Überraschend ANDERS

Impuls am FreiTAG (12.06.2020) von Gemeindereferentin Margarete Hosbach


Mit Leidenschaft und Eifer hat der Prophet Elija für seinen Gott gekämpft. Alle seine Kräfte hat er aufgeboten, um das Volk daran zu hindern, von Gott abzufallen und sich anderen Göttern zuzuwenden. Nun ist er am Ende, er fühlt sich allein, verlassen von seinen Mitmenschen und sogar von Gott. Sein Tun erscheint ihm zwecklos und sinnlos. Eine depressive Welle erfasst ihn. Er mag nicht mehr. Er kann nicht mehr. Und er flieht weit weg bis zum Gottesberg Horeb.



Aus der Lesung von heute (1 Könige 19, 9a.11-16)

Dort ging er (Elija) in eine Höhle, um darin zu übernachten. Doch das Wort des HERRN erging an ihn: Komm heraus und stell dich auf den Berg vor den HERRN!

Da zog der HERR vorüber: Ein starker, heftiger Sturm, der die Berge zerriss und die Felsen zerbrach, ging dem HERRN voraus. Doch der HERR war nicht im Sturm. Nach dem Sturm kam ein Erdbeben. Doch der HERR war nicht im Erdbeben. Nach dem Beben kam ein Feuer. Doch der HERR war nicht im Feuer. Nach dem Feuer kam ein sanftes, leises Säuseln. Als Elija es hörte, hüllte er sein Gesicht in den Mantel, trat hinaus und stellte sich an den Eingang der Höhle. Da vernahm er eine Stimme, die ihm zurief: Was willst du hier, Elija? (...)

Gott ist anders als erwartet – überraschend anders. Elija hätte ihn erwartet im gewaltigen Erdbeben, im Feuer und im Sturm. Erfahren hat er ihn in im säuselnden Wind, sanft und leise.

Gott ist anders als erwartet – überraschend anders. Die Sterndeuter, die Weisen aus dem Morgenland dachten, sie würden den neugeborenen König, den Messias, im Palast finden. Aber sie landeten in einem armseligen Stall draußen auf den Feldern.

Und wir? Wir suchen Gott auch meistens da, wo er scheinbar hingehört, und wir erwarten ihn in Kapellen, Klöstern, Kirchen und Kathedralen. Nicht ausgeschlossen, ihn da zu finden. Keineswegs!

Aber Gott ist eben auch anders als erwartet – überraschend anders eben. Und so zeigt er sich eben an ganz ungewöhnlichen Orten, in verlassenen Gegenden, in der einfachsten Hütte, im einsamen Krankenzimmer, in überfüllten Flüchtlingslagern, in den Armenvierteln in Peru, in den Slums in Afrika, in den Fabrikhallen unserer Zeit, bei im Spiel versunkenen Kindern, an einem plätschernden Bach, in der Fußgängerzone, in uns selbst.

Denn er ist Jahwe – der ICH-BIN-DA.

Wir sollten einfach immer wieder Augen, Ohren, Herz öffnen und uns von Gottes Gegenwart überraschen lassen!