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Mein Bittgebet sei ein Räucheropfer

Immer wieder erlebe ich Diskussionen, wenn die Ministranten im Gottesdienst das Weihrauchfass geschwungen haben. „Mir wird schlecht!“ „Ich bekomme Kopfschmerzen“ sind so einige Bemerkungen. Die gleichen Menschen sprühen sich aber mit den neuesten Parfümkreationen ein, die Wäsche duftet nach Meeresbrise, diverse Duftkerzen, Aromaöle in Duftspendern und vieles mehr findet sich ohne Klagen dagegen zu Hause.

Riecht Weihrauch zu sehr nach Gott oder Kirche? Oder was erklärt diese unterschiedliche Wahrnehmung?

Ich gebe zu, ich mag den richtigen, den echten Weihrauch sehr. Wenn er im Gottesdienst verwendet wird, macht er irgendwie den Kopf frei. Die Gerüche und Gedanken des Alltags scheinen mit den Wolken des Rauches zu verschwinden und ich kann mich auf den Gottesdienst konzentrieren. Vielleicht haben dies auch die Menschen gespürt, wenn es in der Bibel heisst: „Mein Bittgebet sei ein Räucheropfer vor deinem Angesicht, ein Abendopfer das Erheben meiner Hände.“ (Psalm 141, 2).

Wenn sie mehr über den Weihrauch wissen wollen, dann schauen sie mal unter diesem Link http://incens.michael-pfeifer.de/ nach. Da findet sich noch einiges zu diesem Thema. Unter anderem auch dieses Gebet:

Großer und Allerhöchster Gott! Du wohnst in unzugänglichem Lichte.
Du hast das All in Weisheit geschaffen und das Licht von der Finsternis geschieden.
Du hast die Sonne zur Herrschaft über den Tag gesetzt, den Mond aber und die Sterne über die Nacht. Auch als Sünder dürfen wir in dieser Stunde mit unserem Bekenntnis vor dein Angesicht treten und dir das Abendlob darbringen.
Menschenliebender Gott, lass unser Gebet zu dir aufsteigen wie Weihrauch, und nimm es an als duftenden Wohlgeruch.
Gewähre uns einen friedlichen Abend und eine gute Nacht.
Darum bitten wir dich, und senden dir Lobpreis empor, dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, jetzt und allezeit und von Ewigkeit zu Ewigkeit.

(Nach der byzantinischen Vesper)

Thomas Ruland, Gemeindereferent Kirchengemeinde Pforzheim

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Thomas Ruland
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