Erzbischof Stephan Burger hat Diakon Philipp Ostertag zum Priester geweiht (13.05.2018)

Erzbischof Stephan Burger hat am 7. Sonntag der Osterzeit im Freiburger Münster acht junge Männer zu Priestern geweiht - unter ihnen Georg Henn, der im Jahr 2012 für einige Monate als Praktikant in Pforzheim-West war (auf dem Gruppenfoto rechts vor dem Erzbischof) und Philipp Ostertag, der seit April 2016 - zunächst als Praktikant und von Christi Himmelfahrt 2017 an als Diakon - angeleitet von Pfarrer Dr. Johannes Mette - in St. Antonius und St. Bernhard mit Heilige Familie in der Seelsorge arbeitete. Auch die Diakonenweihe in Walldürn empfing er aus der Hand von Erzbischof Stephan Burger. Seit Januar 2018 bereitete er sich gemeinsam mit den anderen Kandidaten in Freiburg auf die Priesterweihe vor.

In einem feierlichen Gottesdienst wurden die Weihekandidaten zunächst vorgestellt und aufgerufen. Sie traten einzeln vor den Bischof und sagten „ich bin bereit“. So bekundeten sie vor der Gemeinde ihre Bereitschaft zur Übernahme des Priesteramtes. Der Bischof vergewisserte sich durch Nachfrage außerdem, ob die Kandidaten für würdig befunden werden und ob auch das Volk die Weihe wünscht.

In seiner Predigt scheute sich Erzbischof Burger nicht, die aktuellen Konflikte und Probleme in Kirche, Gesellschaft und Politik anzusprechen: „So vieles, was in der Vergangenheit in der Kirche aufgebaut, gepflegt und bewahrt wurde, scheint uns urplötzlich zwischen den Fingern zu zerrinnen. Die Länder Europas verfolgen zunehmend wieder ihre Eigeninteressen und auch weltpolitisch scheint immer mehr ins Wanken zu geraten.“ Vor diesem Hintergrund würdigte er die Entscheidung der Neupriester, sich von Christus in Dienst nehmen und sich von ihm senden zu lassen: „Jesus sprach: Wie Du mich in die Welt gesandt hast, so habe auch ich sie in die Welt gesandt. Wer sein Leben unter das Geheimnis des Kreuzes stellt, weiß, dass in diesem Zeichen uns das Heil geschenkt ist, dass sich in diesem Zeichen die unüberwindliche Liebe Gottes geoffenbart hat, eine Liebe, die eben nicht vernichtet werden kann und die nicht zugrunde geht!“

Er forderte die Kandidaten auf, mit dieser Liebe, die Gott zu den Menschen hat und die sie weiterschenken dürfen, nicht zu geizen. „Schenken Sie diese Liebe vorbehaltlos und großzügig weiter, denn das, was Sie heute empfangen, ist nicht für den Eigennutz bestimmt, sondern zur Weitergabe.“

Nach der Herabrufung des Heiligen Geistes bat die versammelte Gemeinde in der Allerheiligen-Litanei die Heiligen um Beistand für die Kandidaten. Dabei legten sich diese ausgestreckt mit dem Gesicht zum Boden vor den Altar. Diese Handlung zeigt, dass der Kandidat sich ganz in Gottes Hände gibt.

Die Diakone versprachen dem Bischof und seinen Nachfolgern Ehrfurcht und Gehorsam.

Schließlich vollzog der Erzbischof durch Handauflegung auf das Haupt der Kandidaten die eigentliche Weihe. Nach ihm legten alle anwesenden Priester den Kandidaten ebenfalls in Stille die Hände auf. Unter ihnen waren Pfarrer Dr. Johannes Mette, Pfarrer Michael Dederichs und Pfarrer Klaus Bundschuh. Erzbischof Stephan sprach das Weihegebet und salbte die Hände der Männer mit Chrisam. Die Neupriester wurden mit dem Messgewand bekleidet – Philipp Ostertag von Pfarrer Mette. Dann überreichte der Erzbischof ihnen die Gaben des Volkes, Brot in der Hostienschale und Wein im Kelch als Zeichen für ihren Auftrag, die Eucharistie zu feiern.

Schließlich besiegelte der Bischof die Weihehandlung jeweils mit einer abschließenden Umarmung als Friedensgruß. Nach dem Weiheritus feierten die Neugeweihten als Konzelebranten mit dem Bischof die Messe am Altar.

Nach dem feierlichen Auszug vom Münster zum Collegium Borromaeum gab es dort zu Ehren jedes Neupriesters einen Empfang für die Familie, die Heimatgemeinde, die Praktikums- und Diakonatsgemeinden und die Freunde. In diesem Rahmen überreichten die Sprecher der Gemeindeteams von Heilige Familie und St. Antonius, Martina Peter und Karl-Heinz Renner, ein Madonnenbild als Geschenk von Pforzheim-West.

Text: Karl-Heinz Renner

Fotos: Annette Markowis, Martina und Ralf Peter, Karl-Heinz Renner