Eine chassidische Geschichte

Impuls / Dienstag, 21. April 2020

Ein Armer kam zur Tür eines Rabbis und bat um etwas Geld. Weil dieser aber gerade kein Geld zu Hause hatte, schenkte er dem Bettler einen Ring. Kurz darauf erfuhr die Frau des Rabbis davon und überschüttete ihn mit Vorwürfen: „Wie kannst du nur ein so kostbares Schmuckstück einem unbekannten Bettler schenken?“

Als der Rabbi das vernommen hatte, ließ er den armen Mann zurückrufen und sagte ihm: „Höre, ich habe gerade erfahren, dass der Ring, den ich dir gegeben habe, sehr wertvoll ist. Achte also bitte darauf, dass du ihn nicht zu billig verkaufst!“

Die Coronakrise verändert sehr viel. Auch unsere Wertvorstellung: Plötzlich ist Klopapier so wertvoll, dass damit schon Wucher betrieben wird.

Genauso merken wir wie kostbar es ist, sich mit anderen Menschen zu treffen. Miteinander arbeiten, feiern, bilden, oder unsere Meinung kundtun.

In diesen Zeiten überlege ich mir:

Was ist mir wertvoll?
Und was davon kann ich weiterschenken?
Was muss ich dafür investieren?
Vieles geht in diesen Zeiten nicht wie gewohnt. Also muss ich neue „Wege“ finden.

Das Gute in Corona Zeiten? Unsere Werte verändern sich und wir schätzen vieles neu und anders, was wir bisher als selbstverständlich gehalten haben. Achten wir darauf, dass wir das, was wir für wertvoll erachten auch schätzen, und nicht alles als „normal“ betrachten, sondern es „teuer verkaufen“, dann wird unser Leben sehr reich und bunt.

Ich wünsche Ihnen eine gute Zeit und viel Kraft und Phantasie.

Barbara Ulmer

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Eine chassidische Geschichte
Barbara Ulmer
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