Gott sei Dank: Frieden!

Impuls zum 8. Mai 2020 – 75 Jahre nach Ende des 2. Weltkriegs

Rein zufällig zappte ich am Dienstag in eine Sendung des ZDF mit dem Titel: „Deutschland von oben 1945“ (in der Mediathek noch abrufbar). In einer der ersten Szenen war im Überflug Pforzheim vor der Zerstörung mit der wunderschönen evangelischen Stadtkirche am Zusammenfluss von Enz und Nagold, sowie das frühere Rathaus zu erkennen, dann in etwa gleicher Perspektive die ausgebombte Stadt. Ganz ähnliche Bilder und Perspektiven von anderen Städten. Unfassbar, welche zerstörerische, todbringende Macht dieser 2. Weltkrieg hatte.

Wie wohl Menschen in dieser Zeit überhaupt wieder Mut fassen konnten, um aufzustehen und weiterzumachen? Es war sicher zum einen der reine Überlebenswille, zum anderen aber auch der Halt, den sie im Glauben gefunden haben. In der Dokumentation waren Menschen zu sehen, die auf den Ruinen ihrer Kirchen Gottesdienst feierten, oder die alles daran setzten, ihr so vertrautes und geliebtes Gotteshaus so schnell wie möglich wieder aufzubauen.

In diesen beeindruckenden Bildern hat mich der feste Glauben der so geschundenen Menschen an Gott, der ein Gott der Hoffnung, des Lebens und des Friedens ist, berührt.

Und daran möchte ich heute, 75 Jahre nach Ende des 2. Weltkriegs denken: voller Dankbarkeit, dass wir hier bei uns seit dieser Zeit in Frieden leben dürfen. Gleichzeitig voller Sorge und Schmerz, weil Krieg und Terror nach wie vor das Leben so vieler Menschen auf der ganzen Welt zerstören. Und auch im Bewusstsein, dass Friede immer auch gefährdeter Friede ist, wenn die Interessen Einzelner oder einzelner Staaten vor das Gemeinwohl gestellt werden. In dieser Hinsicht ist es mir in den letzten Wochen der Corona-Krise oft mulmig geworden.

Frieden – und das seit 75 Jahren: Gott sei Dank! Geschenk und Auftrag zugleich!

 

So bete ich immer wieder gern mit dem alten bekannten Gebet aus Frankreich:

 

 

Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
dass ich liebe, wo man hasst;

dass ich verzeihe, wo man beleidigt;

dass ich verbinde, wo Streit ist;

dass ich die Wahrheit sage, wo Irrtum ist;

dass ich Glauben bringe, wo Zweifel droht;

dass ich Hoffnung wecke, wo Verzweiflung quält;

dass ich Licht entzünde, wo Finsternis regiert;

dass ich Freude bringe, wo der Kummer wohnt.

Herr, lass mich trachten,

nicht, dass ich getröstet werde, sondern dass ich tröste;

nicht, dass ich verstanden werde, sondern dass ich verstehe;

nicht, dass ich geliebt werde, sondern dass ich liebe.

Denn wer sich hingibt, der empfängt;

wer sich selbst vergisst, der findet;

wer verzeiht, dem wird verziehen;

und wer stirbt, der erwacht zum ewigen Leben.



 

Der Gott des Friedens segne uns alle!

Margarete Hosbach, Gemeindereferentin

 

 

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