· 

Gottesdienst zum 60-jährigen Jubiläum der kfd-St. Bernhard (28.11.2021)

Ich Junia, eine Frau der ersten Stunde, welche die frohe Botschaft Jesu in die Welt getragen hat, habe mich sehr darüber gefreut, dass sich die kfd-St. Bernhard in ihrem Jubiläumsgottesdienst am Sonntag vor allem mit meiner Person beschäftigt hat. Wurde ich doch seit dem 13. Jahrhundert totgeschwiegen oder als Mann erwähnt.

Es wurden aber nicht nur wir Frauen, die Paulus in seinen Briefen angesprochen hatte, im Gottesdienst erwähnt, sondern auch die Frauen, die Jesu Auferstehung als erste bezeugten. Denn alle zusammen sind wir das stärkste Argument für die Öffnung aller kirchlichen Ämter für verheiratete und unverheiratete Frauen und Männer in der heutigen Zeit.


Ob im Ehrenamt, als Katechetinnen, in der Kranken- und Altenpflege, in Mutter-Kind-Einrichtungen oder in der Flüchtlingshilfe sind die Frauen auch 2021 nicht mehr wegzudenken. Und in jeder kfd-Gruppe gibt es Frauen, die durch ihre Talente, ihre Tatkraft, ihre Kreativität, ihre Fürsorge herausragend sind, jede auf ihre Weise. Es tut gut, sich dies von Zeit zu Zeit bewusst zu machen und einander konkret zuzusprechen und wertzuschätzen. So haben wir es damals durch Paulus erfahren.

Das alles kam im Gottesdienst, den Pfarrer Georg Lichtenberger zusammen mit Pfarrer Michael Dimpfel hielt, auch immer wieder zur Sprache. In den Kyrie-Rufen, in verschiedenen Gebeten und auch in den Fürbitten wurden die Frauen benannt, die sich heute auf den Weg machen, die suchen und finden, die wahrnehmen und anpacken, die hören und lernen, die begleiten und sich einmischen und die hoffen und vertrauen. Rhythmische Lieder und das Lied: „Maria durch ein Dornwald ging“, gesungen von Beatrice Fuhr-Herz, begleitet an der Orgel von Bernhard Kaburek, gehörten auch zu diesem festlichen Gottesdienst. Nach dem Gottesdienst konnte man im Foyer immer wieder hören, dass dies ein gelungener Abschluss des Festjahres war.

Ich, Junia finde es gut, dass die kfd-Frauen sich heute mit ihrer Forderung „gleich und berechtigt“ – alle Dienste und Ämter für Frauen in der Kirche nachdrücklich ins Spiel bringen.

Text: Angelika Masanz

Bilder: Karl-Heinz Renner