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Johannnes 1, 35-42)

Der Täufer muss eine beeindruckende Persönlichkeit gewesen sein. Immerhin strömen die Menschen in Scharen in die Wüste, um ihn zu sehen, zu hören und sich taufen zu lassen.

Dabei war er alles andere als ein sanfter Schmeichler, der den Menschen nach dem Mund geredet hätte – eher im Gegenteil. Und er hat im Lauf der Zeit einen Kreis von Anhängern, Schülern und Jüngern um sich geschart.

Jetzt ist der Punkt gekommen, wo er sie auf Jesus hinweist und sie gehen lässt: „Seht, das Lamm Gottes.“ Er stellt sich in den Hintergrund, zeigt, wer oder was wichtig ist im Leben.

So sollten auch Seelsorger und Seelsorgerinnen handeln.

Es gibt einen Punkt, an dem ich Menschen, die ich begleiten durfte und die ich liebgewonnen habe, gehen lassen muss, damit sie sich weiter entwickeln können. Weil sie woanders und vielleicht bei jemand anderem mehr von dem finden können, das sie im Leben weiter bringt, das sie zu ihrem weiteren Wachstum brauchen. Ohne Eifersucht oder dem Wunsch, sie festzuhalten.

Als Eltern, Lehrer und Seelsorger zeigen wir Menschen den Weg und sollten uns dann freuen, wenn sie einen eigenen Weg finden. Das mag auch schmerzhaft sein, aber ich finde es wichtig.

Genau so ist es auch mit unserem Glauben an Jesus. Wir können den Weg aufzeigen, aber ob der Weg zu Jesus gegangen wird und wie er gegangen wird, liegt nicht mehr in unserer Verantwortung.

 

Thomas Ruland, Gemeindereferent

 

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