Serenadenkonzert in "Pfarrer Mettes Garten" - Eine musikalische Reise zur Nacht (16. Juli 2016)

Pfarrer Dr. Johannes Mette begrüßte die Gäste, darunter Pfarrer Thomas Müller von der Gemeinde an der Christuskirche, die an diesem herrlichen Sommerabend zum 6. Serenadenkonzert zugunsten bedürftiger Pforzheimerinnen und Pforzheimer in den Pfarrgarten gekommen waren.

Alexandra-Tatjana Baur und Andreas Renner führten in bewährter Weise durch den Abend mit seinem anspruchsvollen Programm; ganz nebenbei gaben sie eine Fülle interessanter Informationen. Zur Eröffnung des Abends sang Beatrice Fuhr-Herz (Sopran) das Lied „Are you lonesome tonight” von Elvis Presley (1935-1977). Frau Fuhr-Herz ist die ‚Erfinderin’ der Serenadenkonzerte für Bedürftige in unserer Stadt. Bei dieser ‚musikalischen Reise zur Nacht’ war sie wieder mit einer Reihe von Liedern und Arien aus ihrem umfangreichen Repertoire zu hören, wobei sie von Stefan Baur am E-Piano begleitet wurde. Maria Schmalz spielte Violine.

 

Auf dem Programm stand eine bunte Mischung unterschiedlichster Lieder: vom depressiven Kunstlied bis zum Gute-Laune-Hit; so war wirklich für jeden Geschmack etwas dabei. Der Reigen begann mit dem wunderschönen Lied von Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847): „Auf Flügeln des Gesangs“. Es folgte die „Widmung“ von Robert Schumann (1810-1856). Das Lied ist eine Liebeserklärung, denn es eröffnet den Liederzyklus, den Schumann seiner Frau zur Hochzeit geschrieben hatte. Neu dabei war in diesem Jahr Eduard Fritsche, Musiklehrer an der Musikschule Pforzheim, der mit seiner Querflöte ein Stück vortrug, das von Antonín Dvořák (1849-1904) für Klavier geschrieben worden war: die „Humoreske“ in einer Fassung für Querflöte; dabei wurde er von seinem Sohn Simon Bauer am Piano begleitet. Das „Zauberlied“ vom deutsch-russischen Komponisten Erik Meyer-Helmund (1861-1932) und das Lied „Cäcilie“ von Richard Strauss (1864-1949), eine überschwängliche Liebeserklärung an – Cäcilie, folgten. Zur Abwechslung spielte nun Christopher Herz am E-Piano das Solostück „Nuvola Bianca“ (die weiße Wolke) des italienischen Komponisten Ludovico Einaudi (*1955). Nach diesem kurzen Ausflug in zeitgenössische Kompositionen kam wieder ein echter Klassiker: das Lied „In stiller Nacht“ von Johannes Brahms (1833-1897) nämlich, dessen Melodie erstmals in einem Gebetbuch von Friedrich Spee (1591-1635) aufgetaucht war. Mit der Vertonung eines Gedichtes von Joseph von Eichendorff (1788-1857), schuf Robert Schumann das ‚tieftraurige’ Lied: „Die Alten Bösen Lieder“, dessen Nachspiel mit fast schon überschwänglicher Stimmung endet. Nach diesem ‚harten Brocken’ entließ Frau Fuhr-Herz ihr Publikum mit „the little negro von Claude Debussy (1862-1918) ganz entspannt in die Pause, in der  - wie gewohnt - Mitglieder der Peru-Gruppe verschiedene Getränke anboten.

 

Nach der Pause sang Beatrice Fuhr-Herz einen der ganz großen Welthits „Strangers in the night als dessen richtiger Urheber heute Bernd Kaempfert (1923-1980) gilt. „An den Mond“ von Franz Schubert (1797-1828), „Träume“ von Richard Wagner (1813-1883) und das „Taiga-Lied“ von Rudi Bauer (*1932) wurden von den beiden Opernarien „In quelle Trine“ und „O mio babbino caro von Giacomo Puccini (1858-1924) abgelöst. Die Arie „Summertime“ aus der Oper „Porgy and Bess“ von George Gershwin (1898-1937) rundete das Opern-Programm ab. Zum Schluss kam noch ein Lied von Heinz Booth, das helfen sollte, die gute Laune mit nach Hause zu nehmen: „Santa Monica Blues”.

 

Mit lang anhaltendem Applaus wurde – vor und nach der Zugabe - den Ausführenden für diesen wieder sehr gelungenen Serenadenabend gedankt. Diesen Beifall nahm Pfarrer Mette auf, indem er sich sehr herzlich bei den Mitwirkenden, die zu Gunsten in Not geratener Menschen aus unserer Stadt musiziert hatten, bei Jürgen Herz, der, wie gewohnt, für die Technik verantwortlich war und bei den Zuhörerinnen und Zuhörern bedankte. Schließlich empfahl er die Körbchen an der Gartentür der Aufmerksamkeit der Besucherinnen und Besucher.

 

Fotos: Helmut Jahn

 

Text: Karl-Heinz Renner