Der Gott der Lebenden

Impuls am Mittwoch, 3. Juni von Anita Ketterl

Im Tagesevangelium (Mk 12,18-27) wird Jesus mit der Frage konfrontiert, ob es ein Leben nach dem Tod gibt. Er sagt:

"Er ist doch nicht ein Gott von Toten, sondern von  Lebenden."

Damit könnte er meinen: Gott will Leben und Lebendigkeit für seine Geschöpfe - Gott sucht die Beziehung zu uns und kann kein Interesse daran haben, dass der Tod uns ihm nimmt.

Die Hoffnung auf ein "ewiges Leben" bedeutet nicht unbedingt, dass das Leben einfach ewig weitergehen soll. Es geht vielleicht mehr darum, dass ein verstorbener Mensch nicht einfach ausgelöscht sein soll, sondern dass seine Identität, seine Lebensgeschichte, seine Einzigartigkeit bei Gott aufgehoben sind. Und noch mehr: Dass es durch Gott Trost, Versöhnung, Gerechtigkeit und zweite Chancen geben kann - gerade, wenn wir an Menschen wie George Floyd denken, die dem Leben ungerecht und brutal entrissen wurden.


Wir dürfen lernen Jesus zu vertrauen, der nach seinem Tod den Jüngerinnen und Jüngern erschienen ist. Wir dürfen aber auch unseren persönlichen Erfahrungen mit Trauer trauen: So natürlich der Tod zum Leben gehört, so unnatürlich und falsch fühlt es sich doch an, einen geliebten Menschen zu verlieren.

Hoffen wir also, auch für alle Menschen, die dem Rassismus zum Opfer fallen, auf den Gott der Lebenden - und geben wir uns alle Mühe Leben und Würde zu schützen.

 

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