Zum 9. Mai 2020

Johannes 14,7-14

Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Schon jetzt kennt ihr ihn und habt ihn gesehen. Philippus sagte zu ihm: Herr, zeig uns den Vater; das genügt uns.

Jesus sagte zu ihm: Schon so lange bin ich bei euch und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Wie kannst du sagen: Zeig uns den Vater? Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch sage, habe ich nicht aus mir selbst. Der Vater, der in mir bleibt, vollbringt seine Werke.

Glaubt mir doch, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist; wenn nicht, dann glaubt aufgrund eben dieser Werke! Amen, amen, ich sage euch: Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen und er wird noch größere als diese vollbringen, denn ich gehe zum Vater. Alles, um was ihr in meinem Namen bitten werdet, werde ich tun, damit der Vater im Sohn verherrlicht wird. Wenn ihr mich um etwas in meinem Namen bitten werdet, werde ich es tun.


Damals, vor Corona: Religionsunterricht, 1. Klasse, Freitag, kurz vor Schulschluss. Es wird gemalt. Die Lehrerin geht durch die Reihen und schaut. „Und was malst du, Sofie?“ „Den lieben Gott“, antwortet die Sechsjährige. „Du weißt aber, dass Gott noch nie jemand gesehen hat“, gibt die Lehrerin zu bedenken. Darauf Sofie: „In einer Minute schon.“

So einfach geht das heute. Wie Gott aussieht, dass man ihn ihm zeigen möge, das wollte schon Philippus im heutigen Tagesevangelium. Und er spricht nur aus, was viele wünschten und dachten. Eine harte Nuss, dieses ewige Gottsuchen. Früher wie heute. Fast möchte man Philippus Gedanken beschreiben: „Du redest und redest, Jesus. Weg, Wahrheit, Leben und so weiter und so fort. Ich versteh‘s nicht.

Zeig ihn uns, lass ihn uns sehen und dann ist es genug. Mit deinem Blabla kapieren wir nichts.“ Und die sechsjährige Sofie in Jesus ist irgendwie genervt: „Schon so lange bin ich bei euch, und du hast mich nicht erkannt Philippus. Schau doch mal hin. Ich bin im Vater und der Vater ist in mir.“ Das ist einfach.

 

Bild: Sofie malt Gott und zeigt uns das Bild. Bald.

 

Für heute:

Ich möchte glauben können, Gott sehen, die Welt und das Leben verstehen, Sinn erfahren und befreit und froh sein. - Das ist schwer.

An diesem Tag werde ich daher nur das allereinfachste machen. Ich schau mal hin.

Tobias Gfell