„Mit Gott unterwegs“Gemeinsame Fronleichnamsfeier für alle Gemeinden im Bereich der "katholischen  Kirchengemeinde Pforzheim" in St. Bernhard, Pforzheim-Arlinge

Bei herrlichem Sommerwetter trafen sich mehrere hundert Menschen aus allen 10 Gemeinden der ‚katholischen Kirchengemeinde Pforzheim’ vor der Kirche im Arlinger, um gemeinsam Eucharistie zu feiern. Pfarrer Dr. Johannes Mette war Hauptzelebrant, Dekan Bernhard Ihle, Pfarrer Georg Lichtenberger, Pfarrer Michael Dederichs, Pfarrer Klaus Bundschuh, Pater Wieslaw Baniak SdC für die italienische Mission, Pater Vinko Kraljevi SDB für die kroatische Mission, Pater Victor Manuel Abrantes MSJ für die portugiesische Mission und Don Juan Fernández Blázquez für die spanische Mission konzelebrierten. Auch Pfarrer Isa Demir von der syrisch-orthodoxen Gemeinde, die sonntags regelmäßig in St. Bernhard zusammen kommt, war während der Eucharistiefeier anwesend. Musikalisch wurde der Gottesdienst von der Musikgruppe ‚Cantus Firmus’ gestaltet. Im Rahmen der Einführung brachten je eine Person aus jedem der vier pastoralen Räume der neuen Kirchengemeinde Pforzheim Wasser, das zuvor aus einem Fluss geschöpft worden war, zum Altar.

Der Buckenberg brachte Wasser aus der Würm, Dillweißenstein Wasser aus der Nagold, Pforzheim-West Wasser aus der Pfinz und die Innenstadt Wasser aus der Enz. Bevor das Wasser in ein großes Glasgefäß gegossen wurde, erklärten die Vertreter, welche Stadtteile beziehungsweise Orte der jeweilige pastorale Raum umfasst. Nach der Segnung des Wassers wurde die Gottesdienstgemeinde mit dem Wasser besprengt (Asperges). Durch diesen Ritus soll deutlich werden: ‚Wir kommen aus verschiedenen Stadtvierteln und Orten und bilden doch eine Kirchengemeinde. Das gesegnete Wasser, mit dem wir zur Erinnerung an die Taufe besprengt werden, steht für das Gemeinsame. Die eine Taufe ist ein starkes Band (auch ökumenisch).’


Pfarrer Mette entwickelte seine Ansprache vom Buchtitel der russischen Autorin Tatjana Goritschewa her: „Von Gott zu reden ist gefährlich“. Christen aus vielen Ländern können dies in unseren Tagen bestätigen, bekräftige er, und der Exeget Rudolf Pesch zeigte, dass es bereits für Jesus problematisch war, das ‚letzte Abendmahl’ zu organisieren. Wir feiern an Fronleichnam sein Vermächtnis mit Brot und Wein: ‚das ist mein Leib, das ist mein Blut’ – gleichsam der eine Lungenflügel und der zweite Lungenflügel: Es ist wichtig, aufzubrechen ‚mit Gott unterwegs’ zu sein. Unsere Wege kreuzen sich, beispielhaft genannt wurden der gemeinsame Pfarrgemeinderat, die lange Nacht der Kirchen und die Teilnahme evangelischer und syrisch-orthodoxer Christen an dieser Fronleichnamsfeier. Pfarrer Mette beendete die Ansprache mit dem abgeänderten Satz „Nicht von Gott zu reden, das ist gefährlich!“


Die Fürbitten für Papst Franziskus und Erzbischof Stephan, für die Menschen in Pforzheim und für die vielen Menschen weltweit, die um ihres Glaubens willen verfolgt werden, wurden von Mitgliedern verschiedener muttersprachlicher Gemeinden und Missionen vorgetragen; die Kollekte war für die Aufgaben von ‚Caritas International’ im ‚Nahen Osten’ und für die Erdbebenopfer in Nepal bestimmt. 


Nach dem Schlussgebet zog die Prozession mit dem Allerheiligsten, der konsekrierten Hostie in der Monstranz, zur ersten Station vor dem Theresienhaus. Frauen der Frauengemeinschaft St. Bernhard beteten unter dem Hoffnungszeichen ‚Mit meinem Gott überspringe ich Mauern’ (Ps 18,30b) um den Frieden. Vor dem eucharistischen Segen sang die Gemeinde: ‚...Jesus, du bist hier zugegen, wie der Glaube fest bekennt...’ Der zweite Abschnitt der Prozession führte unter Gesang und Gebet vor die Matthäuskirche, wo der Posaunenchor der evangelischen Gemeinde spielte und Frau Pfarrerin Nicola Friedrich ein Grußwort und über die alle Christen verbindende Taufe sprach. Zum Leitmotiv der Kirchengemeinde Pforzheim ‚Du gibst meinen Schritten weiten Raum’ (Ps 18, 37a) beteten Frauen um die Einheit der Christen. Bevor auch hier der eucharistische Segen gespendet wurde, sang die Gemeinde ‚Aus vielen Körnern ist ein Brot geworden, so führ auch uns, o Herr, aus allen Orten zu einer Kirche durch dein Wort zusammen in Jesu Namen.’ Beim Einzug in die St. Bernhard-Kirche spielte Petrit Hamiti, der auf dem Prozessionsweg als Kantor zu hören war, die Orgel. Die dritte Station ‚Ich bin immer da – Gott’ wurde mit dem Lied: ‚... Wundervolle Brotgestalten! Ganz ist er in euch enthalten, den die Welt nicht fassen kann...’ und einem entsprechenden Text – wiederum vorgetragen von einer Vertreterin der Frauengemeinschaft – eröffnet. Pfarrer Isa Demir von der syrisch-orthodoxen Gemeinde sang in aramäischer Sprache, der Sprache Jesu, und in deutscher Sprache Verse aus dem Johannes-Evangelium (Joh 6,48-56): ‚... Denn mein Fleisch ist wirklich eine Speise und mein Blut ist wirklich ein Trank. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir und ich bleibe in ihm.’ Nach dem ‚Tantum ergo’, der Oration und dem eucharistischen Segen sang die Gemeinde das ‚Tedeum’ – ‚Großer Gott wir loben dich...Sieh dein Volk in Gnaden an...Führe es durch diese Zeit, nimm es auf in Ewigkeit!’ Vor der Sendung am Ende des Gottesdienstes bedankte sich Pfarrer Mette bei allen, die diese Fronleichnamsfeier vorbereitet, gestaltet und mit gefeiert hatten und lud ein, noch zu bleiben, um auf dem Vorplatz das Fest weiter zu feiern, sich auszutauschen, bei der Hitze etwas zu trinken und den von der Feuerwehr gekochten Eintopf zu essen.


Text: Karl-Heinz Renner

Bilder: Stephan M. Rist und Karl-Heinz Renner