ZUM EVANGELIUM VOM FREITAG 17.07.2020

Impuls von pfarrer michael dederichs

Das Matthäusevangelium berichtet von einem der Höhepunkte der Ablehnung Jesu durch die religiös Etablierten seiner Zeit. Das Ereignis, das die Schleusen öffnet, ist die Sabbatfrage. An diesem Sabbat geht Jesus mit seinen Jüngern durch die Saaten. Seine Jünger fingen an, Ähren zu pflücken und sie zu essen. Das Gesetz erlaubte es ihnen, sich im Feld des Nächsten zu bedienen, solange sie nicht mit einer Sichel mähten (5. Moses 23,25).

 

Die Gesetzestreuen, klagen an, dass durch das Verhalten der Jünger der Sabbat gebrochen worden sei. Jesus verneint dies. Die vorgeschobenen Gesetzesregeln, werden von ihm als Mogelpackung entlarvt. Glauben die reinen Gesetzesverfechter wirklich, dass man unter den Bedingungen ritualisierter Gesetzesfrömmigkeit Gottes Willen erfüllt? Wohl kaum – eigentlich geht hier jedoch um viel mehr. Es geht um den Anspruch den Jesus erhebt. Daran scheiden sich die Geister.

Soviel ist sicher: Die Verfechter des Sabbats von damals, machen mit Jesus später kurzen Prozess. Noch vor dem Sabbat, also bis Freitag, muss die Causa Jesu erledigt sein, so lautet ihr Credo. Sie ahnen nicht, dass jener Sabbat, damals „ein besonders hoher Festtag“ durch seine Erlösungstat zum Brückentag werden sollte. Dieser Brückentag führt hin zum ersten Tag der Woche, dem Sonntag, an dem ER den Tod bezwang, damit die, die IHM folgen, Leben haben, Leben in Fülle.

 

Michael Dederichs, röm. kath. Priester, Pforzheim

 

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