Karfreitagsliturgie in St. Antonius (03. April 2015)

Nach der stillen Eröffnung und der Prostratio (lat. „Niederwerfen“) durch Pfarrer Michael Dederichs hörte die Gemeinde im Wortgottesdienst die Lesungen aus dem Propheten Jesaja (Jes 52, 13 - 53, 12) über den ‚Knecht Gottes' und aus dem Brief an die Hebräer (Hebr 4, 14-16; 5, 7-9) über den ‚erhabenen Hohenpriester Jesus'. Den Abschluss bildete ‚das Leiden unseres Herrn Jesus Christus nach Johannes' (Joh 18, 1 - 19, 42). Strophen des Paul Gerhardt-Liedes ‚O Haupt voll Blut und Wunden' unterbrachen mehrfach die von zwei Lektoren und dem Priester vorgetragene Passion. 

In Anlehnung an Mahatma Gandhi beschrieb und erläuterte Pfarrer Dederichs in seiner Ansprache die „sieben Todsünden der modernen Welt“: Politik ohne Prinzipien, Reichtum ohne Arbeit, Genuss ohne Gewissen, Wissen ohne Charakter, Geschäft ohne Moral, Wissenschaft ohne Menschlichkeit und Religion ohne Opferbereitschaft.

In den ‚großen Fürbitten' beteten Priester und Gemeinde für die Kirche, für Papst Franziskus, für alle Stände der Kirche, für die Katechumenen (Taufbewerber), für die Einheit der Christen, für die Juden, für alle, die nicht an Christus und nicht an Gott glauben, für die Regierenden und für alle Not leidenden Menschen. 

Es schloss sich die Kreuzverehrung an, bei der schrittweise das Kreuz enthüllt wurde: „Seht das Holz des Kreuzes, an dem das Heil der Welt gehangen!" Dann verehrten der Priester, die Ministranten und die Gläubigen das vor dem Chorraum aufgerichtete Kreuz und schmückten es mit Blumen. 

Mit der Kommunionfeier, für die Pfarrer Dederichs die bereits am Gründonnerstagabend konsekrierten Hostien aus dem Tabernakel in der Krypta holte, fand die Liturgie ihren Abschluss. Zur Entlassung betete der Priester über die Gemeinde: „Herr unser Gott, reicher Segen komme herab auf dein Volk, das den Tod deines Sohnes gefeiert hat und die Auferstehung erwartet. Schenke ihm Verzeihung und Trost, Wachstum im Glauben und die ewige Erlösung. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn."

Wie schon am Palmsonntag gestaltete der Kirchenchor unter Leitung von Carl Burger auch diesen Gottesdienst mit. Dabei war unter anderem zu hören: „Wenn Christus der Herr“ von Georg Friedrich Händel / Nikolaus Kaiser und „Lob, Preis und Dank sei Dir“ von Demetrius Bortniansky. 


Text und Fotos: Karl-Heinz Renner