Dankbar.

Impuls am Mittwoch 20. Mai

Einige Menschen haben es sich zur Angewohnheit gemacht, sowas wie ein "Dankbarkeitstagebuch" zu führen. Darin notieren sie täglich beispielsweise ein, drei oder beliebig viele Dinge, für die sie an diesem Tag Dankbarkeit empfinden. Vielleicht entwickelt man so ein geschärftes Bewusstsein für alles Gute, Schöne, Geschenkte, Überraschende, das man erlebt, beobachtet oder schafft. Auch im Gebet ist Dank ein zentrales Element: Ich erfahre, dass mein Leben und vieles darin von Gott und von anderen Menschen geschenkt ist, dass ich damit "gesegnet bin" - und das drücken wir im Gebet aus. Im Gebet und in der Beziehung zu Gott insgesamt haben neben dem Danken natürlich auch Fragen, Erzählen, Schweigen, Weinen, Klagen, Hören, ... ihren Platz. Vielleicht macht Ihnen die folgende Liste, wie mir beim Sammeln, auch Freude.


Meine Momente der Dankbarkeit aus der letzen Zeit

Der Geruch beim Öffnen einer frischen Packung Kaffee - bei Durst der erste Schluck Wasser - beim Einkaufen rücksichtsvolle Menschen treffen - im frisch bezogenen Bett schlafen - spüren, wie ein sonniger Tag die Laune hebt - etwas aussprechen, was mir schon lange auf dem Herzen liegt - von einem Kind ein Lächeln geschenkt bekommen - Hören, dass sich Freiwillige für das Wohl von Menschen in Geflüchtetencamps bemühen - die Zeit um den Sonnenuntergang, wo alles in goldenes Licht gehüllt ist - der Geruch von Sonnencreme, der mich an den Bodensee erinnert - einen Brief (keine Rechnung) bekommen - ein Eichhörnchen beobachten - ein altes Fotoalbum ansehen - gemeinsam an einen verstorbenen Menschen denken und Verbundenheit spüren - die Erfahrung: Am Morgen sieht alles schon wieder ganz anders aus - in die Welt eines Buches eintauchen - der Luxus eine Spülmaschine zu besitzen - die ersten Erdbeeren des Jahres - einen Nachbar Klavier spielen hören - im Wald einen Specht hören - einem freundlichen Hund begegnen - einen Regenbogen sehen - eine selbstgemachte Bolognese genießen - die Erfahrung: jemand fiebert mit mir mit und freut sich für mich - etwas Vermisstes erleichtert wieder finden - Spazierengehen - nach dem Sport angenehm erschöpft und ausgepowert sein - eine mit bunter Kreide verzierte Straße - mit einer alten Freundin telefonieren - zum ersten Mal im Jahr ohne Jacke aus dem Haus gehen - beim Einkaufen alles bekommen, was auf der Liste stand - sehen, wie eine Wunde wie von selbst heilt - wenn eine Sorge sich als unbegründet herausstellt - Bäume blühen sehen - eine selbstgenähte Maske geschenkt bekommen - herzhaft zusammen lachen - erfahren, dass mir jemand verzeiht - ein Kreuzworträtsel komplett lösen

Anita Ketterl, Pastoralassistentin

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