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Pfarrbrief Nr. 12 (13.11.-12.12.2021)

„Da wohnt ein Sehnen tief in uns, o Gott, nach dir, dich zu sehn, dir nah zu sein. Es ist ein Sehnen, ist ein Durst nach Glück, nach Liebe, wie nur du sie gibst.“ So beginnt ein Adventslied (Gotteslob 846), dem sicherlich auch die zustimmen können, die nicht an Gott glauben.

Denn Glück und Liebe ersehnt jeder Mensch. Ich jedenfalls habe noch keinen Mitmenschen getroffen, der nicht durch Lob aufblüht und sich über Wertschätzung freut. Und was meint denn der Ruf nach Gott anderes als, dass man ihm alles Gute zutraut und von ihm erhofft. Da wird Sehnsucht adressiert, wird zum Gebet: „Um Frieden, um Freiheit, um Hoffnung bitten wir. In Sorge, im Schmerz. Sei da, sei uns nahe, Gott.“ So geht die Strophe weiter und das Thema wird immer wieder in den folgenden Strophen aufgenommen.

Mystiker ist einer, der nicht aufhören kann zu wandern und der in Gewissheit dessen, was ihm fehlt, von jedem Ort und jedem Objekt weiß: „das ist es nicht.“ Diese Worte eines französischen Jesuiten bringen es auf den Punkt, und so gesehen dauert die Adventszeit nicht nur (fast) vier Wochen, sondern ein Leben lang. Wir sind unterwegs - mit dem Gedanken an die Vergänglichkeit und eben mit dieser unstillbaren Sehnsucht. Es ist das Wissen um das, was mir fehlt. Dieses Fehlen wird deutlich, wenn wir sagen: „du fehlst mir“, „ich vermisse dich“, „ich hätte dich liebend gern bei mir“.

So ist die Sehnsucht der Christen nach Jesus: endlich soll es doch überall so sein, wie es damals war: versöhnend, heilsam, gerecht. „Komm Herr Jesus“. – „Herr, ich bin bedürftig, aber sprich nur ein Wort, und meine Seele wird gesund“, und mein Leben kommt in Ordnung.

Die Adventszeit lädt dazu ein, seinen Sehnsüchten als Christ nachzugehen. Wer im Namen Jesu glauben kann, vermag seiner Sehnsucht Raum zu geben, sie zu adressieren. Damit werden sie mit Jesus verbunden. „Du fehlst mir“, sagen sie überzeugt und voll Vertrauen. Sie vermissen ihn, und bleiben entsprechend gespannt. „Da wohnt ein Sehnen tief in uns“!

So wünsche ich uns einen Advent voller Sehnsucht!

 

Thomas Ruland, Gemeindereferent Kirchengemeinde Pforzheim

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Katholische Kirchengemeinde Pforzheim
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St. Antonius - St. Bernhard - Hl. Familie
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