Zehntägige Studien- und Pilgerreise mit dem pastoralen Raum Pforzheim-West nach Israel und Palästina (30.07.2018 - 08.08.2018)

Gemeinsam mit ihrem früheren Pfarrer Dr. Johannes Mette – jetzt Dekan in Lahr – als Reiseleiter machten sich 40 Frauen und Männer zu einer zehntägigen Studien- und Pilgerreise nach Israel und Palästina auf den Weg. Am Flughafen von Tel Aviv, wurden wir durch den deutsch sprechenden Reiseführer Victor, einen palästinensischen Christen mit israelischem Pass, in Empfang genommen, der uns auf der Reise begleitete und mit uns in den Unterkünften am See Genezareth, in Jericho und in Jerusalem wohnte.

Wir waren eine sehr harmonische, disziplinierte und aufmerksame Gruppe, wie uns Victor immer wieder bescheinigte. Wahrscheinlich lag das daran, dass jeder Tag mit dem von Teilnehmerinnen vorbereiteten Morgenlob begann und wir täglich die heilige Messe feierten, in der Pfarrer Mette jeweils einen kurzen, dem Ort entsprechenden Predigtimpuls gab, in der Gabriele Pfohl auf ihrer Querflöte die Lieder begleitete und Eduard Fritsche auf seiner Querflöte Solostücke spielte. Die Lesung und die Fürbitten wurden von Teilenehmer/innen im Wechsel vorgetragen, und an allen Zielpunkten hörten wir die passenden Stellen aus der ‚Heiligen Schrift’. In der St. Annakirche am Teich Bethesda zeigte Beatrice Fuhr-Herz mit dem von ihr sehr einfühlend gesungenen ‚Ave Maria’ welch großartige Akustik diese Kirche hat.

Ziele unserer Reise waren Wirkungsstätten Jesu: der Berg der Seligpreisungen, von wo aus man einen unvergesslichen Blick über den See Genezareth hat, die direkt am See gelegene Primatskirche („Mensa Domini“), Tabgha mit der Brotvermehrungskirche, Kapernaum mit seinen Ausgrabungen und eine Fahrt mit dem Boot auf dem See Genezareth. Gegrillter Petrusfisch durfte da auf dem Speiseplan nicht fehlen.

Magdala hat seine Bedeutung als Geburtsort von Maria Magdalena, die wohl bedeutendste Jüngerin Jesu, vor wenigen Jahren von Papst Franziskus zur Apostolin erhoben. Die dortigen Ausgrabungen förderten mitten in der Synagoge einen großen Quaderstein mit der Abbildung der Menorah (siebenarmiger Leuchter) zu Tage. Auch Kana in Galiläa, wo Jesus bei einer Hochzeit Wasser in Wein verwandelt hatte, wurde angesteuert. Großraumtaxis fuhren uns auf den Berg Tabor, wo wir die Verklärungsbasilika besuchten. Auf den Berg der Versuchung bei Jericho brachte uns eine Seilbahn, wo das an einer steilen Felswand errichtete griechisch-orthodoxe Kloster Quarantal unser Ziel war. Eine Fahrt entlang des Toten Meeres führte zur Taufstelle Jesu ‚Qasr el Yahud’ am Jordan.

Die Fahrt hinauf auf den Golan ermöglichte den Blick über das syrische Dorf Kuneitra hinweg weit nach Syrien hinein. Nach der Besichtigung von Banias, das antike Caesarea Philippi, wo einer der Jordanzuflüsse entspringt, führte ein Spaziergang durch die üppig grüne Natur bis zum beeindruckenden Wasserfall. Ein Rundgang durch Akko, eine ehemalige Hafenstadt der Kreuzritter führte zur unterirdischen Kreuzritterstadt, zur türkischen Säulenkarawanserei und schließlich zur Hafenanlage der Stadt.

Die Auffahrt mit der Seilbahn zur Masada eröffnete einen unvergesslichen Ausblick in die Umgebung und zum Toten Meer. Die Anlage erzählt vom jüdischen Freiheitswillen, als sich fast 1000 Menschen vor dem Ansturm der Römer im Jahr 74 selbst töteten. Eine kleine Wanderung in En Gedi, einer wasserreichen Oase in der Wüste Negev führte zum Wasserfall im Nahal David. Mit einem Bad im Toten Meer musste noch getestet werden, ob man tatsächlich im Wasser liegend eine Zeitung lesen kann. Man kann!

Weitere ganz zentrale Orte für uns Christen waren ebenfalls Besuchsziele: die Verkündigungsbasilika und die griechisch-orthodoxe Gabrielskirche mit der Brunnenkapelle in Nazareth, En Kerem mit dem Johanneskloster, der Geburtsgrotte des Johannes, dem Lobgesang des Zacharias (Benedictus) und der Kirche der Heimsuchung mit dem Magnifikat.

Von Jericho, das 400 m unter dem Meeresspiegel liegt, fährt man mehr als 1200 Höhenmeter hinauf in die mehr als 800 m über dem Meeresspiegel gelegene Stadt Jerusalem. Vom Ölberg aus erreicht man die Kapelle ‚Dominus Flevit’, den Garten Gethsemane mit seinen uralten Olivenbäumen und die ‚Kirche der Nationen’ sowie am Fuß des Ölbergs im Kidrontal die griechisch-orthodoxe Kirche der Himmelfahrt Marias. Durch das Stephans- oder Löwentor kommt man in die Altstadt und folgt der ‚Via Dolorosa’ bis in die Grabeskirche oder wie die Tradition der Ostkirchen sagt: ‚Auferstehungskirche’. Dabei wird man unwillkürlich an die Sätze aus dem großen Glaubensbekenntnis erinnert: „Er wurde für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus, hat gelitten und ist begraben worden; ist am dritten Tage auferstanden nach der Schrift und aufgefahren in den Himmel.“

Der Tempelberg mit dem Felsendom und der Al-Aksa-Moschee, sowie die Klagemauer sind Zeugnisse dreier Weltreligionen: des Judentums, des Christentums und des Islam. Ein Spaziergang durch das jüdische und armenische Viertel führt zum Zionsberg, wo das Coenaculum der Franziskaner, aber auch der Abendmahlssaal (Coenaculum) und das Davids-Grab besucht werden. Ganz in der Nähe steht die Dormitio-Abtei deutscher Benediktiner auf dem Zionsberg, wo der Entschlafung und Himmelfahrt Marias gedacht wird. Die ‚Vater unser Kirche’ und die Himmelfahrtskapelle auf dem Ölberg oder Yad Vashem waren weitere fakultative Besuchsziele.

Die Hirtenfelder bei Bethlehem mit ihren Ausgrabungen und Bethlehem selbst mit der Geburtskirche und der Katharinenkirche fehlten selbstverständlich nicht auf dem Programm: „Für uns Menschen und zu unserem Heil ist er vom Himmel gekommen, hat Fleisch angenommen durch den Heiligen Geist von der Jungfrau Maria und ist Mensch geworden.“

Zufrieden, froh und dankbar für das Erlebte kehrten wir nach Pforzheim-West zurück.

Text und Fotos: Karl-Heinz Renner