Vortragsreihe zu theologischen Themen im Gemeindezentrum von St. Antonius (06.-27.08.2019)

Vikar Daniel Johann, der als Sommervertretung mehrere Monate hindurch in der katholischen Kirchengemeinde Pforzheim wirkte, bot an den Dienstagabenden im August eine Vortragsreihe zu theologischen Themen an, mit der Intention den suchenden Menschen im Vertrauen auf die Offenbarung und die menschliche Vernunft den Geheimnissen Gottes näherzubringen. Gläubige und Ungläubige, Zweifelnde und Suchende waren deshalb gleichermaßen eingeladen. Jeder Abend war eigenständig und konnte unabhängig von den anderen besucht werden. Neben den Vorträgen war jeweils viel Raum für Nachfragen und zur Diskussion. Während der erste Abend von gut 50 Menschen besucht war, steigerte sich aufgrund von Mundpropaganda die Teilnehmerzahl von Abend zu Abend, so dass am Abschlussabend etwa 100 Personen in den Gemeindesaal gekommen waren.

Unter der Überschrift „Über den Nutzen von Drachen“ beschäftigten sich Referent und Teilnehmer am ersten Abend damit, wie eine Antwort aussehen kann auf die vielfach gestellten Fragen: „Wenn es einen allmächtigen, allwissenden und allguten Gott gibt, warum ist dann die Welt voller Leid und Bösem?“

„Wozu brauchen wir die Kirche?“: Am zweiten Abend sprach man über das Wesen und die Schönheit der Kirche, darüber, was es bedeutet, Gott in Gemeinschaft anstatt als Einzelne anzubeten, sowie über die Rolle, die die Kirche notwendig in der Heilsgeschichte zu spielen hat.

„Von Zöllnern & Dirnen“: Am dritten Abend ging es um mächtige Bilder von ersten Steinen und Augensplittern, mit denen uns Jesus lehrt, nicht zu richten, damit auch wir nicht gerichtet werden. Und dennoch, ist das Richten und Urteilen nicht Sinn und Grundlage jeder Ethik und Moraltheologie? Führt ein Fehlen von moralischen Urteilen nicht zu einer seichten Toleranz, zu einer Barmherzigkeit ohne Gerechtigkeit, und letztlich zum Gespenst des moralischen Relativismus?

„Vom Leben nach dem Tod“ war der letzte Abend überschrieben.

Aus dem Glauben heraus wissen wir, dass der Tod nicht das Ende ist. Doch was genau erwartet uns danach? Was bedeutet die Auferstehung der Toten? Was ist der Himmel, was die Hölle, und kann ein guter Gott letztere wirklich zulassen? Was bedeutet Ewigkeit, und was ist das Fegefeuer, und wohin genau ist Jesus dem Glaubensbekenntnis nach eigentlich nach seinem Tod hinabgestiegen? Diesen und weiteren Fragen ging Vikar Daniel Johann mit großer Leidenschaft nach und stellte sich den Fragen und Anmerkungen der gespannt lauschenden Besucher. Anhaltender Beifall war Dank an den Referenten, dass man an den Abenden im August Theologie vom Feinsten hatte erleben dürfen und man bedauerte zugleich, dass die Vortragsreihe unwiederbringlich zu Ende war.

Text und Bilder: Karl-Heinz Renner