Karfreitagsliturgie in St. Antonius (25. März 2016)

Nach der stillen Eröffnung und der Prostratio (lat. „Niederwerfen“) durch Pfarrer Dr. Johannes Mette hörte die Gemeinde im Wortgottesdienst die Lesungen aus dem Propheten Jesaja (Jes 52, 13 - 53, 12) über den ‚Knecht Gottes' und aus dem Brief an die Hebräer (Hebr 4, 14-16; 5, 7-9) über den ‚erhabenen Hohenpriester Jesus'. Den Abschluss bildete ‚das Leiden unseres Herrn Jesus Christus nach Johannes' (Joh 18, 1 - 19, 42). Strophen des Paul Gerhardt-Liedes ‚O Haupt voll Blut und Wunden' unterbrachen mehrfach die von zwei Lektoren und dem Priester vorgetragene Passion.

In seiner Ansprache ging Pfarrer Mette darauf ein, wie die Apostel am Karfreitag, mit Ausnahme des Lieblingsjüngers Johannes, das Weite gesucht hatten und nur Johannes mit Maria unter dem Kreuz stand, wie sich die Apostel aber trotzdem nach dem Tod und der Auferstehung des Herrn für sein Evangelium einsetzten. Dann übersetzte er das Geschilderte für uns und unsere Zeit.

In den ‚großen Fürbitten' beteten Priester und Gemeinde für die Kirche, für Papst Franziskus, für alle Stände der Kirche, für die Katechumenen (Taufbewerber), für die Einheit der Christen, für die Juden, für alle, die nicht an Christus und die nicht an Gott glauben, für die Regierenden und für alle Not leidenden Menschen. 

Es schloss sich die Kreuzverehrung an, bei der das Kreuz zunächst schrittweise enthüllt wurde: „Ecce lignum crucis, in quo salus mundi pependit“ (Seht das Holz des Kreuzes, an dem das Heil der Welt gehangen)! Danach verehrten Priester, Ministranten und Gläubige das vor dem Chorraum aufgerichtete Kreuz und schmückten es mit Blumen. 

Mit der Kommunionfeier, für die Pfarrer Mette die bereits am Gründonnerstagabend konsekrierten Hostien aus dem Tabernakel in der Krypta holte, fand die Liturgie ihren Abschluss. Zur Entlassung betete der Priester über die Gottesdienstgemeinde: „Herr unser Gott, reicher Segen komme herab auf dein Volk, das den Tod deines Sohnes gefeiert hat und die Auferstehung erwartet. Schenke ihm Verzeihung und Trost, Wachstum im Glauben und die ewige Erlösung. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn."

Wie schon am Palmsonntag gestaltete der Kirchenchor unter Leitung von Carl Burger auch die Karfreitagsliturgie mit. Dabei waren zu hören: „O Haupt ...“ von Paul Gerhardt/ Hans Leo Hassler, „Am Todestag des Erlösers“ von Friedrich Silcher und „Über den Sternen“ von Friedrich Ferdinand Flemming. 

Text und Fotos: Karl-Heinz Renner