„Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe.“ (Mt 10,7)

Tagesimpuls (Do, 09.07.20) von Kaplan thomas striker

Mit diesen Worten beginnt das heutige Tagesevangelium. Jesus gibt den Jüngern eine Anweisung zur Mission. Und diese Anweisung gilt auch für uns heute. Im Grunde ist Mission ein Kerngeschäft von Kirche, das es immer wieder neu zu entdecken gilt. Es lässt sich zusammenfassen in den beiden Worten „gehen“ und „verkünden“. Darin spielt sich Mission ab.

 

Als Christen haben wir ständig unterwegs zu sein, also draußen in der Welt, im Alltag unseren Glauben zu leben und zu verkünden. Verkündigung des Glaubens geschieht letztlich nicht, ohne dass wir auf den Beinen sind und den Menschen das nahe bringen, was uns wichtig ist: die Botschaft Jesu. Sie will den Menschen Licht und Orientierung im Leben schenken. Und daher gilt es sie stets von neuem in die Welt hinauszutragen.

 

Christstein geschieht nicht drinnen, im stillen Kämmerlein! Die Worte Jesu rufen uns auf, hinauszugehen; aus unserem „Schneckenhaus“, in das wir uns oft gerne verkriechen, auszubrechen und unseren Glauben anderen nahe zu bringen und mit ihnen zu teilen. So geschieht Christsein draußen, bei den Menschen, die um uns herum sind.

Damit aber das „gehen“ und „verkünden“ gelingen kann, braucht es auch das „zusammenkommen“. Sendung in die Welt kann nicht geschehen ohne die Sammlung! Die Jünger waren eine Zeitlang mit Jesus zusammen, sie sind immer wieder bei ihm zusammengekommen, haben vieles von ihm gehört und gelernt. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, davon auch anderen Menschen weiterzuerzählen. Spätestens nach Jesu Auferstehung und Himmelfahrt setzte die Sendung der Jünger in die Welt ein. Was sie alles von Jesus wissen und erfahren haben, bezeugen sie dann den Menschen in aller Welt. Daher kommen auch wir regelmäßig zum Gottesdienst, besonders zur Feier der Eucharistie, zusammen. Wir versammeln uns um den Tisch Jesu, zu dem er uns einlädt, um uns von seinem Wort und vom Sakrament seiner liebenden Gegenwart zu stärken. Das ist unsere Kraftquelle, mit der wir dann nach draußen ziehen, um in unserem Alltag das zu leben, was wir in der Eucharistie feiern und geschenkt bekommen. Wie die Jünger, so versammeln wir uns beim Herrn, um uns dann von ihm senden zu lassen.

 

So wünsche ich uns, dass wir den Reichtum der Versammlung beim Herrn, also des gottesdienstlichen Feierns immer wieder erfahren, damit wir dann gut gerüstet sind für das „gehen“ und „verkünden“, also für die Sendung in die Welt.

 

Thomas Stricker, Kaplan

 

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