„Meinen Frieden gebe ich Euch“

Impuls für Dienstag, 12. Mai 2020

In den Abschiedsreden Jesu steckt u.a. diese so ermutigende Zusage, die uns gerade in der aktuellen Situation weltweit neue Hoffnung und neuen Mut schenken kann.

Doch was können wir unter dem Frieden Christi eigentlich verstehen?

Sicher kann hier nicht der irdische Friede gemeint sein, da es bis an das Ende der Welt Gewalt, Krieg und Terror geben wird. Vielmehr ist der Friede Christi als Ausdruck des endgültigen Heils zu verstehen, das uns Jesu durch die Erlösung am Kreuz schon verdient hat. Mit Jesu Kommen ist uns Menschen daher schon jetzt dieses umfassende Heil (hebräisch Schalom) angeboten, auch wenn es nach dem äußeren Schein nicht so aussehen mag.


Wenn ich mich in Gottes Hand geborgen weiß, aus der mich niemand entreißen kann, wenn ich fest darauf vertraue, dass ER letztlich alles in der Hand hat, dann kann ich einen tiefen inneren Frieden spüren. Egal, was kommt, ich weiß: „Denen, die Gott lieben, gereicht alles zum Guten.“ (vgl. Röm 8,28). Bei Paulus ist der Friede Christi eine „Frucht des Geistes“ (vgl. Gal 5,22) und manifestiert zusammen mit der Gerechtigkeit und der Freude das Reich Gottes (vgl. Röm 14,17), das mit dem Kommen Jesu ebenfalls schon angebrochen ist. Solange wir in dieser Spanne von der ersten bis zur zweiten Wiederkunft Christi leben, haben wir also keinen Grund, zu verzagen, denn wenn wir an Jesu Wort festhalten und danach leben, wird der Friede als Gabe des Herrn wirksam.

Ein unvergessliches Zeugnis für diesen tiefen inneren Frieden Christi, den man selbst in Krankheit und Leid erfahren kann, bleibt für mich das gelebte Vorbild unseres geliebten Pfarrers und Dekans Bernhard Ihle. Das Gottesloblied Nr. 435 „Herr, ich bin dein Eigentum, dein ist ja mein Leben“, das er immer wieder im Krankenhaus gesungen hat, um in den schmerzvollen Stunden nicht zu verzagen, drückt für mich diese Geborgenheit und Zuversicht aus, die uns allen geschenkt wird, wenn wir uns wie er in Gottes Liebe und Gnade geborgen wissen. Er hat es mir wie ein Testament hinterlassen und so lade ich auch Sie ein, es einfach mal zu singen oder den Liedtext in dankbarer Erinnerung an ihn zu betrachten. Schöpfen auch wir daraus Trost und Zuversicht und vertrauen wir wie er in allen Lebenslagen, dass Jesus uns seinen Frieden gibt!

Ilona Sgró, Gemeindereferentin

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12. Mai, Meinen Frieden gebe ich Euch -
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Herr, ich bin dein Eigentum

1) Herr, ich bin dein Eigentum, dein ist ja mein Leben.

Mir zum Heil und Dir zum Ruhm hast du mir‘s gegeben.

Väterlich führst du mich auf des Lebens Wegen meinem Ziel entgegen.




2) Deine Treue wanket nicht, du wirst mein Gedenken,

wirst mein Herz in deinem Licht durch die Zeit hin lenken.

So weiß ich, du hast mich in die Hand geschrieben, ewig mich zu lieben.