„Es ist der Herr!“

Wir feiern an Ostern, dass der Gott-Mensch Jesus Christus von den Toten auferstanden ist. Jesus stirbt nicht mehr, Er lebt nun ewig und ist immer bei uns! Das bedeutet, dass nicht nur die Apostel, Jünger und noch viele andere damals, sondern auch wir heute dem Auferstandenen begegnen können.

Im Tagesevangelium wird die dritte Erscheinung des Auferstandenen am See von Tiberias beschrieben. Jesus offenbart sich Petrus, Johannes und einigen weiteren Jüngern mitten in ihrem alten Alltagsgeschehen, da sie das Fischerhandwerk in Galiläa wieder aufgenommen haben. Dorthin wollte Jesus ihnen ja vorausgehen. Nach einer erfolglosen Nacht, in der sie keine Fische gefangen hatten, stand Jesus am Morgen am Ufer. Doch sie erkannten Ihn zunächst nicht. Aber warum eigentlich?

 

Wie kann man den Auferstandenen denn erkennen?

 

Offensichtlich erschien Jesus immer auf andere Weise: Maria Magdalena erkannte Ihn erst, als Jesus sie beim Namen rief, die Emmausjünger erkannten Ihn erst, als Er das Brot brach und hier ist es Johannes, der Jesus erst erkennt, nachdem sie auf Jesu Geheiß das Netz auf der rechten Seite des Bootes ausgeworfen hatten und nun das Netz voller Fische war.

Wir sehen: nur der Liebende erkennt, sieht also tiefer! Von Johannes können wir lernen, Jesus mit den „Augen des Herzens“, der Liebe, zu erkennen.

 

Der Auferstandene zeigt sich uns heute vielleicht nicht mehr so unmittelbar wie damals. Er spricht aber noch heute zu uns und offenbart sich uns vor allem in den sogenannten „Zweitursachen“ wie z. B. durch die äußeren Umstände, durch Ereignisse, durch die Medien, aber auch durch Menschen.

In den letzten Wochen hat mich der Bericht eines ursprünglich atheistischen Arztes aus der Lombardei tief berührt. Er sah Hunderte von Covid-19-Patienten sterben. Doch durch das Lebenszeugnis eines alten Priesters, der selbst schwer an Corona erkrankt war und trotzdem noch sterbenden Mitpatienten aus seiner Bibel vorlas, ihnen die Hände hielt und sie tröstete, fand er zum Glauben an Gott zurück! Denn dieser Priester schenkte ihm Trost, inneren Frieden und Hoffnung und lies ihn so die Gegenwart Gottes erfahren.

 

„Es ist der Herr!“ – kann uns also auch deutlich werden, wenn wir die gegenseitige Hilfe und Solidarität so vieler in dieser schweren Zeit der Pandemie weltweit erfahren. Zahllose Ärzte, Krankenschwester und -pfleger, Priester, Ordensleute,… haben im selbstlosen Einsatz für den Nächsten sogar ihr Leben hingegeben und die Liebe Christi, die stärker als der Tod ist, dadurch bewusst oder unbewusst bezeugt. Aber auch überall, wo Menschen die Werke der Barmherzigkeit leben, leuchtet Christus auf.

 

Erkennen auch wir im Alltag, wo der Herr uns begegnet?

 

Ilona Sgrò, Gemeindereferentin

 

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Impuls 17.04.2020
Ilona Sgrò
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