Freundschaft - vernetzt

Impuls zum 05. Juni 2020

Was Freundschaften angeht, waren die letzten Wochen nicht gerade einfach. Und manche Freundschaft wurde vermutlich ganz schön auf die Probe gestellt oder zumindest auf Eis gelegt. Wenn Beziehungen und Freundschaften nicht gepflegt werden, drohen sie zu verkümmern – heißt es zumindest immer.

So richtig engen Kontakt halten konnten wir in der Coronakrise dank Telefon und sozialen Medien wenigstens zur Familie und einigen „Best Friends“. Und die andern, die etwas losen Freundeskreise in Vereinen, beim Sport, in unseren Gemeinden, die zwar nicht so persönlich, aber dennoch wichtig sind, weil sie das Leben auf ihre je eigene Art bereichern? Sind sie inzwischen vertrocknet, eingeschlafen? Aus, vorbei?


Viele leiden darunter, dass sie sich nicht wie gewohnt treffen können. Auch Menschen aus unseren Gemeinden sagen das immer wieder. Vor ein paar Tagen habe ich eine Sängerin aus dem Kirchenchor getroffen. Sie erzählte, wie sehr ihr die wöchentlichen Treffen und das gemeinsame Singen fehlten. Von der Mutter eines Ministranten hörte ich: Mein Sohn wünscht sich so arg wieder einen Mini-Treff. Die Kinder brauchen das Spielen mit Freunden dringend. Oder eine Frau nach dem letzten Sonntagsgottesdienst: Ich bin so froh, dass wir wieder miteinander feiern dürfen.

Solche Aussagen machen mir Mut für alle Gruppen und Kreise in unseren Gemeinden, zeigen sie doch: nicht nur ganz persönliche „Best Friend“-Freundschaften tragen, sondern auch losere Beziehungen, wenn es sich um eine innere Verbundenheit handelt, die in Jesus begründet ist, der uns im heutigen Tagesevangelium sagt: „IHR SEID MEINE FREUNDE“ (Joh 15,14). Er spricht mich in diesem Fall nicht als Einzelperson an, sondern nimmt mich auf in seine Gemeinschaft, in seinen Freundeskreis.

Und so habe ich es als echte Freude erlebt, bei den Gottesdiensten der letzten Wochen mehr und mehr vertraute Gesichter zu sehen. Oft kenne ich nicht einmal den Namen von den anderen, aber ich weiß: er/sie gehört mit mir zum Freundeskreis Jesu. Das verbindet.

Für heute nehme ich mir daher ein paar Minuten Zeit und stelle mir in Gedanken vor meinem geistigen Auge möglichst viele Menschen vor, die zu diesem Freundeskreis Jesu gehören: Minis, Kirchenbesucher*innen, Senioren, Kommunionkinder, Chöre, Frauenkreis, Perukreis, Familienkreise. Ich glaube, mir fallen da ganz schön viele Menschen ein. Mit allen will ich mich heute gedanklich vernetzen.

Haben Sie Lust das auch zu tun?
Vielleicht denken wir ja gleichzeitig aneinander!

In diesem Sinne einen gesegneten Tag

Margarete Hosbach, Gemeindereferentin

Die Grafik ist das Logo der Kath. Kirchengemeinde Pforzheim von U. Jungemann

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