Aufnahme der neuen Ministranten im Rahmen der Eucharistiefeier und Predigt durch Patriarch Gregorios III. Laham in St. Antonius (19. Juli 2015)

Nach dem Einzug der Ministranten, der Priester und des Patriarchen, begrüßte Pfarrer Dr. Johannes Mette ‚Seine Seligkeit Patriarch Gregorios III Laham’, den Patriarchen von Antiochien und dem Ganzen Orient, von Alexandrien und von Jerusalem, Oberhaupt der mit der römisch-katholischen Kirche unierten melkitischen griechisch-katholischen Kirche, der sich im Rahmen der Lazarustage seit Freitag in Pforzheim aufhält, und seine Begleitung, den Botschafter des Patriarchen beim Papst, P. Hadad Mtanious. In diesem Zusammenhang erwähnte Pfarrer Mette nicht nur, dass St. Antonius die zweitgrößte christliche Gemeinde der Stadt ist, sondern auch, dass die Gruppe der Ministranten die Herkunft der Gemeindemitglieder aus den verschiedensten Ländern der Welt widerspiegelt, unter ihnen auch Kinder aus dem Kriegsgebiet im ‚Nahen Osten’: ‚Weltkirche im Kleinen’.

In seiner Predigt ging Patriarch Gregorios III auf den Krieg in Syrien und im Irak ein, wo hunderte von Kirchen zerstört sind und von wo aus Hunderttausende in andere Länder geflohen sind. Er bedankte sich, dass Deutschland Flüchtlinge aus aller Welt aufnimmt, unter ihnen 40000 Menschen aus seiner Heimat Syrien. Er betonte aber auch, wie wichtig es sei, dass Christen in den Ländern bleiben, wo das Christentum entstanden ist: „So bleibt eine Spur von Jesus im Heiligen Land.“ Dabei erinnerte er an einen Ausspruch des heiligen Papstes Johannes Paul II, dass die Kirche mit zwei Lungenflügeln atme und dass sich die Einheit der Kirche in den Riten der Westkirche und denen der Ostkirche zeige. „Der Glaube des einen stärkt den Glauben des jeweils anderen!“ Dann zündete er eine Kerze an als Zeichen der Hoffnung für Frieden in Syrien, damit die Christen bleiben. Diese Kerze mit einem entsprechenden Text in arabischer Sprache schenkte er der St. Antoniusgemeinde.

An das Glaubensbekenntnis schloss sich die Aufnahmefeier der neuen Ministranten an. Fünf Buben „haben gezeigt, dass sie den Dienst am Altar zuverlässig und mit Freude verrichten und dass sie sich in unsere Gemeinschaft mit einbringen wollen“; sie wurden aufgerufen und stellten sich vor dem Altar auf. Pfarrer Mette überreichte die Plaketten, Fabio die Ausweise, Patrick die Heftchen und Aleksander Kissen mit einem Aufdruck der Kirche; währenddessen spielte Petrit ein meditatives Orgelstück. Auch Patriarch Gregorios klingte sich in die Zeremonie ein und überreichte jedem der neuen Ministranten eine Urkunde mit seinem Foto, aus der hervorgeht, dass er den Buben zu diesem ganz besonderen Tag seinen bischöflichen Segen erteilt.

Patriarch Gregorios wirkte auch bei der Kommunionspendung mit, und Pfarrer Mette bat ihn für unsere Gemeinde und die mitfeiernden Ritter und Damen des Lazarus-Ordens um den ‚Bischöflichen Segen’. Zum Schluss dankte Pfarrer Johannes Mette dem Patriarchen für sein Mitwirken im Gottesdienst und für die Predigt. Der Patriarch seinerseits lud zum Besuch in seine Heimat und forderte die Gottesdienstbesucher auf, schon jetzt für diesen Besuch zu sparen.

Die Kollekte war für den Bau des ‚Al Saher-Krankenhauses’ in Khabab, einer Stadt mit etwa 10000 Einwohnern und einem hohen christlichen Bevölkerungsanteil bestimmt. Diese Stadt liegt rund 60 Kilometer südlich der syrischen Hauptstadt Damaskus.

Nach der heilige Messe versammelten sich die Ministranten mit dem Patriarchen und den Priestern zum traditionellen Gruppenfoto auf den Altarstufen.


Text und Fotos: Karl-Heinz Renner