Pontifikalamt mit Patriarch Gregorios III. Laham in St. Antonius (18. Juli 2015)

Am Samstag feierte "Seine Seligkeit Patriarch Gregorios III Laham" die "Göttliche Liturgie unseres heiligen Vaters Johannes Chrysostomus", die – wie der Patriarch betonte – auf die Zeit der Apostel zurückgeht. Gregorios III wünschte den Mitfeiernden, „dass sie sich durch diese Liturgie verbunden fühlen mit den Brüdern und Schwestern aus dem Orient und dass sie durch diese Liturgie eine "Stunde des Himmels auf dieser Erde" in der St. Antonius-Kirche erleben dürfen. Neben den Angehörigen des Lazarusordens waren auch Gemeindemitglieder aus St. Antonius in der Kirche versammelt. Pfarrer Dr. Johannes Mette begrüßte den Patriarchen im Namen der Gemeinde.

Die Liturgie, in der neben dem Patriarchen zwei Priester, ein Diakon und ein Chor mitwirkten, begann mit der Gabenbereitung und verschiedenen symbolischen Handlungen. Dann folgte der Wortgottesdienst  mit Litaneien, mit der Prozession mit dem - vom Diakon - getragenen Evangelienbuch, der Lesung und dem Evangelium. In seiner Predigt ging Gregorios III auf den Krieg in Syrien und im Irak ein. Er bedankte sich mehrfach für die Hilfe aus Deutschland, sei es bei der Aufnahme von Flüchtlingen oder beim Bau seines ‚Al Saher-Krankenhauses’ in Khabab, einer Stadt mit etwa 10000 Einwohnern und einem hohen christlichen Bevölkerungsanteil. Die Stadt liegt rund 60 Kilometer südlich der syrischen Hauptstadt Damaskus. Er bezeichnete dieses Projekt als Zeichen der Präsenz des Christentums, dort wo es entstanden sei, wo der heilige Paulus mehrere Jahre gelebt habe und wo in der vergangenen Woche ein Priester entführt worden sei. Einer der Gründe für den Krieg sei das Misstrauen zwischen den Menschen, aber Versöhnung könne der Schlüssel zum friedlichen Zusammenleben von Muslimen, Christen und Jesiden sein. An die Fürbitten schloss sich die feierliche Prozession der Priester und des Diakons mit den Opfergaben an. Es folgten das Glaubensbekenntnis, das Eucharistische Hochgebet, das ‚Vater unser’, die unter den Gestalten von Brot und Wein ausgeteilte heilige Kommunion, der Dank und der Schlusssegen: ‚Der Segen des Herrn komme auf Euch herab kraft Seiner Gnade und Liebe zu uns Menschen, jetzt, allezeit und in alle Ewigkeit!’ mit dem Schlusslied ‚Nun danket alle Gott mit Herzen, Mund und Händen’ ging die Liturgie zu Ende. Eine Veranstaltung des Lazarusordens mit Neuaufnahme, Beförderungen und Ehrungen schloss sich an. In diesem Rahmen überreichte Patriarch Gregorius III einen Orden an die Präsidentin des Bayrischen Landtages, Barbara Stamm, und würdigte so ihr humanitäres Engagement und ihre Unterstützung der karitativen Arbeit des Lazarusordens.


Text und Fotos: Karl-Heinz Renner