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Pfarrbrief Nr.12 (14.11.-13.12.2020)

Advent – Begegnung auf Augenhöhe

Am 19. November begehen wir den Gedenktag der heiligen Elisabeth von Thüringen und feiern am folgenden Sonntag das Patrozinium der St. Elisabeth-Kirche am Buckenberg. Aber was hat die heilige Elisabeth mit Advent zu tun?

Advent bedeutet Ankunft. Gott möchte in unserem Leben ankommen. Er möchte uns ganz nahe kommen. So wie wir sind, möchte er uns begegnen. An Weihnachten wird er sogar zum Kleinsten der Menschen, er wird als Baby geboren, um niemanden auszuklammern, auch die Kleinsten nicht.

Gott kann uns auf unzählig viele Weisen begegnen.

Die heilige Elisabeth von Thüringen zeigt uns, wie sie Gott begegnet ist. Sie hat als Prinzessin ihre Burg verlassen und ist dorthin gegangen, wo die Ärmsten der Armen waren. Auf dem Bild der Titelseite sehen wir, wie sie einen Kranken füttert. Das Entscheidende ist die Begegnung auf Augenhöhe, kein oben und unten, sondern die Verbindung von Herz zu Herz, da wird Gott erlebbar. Es ist keine Einbahnstraße, sondern ein Geben und Nehmen.


Seit erstem Oktober wohnen wieder Asylbewerberinnen in der städtischen Anschlussunterbringung in der Tiefenbronner Straße, die zu unserem Gemeindegebiet gehört. Es sind bis jetzt sieben alleinerziehende Frauen aus verschiedenen afrikanischen Ländern mit ihren kleinen Kindern. Schon bei unserem ersten Besuch, um uns etwas kennen zu lernen, waren sie sehr froh, dass wir gekommen sind. Für mich war es ein Geschenk, dass sie sich aus ihren Wohnungen heraus wagten, um uns kennen zu lernen. Ich erlebe es immer wieder, dass uns Gott Begegnungen schenkt trotz aller Fremdheit.

Anfang Dezember wollen wir den Eröffnungsgottesdienst zur Firmvorbereitung mit den neuen Jugendlichen feiern, die sich auf den Weg mit Gott begeben wollen. Aus den letzten Firmvorbereitungen weiß ich, dass ich immer dann von Gottes Anwesenheit etwas spüren konnte, wenn wir uns auf Augenhöhe begegnen konnten oder etwas gemeinsam erlebt haben.

Für mich bedeutet, Gott auf Augenhöhe zu begegnen, auch, wenn ich allen seinen Geschöpfen, den Menschen, Tieren und Pflanzen wertschätzend begegne, ich mich mit ihnen allen verbunden fühle, wie ein Mitglied einer großen Familie aller Geschöpfe Gottes. Diese wertschätzende Begegnung kann ich immer und überall praktizieren, auch in der Natur.

Letztlich kann Gott bei mir ankommen, wenn ich bei mir bin, mich selbst wahrnehme und spüre, auch wenn es sich nicht immer gut anfühlt, sondern ich Schmerzen oder Verletzungen wahrnehme. Gott möchte bei uns ankommen, um uns zu heilen. Geben wir ihm eine Chance.

Markus Schütz, Pastoralreferent

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KATHOLISCHE KIRCHENGEMEINDE PFORZHEIM
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