Zur Verfügung stellen

Impuls  am 31.7.2020 von Pfarrer michael dederichs

„Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung“ gilt in der täglichen Korrespondenz als bürokratisch, überformell und veraltet. So heißt es handelsüblich:

„Rückfragen“ gibt es nicht, es gibt nur „Fragen“.

„Rückantworten“ gibt es übrigens erst recht nicht, denn eine Antwort geht schließlich immer zurück.

„Für Fragen“ würde heißen, dass Sie vom Empfänger Fragen hören möchten.

Ob Sie „gerne“ antworten oder nicht, dürfte den Empfänger nicht interessieren.

Bei Schreiben mit einer Ablehnung oder Absage würde das „gerne“ am Ende sogar ironisch wirken.

„Zur Verfügung stehen“ wird von vielen Zeitgenossen als eine unterwürfige Formulierung abgelehnt.

Ignatius von Loyola (1491 - 1556), der Heilige des Tages bemerkt: „Die meisten Menschen ahnen nicht, was Gott aus ihnen machen könnte, wenn sie sich ihm nur zur Verfügung stellen würden.“

Was Kirche in ihren Anfängen auszeichnet ist das freie, authentisch inspirierende Fragen und Antworten geben.

Was beeindruckt sind Menschen, die darauf vertrauen, in allen Dingen Gott finden zu können, sich als Person ganz zur Verfügung stellen.

Was Menschen überzeugt, ist dort für Gott zu wirken, wo es nötig ist, und auf die Weise, wie es am besten hilft.

Mag sein, dass Kirche der „reichen“ Welt diesseitig geworden ist, weil ihnen die gemeinsame Erfahrung fehlt, wie sie durch Karfreitag hindurch neu in Christus wächst. Für die Armen ist das Hoffen der einzige Besitz. Sie sehen, dass derjenige, an den sie ihre Frage richten, auch selbst leidet und ihnen vom Kreuz herab, aus der Mitte seines eigenen Leidens her, liebend antworten will.

Mein Name ist Michael Dederichs. Ich weiß mich beim Namen gerufen. Wer ist wie Gott? Ihm stelle ich mich zur Verfügung.

 

Download
Zur Verfügung stellen - aktuell 2.pdf
Adobe Acrobat Dokument 76.6 KB