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Heilsame Nähe

In das fröhliche, ausgelassene Toben auf dem Spielplatz mischt sich plötzlich herzzerreißendes Weinen. Ein Kind hat sich das Knie aufgeschlagen. Schnelles Handeln ist gefragt. Wunde säubern, Pflaster drauf und alles ist wieder gut. Was die Situation aber wirklich wieder gut macht, sind die tröstenden Worte und die Arme der Mutter, ihre liebevolle Zuwendung. Das heilt viel mehr als ein Pflaster.

Das haben auch die Menschen mit Jesus erlebt. Seine Nähe tut gut, baut auf, tröstet, ermutigt, heilt. Manchmal kamen sie scharenweise zu ihm: „Denn er heilte so viele, so dass alle, die ein Leiden hatten, sich an ihn herandrängten, um ihn zu berühren“ (Mk 3,10), so lesen wir heute im Tagesevangelium.

Berührung ist heilsam!

Berührung ist heilsam! Seit der Corona-Pandemie sind wir alle auf Abstand und Distanz getrimmt, um uns gegenseitig zu schützen. Richtig und wichtig in der momentanen Situation. Dennoch empfinde ich es von Tag zu Tag deutlicher, wie sehr das fehlt: ein herzhafter Händedruck, eine spontane Umarmung. Und das schon im normalen Alltag. Um wieviel mehr fehlt es denen, die allein, krank, verzweifelt, in Trauer sind.

Wie gut, dass es so viele Menschen unter uns gibt, die sich anrühren lassen von jenen, die sie brauchen. Dass es Menschen gibt, die sich ihnen trotzdem und jetzt erst recht zuwenden und Tag für Tag für andere da sind: in unseren Pflegeheimen, in den Krankenhäusern, in der Notbetreuung der Kitas und Schulen, bei der Vesperkirche und an vielen anderen Orten unserer Stadt. Gott braucht solche Menschen, die sich anrühren lassen, damit er selbst mit uns in Berührung kommen kann. Dann kann die Erfahrung wachsen:

Menschliche Nähe und jede Form der liebenden Zuwendung ist heilsam und lässt mich selbst ahnen und spüren, wie nah Gott auch mir sein will.

Daher könnte das ein Impuls für heute sein: Zuwendung und Nähe auch in Zeiten von Distanz einüben – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt!

In diesem Sinne wünsche Ihnen einen Tag voller heilsamer Begegnungen

Margarete Hosbach, Gemeindereferentin

 

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Impuls 21.01.21, Hosbach.pdf
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