiel geschieht die Sinneswandlung des Petrus im Gebet. Dort findet er wohl die Ruhe und Aufgeschlossenheit, Gottes Weisung wahr zu nehmen, auch wenn er noch nicht alles versteht. Aber erst durch die Begegnung mit den Heiden erlebt er, dass Gott seine Weisung durch den Heiligen Geist wahr macht.

mehr lesen

„Leben in Fülle"

Impuls zu Joh 10,1-10 am 4. Sonntag der Osterzeit 03.05.2020

Ehrlich gesagt: Mit den Masken habe ich so meine Schwierigkeiten. Ich seh lieber das ganze Gesicht. Offenes Visier. Nichts Verstecktes. Nichts hinten herum. Gerade heraus. Offen und ehrlich. Lieber gar kein Gesicht sehen als nur das Halbe. Lieber wissen wo ich dran bin, als rätseln müssen: Wer ist das überhaupt? Was will der oder die von mir? Der Bauch und das Herz wehren sich gegen diese halbverhüllten Gesichter.

Natürlichziehe ich mir auch einen Mund- und Nasenschutz an. Dort wo es vorgeschrieben ist. Beim Einkaufen und in den öffentlichen Verkehrsmitteln. Selbstverständlich. Da bin ich schon bei klarem Verstand und weiß was in dieser Situation vernünftig und richtig ist. Nicht im Freien. Nicht in der frischen Luft. Nicht wo es gut möglich ist zwei Meter und mehr auf Distanz zu gehen. Aber wenn nötig und vernünftig: Selbstverständlich Maske auf.

mehr lesen

Zwei Männer im Mai

"Josef sagt nichts. (1. Mai – Josef)"

In der ganzen Bibel nicht.

Seit Jahrzehnten stellt die katholische Kirche dem Tag der Arbeit das Gedenken an Josef den Arbeiter bei (gr. Tekton = Bauhandwerker).

Josef ist doch irgendwie einer wie wir. Er steht nie im Mittelpunkt und ist der Typ Mensch, der in der Menschenmenge nicht auffällt und keinen Anlass zu einer Schlagzeile bietet. Die großen Paare führen die Männer zuerst auf: Caesar und Kleopatra, Romeo und Julia – jedoch, Maria und Josef. Nur sieben Mal in der Bibel erwähnt, hat er sehr wenig am aktiven Leben Jesu teilgenommen. In Kunst und Geschichte kennt man ihn als asexuellen Greis – merkwürdig für den Vater Jesu, wie Maria sagt, und Vater weiterer Kinder (vgl. Mk 6,3).

Doch, das soll ja wohl so sein im Heilsplan: spiel‘ deine kleine Rolle, Josef, das ist wichtig, aber bilde dir nichts drauf ein. So könnte man meinen, Josef der Arbeiter leitet an zu einem angepassten Kleinbürger, der bei Arbeitszeitverhandlungen regelmäßig über den Tisch gezogen wird, so nach dem Motto „Müller, ab heute arbeiten wir rund um die Uhr. Das macht ihnen doch nichts aus, sie sind ja Christ, gell?“

mehr lesen

Die Bekehrung des Saulus (Apg 9,1–20)

Impuls zur Tageslesung

„Saulus wütete noch immer mit Drohung und Mord gegen die Jünger des Herrn. Er ging zum Hohepriester und erbat sich von ihm Briefe an die Synagogen in Damaskus, um die Anhänger des Weges Jesu, Männer und Frauen, die er dort finde, zu fesseln und nach Jerusalem zu bringen. Unterwegs aber, als er sich bereits Damaskus näherte, geschah es, dass ihn plötzlich ein Licht vom Himmel umstrahlte. Er stürzte zu Boden und hörte, wie eine Stimme zu ihm sagte: Saul, Saul, warum verfolgst du mich? Er antwortete: Wer bist du, Herr? Dieser sagte: Ich bin Jesus, den du verfolgst. Steh auf und geh in die Stadt; dort wird dir gesagt werden, was du tun sollst! Die Männer aber, die mit ihm unterwegs waren, standen sprachlos da; sie hörten zwar die Stimme, sahen aber niemanden. Saulus erhob sich vom Boden. Obwohl seine Augen offen waren, sah er nichts. Sie nahmen ihn bei der Hand und führten ihn nach Damaskus hinein. Und er war drei Tage blind und er aß nicht und trank nicht. In Damaskus lebte ein Jünger namens Hananias. Zu ihm sagte der Herr in einer Vision: Hananias! Er antwortete: Siehe, hier bin ich, Herr. Der Herr sagte zu ihm: Steh auf und geh zu der Straße, die man Die Gerade nennt, und frag im Haus des Judas nach einem Mann namens Saulus aus Tarsus! Denn siehe, er betet und hat in einer Vision gesehen, wie ein Mann namens Hananias hereinkommt und ihm die Hände auflegt, damit er wieder sieht. Hananias antwortete: Herr, ich habe von vielen gehört, wie viel Böses dieser Mann deinen Heiligen in Jerusalem angetan hat. Auch hier hat er Vollmacht von den Hohepriestern, alle zu fesseln, die deinen Namen anrufen. Der Herr aber sprach zu ihm: Geh nur! Denn dieser Mann ist mir ein auserwähltes Werkzeug: Er soll meinen Namen vor Völker und Könige und die Söhne Israels tragen. Denn ich werde ihm zeigen, wie viel er für meinen Namen leiden muss. Da ging Hananias hin und trat in das Haus ein; er legte ihm die Hände auf und sagte: Bruder Saul, der Herr hat mich gesandt, Jesus, der dir auf dem Weg, den du gekommen bist, erschienen ist; du sollst wieder sehen und mit dem Heiligen Geist erfüllt werden. Sofort fiel es wie Schuppen von seinen Augen und er sah wieder; er stand auf und ließ sich taufen. Und nachdem er etwas gegessen hatte, kam er wieder zu Kräften. Einige Tage blieb er bei den Jüngern in Damaskus; und sogleich verkündete er Jesus in den Synagogen: Dieser ist der Sohn Gottes.“

mehr lesen

Geh und folge diesem Wagen!

Impuls zur Tageslesung am Donnerstag der Dritten Osterwoche

Die Apostelgeschichte erzählt uns heute eine wahre Erfolgsgeschichte:

Da ist zunächst der Kämmerer der Königin von Äthiopien. Er war wahrscheinlich kein Jude, aber wohl ein Gottesfürchtiger, d.h. jemand, der mit dem Judentum sympathisierte und seine heiligen Schriften las. Er ist auf der Suche nach Gott und nimmt dafür große Anstrengungen auf sich, indem er von Äthiopien bis nach Jerusalem reist. Er war im Tempel, dem Ort der Gegenwart Gottes, aber offensichtlich hat er dort nicht das gefunden, was er suchte. Auch das Buch des Propheten Jesaja, das er auf dem Heimweg liest, bleibt ihm zunächst verschlossen.

mehr lesen

Impuls am Mittwoch, 29. April

Aus dem Tagesevangelium:

 

Kommt alle zu mir,

die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt.

Ich werde euch Ruhe verschaffen.

 

 

Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir;

denn ich bin gütig und von Herzen demütig;

so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele.

Denn mein Joch drückt nicht, und meine Last ist leicht.

(Mt 11,28-30)

 

 


mehr lesen

Jesu verzeihende Liebe am Kreuz – ein Modell auch für uns?

In der heutigen Lesung wird die Steinigung des Stephanus, des ersten Märtyrers des

Christentums um das Jahr 40 n. Chr. beschrieben. Ausgangspunkt für die Wahl

des Stephanus von den Aposteln zu einem der sieben Diakone „von gutem Ruf und

voll Geist und Weisheit“ (vgl. Apg 6,3) war ein Streit zwischen den aramäischsprachigen Hebräern und den griechischsprachigen

Hellenisten. Letztere warfen den Hebräern vor, die Witwen mit griechischem Hintergrund bei der täglichen Versorgung

mit Lebensmitteln übersehen zu haben.

Daher oblagen dem Stephanus wie den übrigen sechs Diakonen die sozialen Aufgaben in der Urgemeinde, darunter die Betreuung der Witwen. Doch schon bald geriet Stephanus als exponierter Vertreter der Urgemeinde in einen Konflikt mit den hellenistischen Juden. Da sie ihm argumentativ nicht gewachsen waren, beschuldigten sie ihn der Gotteslästerung.


Er habe behauptet, Jesus von Nazareth wolle den jüdischen Tempel zerstören und die von Moses überlieferten jüdischen Gebräuche verändern, damit habe er sich einer Art Hochverrat schuldig gemacht. Mit flammenden Worten bekannte sich Stephanus vor dem Hohenpriester zu seinem christlichen Glauben und warf seinen Anklägern und deren Vätern vor, sich dem Heiligen Geist widersetzt, die Propheten verraten und getötet sowie die durch Moses überbrachten Gebote missachtet zu haben (Apg 7,1-53).

mehr lesen

Wie schön ist es, wenn…….

Impuls für Montag, 27. April 2020

Wie schön ist es, wenn Menschen nicht nur an sich denken, sondern auch einander helfen. Wenn die Menschen, die Hilfe brauchen, besonders unterstützt werden, wie z.B. ältere oder kranke Menschen. Wie schön ist es, wenn Menschen, sie sich sonst kaum sahen und immer unterwegs waren, auf einmal Zeit zu Hause und miteinander haben. Wie schön ist es, wenn in der Stadt weniger Stress und bessere Luft ist, weil weniger Autos fahren und Menschen mehr Zeit haben.

mehr lesen

„Nichts wie raus?!“

Impuls zu Lk 24,13-35 am 3. Sonntag der Osterzeit 26.04.2020

„Gott sei Dank dürfen wir wenigstens noch raus…“. So sagen die meisten. So geht es auch mir, wenn ich meine Runde drehe. „Gott sei Dank, ist es bei uns nicht so wie in Italien, in Frankreich oder Österreich, geschweige denn New York. Wenn wir schon nicht im Straßencafé in der Sonne sitzen können, oder gemütlich im Garten mit Freund*innen grillen, unsere Kinder nicht in Schulen und Kitas können – wir dürfen wenigstens noch raus. Gott sei Dank!“ Wie schlimm wäre es bei diesem Wetter, bei dem herrlichen Sonnenschein und dem blühenden und strahlenden und sonnig-warmen Frühling in den eigenen vier Wänden sitzen zu müssen. Also mir fällt ja sowieso immer ziemlich schnell die Decke auf den Kopf. Auch wenn es überall heißt: „Zu Hause bleiben!“ – Mit Abstand und alleine, oder höchstens zu zweit ist das ja auch gar kein Problem: „Nichts wie raus!“

mehr lesen

Männer töten, Frauen zähmen

Impuls am 25. April 2020 zu Markus 16,15-20

Ein Drache, ein Krokodil, eine Schlange – sie sind sich ähnlich in der Bibel, wenn es darum geht zu sagen, dass man das Böse bekämpfen will. Und wir kennen da so einige Männer, Heilige, zum Beispiel Georg oder den Erzengel Michael, die ihrem Drachen den Garaus gemacht haben. Da mag man sagen: Bravo. Es gibt zu viel Böses auf der Welt.


mehr lesen

Was satt macht

Impuls zum 24. April 2020

Was für eine traumhafte Vorstellung:

an einem schönen Frühlingstag inmitten einer Masse von hunderten, tausenden von Menschen auf einer Wiese sitzen. Einfach so, in Gruppen, eng zusammen, ohne Abstandsregeln, einfach sorglos...

 

Dieses Bild kam mir in den Sinn, als ich Anfang der Woche die Tagestexte für den Freitag dieser Woche angeschaut und die Stelle von der Speisung der 5000 im Johannesevangelium gelesen habe.

mehr lesen

Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen

Impuls zur Tageslesung am Donnerstag der zweiten Osterwoche(23. April 2020)

Sowohl in der Lesung aus der Apostelgeschichte als auch im Text aus dem Evangelium des Apostels Johannes vom heutigen Tag taucht der Begriff „gehorchen“ auf; im Lesungstext sogar zweimal.

Gehorsam als das Befolgen von Geboten oder Verboten durch entsprechende Handlungen oder durch Unterlassen ist für die meisten von uns ein zwiespältiger Begriff.

Es gibt zwar Gebote, die niemand ernsthaft in Zweifel zieht. Wenn eine Verkehrsampel auf Rot steht, wird wohl kaum jemand, der bei klarem Verstand ist, einfach weiterfahren. Auch die behördlichen Vorschriften der Corona-Verordnungen, z.B. zum Versammlungs- und Kontaktverbot, werden von den meisten Menschen aus Solidarität befolgt, auch wenn die Sinnhaftigkeit nicht bei jeder einzelnen Vorschrift unmittelbar ersichtlich ist.

mehr lesen

„Solange es das noch gibt“

Impuls zum 22. April

von Anita Ketterl


Im heutigen Evangelium heißt es:

Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat. (Joh 3,16)

So gerne ich das lese – Gott liebt(e) die Welt – dieser Satz und die ganze Lesung werfen für mich genauso viele Fragen auf, wie sie beantworten:

mehr lesen

Eine chassidische Geschichte

Impuls / Dienstag, 21. April 2020

Ein Armer kam zur Tür eines Rabbis und bat um etwas Geld. Weil dieser aber gerade kein Geld zu Hause hatte, schenkte er dem Bettler einen Ring. Kurz darauf erfuhr die Frau des Rabbis davon und überschüttete ihn mit Vorwürfen: „Wie kannst du nur ein so kostbares Schmuckstück einem unbekannten Bettler schenken?“

Als der Rabbi das vernommen hatte, ließ er den armen Mann zurückrufen und sagte ihm: „Höre, ich habe gerade erfahren, dass der Ring, den ich dir gegeben habe, sehr wertvoll ist. Achte also bitte darauf, dass du ihn nicht zu billig verkaufst!“

mehr lesen

Gebetsvorschläge und Geistliche Impulse

Aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Epidemie, finden Sie hier Texte und Betrachtungen, mit denen Sie zuhause ins Gespräch mit Gott kommen können.