Pforzheim-West verabschiedet Pfarrer Dr. Johannes Mette (07.01.2018)

Beim feierlichen Einzug in die vollbesetzte St. Antoniuskirche folgten den Ministranten aus St. Antonius, St. Bernhard und Heilige Familie, Keltern die beiden Diakone Clemens Graffy (ständiger Diakon) und Philipp Ostertag (Diakon in Pforzheim-West auf dem Weg zur Priesterweihe) und die Priester, die mit Pfarrer Dr. Johannes Mette bei diesem festlichen Gottesdienst konzelebrierten: Pfarrer Bernhard Ihle (Leiter der Kirchengemeinde Pforzheim), Pfarrer Klaus Bundschuh (Vorgänger von Pfarrer Mette), Pfarrer Joachim Grunwald (früher Pfarrer von St. Elisabeth), Pfarrer Michael Dederichs (Kooperator in Pforzheim-West), Abbé Gaston Bindélé (häufig Ferienvertretung in Pforzheim-West) und Pater Rocky (Italienische Mission). Sie wurden bereits von den Mädchen und Buben aus den Kindergärten St. Elisabeth und St. Theresia und von der Kinderkirche mit ihren Erzieherinnen und Katechetinnen auf den Stufen zum Chorraum erwartet, wo sie für Pfarrer Mette das Lied sangen: „Einfach Spitze, dass du dar warst“.

Nach der Begrüßung und der liturgischen Eröffnung des Gottesdienstes besprengte der Hauptzelebrant aus Anlass des Festes der Taufe des Herrn die Gemeinde mit Weihwasser, während sie das Lied sang: „Ich bin getauft und Gott geweiht“. Die Lesungen vom Festtag, den Antwortgesang, die Halleluja-Rufe und die Fürbitten, in denen für Pfarrer Mette und seine neue Kirchengemeinde in Lahr, aber auch für die Menschen in Pforzheim und für die Verstorbenen gebetet wurde, trugen Lektorinnen und Lektoren und eine Kantorin aus den Gemeinden von Pforzheim-West vor. Neben dem Kirchenchor unter Leitung von Carl Burger, der mit den Liedern „Lobt den Herrn der Welt“ (nach H. Purcell's „Trumpet voluntary“) und „Aller Augen warten auf dich“ (Heinrich Schütz) zu hören war, gestalteten weitere Gruppen den Gottesdienst mit: „Cantus firmus“ mit „Ein Licht in dir geborgen“ und „Salz sein, Licht sein, Christ sein“, sowie die Sopran-Solistinnen Beatrice Fuhr-Herz und Karin Schott mit dem „Ave Maria-Duett“ ( Saents – Saints). Die Orgel wurde im Wechsel von Bernhard Kaburek und Petrit Hamiti gespielt.

In seiner Predigt erinnerte Pfarrer Mette an die Schatzkiste des Glaubens, aus der er vier Gedanken entfaltete: „Geht und macht alle zu meinen Jüngern“ – Von diesem Satz Jesu ausgehend verwies er auf die Sendung aller Gläubigen. „Jesus ging am Sabbat in die Synagoge“ – Die Christen kommen in der Eucharistiefeier am Sonntag nicht mehr aus Pflichtgefühl zusammen, sondern weil da für sie Heimat ist. „Jesus ging hinauf nach Jerusalem“ – Wenn Menschen sich gemeinsam auf den Weg machen in Wallfahrten und in Tagesfahrten, entsteht Gemeinschaft und es entwickeln sich Freundschaften. „Jesus sah – bei der Taufe durch Johannes - den Geist wie eine Taube auf sich herab kommen“ – So viele Gaben des Heiliges Geistes sind auf jeden von uns in Taufe und Firmung herabgekommen, die es in den Gemeinden zu nutzen gilt. Die Kirche hat Zukunft, entwickelt sich wieder biblischer, wird kleiner, aber kraftvoller.

Am Ende des Gottesdienstes überreichten die Sprecher der Gemeindeteams Markus Clemens, Martina Peter und Karl-Heinz Renner zur Erinnerung eine Armbanduhr, auf deren Gehäuseboden neben „Pforzheim-West“ das Datum der Investitur (01.02.2009) und das Datum des Abschieds (07.01.2018) eingraviert sind und ein Geldgeschenk in Höhe von 760,00 Euro für die Aufgaben des „Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem“. Bis zum Ende der Begegnung im Pfarrsaal wuchs die Summe sogar auf 1.365,50 Euro an. Der Ritterorden unterstützt vor allem Einrichtungen des lateinischen Patriarchats von Jerusalem vom Kindergarten, über die Schule bis zum Pflegeheim. Dieser Spendenzweck wurde deshalb ausgesucht, weil Pfarrer Mette sich für die Mitgliedschaft im Orden entschieden hatte, im Bewusstsein des bedeutenden Engagements der Grabesritter zu Jerusalem.

Danach dankte Pfarrer Mette in sehr persönlichen Worten allen, die den Gottesdienst mitgestaltet und mitgefeiert hatten und allen für das gute Miteinander, denen er in seiner Zeit in Pforzheim – ob haupt- oder ehrenamtlich - begegnet war. Bevor man zur Begegnung in den Pfarrsaal wechselte, gab es zum Abschied noch ein Gruppenfoto mit den Ministranten.

Im Gemeindezentrum ging es eng zu, weil sehr viele Kirchenbesucher/innen die Einladung angenommen hatten. Fleißige Hände hatten ein tolles „Finger Food Buffet“ vorbereitet und aufgebaut, und verschiedene Getränke waren bereit gestellt. Nach einer ersten Stärkung begrüßte Karl-Heinz Renner die Gäste. Stellvertretend nannte er als Vertreter der Kirchen das Pfarrerehepaar Nicola und Hartmut Friedrich von der evangelischen Matthäusgemeinde im Arlinger, Pfarrer Thomas Müller und seine Frau von der Gemeinde an der Christuskirche, Pfarrer Günther Wacker aus Ellmendingen und den Leiter der Kirchengemeinde Pforzheim, Pfarrer und Dekan Bernhard Ihle sowie Isabel Odenthal, die Vorsitzende des Pfarrgemeindrates, als Vertreter des öffentlichen Lebens Rolf Constantin, den ersten gemeinderätlichen Vertreter von Oberbürgermeister Peter Boch, der aus dem Urlaub Grüße übermittelt hatte und Steffen Bochinger, den Bürgermeister von Keltern und natürlich den Herrn, für dessen Verabschiedung man zusammengekommen war, Pfarrer Dr. Johannes Mette.

Bevor Pfarrer Mette nach Pforzheim gekommen war, war er Sekretär mehrerer Bischöfe und wurde am 06. Februar 2009 - wenige Tage nach seiner Investitur - in Freiburg zum Doktor der Theologie promoviert. Seine Arbeit trug den Titel: „Heilung durch Gottesdienst? Ein liturgietheologischer Beitrag“.

In seinen Gemeinden hatte Johannes Mette neben der Seelsorge zahlreiche Aufgaben übernommen, als Kurat des Pfadfinderstammes Arnulf, als Präses für die Frauengemeinschaften, den Männerverein und den Kirchenchor. Darüber hinaus war er Mitglied des ökumenischen Westadtkonvents, Vorsitzender des Stiftungsrates der Kirchengemeinde sowie Ansprechpartner für die Diakone im Dekanat. Daneben ist er Ansprechpartner der Malteser und Mitglied der „Ökumene Kommission“ der Erzdiözese Freiburg.

Im Namen der Gemeinden Heilige Familie, St. Bernhard und St. Antonius sagte Karl-Heinz Renner einfach: Vielen Dank – ein herzliches „Vergelt’s Gott“ für den Dienst hier bei uns! Ein bekanntes Segensgebet aus dem 5. Jahrhundert von Sedulius Caelius gab er ihm mit auf den Weg nach Lahr.

An alle Mitglieder der drei Gemeinden appellierte er, den Weggang als Aufgabe zu begreifen, als Aufgabe, die Verantwortung, die jeder Gläubige, aufgrund von Taufe und Firmung in und für die Kirche hat, künftig noch stärker wahrzunehmen. Jetzt sei nämlich nicht die Zeit, sich frustriert abzuwenden und sich eine neue Gemeinde zu suchen, oder sich aus der Kirche ganz zu verabschieden – nein jetzt erst recht!

Ein buntes und vielfältiges Programm der unterschiedlichsten Gruppierungen schloss sich an: Beiträge der Erzieherinnen aus den Kindergärten, Beiträge der Pfadfinder, der Ministranten, der Frauengemeinschaft von St. Antonius, der Radfahrergruppe, des Gemeindeteams von St. Bernhard und der „Schutzengel Seraphina und Cerubine“ aus Dietlingen. Dazwischen gab es Geschenke und Grußworte von Pfarrerin Friedrich, Bürgermeister Bochinger und Pfarrer Wacker. Der künftige Pfarrer der Gemeinden, Bernhard Ihle, wünschte Johannes Mette Gottes Segen für seine schwierige Aufgabe in Lahr und bat die Gemeinde mit ihm den Weg weiter zu gehen. Bevor Pfarrer Mette Dankes- und Abschiedsworte sprach, beendete die Schola unter Leitung von Gerhard Grimm mit einem irischen Segenslied das Programm.

In einer langen Schlange warteten im Anschluss die Menschen geduldig, um sich persönlich zu verabschieden, um ihrem Pfarrer zu danken und ihm Gottes Segen für seine neue Aufgabe zu wünschen.

Text: Karl-Heinz Renner

Fotos: Helmut Jahn und Karl-Heinz Renner