Christen in Not – Was können wir tun? Podiumsveranstaltung in St. Antonius (09.12.2016)

Am Freitag, 9. Dezember, konnte Pfarrer Johannes Mette zahlreiche Teilnehmer zu einer Veranstaltung des Bildungswerks St. Antonius im Gemeindesaal begrüßen. Der Abend nahm die Not verfolgter Christen weltweit in den Blick.

Gunter Krichbaum, CDU-Bundestagsabgeordneter aus Pforzheim, skizzierte anhand ausgewählter Länder wie etwa Indiens, dass sich mitnichten alle Menschen einer freien Religionsausübung erfreuen können. Mit Blick auf die derzeitige Situation der Türkei verwies er deutlich darauf, dass ohne echte Religionsfreiheit eine EU weder denkbar noch „zu haben“ sei. Der Parlamentarier, auch Vorsitzender des Europa-Ausschusses im Bundestag, warb dafür, bedrängten Christen eine Stimme zu geben. Religionsfreiheit sei ein Ausdruck der Würde eines jeden Menschen und gelte schon deshalb „in alle Richtungen“. Von 1 Kor 12,26 her sei allen Christen ins Stammbuch geschrieben: Leidet ein Glied, dann leiden alle mit. Das müsse uns zu denken geben.
Berthold Pelster, Referent und Menschenrechtsexperte beim Hilfswerk „Kirche in Not“ in München, stellte sein Referat unter die Frage „Warum?“. Warum gibt es Verfolgungen? Oft seien nicht religiöse Faktoren, sondern Machtfragen bzw. ideologische Verblendungen dafür verantwortlich. China und Indien wurden als genuine Beispiele dafür genannt, dass sich Gewalt oder Repressalien gegenüber Christen nicht allein von Seiten islamischer Sphären ereigneten. Verfolgungen seien, so Pelster, auch wirtschaftlich lukrativ, weil sich durch Entführungen Lösegelder erpressen und dadurch Waffen finanzieren ließen. Radikalislamische Milizen wie die afrikanische „Boko Haram“ hätten als Ziel die völlige Auslöschung des Christentums.  
Marina Mikha, eine junge Irakerin, die seit 1 ¼ Jahren in Deutschland lebt, berichtete von der Lage der Christen in Region und Stadt Erbil. Dabei zeigte sie auf, dass auch in einer scheinbar sicheren Ecke des Irak die Benachteiligung und Bedrohung von Christen mit Händen zu greifen ist. Sie selbst, so sagte sie, habe dies von Kindesbeinen an bis hinein in die Universität, an der sie studiert hatte, erlebt. Nun sei sie dankbar, mit ihrer Familie in Deutschland sein zu dürfen, auch wenn das Warten  auf die Anerkennung und die damit verbundene Einschränkung und Unsicherheit Geduld kosteten.  
Mit einem abschließenden Appell der beiden Referenten an die Zuhörer endete ein interessanter Abend, der viele nachdenklich stimmte. Pfarrer Mette blieb der Dank an alle, die zu dieser vertieften Sicht auf bedrängte Glaubensgeschwister weltweit beigetragen haben.  
     
Text: Pfarrer Dr. Johannes Mette
Fotos: José Luis Beltran Ramos