Gebetsvorschläge und Geistliche Impulse

Aufgrund der Einschränkungen durch die Corona-Epidemie, finden Sie hier Texte und Betrachtungen, mit denen Sie zuhause ins Gespräch mit Gott kommen können.


GRÜNDONNERSTAG

IMPULS ZUR TAGESLESUNG AM GRÜNDONNERSTAG IM LESEJAHR A II (9. APRIL 2020)

Ich habe euch ein Beispiel gegeben

„Gehört die Caritas eigentlich auch zur Katholischen Kirche?“ Diese Frage wurde mir neulich gestellt, als es in einem Gespräch darum ging, wie sehr Unternehmen und Institutionen durch die Corona-Krise eingeschränkt werden. Diese Frage, die ich im Übrigen schon öfters gehört habe, hat mich ziemlich betroffen gemacht. Im Nachdenken darüber ist mir bewusst geworden, dass die Antwort darauf im Mittelpunkt des Evangeliums vom Gründonnerstag steht.


Das mag manchen erstaunen, denn wir kennen den Gründonnerstag doch als den Tag, an dem die Messe vom letzten Abendmahl gefeiert wird. Es hat aber schon seinen Grund, dass seit alters her der Text des Evangeliums am Gründonnerstag aus dem Johannesevangelium genommen wird und nicht aus einem der Evangelien nach Matthäus, Markus oder Lukas. Anders als bei diesen synoptischen Evangelien wird bei Johannes das Mahl selbst nur in einem Nebensatz erwähnt; stattdessen wird die Fußwaschung in den Mittelpunkt der Schilderung des Abschieds Jesu von seinen Jüngern gestellt.

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30 Silberstücke

Impuls am Mittwoch, 8. April

„Judas Iskariot sagte: Was wollt ihr mir geben, wenn ich euch Jesus ausliefere? Und sie zahlten ihm dreißig Silberstücke.“

 

Das heutige Evangelium (Matthäus 26,15-24) hat mir klar gemacht: Die Passion Jesu Christi war nicht nur eine körperliche Sache: Der biblischen Überlieferung nach wurde er bespuckt, verspottet und von Judas für 30 Silberstücke verraten. Seine Würde wurde auf allen Ebenen "angetastet". 30 Silberstücke – 30 egal von welcher Währung – sind nichts im Vergleich zu einem Menschenleben!


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Freundschaftsikone

Impuls für Dienstag, 7. April 2020


Viele Jahre schon begleitet mich diese Ikone auf meinem Glaubensweg. Ich habe sie in Taize´ kennengelernt:

Christus und Abbas Menas

 

ist eine koptische Ikone des 8. Jahrhunderts n. Chr. aus Bawit (Mittelägypten). Sie zeigt Christus und einen frühen ägyptischen Heiligen namens Menas (die Namen sind oben in koptischen Buchstaben geschrieben). Menas kann aber stellvertretend für alle Glaubenden gesehen werden: die Ikone erzählt etwas von der Freundschaft, die Christus jedem anbietet, der sie annehmen will.


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Meiner Sehnsucht Ausdruck geben – ein moderner Psalm

Impuls für Montag, 6. April 2020

Viele Menschen beten in dieser Zeit zu Gott mit verschiedensten Anliegen, meistens sind es wohl Bitten, die wir Gott ans Herz legen. Auch das Lied „Da wohnt ein Sehnen tief in uns“ aus dem Gotteslob unter der Nummer 846 formuliert viele Bitten, aber der Kehrvers spricht von einem tiefen Vertrauen in Gott, warum die Beterin oder der Beter sich an Gott wenden.

Für mich ist der Text, der von Anne Quigley verfasst und von dem Frankfurter Pfarrer Eugen Eckert übersetzt wurde, ein moderner Psalm.
Im Vordergrund steht Gott, nach dem sich viele Menschen sehnen, weil sie mit ihm vertraut sind, weil sie immer zu ihm kommen können, mit allen Anliegen. Menschen sehnen sich danach, Gemeinschaft mit ihm zu haben, ihm nah zu sein.


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Ganz anders…

(Impuls zu Mt 21-1-11 zum Palmsonntag 05.04.2020)

Ganz anders als an anderer Stelle. Da kommt der Messias sonst ja schon mal auf den Wolken des Himmels daher. Mit Pauken und Trompeten. Mit Glanz und Gloria. Und jetzt? Auf einem Esel... Nichts gegen Esel. Aber das sind keine Schlachtrösser. Mit denen ist kein Staat zu machen und kein Krieg zu gewinnen. Esel taugen, wenn sie nicht gerade mal wieder störrisch sind, am besten als Lasttiere. Natürlich nicht für die feinen und teuren Güter. Feine Stoffe und Tücher, Gewürze und alles was sonst noch recht und teuer ist, das wird in langen Kamelkarawanen durch die Wüste transportiert. Esel nimmt man für das Gröbere. Zum Bauen vielleicht, oder für die Landwirtschaft, höchstens noch für den Oliventransport oder für die Arbeit im Weinberg.

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In zerbrechlichen Gefäßen

Besondere Zeiten und Ereignisse prägen sich bei uns in eindrücklichen Bildern ein. Zu den prägenden Bildern dieser von der Corona-Epidemie gezeichneten Zeit gehören die Fernsehbilder, wie Papst Franziskus am Freitag der vergangenen Woche den Segen „Urbi et Orbi“ auf dem leeren, nächtlichen Petersplatz spendet. Die Bilder rühren mich an. In ihnen drückt sich die ganze Machtlosigkeit aus, mit der wir der Pandemie gegenüber stehen, die Ohnmacht, mit der wir Christen vor dem diesjährigen Ostern ohne gemeinsame Festgottesdienste dastehen. Tief in meinem Bewusstsein verankerte Rituale und Traditionen geraten ins Wanken.

Ich habe vor Augen, wie wir früher in meinem Elternhaus jedes Ostern mittags im Wohnzimmer vor dem Fernseher zusammensaßen und die Bilder aus Rom sahen. Auf dem Petersplatz jubelte die Menschenmenge, der Papst grüßte in verschiedenen Sprachen und erteilte den Segen für Stadt und Weltkreis. Ein Bild, das meine katholische Identität stark geprägt hat. Ein machtvolles Bild. Wir alle - und auch ich - ein Teil einer großen weltumspannenden Gemeinschaft, in diesen Momenten war es erfahrbar. Am Freitag vor einer Woche war es ganz anders...

Der Lesungstext zum heutigen Tagesheiligen Isidor von Sevilla stammt aus dem 2. Korintherbrief des Apostel Paulus:

 

„Denn Gott, der sprach: Aus Finsternis soll Licht aufleuchten!, er ist in unseren Herzen aufgeleuchtet, damit wir erleuchtet werden zur Erkenntnis des göttlichen Glanzes auf dem Antlitz Christi. Diesen Schatz tragen wir in zerbrechlichen Gefäßen; so wird deutlich, dass das Übermaß der Kraft von Gott und nicht von uns kommt. (2 Kor 4, 6f)

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Bilder zum Festhalten

Wer bist Du für mich, Gott?

Bist du überhaupt da? Gerade jetzt in Zeiten der Unsicherheit, der Krise, in Zeiten, in denen der Boden wankt? Solche Zweifel und Fragen gehen wohl vielen von uns in diesen Tagen durch den Kopf. Ich bin froh, dass es da die starken Bilder aus der Bibel gibt, an denen ich mich festhalten kann. Und so ist der Psalm 18, der in den heutigen Tagestexten steht, für mich kein Zufall:

 

HERR, du mein Fels und meine Burg und mein Retter; mein Gott, mein Fels, bei dem ich mich berge, mein Schild und Horn meines Heils, meine Zuflucht.

 

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IMPULS ZUR TAGESLESUNG

AM DONNERSTAG DER FÜNFTEN WOCHE IN DER FASTENZEIT IM LESEJAHR A II

Der Bund Gottes mit seinem Volk einst und heute

Du aber halte meinen Bund, du und deine Nachkommen, Generation um Generation. Das ist die einzige Verpflichtung, die Abraham eingeht, indem er sich auf den Bund mit Gott einlässt. Gott verspricht ihm, dass er Stammvater einer Menge von Völkern werden wird, dass Könige von ihm abstammen werden und dass er ihm und seinen Nachkommen das ganze Land Kánaan zu eigen geben wird. Alles, was Abraham da- für tun soll, ist Gott als den einzigen Gott anzuerkennen, ihm zu vertrauen und seinen Willen zu tun. Abraham glaubte Gott und das wurde ihm als Gerechtigkeit angerech- net, so erklärt uns das der Apostel Paulus.

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Lesung des Tages: Numeri 21, 4-6

Die Israeliten brachen vom Berg Hor auf und schlugen die Richtung zum Roten Meer ein, um Edom zu umgehen.

Das Volk aber verlor auf dem Weg die Geduld,
es lehnte sich gegen Gott und gegen Mose auf und sagte: Warum habt ihr uns aus Ägypten heraufgeführt? Etwa damit wir in der Wüste sterben? Es gibt weder Brot noch Wasser und es ekelt uns vor dieser elenden Nahrung.

Ja, es reicht. Kein Toilettenpapier, keine Hefe, kein Mehl. Noch nicht einmal zum Gottesdienst dürfen wir uns treffen. Wann wird es wieder normal?

Mit den „Menschen um Moses“ können wir in diesen Tagen gut klagen. Die Israeliten vor 3000 Jahren, denen man die Freiheit versprochen hatte. Und nun das: nur Wüste, nur Manna. Diese Art von Freiheit wollten sie nicht. Lieber zurück in die Sklaverei, zu den vollen Fleischtöpfen. Völlig verständlich, dass sie sich beklagen. Wohin wird das noch führen? Was müssen sie noch alles ertragen?

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Das tut mir gut!

Als ich am letzten Mittwoch um 19.30 Uhr zur nun allgemeinen Abendgebetszeit in Pforzheim und anderswo dieses Lied mit meiner Frau zu Hause sang, hat es mich tief berührt.

Dieses Lied und sein Text drücken mir sehr viel Geborgenheit aus, nach der ich mich besonders in dieser Zeit sehne.

Wir sind behütet von Gott, egal was passiert. Gott weicht nicht von unserer Seite. Ich bin eingeladen, ihm zu vertrauen, mich ganz von ihm tragen zu lassen.

 

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Superstar ?

5. Fastensonntag

Jesus Christ Superstar! Der Sieger! Der Champion! Der Coolste der Coolen! Der Beste! Der Größte! – Ist es das was mir das Johannesevangelium gerade sagen möchte? … Jesus, der den schon halbaverwesten Lazarus aus dem Grab holt.Jesus, der Tote lebendig macht. Er macht das Unmögliche möglich. Wenn nichts mehr geht, geht bei ihm immer noch alles…. Wirklich der absolute Superstar, oder?

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Auf Corona, Herz und Nieren

„Öffnen Sie das Fenster bitte nur einen Spaltbreit.“ Die Gesundheitskarte wird durchgereicht, ein Merkblatt als Gegenleistung. Vermummt - man sieht kein Gesicht, wenn das Teststäbchen in den Rachen fährt. Die Stimme ist freundlich, die Worte kurz und klar. Und auf der Rückfahrt eine Reaktion auf den Coronatest: „Man fühlt sich gleich kränker“. Eine Art Bekenntnis - wie die erste Konfession des heutigen Tages- textes beim Propheten Jeremia (11,18-20):

Der HERR ließ es mich wissen und so wusste ich es; damals ließest du mich ihr Treiben durchschauen. Ich aber war wie ein zutrauliches Lamm, das zum Schlachten geführt wird, und ahnte nicht, dass sie gegen mich Böses planten: Wir wollen den Baum im Saft verderben; wir wollen ihn ausrotten aus dem Land der Lebenden, sodass seines Namens nicht mehr gedacht wird. Aber der HERR der Heerscharen richtet gerecht, er prüft Nieren und Herz. Ich werde deine Vergeltung an ihnen sehen, denn dir habe ich meine Sache anvertraut.

Die Situation ist eine ganz andere. Jeremia klagt den Bundesbruch an. Den Niedergang des Reiches Juda vor 2600 Jahren führt er auf ein falsches Vertrauen in andere Mächte, ein Abbruch des Hörens auf den einen Gott zurück. Beziehungen sind zerbrochen, zu den Menschen, zu Gott.

Was soll dieses Anrufen Gottes, der Rache und Vergeltung üben soll?

Das, was unserem Leben schadet, und dazu gehört nun auch dieser Virus, ist eine destruktive Macht. Gebete, die es in der Bibel zuhauf gibt, die von aggressiven Feinden sprechen und dann einen aggressiven Gott beschreiben, der Rache und Vergeltung übt, weil er gerecht sei, sind nicht nur

befremdlich, sie haben auch etwas Befreiendes. Es befreit, weil wir in jedem Filmklassiker, der das Leid der einen beschreibt, innerlich jubeln, wenn am Ende doch diese „Guten“ den „Bösen“ eins auf die Mütze geben. Und nicht wegen der Gewalt, sie kann nicht jubeln lassen, sondern wegen des Gefühls der Rettung, der Hoffnung, der Gerechtigkeit, der lebbaren Zukunft. Den gerechten Gott auf den Plan zu rufen, ruft nach einer Beziehung, die hält und stärkt, in einer Situation der Ohnmacht und des Ausgeliefertseins. Und er kennt Herz und Nieren, im alten Israel Sinnbilder für den Sitz unserer Gefühle und unseres Gemütes und Gewissens.

2600 Jahre später sind es nicht die Bundesregierung, die Virologen oder geheime Mächte, die Böses planen und unserem Lebensbaum den Saft verderben wollen. Auch wenn wir gerne eine/n Schuldige/n benennen wollten. Und es sind auch nicht wir, die nun eine Strafe für irgendein Verhalten oder Tun erhalten. Man muss in keinem noch so lieblichen Abendlieb Gott darum bitten, uns vor Strafen zu bewahren. Gefahr liegt nicht in einer bösen Macht oder einem strafenden Gott. Gefahr liegt darin, dass wir zynisch werden und das Leben hassen aufgrund von Krankheit, Leid und Tod. Weil wir dabei uns und unsere Mitmenschen verfehlen und weil wir damit die Beziehung zu Gott, der unser Herz und unsere Nieren kennt, verlieren.

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Höher als bis zum Himmel

Seit Jahrzehnten sind die Frühschichten in der Fastenzeit in Liebfrauen eine gute Tradition. Ein Impuls, ein guter Gedanke für den Tag. Jetzt geht das plötzlich nicht mehr. Eine Geschichte habe ich jedoch noch in Erinnerung, die für die momentane Situation gut passt:

Sie erzählt von einem Rabbi, der angeblich jeden Morgen vor dem Frühgebet – zum Himmel aufsteige. Dafür erntete er bei seinen Gegnern Hohn und Spott und einer legte sich auf die Lauer. Er beobachtete, wie der Rabbi sein Haus Richtung Wald verließ.

Der Gegner folgte ihm in sicherem Abstand. Der Rabbi tat nichts anderes als Holz hacken. Das schleppte er zur Hütte einer schwachen alten Frau. Dort kniete er vor dem Ofen und machte für die Betagte Frau Feuer an.

Später unterhielten sie sich im Dort über den Rabbi. Die Leute wollten wissen, was es denn nun mit diesem Gerücht auf sich habe. Und der Mann, der ihm argwöhnisch gefolgt war, sagte voller Bewunderung: „Er steigt nicht nur zum Himmel, er steigt noch höher als bis zum Himmel!“

 

Ein Rabbi, der losgeht und ohne Aufhebens einer kranken, alten Frau hilft, Feuer macht, Äußere und innere Wärme weitergibt. In diesen Tagen der Coronakrise fallen mir da sofort die Bilder ein, wie Menschen sich um andere kümmern, weil sie zur gefährdeten Personengruppe gehören oder weil sie in Quarantäne sind. Bilder von Ärzte*nnen und Pfleger*innen, von den unzähligen Menschen im Einzelhandel, die unsere Versorgung gewährleisten, von den stillen Helferinnen und Helfern, die einfach durch einen Telefonanruf zeigen: wir bleiben verbunden, wir denken aneinander, du bist nicht allein. Ihnen allen gehört unsere Anerkennung und unser aufrichtigster Dank. Sie alle steigen „viel höher als bis zum Himmel“, weil sie durch ihr Tun ein Stück Himmel auf unsere kranke Erde holen.

Das alles macht mir in dieser schweren Zeit Mut, genauso wie auch ein Wort aus Psalm 34, das ich in den Texten zum heutigen Tag gelesen habe:

„Nahe ist der Herr den zerbrochenen Herzen, er hilft denen auf, die zerknirscht sind. (...)

Er behütet all seine Glieder,

nicht eines von ihnen wird zerbrechen.“

In diesem Sinne: Bleiben Sie behütet!

Und wenn Sie in irgendeiner Form Hilfe brauchen, scheuen Sie sich nicht, sich an unsere Pfarrbüros zu wenden.

In herzlicher Verbundenheit

Margarete Hosbach, Gemeindereferentin

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