Berufen und gerufen

Impuls am Mittwoch, 24. Juni von anita ketterl

"Der Herr hat mich schon im Mutterleib berufen; als ich noch im Schoß meiner Mutter war, hat er meinen Namen genannt."

aus der Tageslesung aus Jesaja 49

In der Bibel finden wir viele Berufungsgeschichten, beispielsweise die von Jesaja, Mose oder Jona zum Propheten, Simon und Andreas zu Jüngern, Maria zur Gottesmutter. Diese Geschichten erwecken den Anschein, dass es immer um eine bestimmte Aufgabe oder ein kirchliches Amt geht, wenn Gott einen Menschen beruft - quasi eine Stellenbeschreibung. Berufen zu sein bedeutet aber mehr als nur einen Auftrag zugewiesen zu bekommen.


Berufen sind wir...

... weil Gott jede und jeden Einzelnen sieht und mit Namen kennt.
... weil jeder mit seiner Einzigartigkeit in der Schöpfung Gottes wichtig und unersetzbar ist.

... nicht als Mitglieder eines exklusiven Klubs.

... nicht nur zu Diensten und Berufen, sondern zu liebevollen Vätern, Töchtern, Patentanten, besten Freunden, Omas, Nachbarinnen, Tennispartnern, Cousinen, Ehepartnern, Vereinsmitgliedern, ehrlichen Findern, Blutspendern, und als Menschen, die völlig Fremden im Supermarkt mit Respekt und Verständnis begegnen.

... nicht nur zur Erfüllung von Pflichten, sondern zu einem erfüllten Leben.

Anita Ketterl