Reimpredigt am 8. So.i.J. (Lj.A) – Fastnachtssonntag 2014; Mt 6,24-34  -  © Pfr. Dr. Johannes Mette, Pforzheim

Liebe Gemeinde,

 

die Jünger lauschen den Worten des Herrn.

Er erzählt ihnen viel und sie hören es gern.

Seine Rede auf der Höhe, Bergpredigt genannt,

die ist uns allen doch bestens bekannt!  

Essen, trinken, sich bekleiden

Kann man sicher nicht vermeiden.

Doch wer ständig daran denkt,

hat die Freude bald verschenkt.

 

Ein neues Denken, einfach und klar,

das empfiehlt der Herr Jesus der Zuhörerschar.

Für ein gesundes und glückliches Leben

braucht man nicht so viel Geld auszugeben!

Es gibt ein paar Regeln, einfach und schlicht,

mehr braucht es zum glücklich Sein nicht,

Schauen wir also der Reihe nach an,

wie Jesus uns dabei helfen kann:

 

Da gibt es die Lilien – königlich und elegant. 

Farbenfroh, wie in einem Festtagsgewand.

Salomo kann abschminken – im Vergleich,

die Natur ist an Schönheit absolut reich. 

Blumen müssen dafür selbst nichts tun,

sie dürfen blühen und können in sich ruhn.

Jeder Mensch kann davon lernen,

seine Sorgen weit entfernen.

 

Da gibt es die Vögel, eine riesige Schar:

die Amsel, die Drossel, den Fink und den Star

den Adler, den Uhu, die Meise, den Spatz

die Taube, den Habicht und den Piepmatz: 

die alle sammeln nur das, was nötig ist,

ohne Kühlschrank und ohne Haltbarkeitsfrist;

wir Menschen sehen daran: des Lebens Glück

liegt im einfachen Tun, Stück für Stück.

 

Was macht uns heute krank? Die Borreliose?

Grippaler Infekt – oder sonst eine Diagnose?

Sind Husten und Schnupfen das Hauptproblem?

Die trockene Haut oder ein kleines Ekzem?

Wo drückt denn heute besonders der Schuh?

Wo hat der moderne Mensch einfach nicht Ruh‘?

Ich nenn mal zwei Beispiele, die uns heut‘ oft plagen

Diese zu benennen, das will ich mal wagen!

 

Das ist erstens der Stress, der viele sehr drückt.

Der nimmt eher zu, ja das ist doch verrückt. 

Abitur in acht statt in neun Jahren machen:

Viele Schüler haben da nichts mehr zu lachen!

Und dann geht es weiter in die Arbeitswelt,

es wird schwer verdient, das liebe Geld.

Ich weiß von vielen Menschen in unsrer Pfarrei,

die ihr Brot hart erwerben durch Schufterei.

 

Zweitens: der Druck, erreichbar zu sein, Tag und Nacht,

stets zu wissen, was die Welt da draußen so macht,

In Bus oder Zug ist man von Smartphones umzingelt

Bei wem‘s wohl als nächstes zwitschert und klingelt?

Der Supergau ist das Funkloch auf der Schwarzwaldwiese.

Ich bin nicht mehr online – Hilfe, ich krieg die Krise!

Ohne Empfang, das ist ja Steinzeit pur,

Ich muss da schnell weg, aus der blöden Natur.

 

Die Worte Jesu helfen dagegen wie Medizin,

sie führen zu einem gesunden Leben hin.

Natürlich dürfen wir die moderne Technik benützen,

müssen aber vor Sucht und Isolation uns schützen.

Jesus hilft uns, den Schatz zu heben,

der da besteht in unserem Leben.  

Drei Hilfen aus dem Evangelium möcht‘ ich benennen:

Medizin Jesu gegen Druck, Stress, Ärger und Flennen.

 

Die erste Medizin ist die Liebe zum Nächsten.

Diese zählt in der Bibel bekanntlich am höchsten.

Das meint Jesus, wenn er sagt im Evangelium heut‘:

„Euch soll es gehen um Gottes Gerechtigkeit.“

Anderen helfen, mir Zeit für sie nehmen,

wer so handelt, der braucht sich nicht zu schämen!

die Nächstenliebe kann uns und andere heilen,

das verkünden uns heute die biblischen Zeilen.

 

Die zweite Medizin ist das Gottvertrauen,

auf Gottes Kraft, nicht auf eigne Leistung zu bauen. 

Bei Jesaja, dem Propheten, steht klipp und klar:

Gott vergisst uns nie, er sagt zu uns Ja!

Der Mensch darf deshalb Gott nicht vergessen,

nicht nur denken an Geld, Kleidung und Essen.

Gebet und Gottesdienst, besonders am Tag des Herrn:

So wächst Vertrauen, so haben wir Gott gern.

 

Heilsam ist noch ein drittes Medikament:

Das ist es, was Jesus unter den Nägeln brennt:

‚Sorgt euch nicht‘, so sagt er, ‚macht euch nicht Sorgen‘!

Lebt heute und jetzt und nicht schon morgen!

Jetzt ist die Zeit und jetzt ist die Stunde,

so lautet die gute und frohe Kunde. 

Nicht verpassten Chancen nachzutrauern,

nicht die Zukunft im Kopf sich zurecht zu mauern.

 

Nächstenliebe, Gottvertrauen und Leben im heute,

das ist die Medizin Gottes, ihr lieben Leute.

Gott ist die Nummer eins, ihm dienen ist wichtig. 

Andere Götter (Geld, Ruhm, Ehre) sind nichtig.

Manche Leute meinen: ‚Das hat ja noch Zeit!

An Gott denke ich dann in der Ewigkeit.‘

Doch der Himmel, der beginnt hier und jetzt.

Wer aus Gottes Kraft lebt, der wird nicht verletzt.

 

Drum richten wir unsere Antenne aus,

lassen Gottes Geist in unser Haus,

die Freude an Gott ist die Kraft des Lebens.

Wer die nicht hat, der müht sich vergebens.

Die Bibel möchte uns echte Freude lehren,

dass wir nicht das Geld, sondern Gott verehren.

Das alles sagt Jesus in Gottes Namen.

Nun schließe ich aber und sage euch: ‚Amen‘.

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