Emmausgang von St. Bernhard nach St. Antonius (12. April 2015)

Am Weißen Sonntag, 12. April 2015 haben sich 10 Mitglieder der Seelsorgeeinheit Pforzheim-West gemeinsam wie die Jünger damals von Jerusalem nach Emmaus auf den Weg von St. Bernhard im Arlinger nach St. Antonius gemacht und haben mit Liedern und Texten der Emmausgeschichte von damals nachgespürt.

Begleitet war unser Emmausgang vom Kreuz und der Osterkerze, da beide immer zusammengedacht werden müssen, das Kreuz primär als Symbol für den Tod, die Osterkerze hingegen als Symbol der Auferstehung.

Nach einer kurzen Station in der Kirche in St. Bernhard erhielt jeder der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowohl einen schwarzen als auch einen gelben Fußabdruck, um sich auf dem Weg zur nächsten Station Gedanken darüber zu machen, wo wir in unserem Leben dunkle bzw. helle Schritte auf unsere Mitmenschen zugegangen sind, wo wir unseren Mitmenschen Steine in den Weg gelegt bzw. ihnen neue Wege eröffnet haben. Außerdem erhielt jeder den Text „Spuren im Sand“, um zu erkennen, dass dort, wo nur zwei statt vier Fußspuren zu sehen sind, Gott uns Menschen in seiner allumfassenden Liebe trägt und uns keineswegs fern bleibt.

Die zweite Station, die sich mit der Trauer und der Enttäuschung der Emmaus-Jünger auseinandergesetzt hat, fand auf dem Brötzinger Friedhof statt, bei der das Zeichen des Kreuzes im Mittelpunkt stand.

Die dritte Station machte die Blindheit der Emmaus-Jünger deutlich. Wir haben gesehen, dass auch wir oft Situationen erleben, in denen wir wie mit Blindheit geschlagen sind und nicht offen für die Begegnung mit unseren Mitmenschen und mit Gott sind, der immer wieder den Schritt hin zu uns wagt.  Gott will uns in unseren Mitmenschen begegnen, aber wir erkennen ihn oft nicht und denken oft nur an unser eigenes Wohl. Um die Blindheit am eigenen Leib zu spüren, haben wir auf dem Weg zur nächsten Station uns gegenseitig im Wechsel ein Stück des Weges mit verschlossenen Augen geführt und dabei die Erfahrung gemacht, dass wir abhängig von dem waren, der uns geführt hat und ihm gegenüber ein großes Vertrauen entwickeln mussten.

Die vierte und letzte Station beschäftigte sich mit dem Erkennen Jesu am Brotbrechen. Wir haben erkannt, dass es wichtig ist, mit offenen Augen auf unsere Mitmenschen zuzugehen und ihre Nöte und Sorgen nicht zu übersehen und dass der selbstlose Einsatz für unsere Mitmenschen auch uns bereichert.

An der Kirche in St. Antonius angekommen, haben wir zum Abschluss unseres Wortgottesdienstes noch Fürbitten gesprochen und sind dann ab der Gabenbereitung in die Kirche eingezogen, um mit allen anderen Gottesdienstteilnehmerinnen und –teilnehmern gemeinsam die heilige Eucharistie zu feiern.

Unter unseren „Emmaus-Jüngern“ war auch ein Geschwisterpaar, das erst im November am Glaubenskurs von St. Antonius teilgenommen und neu zum Glauben gefunden hatte. Deshalb hat es die übrigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die bereits fest im Glauben verwurzelt sind, sehr beeindruckt, dass ausgerechnet einer der beiden die Osterkerze getragen hat.

Nach der Eucharistiefeier kam man im Gemeindesaal zu einem kleinen Imbiss zusammen, den fleißige Hände während des Emmausgangs vorbereitet hatten.


Fotos: Cornelia Heber und Rita Müller

Text: Tobias Eckert