Serenadenkonzert im ‚Pfarrgarten von St. Antonius’ - Eine musikalische Reise zur Nacht (13.07.2019)

Karl-Heinz Renner, Sprecher des Gemeindeteams, begrüßte die Gäste, die zum 9. Serenadenkonzert im Pfarrgarten zugunsten bedürftiger Pforzheimerinnen und Pforzheimer gekommen waren - unter ihnen auch in diesem Jahr Pfarrer Thomas Müller von der Gemeinde an der Christuskirche. Alexandra-Tatjana Baur und Andreas Renner führten in bewährter Weise durch das anspruchsvolle Programm. Ganz nebenbei erzählten sie den Besucherinnen und Besuchern Interessantes über die Komponisten und ihre Werke.

Die ‚musikalischen Reise zur Nacht’ wurde in diesem Jahr von Sophie Grün als Violinistin - begleitet von Antonia Baur am E-Piano – mit dem Concerto Opus 3 N3. 3 von Antonio Vivaldi (1678-1741) eröffnet. Sophie hatte mit diesem Stück bereits beim Regional- und beim Landeswettbewerb von ‚Jugend musiziert’ gewonnen. Leider gibt es in ihrer Altersgruppe noch keinen Wettbewerb auf Bundesebene; das Publikum jedenfalls war einfach begeistert!

Bei den klassischen Liedern hatten die Künstler fast ausschließlich Werke solcher Komponisten ausgesucht, die heutzutage in Vergessenheit geraten sind. Beatrice Fuhr-Herz (Sopran), die ‚Erfinderin’ der Serenadenkonzerte zugunsten Bedürftiger in unserer Stadt, sang zunächst ‚Le Baiser’ von Franz Xaver Mozart (1791-1844), einem der Söhne Wolfgang Amadeus Mozarts. In bewährter Weise wurde sie dabei von Stefan Baur am E-Piano begleitet. Es folgte die ‚Abendstunde’ von Carl Gottfried Loewe (1796-1869), der rund 500 Lieder, 17 Oratorien und sechs Opern geschrieben hatte. Nun war Johann Abraham Sixt (1757-1797), der aus Birkenfeld-Gräfenhausen stammt, mit dem Lied ‚An das Klavier’ an der Reihe, bevor Thomas Ruland (Bariton) das ‚Ständchen’ von Franz Schubert (1797-1828) sang. Das Programm bot auch in diesem Jahr wieder eine bunte Mischung, Beatrice Fuhr-Herz brachte nun ‚Lebe wohl’ von Norbert Burgmüller (1810-1836) zu Gehör Auch Maria Schmalz mit ihrer Violine bereicherte erneut den Konzertabend; mit ihr gemeinsam musizierte am E-Piano Adrian Herz. Die beiden hatten für das Konzert ‚La dispute’ von Yann Thiersen (*1970) vorbereitet. Traditionell kommt bei den Konzerten auch das Thema Oper nicht zu kurz: Beatrice Fuhr-Herz glänzte nun mit der Arie ‚Lass mich mit Tränen’ aus dem ‚Messias’ von Georg Friedrich Händel (1685-1759), bevor sie den ersten Teil des Abends mit ‚Über Nacht’ von Julius Sturm, einem Pfarrer aus Thüringen, vertont von Hugo Wolf (1860-1903) beendete.

In der Pause boten Mitglieder der Radfahrer-Gruppe zugunsten der Arbeit von Monsignore Karl Binder in Brasilien gegen eine Spende diverse Getränke an; dabei kamen 205,30 € zusammen.

Weil es anfing zu regnen, wurde der zweite Teil der ‚musikalischen Reise’ in die Kirche verlegt. Er begann ganz langsam und gemächlich mit einem der schönsten und bekanntesten Stücke der romantischen Orchestermusik, mit dem Stück ‚Solveigs Lied’ aus der Peer Gynt Suite Nr. 2 von Edvard Grieg (1843-1907). Mikey Stevens, der seit Jahren regelmäßig dabei ist, sang mit seiner erfrischenden Art das Lied ‚Fernando’, das 1976 von der Gruppe Abba komponiert wurde. Am E-Piano begleitete Beatrice Fuhr-Herz seine Lieder. Deren schöne Sopranstimme war im Anschluss mit ‚Think of me’ aus dem Musical ‚Phantom der Oper’ von Andrew Lloyd Webber erneut zu hören. Etwas ganz Besonderes war das Duett ‚Schenkt man sich Rosen in Tirol’ aus der Operette ‚Der Vogelhändler’ von Carl Zeller (1842-1898) – vorgetragen von Beatrice Fuhr-Herz und Thomas Ruland.

Noch einmal kam Beatrice Fuhr-Herz mit der Titelmusik zum Film ‚Dr. Schiwago’ von Maurice Jarre (1924-2009), und gleich im Anschluss brachte Mikey Stevens das Lied ‚Guantanamera’, das dem Komponisten José Fernández Diaz (1908-1979) zugeschrieben wird, seine Ursprünge aber schon in der kolumbianischen Volksmusik hat.

Mit ‚O Sole Mio’ von Eduardo di Capua (1865-1917) beendete Frau Fuhr-Herz das Programm. Lang anhaltender Beifall – vor und nach der Zugabe durch Mikey Stevens – und das Mitsingen bzw. Mitsummen des einen oder anderen Liedes waren Dank für diesen wieder sehr erfolgreichen Serenadenabend. In seinem Schlusswort dankte Karl-Heinz Renner den Mitwirkenden, Jürgen Herz, der, wie gewohnt, für die Technik verantwortlich war und dabei von Raffael Pfohl unterstützt wurde, der Radfahrer-Gruppe, den Moderatoren und Stefan Baur, der die Moderations-Texte geschrieben hatte, und dem Publikum, das mit 357,60 € das Anliegen des Abends unterstützte.

Text und Foto: Karl-Heinz Renner