Salz der Erde-Licht der Welt! (Mt 5,13-16)

Tagesimpuls für Dienstag, 9.6. 2020.

Jesus verwendet diese beiden ausdrucks-starken Symbole, um uns zu zeigen, wozu wir als Christen in dieser Welt berufen sind. Er betont, dass wir schon Salz und Licht sind, denn durch die Taufe sind wir ja Jesus Christus einverleibt worden, der selbst das Licht der Welt ist und uns Leben in Fülle schenkt.

Aber sind wir wirklich wie Salz?

Sicher verwendet jeder von uns beim Kochen oder Essen Salz. Dabei kommt es auf die richtige Dosis an, damit die Speisen nicht fad, sondern gut gewürzt schmecken. Was das Salz für die Speisen ist, das sind wir Christen mit unserem ganzen Leben unabdingbar für die Botschaft Jesu in dieser Welt. Durch unseren gelebten Glauben, unsere Hingabe und Liebe zum Nächsten dürfen wir dazu beitragen, dass das Leben für unsere Mitmenschen Geschmack bekommt, d.h. erträglicher, schöner, ja sinnerfüllend wird.

Um die Welt im Geist Gottes zu verändern, ist es wichtig, sich nicht selbst in den Vorder-grund zu stellen, sondern sich bildlich gesprochen wie das Salz in der Suppe „aufzulösen“. Das meint, dass wir in unserem Leben und Handeln durchlässig für Christus werden sollen, damit die anderen durch unser Zeugnis selbst zum Leben in Fülle finden. Dafür braucht es Mut zur Wahrheit, Bereitschaft zum selbstlosen Dienst am Nächsten, Diskretion und Bescheidenheit, ja ein Leben aus den Gaben des Heiligen Geistes, die uns in Taufe und Firmung geschenkt worden sind.

 

Salz dient über das Würzen hinaus auch zur Reinigung und Bewahrung vor Fäulnis. Dort, wo wir als Jüngerinnen und Jünger Jesu unser Christsein im Alltag überzeugend leben, geschieht Reinigung in dem Sinn, dass Menschen sich für oder gegen Christus entscheiden müssen, wenn sie sich mit dem „Anders-Sein“ unseres Lebens, ja mit unserem „Anders-Handeln nach dem Beispiel Jesu“ auseinandersetzen müssen. Schließlich sollen die Menschen ja durch die guten Werke, die wir tun, denjenigen erkennen, dem der Lobpreis gehört, nämlich unseren Vater im Himmel.

Sind wir Licht für die Welt?

Durch die Verkündigung der Botschaft Christi in Wort und Tat können wir Sein Licht in die Dunkelheit dieses Lebens bringen. Doch was bedeutet es, Licht zu sein? Wie das Salz nur salzen kann, wenn es vergeht, sich auflöst, so muss sich auch das Licht – damals Öl, Kerze – verzehren, damit es leuchtet. Das bedeutet analog für uns Christen, dass wir uns ganz an Christus hingeben, ja aus Seiner Liebe leben sollen. Dann können auch wir wie das milde und wohltuende Licht einer Kerze den Menschen Wärme und Trost, Heilung und Zuversicht, ja sogar Orientierung schenken. Immer sollen wir dabei nach dem Vorbild Jesu leuchten, damit die anderen aus dem Licht Gottes in uns Hoffnung und Kraft schöpfen und zur Wahrheit finden können. Manchmal müssen wir vielleicht sogar wie ein Schein-werfer sein, der in unserer Gesellschaft mit seinem Strahl selbst in die dunklen Ecken leuchtet, um Missstände aufzudecken und die Wahrheit zum Vorschein zu bringen. Die Nach-folge Jesu, d.h. die Annahme des Evangeliums, muss sich in der Praxis im Glauben auswirken. Ohne Glauben ist Jüngerschaft fade und sogar zur Finsternis geworden. Wie Gottes-und Nächstenliebe eine Einheit bilden, so gehören zum Glauben auch die Werke. Ziel dieser Werke ist immer der Lobpreis Gottes durch die Menschen. Indem sie das Licht, Salz in uns erkennen, werden sie dazu eingeladen, den Vater im Himmel zu preisen. Daher gilt auch für uns, diese Herausforderung Jesu in unserem Leben zu verwirklichen, damit nicht nur wir, sondern auch die anderen durch unsere Mitwirkung zum Heil gelangen können.

Ihre Ilona Sgrò

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