Das Bild von der Hl. Familie, das ursprünglich in der St. Antoniuskirche hing und nach Fertigstellung der Dietlinger Kirche im Jahr 1955 dort als Altarbild angebracht worden war, wurde restauriert (1997) und hängt nun über dem Taufbrunnen - also an der Stelle, an der durch das Sakrament der Taufe immer wieder Kinder oder auch Erwachsene in die Kirche und damit auch in die Gemeinde aufgenommen werden.

 

Das Bild wurde im Jahr 1898 von dem Künstler Max Doerner gemalt.

 

Max Doerner, geboren 1870 in München, war seit 1911 Lehrer und seit 1912 Professor für Maltechnik an der Münchner Akademie. Er lehrte besonders "Fresco buono", d.h. die Technik das „Nass in Nass" - Malerei auf frisch auf die Wand aufgetragenem Mörtel. Hauptsächlich Bildnisse und Landschaften. Er pflegte neben dem Fresko eine kombinierte Mischtechnik von Tempera und Öl.

 

In den vergangenen Jahren wurden mehrere Anläufe unternommen, für unsere Kirche ein Bild von der Hl. Familie anfertigen zu lassen. Es wurden mehrere Entwürfe von verschiedenen Künstlern vorgelegt. Aber keiner der Entwürfe fand die Zustimmung der Gemeinde. Schließlich hat der Pfarrgemeinderat es als die beste Lösung angesehen, das Bild restaurieren und über dem Taufbrunnen anbringen zu lassen. Damit haben wir auch während des Gottesdienstes ein Marienbild im Blick.

In katholischen Kirchen wird gewöhlich Maria mit dem Kind dargestellt. In einer Kirche mit dem Namen „Heilige Familie" ist es besonders sinnvoll, dass auch der hl. Josef mit dabei ist. Ihr Glaube in der alltäglichen Arbeit einer Handwerkerfamilie und ihre Offenheit und ihr Zusammenhalt auch in Konfliktsituationen sei uns immer wieder Impuls zum Glauben und zum Zusammenhalt in Familie, im Beruf und in der Pfarrgemeinde.

 

Text: Pfarrer Klaus Bundschuh