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Gründonnerstag (01.04.2021)

Bei diesem Mahl am Abend vor seiner Kreuzigung brach und reichte Jesus seinen Jüngern Brot: „Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird“. Ebenso gab er ihnen einen Kelch mit Wein: „Das ist der Kelch des neuen und ewigen Bundes, mein Blut, das für euch und für alle vergossen wird zur Vergebung der Sünden“. Sein Auftrag lautete: „Tut dies zu meinem Gedächtnis“ (vgl. 1 Kor 11,24f). Mit dieser Handlung stiftete Jesus das gemeinsame Mahl als Zeichen seiner fortdauernden Gegenwart und eines neuen Bundes mit Gott. Die Eucharistiefeier wurde somit zur zentralen liturgischen Feier der Kirche, in der sie des Todes und der Auferstehung Jesu gedenkt und sein Opfer vergegenwärtigt.


Da die Feier der Eucharistie spezifischer Dienst des Priesters ist, gilt der Gründonnerstag zugleich als Tag der Einsetzung des Priestertums.

Bei der Wandlung wird der Stellenwert des Abends deutlich hervorgehoben. Zum einzigen Mal im Kirchenjahr werden die Worte im Hochgebet verändert: Dann heißt es „Denn in der Nacht, da er verraten wurde – das ist heute –, nahm er das Brot und sagte Dank…“ bzw. „Denn am Abend, an dem er ausgeliefert wurde und sich aus freiem Willen dem Leiden unterwarf – das ist heute –...“.

Der Gottesdienst beginnt feierlich, endet jedoch schlicht und in Stille: Zum Gloria spielt die Orgel, alle Kirchenglocken läuten und die Ministranten klingeln mit ihren Schellen. Danach verstummt die Orgel und die Messdiener benutzen nur noch Holzklappern. Auch die Glocken schweigen von diesem Zeitpunkt an bis zur Osternacht. Bei der 2. Lesung rückt die Eucharistie ins Zentrum: Sie berichtet vom letzten Abendmahl Jesu (1 Kor 11,23-26). Das Evangelium behandelt die Fußwaschung, die Jesus an seinen Jüngern vorgenommen hat (Joh 13,1-15). Neben der Eucharistie ist dies das zweite Vermächtnis Jesu am Gründonnerstag: Christen sollen einander sowie allen Menschen in tätiger Nächstenliebe dienen.

Am Ende des Gottesdienstes werden Blumen und Kerzen sowie das Altartuch aus dem Altarraum entfernt. Das symbolisiert Trauer und erinnert zugleich an die Überlieferung, nach der Jesus die Kleider vom Leib gerissen wurden.

Pfarrer Michael Dederichs und Pater Maria Desmond Uche (SdC) konzelebrierten in St. Antonius; Mitglieder der Schola unter Leitung von Gerhard Grimm und mit Petrit Hamiti gestalteten diese ganz besondere Eucharistiefeier durch eine ganze Reihe von Liedern musikalisch mit. Nicht fehlen durfte dabei „Beim letzten Abendmahle, die Nacht vor seinem Tod, nahm Jesus in dem Saale, Gott dankend, Wein und Brot. „Nehmt“, sprach er, „trinket, esset, das ist mein Fleisch, mein Blut, damit ihr nie vergesset, was meine Liebe tut!“ Dann ging er hin, zu sterben aus liebevollem Sinn, gab, Heil uns zu erwerben, sich selbst zum Opfer hin (GL 282).

Text und Fotos: Karl-Heinz Renner